1463451

Freitag, 10. September

10.09.2010 | 07:50 Uhr

"Keine Furzapps" - Apples neue App-Kriterien +++ Google begrüßt neue App-Store-Regeln +++ Adobe will Flash-Compiler für das iPhone weiterentwickeln +++ Denon will Airplay in bestehende Verstärker integrieren +++ Digitale Vergangenheit im Netz mit Verfallsdatum +++ AAPL bleibt stabil

Morgenmagazin: Morgengrauen
Vergrößern Morgenmagazin: Morgengrauen

"Keine Furzapps" - Apples neue App-Kriterien

Inzwischen sind Details aus den Bewertungskriterien für Apps bekannt geworden. Apple hat diese kürzlich veröffentlicht. Bisher gab es keine öffentlich bekannten Kriterien, warum Apps nicht in den App Store dürfen. Die neuen "Review Guidelines" sagen laut John Gruber unter anderem "Wir brauchen keine weiteren Furzapps." Apple schreibt weiter: "Wenn eine Anwendung nicht nützlich oder in irgendeiner Form unterhaltend ist, dann ist es möglich, dass sie abgelehnt wird."

Apple spricht in der Beschreibung der Kriterien teilweise eine deutliche Sprache, die fast ein wenig arrogant klingt. "Wir werden Apps zurückweisen, wenn Inhalt oder Verhalten unsere Grenze überschreiten. Wo diese Grenze liegt? Wie ein oberster Richter einmal sagte 'Wir erkennen es, wenn wir es sehen.' Wir glauben, dass Sie die Grenze ebenfalls deutlich sehen."

Während Apple beispielsweise bei pornografischen Inhalten klare Definitionen nutzt, gibt es durchaus weiche Kriterien, die nicht immer gut einzuschätzen sind. "Apps, die bereits bestehenden Apps gleichen, können abgewiesen werden." Dies gelte besonders, wenn es bereits viele derartige Apps gebe. Apple gibt noch weitere Details bekannt. So würden teure Apps gründlicher überprüft als günstige. Zudem legt Apple großen Wert darauf, dass Apps Minderheiten, Religionen und andere Gruppen nicht beleidigen oder diskriminieren. Für "professionelle Satiriker" gibt es jedoch Ausnahmen.

Google begrüßt neue App-Store-Regeln

Google hat auf Apples Regeländerung für App-Entwickler reagiert. Der Chef-Produktmanager des Unternehmen, Omar Hamoui, schreibt im Firmenblog: "Das sind gute Nachrichten für die [Entwickler-]Gemeinde. Wir glauben, dass Wettbewerb Innovation und Wachstum im mobilen Werbemarkt am besten fördert." Die neuen Bedingungen würden sicherstellen, dass App-Entwickler die Wahl zwischen verschiedenen mobilen Werbeplattformen hätten.

Apple hatte im April verboten, dass Anbieter Nutzerdaten sammeln, in den neuen Regeln ist es zumindest reinen Werbevermarktern wieder erlaubt, Daten zu erheben. Dies betraf sowohl Google, als auch deren Einkauf Admob.

Adobe will Flash-Compiler für das iPhone weiterentwickeln

Nachdem Apple Cross-Compiler und Laufzeitumgebungen als App-Grundlage wieder erlaubt, wird auch Adobe weiter an seinem Konverter von Flash zu iPhone-Apps arbeiten. Das Modul "Packager for iPhone" kann Flashanwendungen als App exportieren. Nachdem Apple derartige Konverter im App Store im April verboten hatte, stellte Adobe die Weiterentwicklung des Moduls eingestellt.

Jetzt nimmt Adobe die Arbeit daran wieder auf. Laut Adobe lässt Apple jetzt bereits wieder konvertierte Flash-Anwendungen zu. Der Packager for iPhone ist Teil von Flash Professional CS5.

Denon will Airplay in bestehende Verstärker integrieren

Der Hersteller Denon will Apples Streamingtechnik Airplay auch in bereits existierenden Heimkino-Verstärkern integrieren. Ein Firmwareupdate im Herbst soll das teure Modell AVR-4311 um die neue Technik erweitern. Denon zählt zu den Herstellern, die Apple auf der Airplay-Produktseite als Drittanbieter nennt.

Airplay erlaubt es, Musik, Fotos und Videos über das Netzwerk an andere Geräte zu streamen. Dies funktioniert sowohl von iTunes aus, als auch über iOS-Geräte. Auch die Hersteller Marantz, iHome, JBL und B&W haben Airplay-Geräte angekündigt. Geräte mit Airplay-Unterstützung sollen noch vor Weihnachten auf den Markt kommen.

Laut dem Nachrichtensender CNBC hat Apple für Airplay mit der Softwarefirma Bridgeco zusammen gearbeitet. Dazu hatte das Unternehmen Zugang zum iTunes-Code, um die Technik zu integrieren. Auch mit Hifi-Herstellern habe Bridgeco unmittelbar kooperiert, damit die Technik problemlos in Geräte integriert werden kann.

Macwelt Marktplatz

1463451