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Donnerstag, 28. Juli

28.07.2011 | 00:00 Uhr

iCal überarbeitet in Mac-OS X Lion +++ Passware liest Mac-Passworte über Firewire aus +++ BBC iPlayer kommt auf den Kontinent +++ Noch kaum Android-Tablets verkauft +++ Patentexperte rät Mozilla von mobilem OS ab +++ Powerline-Adapter mit Profi-Features +++ iPad erobert weitere Branchen +++ i.Beat GhettoBlaster mini - MP3-Player mit integriertem Lautsprecher +++ Datenleck auch bei ICQ +++ Tipp: Downloads aus dem Mac-App-Store anhalten +++ App-Test: Bundesliga auf dem iPad - iLiga HD +++ AAPL verliert deutlich

Morgenmagazin: Segelboote
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iCal überarbeitet in Mac-OS X Lion

Auch iCal kommt in einem komplett neuen Look, der mit Lederrand und abgerissenen Blättern an einen echten Kalender erinnert. Nicht nur die Optik ist neu: Termine waren noch nie so flott eingetragen.

Deutlich übersichtlicher zeigt sich jetzt ein einzelner Tag in iCal . Links oben steht groß das aktuelle Datum. Alle Termine werden darunter in der Übersichtsliste mit Titel, Zeit und Ort angezeigt. Im rechten Bereich erscheint wie gewohnt der detaillierte Zeitplan. Der Miniatur-Monat oben links bleibt nun immer im Blick. Er ist eine schnelle Navigationsmöglichkeit, indem man per Klick zu einem bestimmten Tag wechselt. Auch die Termine in der Übersichtsliste lassen sich anklicken, man kann direkt zu dem Termin in der Tagesansicht wechseln. Auch das Detailfenster steht nach dem Anklicken eines Termins in der Übersichtsliste zur Verfügung. Zum Ändern des Termins ist jedoch ein weiterer Klick auf "Bearbeiten" notwendig.

Mit der Jahresansicht (Befehlstaste-4) können Sie jetzt auch zwölf Monate komplett überblicken - iCal zeigte zuvor nur Monatsübersichten. Tage, an denen Termine eingetragen wurden, sind dabei farbig markiert, der aktuelle Monat wird blau hervorgehoben. Mit Einfingerwischen ist auf Trackpads und der Magic Mouse das Blättern in Jahren möglich.

Das Einfügen von neuen Einträgen war bisher in iCal immer etwas mühsam: gewünschten Tag anklicken, neues Ereignis wählen und Details eintragen. Jetzt klappt es viel schneller. Ein Klick auf das Pluszeichen in der oberen Leiste oder Befehlstaste + N öffnet das neue "Ereignis schnell erstellen"-Eingabemenü. Dort reichen ein paar Worte wie "10 Uhr Mittwoch Meeting", um einen neuen Eintrag am nächsten Mittwoch um 10 Uhr zu erstellen. "Freitag 12 Uhr Mittagessen mit Dirk" oder ohne Tagesangabe wie "Tills Geburtstagsfeier um 21 Uhr" reicht, um die Termine - im letzten Fall am selben Tag - zu erstellen. Sehr praktisch, da es so wirklich viel schneller und intuitiver gelingt, neue Termine einzutragen.

Wer die Kalenderliste aus dem Vorgänger vermisst: Sie erscheint nach Klick auf den Kalender-Knopf oben links oder über "Darstellung > Kalenderliste einblenden". Bei per CalDAV abonnierten Kalendern steht jetzt der Abgleich per Push zur Verfügung. Damit landet jede Änderung auf einem Kalender im Netz fast sofort auf dem Mac. In der alten Version konnten nur zeitliche Intervalle für die Aktualisierung ausgewählt werden. Damit das Ganze klappt, muss der Server Push unterstützen, wie zum Beispiel beim Mobile-Me-Account.

Kalender-Accounts von Exchange, Google oder Yahoo-Konten können jetzt deutlich leichter eingerichtet werden. Mit "iCal > Einstellungen?… >Accounts" rufen Sie die Übersicht auf und fügen mit Klick auf das Pluszeichen einen neuen Account hinzu. Dann öffnet sich ein Assistent, der entweder automatisch auswählt, um welchen Account-Typ es sich handelt, oder passende Voreinstellungen anbietet. Bei Google reicht zum Beispiel die Eingabe von E-Mail-Adresse und Kennwort, und schon ist das Synchronisieren mit dem Google-Kalender eingerichtet.

Auch das Abbestellen ist einfacher: Accounts können gespeichert, aber mit einem Klick deaktiviert werden. Das spart das erneute Eingeben der Zugangsdaten, falls das Abo wieder gebraucht wird.

Passware liest Mac-Passworte über Firewire aus

Eine seit Jahren bekannte Lücke in Leopard, Snow Leopard und Lion nützt die russische Firma Passware mit dem Passware Kit Forensic aus. Die an Strafverfolgungsbehörden für 995 US-Dollar verkaufte Software setzt für ihre Strategie jedoch voraus, dass der ausgelesene Mac angeschaltet ist. Dann könne die Software aber über den Firewireport den Ram auch von gesperrten Macs und abgemeldeten Usern auslesen, sie müssten sich nur mindestens einmal zuvor angemeldet haben. In Folge sei die Software auch in der Lage, den Schlüsselbund des Users auszulesen. Auf die Lücke hatte schon im Jahr 2008 der Debian-Entwickler Uwe Hermann hingewiesen, berichtet der IDG News Service. Wie sich Mac-Anwender schützen können, verrät der Hersteller der Forensik-Software auch gleich selbst: Ist der Mac komplett abgeschaltet oder zumindest der Firewireanschluss deaktiviert, hat die Software keine Chance, an User-Passwörter zu gelangen. Hilfreich sei daher auch, den automatischen Login auszuschalten.

BBC iPlayer kommt auf den Kontinent

Die BBC hat eine globale Version seines iPlayers für den iPad veröffentlicht. Mit der App können iPad-Besitzer ab sofort in Deutschland, Österreich, der Schweiz und acht weiteren EU-Ländern ausgewählte Fernsehsendungen der staatlichen britischen Rundfunkanstalt auf ihrem iPad per Streaming über 3G oder Wi-Fi empfangen. Ein limitiertes kostenloses Angebot ist durch Werbung und Sponsoring finanziert, das kostenpflichtige iPlayer-Programm kostet 7 € im Monat oder 50 € im Jahr. Das Angebot besteht vorwiegend aus aktuellen Programmen, die im letzten Monat ausgestrahlt wurden, doch bietet die BBC auch Klassiker an. Die Sendungen kann man sich auf sein iPad auch laden und zu einem späteren Zeitpunkt betrachten. Zum Start bietet der iPlayer rund 1500 Stunden Programm zur Auswahl, jeden Monat sollen weitere 100 Stunden hinzukommen. Im Laufe des Jahres will die BBC ihren iPlayer auch in den USA, Kanada und Australien anbieten. Airplay erwähnt die Anstalt nicht explizit, mit Apple arbeite man aber "am "offline-Feature des iPlayer eng zusammen", erklärt die BBC. Die App beispielsweise den Schlafmodus des iPad ignorieren und über Nacht Sendungen laden, die sich dann zu einem späteren Zeitpunkt ansehen lassen.

Noch kaum Android-Tablets verkauft

Der Tablet-Markt ist weiterhin ein iPad-Markt, trotz beeindruckender Zahlen, die Googles CEO Larry Page auf der letzten Bilanzpressekonferenz nannte. Demnach seien bereits 130 Millionen mobile Geräte mit Android verkauft, die sich mit 220 Millionen iOS-Geräten messen müssen. Der IT-Experte John Gruber hat in seinem Blog Daring Fireball die Google-Zahlen näher analysiert: Nur 0,9 Prozent der von Google aufgeführten Android-Geräte hätten einen Bildschirm von sieben Zoll oder mehr Größe und könnten als Tablets gelten. Insgesamt seien also nur 1,17 Millionen Android-Tablets in der freien Wildbahn unterwegs, im Vergleich zu den 28 Millionen iPads, die Apple bis Ende Juni verkauft hat, also entsetzlich wenig. Android-Tablets sind jedoch erst seit kurzen auf dem Markt, erst mit Android Honeycomb steht auch ein angepasstes Betriebssystem bereit.

Patentexperte rät Mozilla von mobilem OS ab

Experten halten Mozillas Plan des mobilen Betriebssystems B2G (Boot to Gecko) für wenig chancenreich. Der Grund sind die massiven Patentstreitigkeiten um Smartphone- und Tablet-Betriebssysteme, in die Mozilla unweigerlich hineingezogen würde. Die Open-Source-Organisation hatte angekündigt, Teile des Android-Codes als Basis für sein Open-Source-Betriebssystem zu verwenden. Genau um diese Code-Bestandteile würden sich aber die Streitigkeiten drehen, meint der IDC-Analyst Al Hilwa gegenüber unseren Kollegen der Computerworld: "Sich auf Android-Code zu stützen, wäre problematisch, das könnte Mozilla Patentklagen aussetzen." Selbst wenn Mozilla ein Smartphone-OS von Grund auf neu entwickeln würde, könnte dies kaum ohne Kollisionen vonstatten gehen: "Es ist schwer, ein wettbewerbsfähiges Smartphone-Betriebssystem zu programmieren, ohne bestehende Patente zu berühren."

Der Status als Open-Source-Organisation würde Mozilla auch nicht mehr schützen als kommerzielle Unternehmen, meint der Patentexperte Florian Müller (Foss Patents). Der Smartphonemarkt sei so prozesssüchtig, dass er kaum glaube, Mozilla würde ausgespart. Zudem könnten Patentklagen gegen Hardwarehersteller drohen, die das Open-Source-OS auf ihre Geräte installieren - vergleichbar mit den Prozessen zwischen Apple gegen HTC und Samsung: An sich prozessieren Apple gegen Googles Android über Bande.

Eine ganz andere Frage stellt sich jedoch der Analyst Jack Gold: "Ich kann nicht sehen, warum wir in einem Jahr noch ein weiteres mobiles Betriebssystem brauchen." Mozilla käme etwa ein Jahr zu spät und werde Android nicht wesentlich Marktanteile abknüpfen können. "Es hat die gleichen Erfolgsaussichten wie Meego," meint Gold und vergleicht das Mozilla-Projekt mit dem mehr oder minder gescheiterten Betriebssystem, mit dem Nokia für seine Smartphoens und Tablets liebäugelte, bevor sich die Finnen für Windows Phone entschieden. Mozilla wolle lediglich den verlorenen Browserkrieg gegen Google in den OS-Bereich auslagern, unterstellt Gold. Firefox habe im letzten Jahr neun Prozent seines Marktanteils verloren, vorwiegend an Googles Browser Chrome.

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