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Donnerstag, 21. Januar

21.01.2010 | 00:00 Uhr

iPhone-OS 4.0 soll Multitasking beherrschen +++ Amazon gibt Kindle-Autoren mehr Umsatzanteile und öffnet Store für Apps +++ New York Times will Geld für Webinhalte +++ Medien: Apple schmiedet Bündnis mit Microsoft gegen Google +++ Mehr als 22 Millionen neue Computerschädlinge im Jahr 2009 +++ Ebay erzielt Rekordgewinn dank Skype-Verkauf +++ AAPL im Minus

Morgenmagazin: Parkstadt Schwabing
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iPhone-OS 4.0 soll Multitasking beherrschen

Im Vorfeld von Apples Special Event machen immer mehr Gerüchte über das kommende Gerät die Runde. Neben einem Tablet dürfte Apple wohl auch ein neues iPhone-Betriebssystem zeigen, das die Erfordernisse des Apple Tablet erfüllt. Die Website Boy Genius Report will nun Details über iPhone-OS 4.0 erfahren haben. Die wichtigste Neuerung sei Multitasking, also die Möglichkeit, mehrere Programme gleichzeitig laufen zu lassen. Apple hatte dies dem iPhone bisher nicht gestattet, hauptsächlich aus Sorge um die Akku-Laufzeit. Da jedoch die Konkurrenz von Palm und vor allem von Google Multitasking auf seinen WebOS- und Android-Handys anbietet, stehe Apple nun unter Zugzwang. Ein Tablet mit 10-Zoll-Bildschirm wäre ohne Multitasking zudem reichlich zwecklos, in das Apple Tablet, das laut Boy Genius Report "iTablet" heißen könnte, würde Apple leistungsfähigere Batterien einbauen.

Als weitere Neuheiten für iPhone-OS 4.0 erwartet die Gerüchtesite erweiterte Multitouch-Fähigkeiten und Änderungen bei der grafischen Benutzeroberfläche des Betriebssystems, welche die Navigation erleichtern sollten. Die Synchronisation werde ebenso verbessert, auch soll es möglich sein, einzelne Kontakte auf dem Home-Bildschirm abzulegen. Das neue Betriebssystem setze das iPhone 3G und das iPhone 3GS voraus, das originale iPhone werde von den Neuerungen nicht profitieren können.

Amazon gibt Kindle-Autoren mehr Umsatzanteile und öffnet Store für Apps

Noch hat Apple weder ein Tablet vorgestellt noch Details zum Distributionsmodell etwa von elektronischen Büchern vorgestellt, schon reagiert der Kindle-Hersteller Amazon. Den Rechteinhabern der Bücher, die Amazon für den Ebookreader vertreibt, verspricht der Konzern nun einen Anteil von 70 Prozent des Verkaufspreises - das Modell App Store lässt grüßen. Von der Provision für den Autoren zieht Amazon jedoch noch 15 Cent pro Megabyte für die Kosten der Auslieferung über das Mobilfunknetz ab. Die Erhöhung der Beteiligung gilt jedoch nur für bestimmte Bücher. Diese müssen zwischen 3 und 10 US-Dollar kosten, mindestens 20 Prozent billiger als die gedruckte Version und in keinem anderem Ebookstore günstiger zu haben sein. Die Verdienstmöglichkeiten verdoppeln sich für die Autoren der qualifizierten Bücher jedoch. Das Modell gilt ab 30. Juni, das alte Abrechnungssystem bleibt daneben bestehen.

Amazon hat zudem ein Kindle Development Kit (KDK) angekündigt, das ab Februar in Beta-Form vorliegen werde. Mit Hilfe des KDK sollen Entwickler eigene Applikationen für den Ebookreader entwickeln, die dann über den Kindle Store an die Kunden kommen. Auch hier dient der App Store klar als Vorbild. Die ersten Kindle Apps sollen im Laufe des Jahres zur Verfügung stehen. Als mögliche Beispiele für solche Apps nennt Amazon etwa Reiseführer mit Echtzeitwetterprognosen oder Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen am Urlaubsort, Kochbücher mit Menüempfehlungen für spezielle Anlässe oder Kreuzworträtsel und Puzzles, die elektronische Bücher ergänzen sollen.

New York Times will Geld für Webinhalte

Der Verleger der New York Times hat gestern bestätigt, was seit einigen Tagen Gegenstand von Spekulationen war: Für den Zugriff auf Artikel im Internet will die Zeitung wieder Geld verlangen. Dabei verfolgt die New York Times einen neuen Ansatz. Jeder Besucher der Website hat pro Monat freien Zugriff auf eine noch zu nennende Anzahl von Artikeln, erst danach muss er für diese bezahlen. Um den Plan bis nächstes umzusetzen, baut die New York Times ein völlig neues Redaktionssystem auf.

Der Versuch, von Internetnutzern Erlöse für ihre journalistischen Produkte zu erzielen, ist für die New York Times nicht ohne Risiko. Als zweites Standbein neben Werbeerlösen geplant, könnte diese jedoch die Werbeeinnahmen reduzieren. Zahlreiche Nutzer der Site könnten von der Bezahlschranke abgeschreckt sich andere Quellen für ihre Informationen im Web suchen. Laut Forrester Research ist in den USA die Bereitschaft, für Webinhalte Geld zu bezahlen relativ gering. Von den 4700 Befragten einer Studie waren 80 Prozent nicht dazu bereit. Der Rest stellt sich hingegen recht unterschiedliche Bezahlmethoden vor und teilt sich dabei in drei große Gruppen. Die eine möchte für allen Online-Content bezahlen, eine zweite für ein Paket aus Zeitungs-Abo, Online- und mobilen Content, eine dritt Gruppe würde Micropayments für einzelne Artikel bevorzugen.

Das für nächsten Mittwoch erwartete Apple Tablet könnte einen Ausweg aus der Misere bringen. Nicht zuletzt die Verlagsbranche hofft auf einen "iPod für Zeitungen", der den digitalen Vertrieb von einst Gedrucktem ähnlich revolutioniert wie es iPod und iTunes für die Musikbranche erreichten. Apple soll darüber unter anderem mit der New York Times verhandeln sowie mit den Verlagen Conde Nast, News Corp und Harper Collins.

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