1462735

Donnerstag, 8. Oktober

08.10.2009 | 00:00 Uhr

Gartner sieht Google Android bis 2012 vor dem iPhone auf Platz zwei +++ Browser-Patente: Eolas verklagt Apple und 18 andere +++ Handelskammer antwortet auf Apples Vorwürfe +++ iTunes-Konkurrent Double Twist jetzt mit Anschluss an Amazon MP3 +++ E-Plus gewinnt gegen Telekom vor dem BGH +++ Nortel will Netzwerkaktivitäten für 521 Millionen Dollar verkaufen +++ Buchbranche sieht Kindle kritisch +++ AAPL weiter über 190 US-Dollar

Morgenmagazin Frühstück
Vergrößern Morgenmagazin Frühstück

Gartner sieht Google Android bis 2012 vor dem iPhone auf Platz zwei

Windows Mobile 6.5? Schwach gestartet, gerade einmal 34 Apps für Windows-Handys stehen im Marketplace bereit. Palm mit WebOS? Nicht einmal marginal, aus der Sicht Apples, allenfalls das Katz-und-Maus-Spiel mit der Anbindung an iTunes schient Cupertino ein wenig lästig. Und Android? Bitte, was?

Das Google-Betriebssystem für Handys nimmt Apple sicher nicht auf die leichte Schulter, das Ausscheiden von Google-CEO Eric Schmidt aus dem Apple-Aufsichtsrat mag ein Indiz dafür gewesen sein. Doch sind bisher die Android-Handys eher spärlich im Markt, auch der Android Marketplace hat noch nicht so recht Fahrt aufgenommen, ein Jahr nach dessen Start. Die Marktforscher von Gartner sehen dennoch in der Android-Plattform enormes Potential, schon im Jahr 2012 werde Android im Handy-Betriebssystem-Markt die Nummer zwei sein, vor Apples iPhone-OS, vor Windows Mobile und natürlich vor WebOS. Lediglich Symbian, mit dem weltweit derzeit die Hälfte aller Handys - vor allem von Nokis - arbeiten, werde noch vor Googles Android stehen. Doch werde Symbian in drei Jahren nur noch auf 39 Prozent Marktanteil kommen, während Android dann 14 Prozent einnehmen werde.

Gartners Analyst Ken Dulaney verriet in einem Interview unseren Kollegen der Computerworld, warum das so kommen werde. Googles Fähigkeiten mit dem Handy-Betriebssystem auf Cloud-Computing zu setzen, werde die Plattform weiter voran bringen. Schon Android 1.5, Cidename Cupcake, sei durchdacht. Googles Marktmacht in Suche und hosted Software für Privatanwender und Unternehmen werde zudem Entwicklern und dem Android Marketplace einen Sprung nach vorne bescheren. Gegenüber Apple sieht Dulaney Google im Vorteil: Die "integrative und offene" Plattform Android werde die auf sich allein gestellte iPhone-Plattform hinter sich lassen. Android vereine das Beste aus beiden Welten: Während Windows Mobile und auch Symbian mehr auf die Fähigkeiten von Handys und die Kommunikation zwischen ihnen setzten, fokussiere Apple sich auf die Vielfalt des Programmangebotes. Android werde beides gleichermaßen leisten können.

Immerhin muss sich Apple nicht allzu sehr beklagen, sollten Dulaneys Prognosen eintreffen. Der Analyst sieht Ende 2012 203 Millionen verkaufte Symbian-Handys (39 Prozent Marktanteil), gefolgt von 76 Millionen Android-Geräten (14,5 Prozent) und immerhin 71,5 Millionen iPhones (13,7 Prozent).

Browser-Patente: Eolas verklagt Apple und 18 andere

Nach einem langjährigen Rechtsstreit mit Microsoft über Patentverletzungen des Internet Explorer, der 2007 in einem Vergleich endete, nimmt sich Eolas nun andere Gegner in der gleichen Sache vor. Am Bezirksgericht in Texas-Ost, das für seine freundliche Rechtsauslegung den Besitzern von Patenten gegenüber gerühmt ist, beklagt Eolas nun, Apple und nicht weniger als 18 weitere Firmen. Der Mac-Hersteller und Adobe, Amazon, Blockbuster, Citigroup, eBay, Frito-Lay, Go Daddy, Google, J.C. Penney, JPMorgan Chase, Office Depot, Perot Systems, Playboy Enterprises, Staples, Sun Microsystems, Texas Instruments, Yahoo und Youtube sollen mit ihren Produkten und Services allsamt gegen das US-Patent 5.838.906 verstoßen haben. Dieses beschreibt allgemein einen Web-Browser, der Plug-ins einsetzt, Microsoft hatte vergeblich im Verlaufe des 1999 angestrengten Patentstreits versucht, das Patent für ungültig zu erklären. Die Chancen stehen daher für Eolas nicht schlecht, sich mit den 19 Beklagten auf einen Vergleich einigen zu können - der Eolas bedeutende finanzielle Entschädigungen bescheren könnte.

Handelskammer antwortet auf Apples Vorwürfe

Das Tischtuch zwischen Apple und der Handelskammer Chamber of Commerce dürfte deren Vorsitzender Thomas J. Donohue mit seiner Antwort auf Apples spektakulären Austritt aus der Organisation anfangs der Woche endgültig zerschnitten haben. Apple hatte sich beklagt, die Chamber of Commerce sei in Sachen Klimaschutz nicht ganz auf der Höhe, indem sie gegen das derzeit den Kongress durchlaufende Gesetz zur Reduzierung von Treibhausgasen opponiere. Donohue wirft nun seinerseits Apple vor, falsche Maßnahmen in Sachen Klimaschutz zu unterstützen, wie das Wall Street Journal berichtet. Donohue schreibt an Apple: "Es ist unglücklich, dass Ihre Firma sich nicht die Zeit nahm, die Position der Kammer in Sachen Klimaschutz und die Chance verpasste, einen dem 21sten jahrhundert gemäßen Ansatz des Klimaschutzes zu verfolgen." Donohue kritisierte das Gesetz zum Klimaschutz als wirtschaftsfeindlich und unwirksam, "Amerikaner werden ihre Jobs verlieren, Treibhausgasemissionen werden sich nach Übersee verlagern und möglichen Nutzen für das Klima konterkarieren."

iTunes-Konkurrent Double Twist jetzt mit Anschluss an Amazon MP3

Die Jukeboxsoftware Double Twist, seit Februar auch in einer Mac-Version vorliegend, hat einen bedeutenden Schritt unternommen, um mit Apples iTunes konkurrieren zu können. Neu ist die Möglichkeit, direkt aus Double Twist heraus im MP3-Store von Amazon Musik zu kaufen. Der Store bietet im Gegensatz zum iTunes Store derzeit nur Musik an, präsentiert sich aber ähnlich aufgeräumt wie Apples Angebot. Double Twist eignet sich zur Verwaltung von Medien auf dem Rechner ebenso wie zur Synchronisation der Medien mit Geräten, die iTuens nicht unterstützt, etwa Blackberrys, Android-Phones oder eine große Anzahl von MP3-Playern oder die Spielekonsole Sony PSP. Die Windows-Version von Double Twist gleicht sich gar mit iPods und iPhones ab, die Mac-Version soll diese Fähigkeiten noch erhalten. Hingegen hat bisher nur die Mac-Version Zugang zu Amazon MP3.

1462735