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Donnerstag, 16 April

16.04.2009 | 00:00 Uhr

iPhone: AT&T verhandelt mit Apple über neuen Exklusiv-Vertrag +++ iPhone 3.0 blockiert jetzt VoIP-Gespräche +++ Kleine Provider müssen Vorratsdaten nicht speichern +++ Von der Leyens Internetsperren kommen schneller als erwartet +++ Intel sieht die Talsohle überschritten +++ AAPL: Ende des Anstiegs

Morgenmagazin: Sonnenaufgang III
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iPhone: AT&T verhandelt mit Apple über neuen Exklusiv-Vertrag

Der US-amerikanische Mobilfunkanbieter AT&T will den Exklusiv-Vertrag mit Apple offenbar verlängern. Dies berichtet die Zeitung Wall Street Journal. Der aktuelle Vertrag läuft nach Informationen des Blattes im Jahr 2010 aus. Beide Unternehmen wollten dies nicht kommentieren, auch zu dem aktuellen Vertrag gibt es keine offiziellen Informationen.

AT&T profitiert von der Zusammenarbeit. Alleine im zweiten Halbjahr 2008 soll das Unternehmen 4,3 Millionen iPhone-Verträge abgeschlossen haben. Rund 40 Prozent davon seien Neukunden für AT&T. Damit erschließt sich der Anbieter Kunden, die ohne iPhone wohl nicht den Anbieter gewechselt hätten. Für die Kunden wären Alternativen bei der Wahl des Anbieters jedoch wünschenswert. In den USA sind T-Mobile und Sprint weitere großere Anbieter, die für das iPhone in Frage kämen.

In Deutschland hat T-Mobile das Exklusivrecht am iPhone. Dieser Vertrag gilt laut Gerüchten für zwei oder drei Jahre, könnte demnach bereits 2009 auslaufen. Über eine mögliche Verlängerung ist bislang noch nichts bekannt.

iPhone 3.0 blockiert jetzt VoIP-Gespräche

Apple hat ein Update der Betaversion der Firmware 3.0 für das iPhone verteilt. Neu hier: Jetzt blockiert auch die Version 3 VoIP-Telefonate über das Mobilfunknetz. Bislang konnte man beispielsweise über Skype problemlos auch im Mobilfunknetz über das Internet telefonieren. Dies funktioniert jetzt nicht mehr. Bei den derzeit offiziellen Firmwareversionen ist dies ebenfalls gesperrt.

In den letzten Wochen hatte es öffentliche Aufregung darüber gegeben, dass T-Mobile angekündigt hatte, Skype im Handynetz nicht zu erlauben . Dabei blockt bereits das iPhone selbst derartige Telefonate ab. Die Hoffnung der Nutzer, dass sich dies mit der Software 3.0 ändern könne, scheint nun vergebens. Apple verbietet es den iPhone-Entwicklern in den Nutzungsbedingungen seines Entwicklungskits (SDK), Internettelefonate in Mobilfunknetzen zu ermöglichen.

Telefonate über das Internet sind für die Nutzer interessant, da sie meist deutlich günstiger sind als entsprechende Mobilfunkgebühren. Bei Diensten wie Skype können Nutzer zudem untereinander völlig kostenlos telefonieren. Dies ist den Mobilfunkanbietern ein Dorn im Auge, da ihnen dabei Umsätze verloren gehen.

Kleine Provider müssen Vorratsdaten nicht speichern

Nach einem vorläufigen Gerichtsbeschluss gegen die Speicherung von Telefondaten hoffen Kritiker, dass das entsprechende Anti-Terror-Gesetz noch gekippt wird. Aus Kostengründen dürfen die Mobilfunkanbieter Mobilcom, Debitel, Klarmobil und Callmobile vorläufig nicht zur Speicherung der Verbindungsdaten gezwungen werden, berichtete der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung am Mittwoch in Berlin.

Ein Sprecher des Berliner Verwaltungsgerichts bestätigte, dass das Gericht Mitte Januar einen entsprechenden Beschluss gefasst habe. Darin geht es um die Kosten für die seit Anfang 2008 bestehende Pflicht zur Speicherung der technischen Daten von Telefonaten. Es sei zu befürchten, dass den Firmen die Kosten nicht angemessen ersetzt würden, wenn sich vor Gericht später herausstelle, dass sie diese gar nicht tragen müssten. Vor einer Entscheidung in dieser Sache dürfen Bundesregierung und Bundesnetzagentur laut Beschluss nicht gegen die Firmen vorgehen, wenn diese keine Anlagen zur Speicherung haben.

Ein Sprecher der in dem Arbeitskreis zusammengeschlossenen Datenschützer, Patrick Breyer, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, er halte die Aussichten für gut, dass die gesamte Vorratsdatenspeicherung letztlich für verfassungswidrig erklärt werde. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe will ein Verfahren dazu noch in diesem Jahr erledigen. Da die Datenspeicherung allerdings auf eine EU-Richtlinie zurückgehe, müsse letztlich der Europäische Gerichtshof (EuGH) entscheiden, sagte Breyer.

Die Linken-Politikerin Petra Pau forderte, die gesamte Vorratsdatenspeicherung einzustellen. "Was dem einen Anbieter recht ist, sollte den anderen billig sein." Die vor Gericht erfolgreichen Firmen - Töchter des freenet-Konzerns - haben kein eigenes Mobilfunknetz, sondern nutzen die Netze etablierter Betreiber. Sie hatten argumentiert, sie müssten die technischen Anlagen zur Speicherung entweder beschaffen oder entsprechende Verträge mit den Netzbetreibern schließen. Beides wäre mit Millionenkosten verbunden. Der Mobilfunk-Marktanteil der freenet Group beträgt knapp 20 Prozent.

Der EuGH hatte das EU-Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung bereits für formell rechtmäßig erklärt, allerdings ging es hier nur um die EU-Zuständigkeit. Im März 2008 hatte das Bundesverfassungsgericht die Nutzung der gespeicherten Telefon- und Internetdaten nur eingeschränkt gebilligt. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung meint, dass die Speicherung mit den Grundrechten unvereinbar sei.

Telekommunikationsunternehmen müssen alle Verbindungsdaten sechs Monate lang speichern. Gesprächsinhalte sind nicht betroffen. Ein Verdacht oder konkreter Hinweis auf Gefahren ist nicht nötig. (dpa)

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