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Donnerstag, 12. Mai

12.05.2011 | 00:00 Uhr

Kannibale iPad weniger gefräßig als vermutet +++ Apple schweigt zu möglicher Verspätung des iPhone 5 +++ Ende einer Ära: Aufsicht über Anti-Kartell-Auflagen für Microsoft endet +++ Die Chrome-OS-Rechner kommen - auch für Firmen +++ Karelia veröffentlicht Sandvox 2.0 +++ Update für iPhoto 11 +++ Softwareupdate 4.2.2 für Apple TV +++ Ohne Bezahlung ins Internet - Persilschein für Schwarzsurfer? +++ Firefox 5 Beta am 17. Mai - finale Version im Juni +++ Neue Betrugsmasche bei Facebook +++ Tipp: Flash-Player wieder vom Rechner löschen +++ App-Test: Piggeldy & Frederick: Animierte Gute-Nacht-Geschichte +++ AAPL verliert im Nasdaq-Trend

Morgenmagazin: Bootshäuser
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Kannibale iPad weniger gefräßig als vermutet

Der Kannibalisierungseffekt des iPad auf den gesamten PC-Markt ist weit kleiner als befürchtet, meinen die Marktforscher der NPD Group. Nur zwölf Prozent der Käufer, die sich im vergangenen Weihnachtsgeschäft ein iPad zulegten, hätten deswegen keinen PC gekauft, lesen die Analysten aus ihren Daten heraus. Der Rückgang des PC-Marktes im beobachteten Zeitraum habe einen ganz anderen Grund: Im Jahr davor hatte das seinerzeit neue Windows 7 für einen Boom gesorgt. "Wir vergleichen die PC-Verkäufe mit einem Rekordhoch," erklärt der NPD-Analyst Stephen Baker. Im April hatten IDC und Gartner unabhängig voneinander einen rückläufigen Trend des PC-Marktes ausgemacht und Negativwachstum von 3,2 respektive 1,1 Prozent gemessen. Gartner hat für den Rückgang vor allem das iPad verantwortlich gemacht. Die meisten der potentiellen PC-Käufer haben laut Gartner aber keine Notwendigkeit für einen neuen Rechner gesehen, da sie erst 12 oder 18 Monate zuvor einen neuen PC gekauft hätten.

Die laut Baker mittlerweile "zum Allgemeinwissen" gewordene These, das iPad würde vor allen Dingen im Netbook-Sektor graben, sei "sehr sicher falsch". Denn die höchsten Einbußen habe der PC-Markt im Sektor jenseits der 500-Dollar-Marke erlitten. Von Oktober 2010 bis März 2011 sei allein dieser Bereich um 25 Prozent zurückgegangen.

Die PC-Hersteller können sich laut Baker nun aber nicht zurücklehnen und den Kannibalen iPad in das Reich der Legenden verweisen. Das Tablet konkurriere mit dem Zweit- oder Drittrechner im Haushalt, in den nächsten 12 bis 18 Monaten würden sich viele Käufer fragen, ob es ein weiterer Rechner oder doch ein Tablet sein soll, das den Hardwarepark ergänzen soll. Dies müsse PC-Hersteller sorgen.

Generell verändere sich die PC-Ausstattung der Haushalte, erklärt Baker weiter. Seien früher zwei oder drei Desktops üblich gewesen, habe sich das auf eine Ausstattung mit einem Desktops und mehreren Notebooks verschoben. In Zukunft werde ein Haushalt jedoch über ein Notebook und mehrere Tablets verfügen, prognostiziert Baker.

Apple schweigt zu möglicher Verspätung des iPhone 5

In den letzten drei Jahren hatte Apple jeweils im Juni ein neues iPhone vorgestellt und dieses kurz darauf in den Handel gebracht. Das iPhone 5 wird aber laut zahlreicher Gerüchte in diesem Jahr erst später kommen, im Herbst oder womöglich gar erst Ende des Jahres. Apple selbst behält Stillschweigen über die mögliche Verschiebung, musste nun auch die Analystin Katy Hubert von Morgan Stanley erfahren. Bei einem Meeting mit Apples Top-Managern Peter Oppenheimer, Ron Johnson und Eddy Cue konnte sie laut der Website World of Apple keine Neuigkeiten zum Starttermin des nächsten iPhone erfahren. Apple habe lediglich erklärt, dass die Upgrade-Zyklen sich aus der Software und nicht der Hardware ergeben. iOS 5 würde also demnach für die Verzögerung sorgen. In den letzten drei Jahren hatte Apple jeweils bis Anfang April eine Vorschau auf das kommende iPhone-Betriebssystem gegeben, vor der WWDC Anfang Juni wird es aber vermutlich keine Neuigkeiten zu iOS 5 geben. Die Analystin habe aus ihrem Gespräch mit der Apple-Spitze aber auch die Zuversicht mitgenommen, dass die iPhone-Verkäufe in den nächsten beiden Jahren im Schnitt um 55 Prozent zunähmen und die des iPad gar um 74 Prozent.

Ende einer Ära: Aufsicht über Anti-Kartell-Auflagen für Microsoft endet

Es ist das Ende eines vor mittlerweile 13 Jahren begonnen Prozesses: Achteinhalb Jahre nach der spektakulären Einigung des US-Justizministeriums mit Microsoft im Kartellprozess gegen den Softwareriesen endet die Aufsicht über die vereinbarten Auflagen. Zuletzt hat sich das Departement of Justice (DOJ) auf kleinere Details konzentriert und die Verbesserung von Fehlern in den technischen Anleitung für offen gelegte Schnittstellen gefordert.

In einer Presseerklärung feiert das DOJ den Spruch von Richterin Colleen Kollar-Kotelly und die darauf folgende Überwachung der Auflagen als wegweisend für die gesamte IT-Industrie: "Das abschließende Urteil … hat Microsoft daran gehindert, das die Konkurrenz ausschließende Verhalten zu zeigen, das zu dem Prozess geführt hatte." Microsoft beherrsche die Industrie nicht mehr in dem Maße wie im Jahr 1998, das sei gut für den Wettbewerb und die IT-Landschaft. Das Urteil habe die Entwicklung und Verbreitung von Middleware gefördert und dem Anwender Wahlmöglichkeiten eingeräumt. Neue Produkte wie Cloud Computing und mobile Geräte als ernsthafte Konkurrenz zu Microsofts Desktop-Betriebssystem hätten so überhaupt erst entstehen können, führt die Behörde weiter aus.

Microsoft zeigt sich in seinem offiziellen Statement etwas weniger begeistert: "Diese Erfahrung hat uns und unseren Blick auf die Industrie verändert. Wir sind zufrieden, diesen Fall zu einem erfolgreichen Ende gebracht zu haben und freuen uns darauf, großartige Produkte für unsere Kunden und Partner zu entwickeln."

Im Jahr 1998 hatten das DOJ und die Generalstaatsanwälte von 19 US-Bundesstaaten und dem District of Columbia Microsoft hauptsächlich vorgeworfen, seine marktbeherrschende Stellung bei PC-Betriebssystemen mit illegalen Methoden zu stützen, in dem es Dritten keinen ausreichenden Zugang zu den Schnittstellen gewährte.

Die Chrome-OS-Rechner kommen - auch für Firmen

Google hat auf der I/O 2011 ein integriertes Angebot aus Hard- und Software-as-a-Service für Firmen zum Kampfpreis angekündigt.

Ein Chromebook von Samsung - gibt es auch "for business" as a Service.
Vergrößern Ein Chromebook von Samsung - gibt es auch "for business" as a Service.

Unternehmen bietet Google ab Mitte Juni ein "Chromebook for business" für 28 Dollar pro Mitarbeiter und Monat an. Enthalten sind ein Chromebook (= Notebook mit Chrome OS), dessen Hardware am Ende des Lebenszyklus automatisch getauscht wird, sowie eine Web-Konsole für das zentrale Enterprise-Management. Für Bildungseinrichtungen und Öffentliche Hände liegt der Preis sogar nur bei 20 Dollar pro Nutzer und Monat. Ein YouTube-Video erklärt das Konzept ausführlicher .

Alternativ zu den Notebooks können Unternehmen auch zur "Chromebox" greifen - ein ebenfalls zentral gemanagtes Desktop-Gerät mit Chrome OS und I/O für Peripherie wie größere Bildschirme, Tastatur und Maus. Für den Zugriff auf Unternehmensanwendungen kooperiert Google mit VMware und Citrix. Chromebooks gibt es ab dem 15. Juni auch für Endkunden. Googles erste Hardware-Partner dafür sind Samsung und Acer. In Deutschland wird Amazon.de die Geräte auch mit 3G-Verträgen der hiesigen Carrier anbieten.

Das Chrome OS hat seit der letzten I/O eine Menge dazugelernt, auch wenn es sich weiterhin primär um eine simple Ablaufumgebung für den hauseigenen Browser Chrome handelt und Programme und Daten hauptsächlich in der Cloud liegen. Chrome OS hat jetzt aber trotzdem einen Datei-Manager für lokale Files und einen Media Player.

Die entscheidendste Neuerung ist aber wohl, dass Programme aus dem Chrome Web Store sich nun beim Chrome OS als File Handler für lokale Dateitypen registrieren können. Damit kann dann zum Beispiel Googles Picasa alle Fotos von einer ins Chromebook gesteckten Digicam-SD-Karte auf Knopfdruck ins Web hochladen oder Dropbox Office-Dateien aufs Cloud-Laufwerk schaufeln.

Als einen zentralen Vorteil von Chrome OS und damit auch Chromebooks (for business) und Chromebox stellte Google-Manager Sundar Pichai die Tatsache heraus, dass Chrome OS - anders als übliche Desktop-Betriebssysteme - mit der Zeit immer besser statt immer lahmer wird, da Fortschritte bei der Entwicklung stets automatisch eingespielt werden und sich das System nicht mit Registry-Datenbanken und dergleichen belastet.

Was den Chrome-Browser angeht (inzwischen zählt Google 160 Millionen aktive Installationen), demonstrierten Pichai und seine Bühnenpartner eindrucksvolle Leistungssteigerungen, die die Google-Entwickler im letzen Jahr ereicht haben - insbesondere, was die Unterstützung von Hardware-Beschleunigung, JavaScript und neuen Standards wie WebGL angeht. Apropos WebGL: Ein Highlight der zweiten I/O-Keynote war natürlich der Auftritt von Rovio-Chef Peter Vesterbacka. Der konnte ankündigen, dass seine Firma das populäre Spaßspiel "Angry Birds" jetzt auch in einer Web-Version anbietet. Diese wurde in WebGL realisiert (mit Canvas als Fallback-Option für weniger leistungsfähige Rechner) und steht bereits mit exklusiven Levels für Chrome-Nutzer im Chrome Web Store zur Verfügung. Die Chrome-Version von Angry Birds unterstützt für langweilige Flüge sogar einen kompletten Offline-Modus.

Lat, but not least kündigte Google noch an, dass Entwickler in Anwendungen für den Chrome Web Store - der ab heute weltweit und in 41 Sprachen zur Verfügung steht - jetzt auch In-App-Payments zur Monetarisierung integrieren können (dafür genügt eine Zeile Code). Und anders als Apple und Amazon, die in ihren Stores jeweils 30 Prozent der so erzielten Erlöse als Provision einstreichen, bescheidet sich Google mit nur fünf Prozent. 95 Prozent vom Umsatz bleiben also beim Entwickler. Was Peter "Mighty Eagle" Vesterbacka sichtlich gut gefiel.

Karelia veröffentlicht Sandvox 2.0

Mehr als ein Dutzend neuer Funktionen und Verbesserungen hat Karelia seinem Webseiten-Gestalter Sandvox 2.0 spendiert, teil der Entwickler in seinem Blog mit. Darunter auch eine neue "Engine" der Software für bessere Performance und eine Integration des eigenen iMedia Browser 2.0.1. Hinzugekommen sind unter anderem auch neue oder erweiterete Design-Vorlagen, eine bessere Einbindung von unterschiedlichen Objekten wie Text, Fotos und Videos auf derselben Seite, ein neu gestalteter Inspector, Integration mit Facebook und Twitter, eine Suchmaschinenoptimierung sowie erweiterte Optionen für das manuelle Einfügen von HTML-Code. Eine genaue Liste der Änderungen und Verbesserungen zählt der Blog auf. Sandvox 2 gibt es nur noch als einheitliche Version statt bislang wRegular und Pro. Die Kosten für die neue Ausgabe liegen bei 67 US-Dollar bis zum 20. Mai (Einführungspreis), später bei 77 US-Dollar. Ein Update gibt es für 37 US-Dollar, später für 47 US-Dollar. Wer Sandvox 1.x nach dem 5. Januar 2011 gekauft hat, erhält die neue Version frei. Sandvox 2 setzt mindestens Mac-OS X 10.5 (Universal Binary) voraus. Eine Demoversion ist verfügbar.

Info: Karelia Blog

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