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Freitag, 22. Mai

22.05.2009 | 00:00 Uhr

Forscher entwickeln optischen Speicher mit bis zu 10 TB Kapazität +++ Mozilla eröffnet neue Plattform für Entwicklung von Browser-Erweiterungen +++ CES räumt iPod und iPhone mehr Platz ein +++ Microsoft soll 200 Millionen US-Dollar in Patentstreit zahlen +++ Google sieht Datenschutz bei Street View gewährleistet +++ Gegensätzliche Umfragen zu Internet-Sperre von Kinderpornos +++ Google-Chef: Kauf von Zeitung unwahrscheinlich +++ AAPL leicht im Minus

Morgenmagazin: Kirche
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Forscher entwickeln optischen Speicher mit bis zu 10 TB Kapazität

Optischen Speichermedien wurde immer wieder der Tod durch das Internet vorhergesagt, dieser Tage ist die DVD jedoch lebendig wie nie und er Markt für Bluray zieht allmählich an. Forschern der Swinburne University in Australien ist es nun gelungen, die Kapazitäten für einen optischen Speicher drastisch zu erhöhen, geht aus einer Veröffentlichung des Wissenschaftsmagazins Nature hervor. Mit Hilfe von Nanotechnologie soll die 10.000-fache Speicherkapazität einer DVD erreicht werden, bis zu 10 TB sollen auf eine Scheibe passen. Das Multiplexed optial recording genannte Verfahren nutzt die Polarisation von Licht an nanometergroßen Goldpartikeln, bis zu 1012 Bit pro Zentimeter sollen sich derart speichern lassen. In ihren Versuchen konnten die Forscher bereits 1,6 Terabyte auf einer Disk unterbringen, höhere Dichten sollen möglich sein. Das Speicherverfahren arbeite laut der Veröffentlichung "fünfdimensional". In herkömmlichen optischen Medien sind die Speicherelemente nicht nur flach angeordnet, sondern in Schichten, ein monchromatischer Laser liest die Informationen aus. Zwei weitere Dimensionen fügt das Verfahren mittels der Goldpartikel hinzu, an denen sich das Licht streut. Im Spektrum und der Polarisation könne das multiplexed optical recording weitere Informationen unterbringen. Nimmt man etwa eine Schicht unter einer Polarisation von 0 Grad auf, können man eine weitere unter der Polarisation von 90 Grad hinzufügen, ohne dass sich die Informationen gegenseitig überlagerten. In fünf bis zehn Jahren soll die Technik marktreif sein.

Mozilla eröffnet neue Plattform für Entwicklung von Browser-Erweiterungen

Die Open-Source-Organisation Mozilla hat am Mittwoch ein neues Open-Source-Projekt vorgestellt, das die Entwicklung von Browser-Erweiterungen erheblich vereinfachen soll. Jetpack soll es prinzipiell jedem, der in der Lage ist, eine Website zu programmieren, ermöglichen, Erweiterungen für Browser zu bauen. Das Projekt treibt Aza Raskin voran, bei Mozilla Chef für Anwendererfahrungen. Raskin, Sohn des Mac-Entwicklers Jef Raskin, schreibt im Mozilla-Blog: "Wir wollen unsere Entwicklergemeinde deutlich vergrößern, in dem wir die Erstellung von add-ons wesentlich vereinfachen und sie wirkungsvoller als erweiterbare Plattform für Innovation gestalten." Derzeit gebe es rund 12.000 Erweiterungen für Firefox, die 8.000 Entwickler beigetragen haben. In welche Richtung die von Jetpack ermöglichten Add-ons gehen, dasvon will sich auch Mozilla überraschen lassen: "Die faszinierende Idee ist, dass wir keine Ahnung haben, womit die Leute ankommen. Wir fragten uns: Was würde passieren, wenn jeder Achtklässler, der eine Website programmieren kann, in der Lage wäre Browser-Erweiterungen zu schreiben," erklärt Raskin unseren Kollegen von Infoworld. Der aktuelle Release von Jetpack trägt die Versionsnummer 0.1, in einigen Monaten soll Jetpack 1.0 vorliegen. Anfangs setzt Jetpack auf Firefox auf, soll aber auch zur Entwicklung von Add-ons für andere Browser dienen.

CES räumt iPod und iPhone mehr Platz ein

Die Consumer Electronics Association, Veranstalter der Messe Consumer Electronics Show (CES), will auf der kommenden Ausgabe der Veranstaltung im Januar 2010 die Ausstellungsfläche für iPod und iPhone verfünffachen. Im kommenden Jahr soll der iLounge-Pavillon rund 2.300 Quadratmeter umfassen. In diesem Jahr diente der Pavillon Drittherstellern, um iPod- und iPhone-Zubehör zu präsentieren, 2010 sollen Entwickler dann auch den Raum für die Demonstration ihrer Apps haben. Die CES mag von der Verschiebung der Macworld Expo profitieren, die nach Apples Absage nach einem neuen Konzept sucht und mit einer Woche Mitte Februar bereits einen neuen Termin gefunden hat. Macworld Expo und CES werden fortan nicht mehr gleichzeitig stattfinden und sich gegenseitig Aussteller und Publikum abspenstig machen.

Microsoft soll 200 Millionen US-Dollar in Patentstreit zahlen

Ein Gericht in Texas hat Microsoft dazu verurteilt, in einem Patentstreit einer kanadischen Softwarefirma 200 Millionen US-Dollar Schadensersatz und Lizenzgebühren zu zahlen, bestätigte gestern das Unternehmen. Der in Toronto ansässige Hersteller I4i hat Produkte für die Kollaboration beim Authoring und Dokument-Management-Software entwickelt, deren Patente Microsoft laut Klage absichtlich mit Word 2003 und 2007, dem .NET-Office-Framework und in Windows Vista verletzt habe. I41 hatte die Klage bereits im März 2007 eingereicht.

Microsoft hat erklärt, vom Gerichtsurteil "enttäuscht" zu sein, gegen das man Berufung einlegen wolle. Man sei der Auffassung, klar bewiesen zu haben, dass Microsoft das i4i-Patent nicht verletzt habe und diese zudem unwirksam sei. Schon im April war Microsoft in einem ähnlich gelagerten Fall zu einer Zahlung von 388 Millionen US-Dollar an den Hersteller von Antipirateriesoftware Uniloc verurteilt worden.

Google sieht Datenschutz bei Street View gewährleistet

Der Suchmaschinenriese Google hat zugesagt, beim Fotografieren von Straßenzügen in Deutschland die geltenden datenschutzrechtlichen Anforderungen zu erfüllen. Damit reagierte Google auf ein «Ultimatum», das der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar für den Dienst «Google Street View» gestellt hatte. Der Datenschützer in der Hansestadt ist bundesweit für die datenschutzrechtliche Bewertung der Google-Dienste zuständig. Für das Datenmaterial von «Street View» fahren Autos im Auftrag des Suchmaschinenanbieters mit Rundum-Kameras durch die Stadt, um die Straßenzüge zu erfassen und anschließend ins Internet zu stellen. «Wir haben pünktlich auf das Ultimatum reagiert», sagte Google- Sprecher Stefan Keuchel am Mittwoch der dpa. Detailfragen würden nun in Gesprächen geklärt. Die meisten Forderungen der Datenschützer - etwa die Unkenntlichmachung von Gesichtern von Passanten und Autokennzeichen - seien schon vorher vereinbart gewesen. Auch die Widerspruchsmöglichkeiten seien längst gegeben. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Caspar begrüßte die Reaktion Googles, betonte aber, dass die eigentliche Frage, nämlich der Umgang mit den Rohdaten weiter unklar sei.

Google weise auf seiner Homepage darauf hin, wo und wann die Kamerafahrzeuge durch die Stadt fahren, sagte Keuchel. Hausbesitzer könnten deshalb schon vorher erklären, dass sie ihre Gebäude nicht bei «Street View» sehen wollen. Die Bilder könnten aber auch nachträglich gesperrt werden. Google sei nicht an Aufnahmen von Personen auf den Bildern interessiert: «Am liebsten wäre es uns, wenn gar keine Menschen zu sehen wären.» Google wolle lediglich Häuser und Straßen zeigen und so Internetnutzern die Möglichkeit geben, sich von anderen Städten ein Bild zu machen. Hamburgs oberster Datenschützer erklärte, in dem Schreiben von Google werde viel Begrüßenswertes zugesichert. «Leider gibt es noch keine Einigung zum Verbleib der Rohdaten.» Es habe sich herausgestellt, dass bereits «gedrehtes Material» zu Google in die USA geschickt worden sei, um dort weiterverarbeitet zu werden. Eine datenschutzrechtliche Kontrolle sei damit nicht möglich, sagte Caspar: «Wir können nur hoffen, dass das so läuft, wie wir uns das vorstellen.»

Google lehne es außerdem ab, die Rohdaten im Anschluss an die Bearbeitung zu vernichten. Der Suchmaschinenanbieter habe dies damit begründet, dass nur über die Rohdaten eine Verbesserung des Dienstes, etwa bei der der Verpixelung entwickelt werden könne. Für Caspar sind dies bislang nicht nachvollziehbare Argumente. Das weitere Vorgehen solle aber in Gesprächen mit Google erörtert werden. Capsar hatte am Montag Google aufgefordert, bis Mittwoch 10.00 Uhr den Datenschutz schriftlich zu garantieren. Sollte dies nicht erfolgen, dürfe Google aus Sicht Caspars das Projekt «Street View» nicht mehr fortsetzen. Im «Düsseldorfer Kreis» der Datenschützer aus den verschiedenen Bundesländern ist der Hamburger Datenschutzbeauftragte für die Aufsicht von Google zuständig. (dpa)

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