1452730

Freitag, 18. Februar

18.02.2011 | 00:00 Uhr

Sicherheitsexperte: Acht von zehn Browsern sind offen für Angriffe +++ Apple sucht OLED-Ingenieure +++ MWC: 2011 wird entscheidendes Jahr für Bezahlung per NFC +++ Kleine schwarze Box lädt iOS-Geräte mit AA-Batterien +++ Google startet Bezahlsystem One Pass +++ Updates für Camera RAW und iWeb +++ PC-Spiele-Sucht in Deutschland untersucht +++ App-Test: Crystal War - Menschen gegen Goblins +++ Tipp: Rauschen in Photoshop Elements reduzieren +++ Gerüchte um Jobs setzen Apple-Aktie unter Druck

Morgenmagazin: Parkstadt Schwabing
Vergrößern Morgenmagazin: Parkstadt Schwabing

Sicherheitsexperte: Acht von zehn Browsern sind offen für Angriffe

Der Sicherheitsexperte Wolfgang Kandek, CTO von Qualys, hat auf der RSA-Konferenz in San Francisco die alarmierenden Ergebnisse des kostenlosen Browser-Checks seiner Firma vorgestellt. Demnach wären im Januar 80 Prozent der geprüften Browser-Installationenunter Windows, Mac-OS X und Linux aufgrund veralteter Komponenten offen für Angriffe über dokumentierte Sicherheitslücken gewesen. Insbesondere Plug-ins wie Flash, Adobe Reader, Java oder Silverlight würden Anwender sehr unregelmäßig aktualisieren und daher Dritten die Türen offen halten. 30 Prozent aller Plug-ins würde gar niemals von den Anwendern aktualisiert, während beispielsweise nur jeder zehnte PC-Nutzer Sicherheitsupdates für Windows ignoriert. Qualys Browser-Check misst seit vergangenen Juni den Anteil gepatchter Browser und von 18 Plug-ins, zusammengenommen waren in der Zeit zwischen 65 und 90 Prozent der System offen gewesen, erklärte Kandek. Browser, die keinerlei Plug-ins installiert hatte, wären nur zu 25 Prozent ungepacht geblieben, hat die Studie dargelegt. Der Update-Mechanismus für Browser funktioniere also und werde angenommen, schließt Kandek aus den Zahlen.

Am häufigsten ließen Anwender ihr Java-Plug-in veralten, auf 40 Prozent der untersuchten Installationen lief eine veraltete Version. Es folgt Adobes Reader mit 32 Prozent, auf dem dritten Platz rangierte Quicktime mit 25 Prozent. "Ich vermute einmal, dass die meisten Leute nicht einmal wissen, dass sie Java haben und wie es sich installiert," erklärt Kandek die Fahrlässigkeit. Zwei Lösungen sieht der Sicherheitsexperte: Ein einzelner Installer solle nicht nur den Browser auf den aktuellen Stand bringen sondern auch die Plug-ins. Womöglich aber werde das Problem mit der wachsenden Bedeutung von HTML 5 obsolet: Browser, die den Standard unterstützen, benötigen für HTML-5-Seiten kein Plug-in, um Multimediainhalte anzuzeigen.

Apple sucht OLED-Ingenieure

Apple will Spezialisten für OLED-Technologie anheuern. Laut der Gerüchtesite 9to5Mac suche der Mac-Hersteller gezielt bei Firmen, die sich auf die Herstellung von Displays aus organischen Licht emittierenden Dioden (OLED) verstehen, nach neuen Personal für die Entwicklung bei Apple. Die Bewerber sollten Kenntnisse von Techniken der Herstellung von OLED-Panels haben und Erfahrung aus der Industrie mit einbringen. Apple befasse sich demnach mit der Entwicklung von OLED-Displays für seine Geräte. Anders als herkömmliche Flachbildschirme benötigen OLED-Displays keine Hintergrundbeleuchtung und kommen daher mit weniger Ernergie aus. Gerade portable Geräte könnten mit längeren Akku-Laufzeiten davon profitieren. Gerüchte über OLED-Displays für Apple-Produkte machen jedoch schon länger die Runde, angeblich sollte das iPhone 4 schon eines bekommen, nun ist das iPad 2 für die Technik auserkoren.

MWC: 2011 wird entscheidendes Jahr für Bezahlung per NFC

Das Handy soll zur Geldbörse werden: Auf einer Diskussion auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona waren sich Vertreter von Herstellern einig, 2011 der Near Field Communication (NFC) den Durchbruch bringen werde. Entsprechende Chips in Handys könnten an passenden Gegenstücken zur Zahlung eingesetzt werden.

Der Blackberry-Hersteller RIM hat etwa angekündigt, Handys mit NFC-Technologie im Laufe des Jahres 2011 anzubieten. Auch Samsung werde die Technik in seine Smartphones Galaxy S II S einbauen, der chinesische Hersteller ZTE nennt konkret den Zulieferer NXP Semiconductors, bei dem man einkaufen werde. Die NFC-Chips sollen dabei auf den SIM-Karten aufgebracht sein und sich so an unterschiedlichen Geräten verwenden lassen. Alternativ würden NFC-Chips auf Stickern angeboten, die jedoch nur einen Lesemodus bieten würden und sich nur an einem bestimmten Terminal verwenden lassen.

Der französische Carrier Orange will in Nizza in einem Pilotprojekt eine NFC-Infrastruktur aufbauen, Mobilfunkkunden könnten mit ihren Handys etwa Tickets für den öffentlichen Nahverkehr lösen, Fahrräder mieten oder ihr Essen bezahlen. Wie ein NFC-System funktioniert, zeigte der koreanische Provider KT in einem Video über seine Infrastruktur in Korea.

Kleine schwarze Box lädt iOS-Geräte mit AA-Batterien

iPhone und iPad haben trotz zufrieden stellender bis sehr guter Akku-Leistung ein prnzipielles Problem: Immer, wenn man das iOS-Gerät dringend unterwegs benötigt, ist die Batterie leer und keine Steckdose in der Nähe. QuickerTek will das Problem mit der Little Black Box angehen, die Energie aus handelsüblichen AA-Batterien an iPad und iPhone überträgt. Das ungewöhnliche Ladegerät nimmt vier AA-Batterien der Typen Alkaline, Nickel-Zink, Carbon oder NI Metall-Hybridauf und lässt sich per USB-Kabel an den Dock-Connector anschließen. Die Little Black Box, die sich laut Hersteller am effektivsten mit wiederaufladbaren Nickel-Zink-Akkus mit hoher Kapazität betrieben lässt, kostet 30 US-Dollar.

Google startet Bezahlsystem One Pass

Google nutzt den Rückenwind des Ärgers von Verlegern über Apples App-Abo-Angebot, um ein alternatives Bezahlsystem vorzustellen. Die Bezahllösung für Medieninhalte aller Art, die Google "One Pass" nennt, versetze " Medienunternehmen in die Lage, Abonnements, einzelne Artikel und andere Inhalte einfach und nutzerfreundlich online zum Kauf anbieten zu können", wie Google in seiner Presseerklärung schreibt. Wer bei One Pass angemeldet ist, könne auf sämtlichen Internetseiten, die die Technik benutzen, Inhalte gegen Bezahlung herunterladen. Anwender können für einzelne Artikel bezahlen oder Abos lösen, auch die Übernahme bestehnder Abonnten in das One-Pass-System ist laut Google möglich. Die Artikel lassen sich laut Google auf einer "Vielzahl von Endgeräten wie Laptops, Smartphones oder Tablet-Rechnern" nutzen. Als einer der ersten Partner hat Google etwa die Axel Springer AG gewonnen, deren Portal Bild.de ab Samstag Fußballspiele der türkischen Süperlig übertragen und sich via One Pass bezahlen lassen will. Auch Focus Online und Stern.de wollen Googles Angebot einsetzen. Google übernehme Authentifizierung, Abo-Verwaltung und Zahlungsabwicklung, die Kundendaten verbleiben aber bei den Anbietern, versprach Google-CEO Eric Schmidt auf einer Pressekonferenz in Berlin. Dafür wolle Google lediglich zehn Prozent Verwaltungsgebühren berechnen, Apple will bekanntermaßen mit 30 Prozent am Umsatz im App Store beteiligt sein.

One Pass soll laut Sueddeutsche.de jedoch nur ein Baustein in Googles Strategie gegen Apples sein. Als nächstes werde Google den Musikdienst Google Music anbieten und die Bezahlungen dafür über One Pass abwickeln. Einen deutlichen Hinweis darauf habe der Motorola-Mobilchef Sanjay Jha auf dem MWC in Barcelona gegeben. Android-Geräte wolle Motorola angeblich mit einem integrierten Musikdienst ausstatten, das kommende Android-OS Honeycomb sei dafür gerüstet. Motorola erstes Honeycomb-Tablet soll Xoom heißen, der Erscheinungstermin steht noch nicht fest.

1452730