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Freitag, 2. Juli

02.07.2010 | 00:00 Uhr

Apple liefert Fix für Exchange-Probleme von iOS4 +++ Disney Interacive übernimmt Tapulous +++ Amazon verbessert Kindle DX und senkt den Preis +++ HP schließt Übernahme von Palm ab +++ Deutsche Wirtschaft kommt mit Riesenschritten aus dem Tief +++ Datenschutz: Alternativen zu Facebook und Co. +++ Google setzt auf Flugtickets +++ AAPL verliert weiter

Morgenmagazin: Bootshäuser
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Apple liefert Fix für Exchange-Probleme von iOS4

Anwender des iPhone 4 beschweren sich über Verbindungsprobleme, andere klagen über nicht funktionierende Annäherungssensoren. Ob und wie Apple diese Probleme behebt, bleibt weiterhin Spekulation, für ein anderen konkretes Problem bietet Apple jedoch eine Lösung an. Einige Business-User hatten sich nach dem Update auf iOS 4 über Schwierigkeiten bei der Verbindung mit Exchange-Servern beklagt, wie Apple in einem Support-Dokument darlegt. Kontakte, Mails und Termine würden sich nur langsam oder gar nicht synchronisieren, heißt es. Apple veröffentlicht zur Behebung der Probleme eine neue Konfigurationsdatei, die den Zeitrahmen ausdehnt, in dem iOS 4 auf eine Antwort des Exchange-Servers wartet. Apple bezeichnet diese Lösung selbst als "Workaround", was auf ein Update des iPhone-Betriebssystems hindeutet, das dieses Problem - und womöglich andere Probleme - dauerhaft löst.

Disney Interacive übernimmt Tapulous

Disney Interactive hat den App-Entwickler Tapulous übernommen, der die Spiele der Tap-Tap-Reihe herstellt. Mit Tat Tap Revolution hatte die Firma eines der ersten Spiele für Jailbreak-iPhones hergestellt, bereits im Jahre 2007, als Apple das iPhone noch gar nicht für Dritthersteller geöffnet hatte. Der Nachfolger Tap Tap Revenge ist eines der populärsten Spiele für das iPhone, eine Zeit lang galt das Musikspiel gar als die populärste App überhaupt. Tapulous hat in der Folge rund 20 Titel für das iPhone veröffentlicht, darunter Tap-Tap-Folgen mit Musik etwa von Coldplay oder Nine Inch Nails.

Tapulous wird ein Tochterunternehmen von Disney, erklärte der Konzern unseren Kollegen von Macworld. Die Gründer Bart Decrem und Andrew Lacy werden zusammen mit ihrer Mannschaft Teil der Sparte Mobile Games der Disney Interactive Group. Decrem freut sich pathetisch über den neuen Eigner seiner Firma: "Indem wir Disney beitreten, sind wir in der Lage weiterhin, aus einer sich entwickelnden Industrie heraus zu stechen und können unsere Vision, die mobile und soziale Entertainment-Revolution anzuführen, schneller umsetzen."

Amazon verbessert Kindle DX und senkt den Preis

Amazon will am 7. Juli eine neue Version seines E-Book-Readers Kindle DX herausbringen. Von der Tablet-Konkurrenz unter Druck gesetzt, verbessert Amazon nicht nur die Features des Gerätes, sondern senkt auch den Preis um erheblich 110 US-Dollar. Der neue Kindle DX kommt mit einem 9,7-Zoll-Bildschirm, der einen um 50 Prozent besseren Kontrast bieten soll als der des aktuellen Modells. Die in schwarz-weiß dargestellten E-Books, Magazine und elektronischen Zeitungen sollen sich derart besser lesen lassen, auf ein Farbdisplay verzichtet das Kindle weiterhin. Das neue Kindle kostet 380 US-Dollar, die 3G-Funkverbindung kostet nichts extra. Zum Vergleich: Apples günstigstes iPad kostet 500 US-Dollar, Sonys Reader Daily Edition ist zwar für 349 US-Dollar zu haben, bietet aber nur einen 7,1-Zoll-Bildschirm.

HP schließt Übernahme von Palm ab

Hewlett-Packard (HP) hat die Übernahme des PDA- und Smartphone-Herstellers Palm abgeschlossen, die das Unternehmen am 28. April verkündet hatte. Der Kaufpreis für den angeschlagenen Konzern beträgt 1,2 Milliarden US-Dollar. Mit der Übernahme bestätigt HP auch Pläne für Tablet-Computer, die auf Palms Betriebssystem WebOS laufen sollen: "Palm wird für die Entwicklung von Web-OS und Web-OS-Hardware verantwortlich zeichnen, von einer robusten Roadmap für Smartphones bis hin zu zukünftigen Slate-PCs und Netbooks." HP hatte zusammen mit Microsoft einen Slate-Prototypen auf Basis von Windows 7 vorgestellt und wiederholt seine Pläne dafür bestätigt, nun scheinen diese jedoch ad acta glegt.

Der Palm Business Unit bei HP steht Todd Bradley vor, bei HP Vizepräsident der Personal Systems Group.

Deutsche Wirtschaft kommt mit Riesenschritten aus dem Tief

Die deutsche Wirtschaft kommt mit unerwartet großen Schritten aus dem tiefsten Konjunkturtal der Nachkriegsgeschichte. Der Bund will deswegen die staatlichen Hilfen für Unternehmen voraussichtlich zum Jahresende auslaufen lassen. Wegen der Krise angeschlagene Firmen könnten nur noch bis zum 31. Dezember Anträge auf Kredite und Bürgschaften aus dem Deutschlandfonds stellen, kündigte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Donnerstag im Bundestag an. «Derzeit sehe ich keinen Grund, den Fonds darüber hinaus weiterlaufen zu lassen.»

Wichtige Wirtschaftszweige stützen den Optimismus: Die Technologiebranche sieht sich sogar bereits auf dem Niveau vor der Krise, wie der Verband Bitkom berichtete. Dem Arbeitsmarkt kommt das zugute: Jedes zweite Unternehmen wolle in diesem Jahr zusätzliche Arbeitskräfte einstellen. Die Informations- und Telekommunikations- Industrie sieht sich mittlerweile als einer der wichtigsten Industriezweige - bei der Bruttowertschöpfung noch vor der Automobil-, Elektro- und chemischen Industrie.

Auch die Schlüsselbranche Maschinenbau holt kräftig auf: Der Verband VDMA sieht einen stabilen und vor wenigen Monaten noch nicht erwarteten Aufwärtstrend für die in weiten Teilen exportorientierte Branche. «Die Order-Kurve des deutschen Maschinen-und Anlagenbaus zeigt weiter stetig bergauf. Die Wachstumsdynamik ist nach wie vor ungebrochen», erklärte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Im Mai verzeichneten die Unternehmen der Branche einen um 61 Prozent gewachsenen Auftragseingang. Das Rekordplus ist zum Teil auf einen Basiseffekt zurückzuführen, da im Mai 2009 laut VDMA «der absolute Tiefpunkt» bei den Auftragseingängen in Folge der nun überwundenen Wirtschaftskrise zu verzeichnen war.

Das Vorkrisenniveau sei mit dem neuerlichen Anstieg der Bestellungen aber noch nicht erreicht, sagte der VDMA- Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Man habe fast das Niveau der Aufschwungjahre 2005/06 erreicht, verfüge aber inzwischen über erweiterte Kapazitäten. Die Produktion ist nach seiner Einschätzung derzeit zu etwas mehr als 80 Prozent ausgelastet, anzustreben seien 84 bis 86 Prozent.

Nach Einschätzung Brüderles steht Deutschland vor einem stabilen Aufschwung: «2011 wird sich die Erholung allen Prognosen zufolge fortsetzen.» Die Perspektiven für die Weltwirtschaft hätten sich aufgehellt. Von der starken Nachfrage vor allem in Asien profitiere die Exportindustrie. «Nicht nur bei Daimler, Audi und BMW gibt es Sonderschichten. Auch viele Mittelständler fahren die Kapazitäten hoch.» Angefeuert wird die deutsche Konjunktur auch von der Abwertung des Euro.

Die Arbeitslosigkeit könne im laufenden Jahr unter die Drei- Millionen-Marke fallen. «Wir erleben in Deutschland ein gar nicht so kleines Jobwunder», sagte Brüderle. Mit einer Arbeitslosenquote von 7,1 Prozent stehe man deutlich besser da als die USA (9,9 Prozent) und die Euro-Länder (10,1 Prozent). Forderungen der USA und von EU-Partnern, Europas größte Volkswirtschaft solle mit höheren Schulden neue Konjunkturprogramme finanzieren und die Löhne zur Stärkung des Konsums drastisch anheben, wies er zurück. «Das wäre eine Art schleichende Griechenlandisierung der deutschen Wirtschaftspolitik.» (dpa)

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