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Freitag, 21. Mai

21.05.2010 | 00:00 Uhr

IDC: 46 Millionen Tablet-Verkäufe in 2014 +++ Mobile Me mit Verbesserungen bei Synchronisation und Sicherheit +++ Google zeigt Android 2.2 mit Flash Player 10.1 +++ Booq-Tasche für iPad und Macbook +++ Google will Internet und Fernsehen verschmelzen +++ Infineon legt Patentstreit bei +++ Dell überrascht mit starken Zahlen +++ AAPL deutlich im Minus

Morgenmagazin: Blumenpracht
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IDC: 46 Millionen Tablet-Verkäufe in 2014

Die Marktforscher von IDC sehen den unter anderem von Apple mit dem iPad definierten Tablet-Markt vor einem gewaltigen Boom. In diesem Jahr würde der Markt noch sieben Millionen Verkäufe zählen, doch schon 20104 würden 46 Millionen Tablets über die Ladentische gehen. Je mehr sich das Tablet vom PC und von Smartphone unterscheide, desto stärker falle das Wachstum aus, glaubt die IDC-Analystin Susan Kevorkian. Ebenso sollten speziell für Tablets zugeschnittene Software und Services den Boom befeuern. IDC definiert Tablets als Computer mit Bildschirmdiagonalen zwischen 7 und 12 Zoll und ohne physische Tastatur. Neben Apple haben eine ganze Reihe von Computerherstellern den Einstieg in den Tablet-Markt angekündigt. HP wird sich nach der Übernahme von Palm auf das Betriebssystem WebOS konzentrieren, Asus und Lenovo haben Tablets auf Windows-Basis in Planung.

Mobile Me mit Verbesserungen bei Synchronisation und Sicherheit

Apple hat seinen Webservice Mobile Me in dieser Woche mit einigen Verbesserungen versehen. Neben dem Beta-Test des Webmailers kommen anderen Änderungen allen Nutzern von Mobile Me zu Gute, wie Apple in einem Support-Dokument ausführt. Die Galerie von Mobile Me nimmt nun auch Videos aus Aperture 3 entgegen, die Funktion "Find my iPhone" ist nun auch mit dem Browser Mobile Safari nutzbar. Alle Mobile-Me-Apps nutzen nun das sichere Protokoll SSL, ein Tool zeigt die Stärke des Passwortes beim Ändern desselben an und warnt somit vor unsicheren Passwörtern wie "123". Laut Apple arbeitet die Synchronisation von Kontakten und der iDisk nun zuverlässiger, MobileMe-Aliase lassen sich nun in Accounts des Familiy Packs wandeln.

Google zeigt Android 2.2 mit Flash Player 10.1

Google hat auf seiner Entwicklerkonferenz Google I/O das neueste Smartphone-Betriebssystem Android 2.2 vorgestellt. Das Betriebssystem soll für Handys wie das Motorola Milestone und das Nexus One im Juni verfügbar sein. Android 2.2 verspricht eine bessere Performance, Tethering und vor allen Dingen die Unterstützung von Flash. Flash, das Apple aus angeblich technischen Gründen nicht auf dem iPhone und iPad laufen lassen will, schlägt sich mit Flash Player nach einem ersten Kurztest unserer Kollegen von PC World sehr gut auf Android-Handys. Die Wiedergabe von Filmen sei einwandfrei, Flash-Spiele im Internet ließen sich meist ohne Probleme spielen. Jedoch erwiesen sich einige Flash-Websites als quälend langsam.

Zu den Neuerungen von Android 2.2 gehört auch, Downlads auf die Micro-SD-Karte laden zu können und nicht in den internen Speicher des Handys, ebenso ließen sich Wi-Fi-HotSpots des Providers leichter nutzen und das Android-Handy per Tethering als Funkmodem verwenden.

Booq-Tasche für iPad und Macbook

Booq hat eine Notebook-Tasche speziell für Apple-Kunden herausgebracht. Die Mamba Shift M bietet nicht nur ein Fach für Macbooks mit 13 bis 15 Zoll Bildschirmdiagonale, in das theoretisch auch Notebooks anderer Hersteller passen würden, sondern auch spezielle Fächer für die drahtlose Apple-Tastatur und das iPad. Weitere Taschen für Zeitungen und Schlüssel oder andere Kleinteile komplettieren die Tasche. Die Apple-Exklusivität geht im Vertrieb weiter, die Booq Mamba Shift M ist nur in Apple Stores und dem Apple Online Store erhältlich und nicht einmal in Booqs eigenem Online-Store. Die Mamba Shift M kostet 150 US-Dollar.

Google will Internet und Fernsehen verschmelzen

Google geht ins Fernsehen. Mit der Plattform Google TV will der Internet-Riese TV und Web miteinander verschmelzen. Bei der ambitionierten Vorhaben hat Google - der unangefochtene Marktführer bei Online-Werbung - auch den immer noch gewaltigen Fernsehwerbemarkt im Visier.

Die Grundidee von Google TV ist, dass TV-Programme und Web-Dienste nahtlos zusammen genutzt werden können, wie der Internet-Konzern am Donnerstag auf einer Entwicklerkonferenz «Google I/O» in San Francisco erläuterte. So kann man sich zum Beispiel eine Fernsehsendung ansehen und gleich danach Videos von Googles Online- Dienst YouTube oder einer anderen Internet-Plattform aufrufen.

Mehr noch, der Nutzer kann sich auch - wie auf einem Computer - die Fernsehübertragung in einem kleineren Fenster anzeigen lassen und gleichzeitig im Internet unterwegs sein. So könnte er sich etwa mit seinen Freunden über den Kurznachrichtendienst Twitter austauschen, während das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft läuft. Ein Sahnehäubchen sollen automatische Untertitel in beliebiger Sprache sein.

Google TV soll in Fernseher, Blu-ray-Player und Settop-Boxen integriert werden. Sie können dann auch über Telefone mit Googles Betriebssystem Android gesteuert werden, und auf den Handys abgespielte Videos landen direkt auf den großen Fernsehbildschirmen.

Technisch baut Google TV auf dem Android-Betriebssystem auf. Webvideo läuft in Googles Browser Chrome, auch das Format Flash, gegen das der Wettbewerber Apple ins Feld zieht, wird unterstützt.

Kann der Internet-Konzern seine Vision durchsetzen, wäre eine neue Art des Fernsehens, das mit interaktiven Web-Angeboten gepaart ist, in Aussicht. So demonstrierte die Basketball-Liga NBA bei der Google- Konferenz eine angepasste Version ihrer Website, auf der Aufzeichnungen aktueller Spiele oder Statistik-Ergebnisse auf den Fernseher kommen. Google-Manager kündigten an, dass an neuen Fernbedienungen gearbeitet werde, die traditionelle TV-Steuerung mit einer Computer-Tastatur verbinden. Google betritt mit dem Fernseh-Projekt allerdings auch ein Terrain, auf dem schon einige gescheitert sind: Diverse große und kleine Unternehmen aus Computer- und Elektronik-Branche haben es bisher nicht geschafft, das Internet auf den Wohnzimmer-Fernsehern zu etablieren.

In Anbetracht der Herausforderung versucht Google es nicht allein: Mit dem Chip-Giganten Intel und dem Elektronik-Schwergewicht Sony holte sich Google zwei gebrannte Kinder ins Boot. Sony wird Google TV ein seine Bravia-Fernseher integrieren, Intel liefert Atom- Prozessoren.

Mit Spannung darf man nun auf eine Antwort des Konkurrenten Apple warten, der bereits seit mehreren Jahren die Box Apple TV anbietet. Über sie kann man Filme und Videos aus Apples iTunes-Store oder von YouTube auf den Fernseher holen - hat aber keinen vollen Zugriff auf das Internet. Bisher bezeichnete Apple das im Vergleich etwa zum iPhone-Handy nur mäßig erfolgreiche Gerät stets nur als «ein Hobby» und hielt sich bei seiner Weiterentwicklung zurück. (dpa)

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