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Freitag, 22. Januar

22.01.2010 | 00:00 Uhr

iPad, iSlate oder iTablet: Die Wetten laufen +++ Change Wave: Starkes Interesse an Apple Tablet +++ Mozilla bringt Firefox 3.6 +++ 27-Zoll-iMac erleidet weiter Verspätungen +++ Intel verhilft AMD zu Milliardengewinn +++ Wachstum bei Online-Musik langsamer +++ Grünes Licht für Fusion von Oracle und Sun +++ AAPL verliert deutlich

Morgenmagazin: Kaminfeuer
Vergrößern Morgenmagazin: Kaminfeuer

iPad, iSlate oder iTablet: Die Wetten laufen

Eigentlich muss Apple nächsten Mittwoch gar keine Veranstaltung mehr abhalten, denn es ist ja schon alles klar. Das Apple Tablet wird mit einem multitaskingfähigen iPhone-OS 4.0 und mobilen Internetzugang das ideale Gerät, um unterwegs Medien zu nutzen. Musik, Filme, Internet wie vom iPhone bekannt, dazu kommt noch dessen überragende Fähigkeit als Ebookreader.

Eigentlich bleiben bis kommenden Mittwoch nur noch zwei Fragen offen: Was kostet der Spaß und wie soll das Kind heißen? Im wettverrückten Großbritannien hat nun der Online-Buchmacher Paddy Power die Wette nach dem Namen des Apple Tablet eröffnet. iSlate, iPad und iTablet bringen dabei die geringsten Quoten, 500 Pfund für ein Pfund Einsatz würde das Unternehmen für "EtchaSketch" zahlen. Immerhin gäbe es nur 100 Pfund für den hübschen wie sperrigen Namen " iCan't believe it's not a newspaper" - das dürfte aber dem speziellen britischen Humor geschuldet sein.

"iGentlich alles klar" steht nicht auf der Liste. Die kompletten Wettquoten sind bei unseren Kollegen von Macworld UK zu finden. Wetten, dass...?

Change Wave: Starkes Interesse an Apple Tablet

Die Marktforscher von Change Wave haben in ihrer Umfrage zu den Kaufabsichten von IT-Interessierten diesmal auch ein noch nicht angekündigtes Produkt aufgenommen: Das Apple Tablet oder iPad. Von den 3314 Befragten hatten vier Prozent angegeben, sie würden 2Höchst wahrscheinlich" ein solches Gerät kaufen, 14 Prozent sahen die Anschaffung immer noch als "wahrscheinlich" an. Für ein Produkt, von dem man bisher nur weiß, dass es wahrscheinlich kommt, aber von dem keine weiteren Details bekannt sind, sind das erstaunliche Zahlen. Einzig beim Preis könnte es für die Interessenten noch böse Überraschungen geben. 75 Prozent davon würden 500 US-Dollar oder mehr bezahlen, nur noch 37 Prozent wären aber auch mit einem Preis jenseits von 750 US-Dollar einverstanden.

Change Wave hat zum Vergleich auch eine Umfrage von 2005 aus dem Archiv geholt. Damals fragten die Marktforscher, ob Apples Wechsel zu Intel-Prozessoren Kaufgelüste auslösen würde, die Ergebnisse seien damals ähnlich ausgefallen. Beim Apple Tablet oder iPad handelt es sich jedoch nicht um die Weiterentwicklung eines eingeführten Computers mit neuen Produktnamen, sondern um ein gänzlich neues Konzept, weswegen der Vergleich schwierig ist.

Mozilla bringt Firefox 3.6

Die Open-Source-Organisation Mozilla hat gestern den Browser Firefox 3.6 veröffentlicht. Ursprünglich als kleineres Wartungsupdate für November 2009 geplant, hat Firefox 3.6 nun doch mehr Neuerungen bekommen - Firefox 3.7 hat Mozilla dagegen aus seinem Update-Schema gestrichen. Das nächste größere Udpate soll Ende 2010 oder Anfang 2011 erfolgen, vermutlich wird es dann die Versionsnummer 4.0 tragen.

Firefox 3.6 führt Themen unter dem Namen "Personal" ein: Anwender können damit das Aussehen ihres Browsers verändern. Ein neue Plug-in-Updater erkennt, ob Browsererweiterungen nicht mehr aktuell sind, das automatische Ausfüllen von Formularen erstreckt sich nun auch auf oft genutzte Fragefelder. Die Entwickler wollen zudem Stabilität und Geschwindigkeit des Browsers verbessert haben, bis zu 20 Prozent schneller als Firfox 3.5 soll die neue Version nun sein. Firefox 3.6 steht kostenlos für Mac-OS X, Linux und Windows bereit.

27-Zoll-iMac erleidet weiter Verspätungen

Apple hat anscheinend Schwierigkeiten bei der Auslieferung des 27-Zoll-iMacs. Apples Online-Store weist für das Gerät eine Lieferzeit von drei Wochen aus, der 21-Zöller hingegen sei innerhalb von 24 Stunden lieferbar. Interessanter Weise behaupten das Amazon.com und andere Retailer auch vom 27-Zoll-Modell. Schon im Dezember vertröstete Apple seine Kunden mit potentiell langen Wartezeiten, zwei Wochen waren es diesmal. Spekulationen, Apple habe mit dem Monitor des Modells Qualitätsprobleme, machten seinerzeit die Runde. Apple gab unseren Kollegen auf deren Nachfrage keinerlei Auskunft. So stehen zwei Möglichkeiten im Raum: Entweder verkauft sich der 27-Zoll-iMac wie geschnitten Brot und Lieferschwierigkeiten bei anderen Retailer sind nur eine Frage der Zeit oder Apple hat noch damit zu tun, fehlerhafte Geräte auszusortieren, deren Bildschirme flimmern oder gar Risse aufweisen.

Intel verhilft AMD zu Milliardengewinn

Ein Milliarden-Scheck des Erzrivalen Intel hat dem Halbleiter-Konzern AMD das Jahr gerettet. Dank der Vergleichszahlung aus einem Wettbewerbs- und Patentstreit kam AMD aus der Verlustzone heraus und wies im Schlussquartal einen Gewinn von knapp 1,2 Milliarden Dollar aus. Konzernchef Dirk Meyer sprach am Donnerstag von einem Meilenstein. Die Zahlung hatte 1,25 Milliarden Dollar betragen. Im Gesamtjahr drehte das Ergebnis deshalb mit 300 Millionen Euro ins Plus. Das war mehr als Börsianer erwartet hatten. Im Jahr davor hatte AMD noch mit 3,1 Milliarden Dollar in den roten Zahlen gestanden, im Schlussquartal alleine war ein Minus von 128 Millionen Dollar angefallen. Neben hausgemachten Problemen hatte die Wirtschaftskrise den Konzern aus dem kalifornischen Sunnyvale in die Tiefe gerissen.

Die Kunden kommen jedoch zurück. Im Schlussquartal sprang der Umsatz um 42 Prozent auf gut 1,6 Milliarden Dollar hoch. Intel hatte bereits vor einer Woche die Marschrichtung vorgegeben und Zahlen präsentiert, die mit denen aus der Boomzeit mithalten konnten.

Vor allem die Unternehmen müssen dringend ihre alten Computer austauschen. Das hatten sie in der Rezession aufgeschoben. Das gut angenommene neue Betriebssystems Windows 7 von Microsoft beflügelt die Verkäufe obendrein. Besonders das Asiengeschäft lief für AMD zuletzt gut. Allerdings steckt nur etwa in jedem fünften Computer ein Prozessor von AMD, Intel ist übermächtig. AMD-Chef Meyer sieht in der Wirtschaftskrise aber die Vorteile bei sich. «Die Kunden wollen den meisten Wert für ihren Dollar», sagte er. AMD-Chips sind billiger als die des größeren Rivalen.

AMD erwartet allerdings, dass das Geschäft im laufenden ersten Quartal saisonal bedingt wieder etwas zurückgeht. Dann könnte der Konzern auch wieder in die Verlustzone abgleiten. Ohne den Scheck von Intel wäre AMD auch jetzt noch defizitär gewesen. Zu den größten Produktionsstandorten für AMD zählt Dresden. Auf seinem Sanierungskurs hatte der US-Konzern seine Chipfertigung allerdings vollständig ausgegliedert. Die Produktion wird nun unter dem Namen Globalfoundries gemeinsam mit dem Emirat Abu Dhabi fortgeführt. «Globalfoundries hatte einen guten Start», sagte Meyer. Die Zusammenarbeit klappe reibungslos. AMD hatte im Jahr 2006 ein milliardenschweres Abenteuer mit dem Kauf des Grafikkarten-Spezialisten ATI riskiert. Der Konzern wollte das Herz eines Computers aus einer Hand anbieten können. Der Erfolg stellte sich jedoch bisher nicht ein, stattdessen fielen hohe Verluste an. In seiner Not holte sich AMD Hilfe aus dem Nahen Osten.

Der größere und sehr profitable Rivale Intel ist AMD jedoch wieder einen Schritt voraus. Der Konkurrent drängt mit seinen neuen stromsparenden Prozessoren in den schnell wachsenden Markt der Smartphones. Bereits die Liga der ultrakleinen Laptops, der sogenannten Netbooks, hatte Intel mit seinem Atom-Chip besetzt. (dpa)

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