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Donnerstag, 25. August

25.08.2011 | 00:00 Uhr

Apple-CEO Steve Jobs tritt zurück +++ Niederländisches Gericht verhängt Bann gegen Samsung-Smartphones +++ iPad treibt Acer in höheren Verlust +++ Lenovo bringt ThinkPad Tablet in den Handel +++ 123Skins präsentiert 3D-Folien fürs iPhone 4 +++ Eindrucksvoll: Kurzfilm "No Escape" im Portal-Stil +++ Tipp: Drei-Finger-Geste im Lion-Finder nutzen +++ AAPL fällt im nachbörslichen Handel

Morgenmagazin: Watt
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Apple-CEO Steve Jobs tritt zurück

Steve Jobs tritt nach 14 Jahren als CEO des von ihm mitbegründeten Mac- und iPhone-Herstellers Apple zurück. COO Tim Cook, der seit Beginn der letzten Auszeit des kranken Jobs das Tagesgeschäft verantwortet hatte, folgt ihm als Firmenchef nach. Jobs will weiter als Verwaltungsratschef bei Apple tätig sein.

Grund für Jobs Rücktritt dürfen dessen gesundheitliche Probleme sein. Im Jahr 2004 musste sich der Jobs einer Krebsoperation unterziehen, nach nur wenigen Monaten war er aber an seinen Schriebtisch zurückgekehrt. Von Januar bis September 2009 dauerte hingegen seine zweite Auszeit, in der er eine neue Leber transplantiert bekam. Seit Januar 2011 hatte Jobs erneut seinen Posten ruhen lassen, blieb aber nach eigenen Angaben in alle wichtigen Entscheidungen involviert. Zwei öffentliche Auftritte hatte er auch in der Zeit, zur Vorstellung des iPad 2 am 2. März und zur Eröffnung der Entwicklerkonferenz WWDC am 6. Juni.

Jobs erklärte seinen Rücktritt in einem öffentlichen Brief an den Verwaltungsrat und die Apple-Community mit den folgenden Worten:

An den Verwaltungsrat und die Apple-Community

Ich habe immer gesagt, dass ich es Euch als Erster wissen lasse, wenn der Tag kommt, an dem ich nicht mehr meinen Aufgaben und Pflichten als Apple-CEO nachkommen kann. Unglücklicherweise ist der Tag nun gekommen.

Ich trete hiermit als CEO von Apple zurück. Ich würde aber gerne - falls das Board damit einverstanden ist - als Chairman des Boards, Director und Apple-Mitarbeiter tätig sein.

Was meinen Nachfolger betrifft, empfehle ich wärmstens, dass wir unseren Nachfolgeplan einhalten und Tim Cook zum CEO von Apple ernennen.

Ich glaube, dass die besten und innovativsten Tage noch vor uns liegen. Und ich freue mich darauf, zuzusehen und zu Apples Erfolg in einer neuen Rolle beitragen zu können.

Ich habe einige der besten Freunde meines Lebens bei Apple kennengelernt und ich danke Euch für die vielen Jahre, in denen ich mit Euch zusammenarbeiten konnte.

Steve

In Apples Pressemitteilung erklärt das Verwaltungsratsmitglied und Chairman von Genentech Art Levinson, dass Jobs in seiner neuen Rolle als Verwaltungsratschef Apple "mit seinen einzigartigen Erkenntnissen, Kreativität und Inspiration" dienen werde. "Steves einzigartige Vision und Führungskraft haben Apple gerettet und zu seiner Führungsposition als der Welt innovativste und wertvollste Company geführt. Steve hat unzählige Beiträge zu Apples Erfolg geleistet und hat Apples ungemein kreative Angestellte und ein Führungsteam der Weltklasse zu Apple gelockt."

Das Lob des Verwaltungsrates liest sich fast wie ein Nachruf, so zeigt sich er Analyst von Creative Strategies Tim Bajarin gegenüber unseren Kollegen von Macworld auch besorgt. Der Wechsel hänge natürlich mit dem Gesundheitszustand Jobs’ zusammen. Aber immerhin ist er nach wie vor Verwaltungsratschef und habe nur gesagt, dass er die Rolle des CEO nicht mehr ausfüllen könne. Zudem ist Bajarin nur über Jobs persönlich besorgt und nicht über Apple als Firma. Apple habe eine lange "Auswechselbank" an Managern, die genau wüssten, wie Jobs denke und fühle und seine Vision teilten.

Michael Gartenberg von Gartner teilt Bajarins Ansicht und betont, dass bei Apple zwar eine Ära ende, aber bei Apple mehr als nur eine Person verantwortlich seien. Aus seiner Position als Chairman werde Jobs weiterhin seine Spuren in der Firma und in den Produkten hinterlassen, auch wenn er nun an Tim Cook übergebe.

"Steve Jons ist eine Ikone und was er mit Apple getan hat, ohne Beispiel", meint der IDC-Analyst Al Hilwa. Der Fall werde noch in Jahrzehnten an Businessschulen gelehrt werden.

Niederländisches Gericht verhängt Bann gegen Samsung-Smartphones

Während Samsung sich auf den Gerichtstermin des Landgerichts Düsseldorf vorbereitet, auf dem über den Verkaufsstopp der mutmaßlichen "sklavischen" iPad-Kopie Galaxy Tab 10.1 verhandelt wird, hat das niederländische Gericht Rechtbank’s -Gravenhage in Den Haag ein europaweites Verkaufsverbot gegen Samsungs Smartphones verhängt. Betroffen sind laut Foss Patents im Detail die Geräte Galaxy S, Galaxy S II und Ace - nicht aber die Galaxy Tablets.

Die Verfügung gilt für europäische Länder, in denen Apples europäisches Software Patent EP 2059868 gilt, erklärt der Betreiber von Foos Patents Florian Müller. Zwar habe Apple das Patent ursprünglich in 30 Ländern der Europäischen Patent Organisation - in der auch einige Nicht-EU-Mitglieder vereinigt sind - beantragt, aber nicht in all diesen Ländern nationale Patente erwirkt. Gültig sei es jedoch unter anderem in Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, Irland und den Niederlanden.

Weiter führt aus, dass die Verfügung nicht gegen die koreanische Mutterfirma gelte, sondern nur gegen die niederländischen Töchter des Herstellers, die dieser offensichtlich als Verteiler für seine Geschäfte in Europa nutze. Erwartet war die Entscheidung bis spätestens zum 15. September, gelten werde sie erst ab Mitte Oktober. Die frühe Bekanntgabe könne Samsung nutzen, seine Logistik in Europa bis zum Termin umzustrukturieren - oder die vom Patent geschützte Software zu ändern. Konkret beschreibt das Patent, wie Anwender durch eine Bildergalerie navigieren.

Apple hätte einen größeren Hebel gegen Samsung in der Hand, wenn es sein Patent konsequenter in Europa durchgesetzt hätte, meint Müller. Den eigentlichen Treffer müsse aber Android einstecken, dessen Software das Apple-Patent verletze. Apple habe nun die erste durchsetzbare Gerichtsentscheidung auf seiner Seite.

iPad treibt Acer in höheren Verlust

Acer hat mit der Auswirkung des iPad auf den PC-Markt zu kämpfen und im Frühlingsquartal einen höheren Verlust als erwartet bilanziert, 243,3 Millionen US-Dollar. Die komplizierte wirtschaftliche Lage in Europa und die Reorganisation des mobilen Bereichs haben laut Acer-Chairman JT Wang zu dem Ergebnis erheblich beigetragen, mit in die Bilanz gingen aber auch die Abfindungszahlungen für den geschassten CEO Gianfranco Lanci und Abschreibungen in Höhe von 150 Millionen US-Dollar ein, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Laut Wang könne man das Versprechen, das Gesamtjahr ohne Verlust zu beenden, wohl nicht einhalten. Man benötige mehr "Zeit und Anstrengungen" für die neue Strategie, die nach Ausscheiden Lancis gilt: Weg von Low-End-Notebooks und Netbooks hin zu Tablets. Im laufenden Quartal würden die Ergebnisse bereits besser, aber immer noch negativ ausfallen. Wang hält Tablets trotz der Ergebnisse immer noch als "Modeerscheinung", die Nachfrage nach ihnen als "Fieber". Notebooks würden irgendwann wieder zurück in den Mittelpunkt des Verbraucherinteresses gelangen. Wann das der Fall sein wird, konnte Wang nicht sagen.

Lenovo bringt ThinkPad Tablet in den Handel

Lenovo bringt das vorwiegend für Unternehmen konzipierte und vor einem Monat vorgestellte Think Pad Tablet in den Handel. Ab sofort nimmt der Hersteller Vorbestellungen entgegen und liefert die Geräte ab nächster Woche aus. Das Tablet läuft mit Android 3.1 Honeycomb und bietet auf dem 10-Zoll-Bildschirm eine Auflösung von 1280 mal 800 Pixeln. Ausgestattet ist das Think Pad Tablet mit zwei Kameras, 1 GB Arbeitsspeicher und dem Dual-Core-Prozessor Nvidia Tegra 2. Drei Varianten mit 16 GB, 32 GB und 64 GB Speicher stehen zur Verfügung.

Für die angesprochenen Unternehmen interessant sind die Fernwartung, die besonders im Fall des Diebstahls oder Verlusts vor Datenklau schützen soll so wie die Unterstützung für Cisco VPN und die vollständige Verschlüsselung des Gerätes. Kostenlose Büro-Apps wie Documents to Go, Printer Share oder Computrace sind vorinstalliert. Am Design der ThinkPad-Laptops orientiert bietet Lenovo auch auf dem Tablet Hardwareknöpfe für den Browser, Vor- und zurück, den Home-Bildschirm und Screenlock. Eine zusätzlich erhältliches Tastaturcase bietet den noch aus IBM-Zeiten bekannten optischen Trackpoint der Lenovo-ThinkPads, ein Tablet Pen reagiert bei der Stifteingabe auf unterschiedlichen Druck.

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