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Donnerstag, 14. April

14.04.2011 | 07:00 Uhr

Analyst: Apple startet bald einen eigenen Video-Service +++ Apple versucht es kabellos +++ Bald iPads aus Brasilien +++ IT-Ratgeber: Privates iPhone oder Macbook in der Firma nutzen +++ Social-Browser Flock wird eingestellt +++ Einzelhandel setzt auf Internet-Boom +++ AAPL erholt sich wieder etwas

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Analyst: Apple startet bald einen eigenen Video-Service

Der Analyst Peter Misek von Jefferies hat seine Prognose √ľber Apples Planung im Cloud-Business ver√∂ffentlicht. Laut Misek wird der Konzern einen neuen Service mit Online-Video-Verleih und Streaming starten und somit direkt mit dem in den USA beliebten Dienst Netflix konkurrieren. Hardware-Grundlagen hat Apple bereits geschaffen: das gro√üe Rechenzentrum in North Carolina steht kurz vor der Er√∂ffnung. Apple plant auch anscheinend ein zus√§tzliches Zentrum gleich nebenan zu bauen: Auf der letzten Aktion√§rsversammlung verlauteten Vorschl√§ge, die vorhandene Fl√§che in North Carolina zu verdoppeln. Diese "Super-Rechenzentren" w√ľrden f√ľr Video-Auslieferung auf iOS-Ger√§te gebraucht, ist der Analyst Misek √ľberzeugt, weil die Kapazit√§ten f√ľr andere Datenarten (Musik, Textdateien) zu gro√ü w√§ren.

Dass Time Warner Cable j√ľngst einige Sender aus seiner iPad-App entfernte, interpretiert Misek als weiteres Indiz f√ľr seine These. Die offizielle Begr√ľndung lautet jedoch schlicht: Lizenzstreit. Misek behauptet, dass zurzeit die Verhandlungen zwischen Apple und diesen Videoanbieter √ľber m√∂gliche Kooperation noch laufen. Der Vertriebsweg von Filmen und Serien k√∂nnte der gleiche wie der von Apps sein: Apple √ľberl√§sst den Gro√üteil vom Umsatz den Entwickler bzw. den Lizenzinhaber, kurbelt aber die Verkaufszahlen seiner Ger√§te √ľber das √Ėkosystem aus Inhalten weiter an. Die Wirtschafts- und Apple-Medien nehmen Peter Miseks These eher skeptisch auf.

Apple versucht es kabellos

Wie cultofmac.com berichtet, testet Apple die Synchronisation von iPods via WLAN bereits seit zwei Jahren. Zudem habe Apple einen f√ľhrenden Experten f√ľr Karbon (Kohlefaserverbundstoff) eingestellt. Dies wird so interpretiert, dass Apple k√ľnftig die Geh√§use oder Teile seiner mobilen Ger√§te aus Karbon fertigen k√∂nnte. Die Synchronisation vieler Musikdateien und Videos √ľber WLAN ist nicht trivial. Doch Apple sei entschlossen, dies hinzubekommen und das bisher notwendige Kabel zur Verbindung mit iTunes √ľberfl√ľssig zu machen.

Daf√ľr m√ľssen die Apple-Ingenieure einige Probleme l√∂sen. Die Synchronisation via WLAN soll schlie√ülich genauso schnell und zuverl√§ssig erfolgen wie via Kabel. Die Signalst√§rke muss also ausreichend sein, wobei ein Karbon-Geh√§use vielleicht helfen k√∂nnte. Speziell beim Geh√§use k√∂nnte Apple deshalb auf Karbon setzen, das einen optimalen WLAN-Empfang erm√∂glichen soll. Zudem darf die Akku-Laufzeit nicht zu sehr unter dem WLAN-Langzeiteinsatz leiden.

Bei den bisherigen Testläufen mit Prototypen des iPod Classic und des iPod Nano sollen sich die Karbongehäuse bereits bewährt haben. Perfekt sei die WLAN-Kommunikation aber noch nicht.

Bald iPads aus Brasilien

Ab Ende des Jahres k√∂nnte es nicht nur iPads aus chinesischer Fertigung, sondern auch iPads aus dem Land des Samba geben. Denn Apple Auftragshersteller Foxconn plant, zw√∂lf Milliarden US-Dollar in dem aufstrebenden Land zu investieren. Dort sollen neue Herstellungskapazit√§ten entstehen. Der brasilianische Forschungsminister soll diese Pl√§ne best√§tigt haben. Ende November k√∂nnten die ersten iPads aus s√ľdamerikanischer Herstellung entstehen.

Derzeit pr√ľfe die brasilianische Regierung die Pl√§ne von Foxconn. Brasilien erlebt in den letzten Jahren einen gewaltigen Wirtschaftboom. Zuletzt wuchs die Wirtschaft um etwa 7,5 Prozent. Eike Batista, der reichste Brazilianer und der achtreichste Mann der Welt, plant derzeit gigantische neue Industriekomplexe. Der Milliard√§r mit deutschen Wurzeln hatte sich Ende letzten Jahres √∂ffentlich gew√ľnscht, dass auch Apple in Zukunft in Brasilien produzieren solle.

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