1462697

Freitag, 18. September

18.09.2009 | 06:00 Uhr

Snow Leopard verkauft sich weit besser als seine Vorgänger +++ Musikindustrie erwartet Wende im Jahr 2013 +++ Experte: Deutschland ist Versuchsfeld für Spammer +++ Twitter ist eine Miliarde wert - sagt Twitter +++ Neue Masche bei vermeintlichem Schutz vor Werbeanrufen +++ Ex-Siemensmanager bleibt vorerst in deutscher Haft +++ AAPL nimmt Kurs auf 200 Dollar

Morgenmagazin: Segelboote
Vergrößern Morgenmagazin: Segelboote

Snow Leopard verkauft sich weit besser als seine Vorgänger

Laut Analysen der NPD Group verkauft sich Snow Leopard weit besser als die vorherigen Versionen von Mac-OS X. In den ersten beiden Wochen nach dem Verkaufsstart am 28. August lagen die Verkäufe weit über denen der beiden früheren Versionen Tiger und Leopard. 10.6 Snow Leopard habe sich laut der Analysten mehr als doppelt so gut verkauft wie der Vorgänger Leopard und beinahe vier Mal so gut wie 10.4 Tiger.

"Obwohl Snow Leopard weniger als Feature-lastiges Update wahrgenommen wird als Tiger oder Leopard, hat das einfache Upgrade und der günstige Preis es zu einem Gewinn für Mac-Nutzer gemacht, was die Verkaufszahlen auf Rekordniveau gehoben hat." sagt NPD-Analyst Stephen Baker. Laut den Analysten hat 10.6 nicht nur zum Start, sondern auch in der zweiten Verkaufswoche weit höhere Absatzzahlen gehabt als Leopard. In der zweiten Woche sank der Absatz nur um ein Viertel, bei Leopard waren es 60 Prozent weniger.

"Apple hat gezeigt, dass eine aggressive Preispolitik in diesem Marktsegment außergewöhnliche Konsumentenreaktionen hervorrufen kann", so Baker weiter.

Musikindustrie erwartet Wende im Jahr 2013

Die schwächelnde Musikindustrie in Deutschland rechnet für das Jahr 2013 mit einer Wende zum Wachstum. Dann sollen die Umsätze aus der Digitalwirtschaft - wie Musikdownloads aus dem Internet - den rückläufigen Absatz von CDs und DVDs ausgleichen. Das geht aus einer Studie des Marktforschungsunternehmens GfK hervor, die der Bundesverband Musikindustrie am Donnerstag in Berlin vorstellte. Laut Vorhersage soll in den kommenden vier Jahren das Geschäft mit Tonträgern jährlich um rund fünf Prozent sinken; der digitale Bereich soll dagegen um jeweils 17 Prozent zulegen.

Verbandsgeschäftsführer Stefan Michalk sagte, in diesem Jahr werde das digitale Geschäft in Deutschland voraussichtlich sogar um 25 bis 30 Prozent steigen. Voraussetzung für ein Wachstum in den kommenden Jahren sei aber, dass die illegale Nutzung eingedämmt werde. Nur einer von acht Musikdownloads sei legal. Der Präsident des Digitalgeschäfts von Sony Music Entertainment in New York, Thomas Hesse, kritisierte: "Wenn Autos in dem Maße gestohlen würden, würde man ganz anders damit umgehen."

Nach Angaben Hesses erzielt das Unternehmen in den USA bereits mehr als 40 Prozent des Umsatzes im digitalen Bereich. Der Musikmanager sieht große Wachstumschancen bei der Verknüpfung von Musik mit Mobiltelefonen. "Wenn es gelingt, auch nur einen geringen Prozentsatz der Handys musiktauglich zu machen, dann könnte man den Digitalumsatz verdoppeln." Ein weiteres Wachstumsfeld sind nach Einschätzung Hesses Musikvideos im Internet, die mit Werbung kombiniert werden. Sony und Universal verzeichneten mehr als 800 Millionen Videoabrufe im Internet bei YouTube pro Monat. Da gebe es großes Potenzial, um Werbekunden zu gewinnen. "Die Musikindustrie ist massiv dabei, diese neuen Geschäftsmodelle zu entwickeln." (dpa)

Experte: Deutschland ist Versuchsfeld für Spammer

Kriminelle dringen laut Experten mit Computerviren immer öfter in fremde Rechner ein und nutzten sie heimlich für ihre Machenschaften. «Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit bis zu einem Viertel der Rechner infiziert ist», sagte Sven Karge vom Verband der Deutschen Internetwirtschaft eco der Deutschen Presse-Agentur dpa. Karge organisierte den 7. Deutschen Anti-Spam-Gipfel, der am Mittwoch in Wiesbaden zu Ende ging. Die verseuchten Rechner werden laut Karge zunehmend über das Internet zu illegalen Großnetzen verbunden und für kriminelle Zwecke missbraucht - darunter vor allem das Versenden unerwünschter Werbung durch Spam-E-Mails.

Ohne das Wissen der Computerbesitzer rauben die über Viren eingeschmuggelten Programme Rechnerkapazitäten. Diese Fernsteuerung funktioniert immer, wenn der Nutzer im Internet ist. "Dann nimmt das Programm Kontakt auf zu seinem Herrn und Meister", berichtete Karge. So können befallene Computer massenhaft zusammengeschlossen werden und es entstehen sogenannte Botnetze. Über sie senden Kriminelle neue Spam-Mails, ohne dass das zurückzuverfolgen ist. Es lassen sich auch gezielt die Internetschaltstellen ganzer Länder angreifen, damit sie zusammenbrechen. Erst im Juli waren die USA Ziel eines Angriffs. 2007 traf eine Attacke Estland. Die Internetauftritte von Regierungen waren tagelang lahmgelegt, aber auch Unternehmen waren betroffen.

"Es gibt eine Botnetz-Mafia, die locker die Hälfte der weltweiten Spam-Mails verschickt", sagte Karge. Sie arbeite als technischer Dienstleister für Kriminelle, die etwa gefälschte Viagra-Pillen über Spam-Werbung anpreisen wollen. "Man kann sagen, dass Deutschland ein Testfeld für Spammer ist, weil hier die Sicherheitsanforderungen hoch sind. Nach dem Motto: Hat man hier Erfolg, klappt es auch anderswo."

Helfen gegen den Teufelskreis aus Botnetzen, in den immer neue Rechner hineingezogen werden, könne jeder Computerbesitzer. "Man darf nicht ohne ein Anti-Viren-Programm ins Internet gehen - die gibt es ja schon kostenlos. Und man sollte außerdem Windows so eingestellt haben, dass täglich automatisiert nach Updates gefragt wird." Diese zwei Grundregeln würden helfen, Sicherheitslücken zu schließen und Viren fernzuhalten. Bereits infizierte Rechner blieben aber ein Problem, räumte Karge ein. "Ich würde mir ein Projekt wünschen, in dem Anlaufstellen Computerbesitzern Hilfe anbieten, um die Rechner zu säubern." Das sei oft schon über telefonische Anleitung möglich. (dpa)

1462697