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Freitag, 23. Januar

23.01.2009 | 00:00 Uhr

Apples Rekordquartal lenkt von Steve Jobs' Gesundheit ab +++ Weißes Macbook mit Nvidia-Technik jetzt auch in Deutschland erhältlich +++ Patent: iPhone soll Geräuschsensor bekommen +++ Microsoft in der Krise - streicht 5.000 Stellen +++ Lage bei Quimonda spitzt sich zu +++ AAPL legt stark zu

Morgenmagazin: Sonnenaufgang III
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Apples Rekordquartal lenkt von Steve Jobs' Gesundheit ab

Mit einem Rekordquartal hat der Computer- und iPhone-Hersteller Apple bei den Investoren die Sorgen um den Gesundheitszustand von Konzernchef Steve Jobs verdrängt. Die Aktie von Apple kletterte am Donnerstag in New York um sechs Prozent auf 87,80 Dollar, nachdem das Unternehmen trotz der weltweiten Wirtschaftskrise erneut Rekordzahlen vorlegte. Es war das erste Mal, dass das Unternehmen mehr als zehn Milliarden Dollar Umsatz in einem Quartal verbuchte, betonte Apple nach US- Börsenschluss am Mittwoch. Die Zahlen waren ein starker Kontrast zu zahlreichen schlechten Botschaften anderer Technologieunternehmen. Die Apple-Aktie war zuletzt stark unter Druck geraten, nachdem Konzernchef Jobs eine sechsmonatige Auszeit angekündigt hatte, um sich wegen einer Hormonstörung behandeln zu lassen.

Apple trotzt der Krise

In der Branche war immer wieder spekuliert worden, ob Jobs nicht doch erneut an Krebs erkrankt sei oder sich einer Lebertransplantation unterziehen müsse. Jobs lehnte vergangene Woche nähere Angaben zu seinem Gesundheitszustand ab. "Warum lasst ihr Jungs mich nicht in Ruhe - warum ist das so wichtig?", sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg am Telefon. Angesichts der monatelangen Spekulationen um Jobs' Gesundheit hatten Anleger und Branchenbeobachter wiederholt nach ausführlicheren Informationen verlangt. Sie verweisen darauf, dass Jobs als treibende Kraft hinter den Erfolgen von Apple gilt. Laut Medienberichten prüft die US-Finanzaufsicht SEC nun, ob der Konzern den Markt angemessen über Jobs' Gesundheitsprobleme informiert hat. Mit den aktuellen Zahlen übertraf Apple die Erwartungen der meisten Analysten, die davon ausgegangen waren, dass sich die Finanzkrise auch auf den Absatz von Apple auswirken werde.

"(Das Ergebnis von Apple) zeigt, dass die Leute selbst in einem Abschwung die Produkte von Apple mögen und sie kaufen möchten", sagte Andy Hargreaves, ein Analyst bei Pacific Crest Securities in Portland (US-Bundesstaat Oregon). Apple profitierte auch von sinkenden Preisen für Flash-Speicher und Festplatten, die bei den Kosten eine erhebliche Rolle spielen. Deutlich gestiegene internationale Verkäufe konnten einige Schwächen im Heimatmarkt USA mehr als ausgleichen. (dpa)

Weißes Macbook mit Nvidia-Technik jetzt auch in Deutschland erhältlich

Apple bietet dies verbesserte Version des weißen Einstiegsmodells der Macbooks jetzt auch in Deutschland an. Der Preis ist dabei mit 949 Euro identisch geblieben. Neu ist der Nvidia-Chipsatz mit 9400M-Grafikchip, 1.066 MHz Frontside-Bus und die doppelte Menge Arbeitsspeicher (2 GB). Statt 2,1 GHz ist der neue Prozessor mit 2,0 GHz getaktet, ist durch moderne Fertigungsmethoden jedoch Strom sparender. Apple verwendet hier weiterhin den MIni-DVI-Anschluss statt des neuen Displayports.

Apple hatte das verbesserte Modell ohne Ankündigung in den online Store gestellt und will das Einstiegsmodell im alten Design offenbar noch länger im Programm halten. Apple hatte das aktuelisierte Modell bereits vor einigen Tagen in den USA in den Store gestellt, jetzt taucht die neue Version auch Deutschland auf. Nutzer, die einen Firewire-Port benötigen und kein Macbook Pro kaufen wollen, sollten ebenfalls zum "kleinsten" Macbook greifen.

Patent: iPhone soll Geräuschsensor bekommen

Apple hat ein Patent beantragt, in dem ein Lautstärkensensor für Umgebungsgeräusche beschrieben wird. Damit sollen beispielsweise Mobiltelefone oder Laptops ihre Lautstärke anhand der Umgebung anpassen. Laute Klingeltöne sollen so in ruhiger Umgebung nur gedämpft läuten, laut eingestellte Notebooks zum Beispiel in der Bibliothek nicht versehentlich für unerwünschten Lärm sorgen, so die Beschreibung des Antrags. Mit einer regelmäßigen Abfrage soll das iPhone oder andere elektronische Geräte die Umgebungslautstärke feststellen und die Ausgangslautstärke dementsprechend anpassen.

Der Soundsensor soll auch die vom Gerät selbst ausgehenden Geräusche in die gesamte Umgebungslautstärke mit einbeziehen, wenn der Nutzer damit beispielsweise Musik hört. Auch Fernseher könnten laut Apple mit dieser Technik ausgestattet werden.

Microsoft in der Krise - streicht 5.000 Stellen

Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft streicht angesichts der Wirtschaftskrise erstmals in seiner Geschichte weltweit bis zu 5.000 Arbeitsplätze. Das sind etwa fünf Prozent aller Stellen. Der schwache Computermarkt bescherte dem Windows-Hersteller im abgelaufenen Quartal einen überraschend starken Gewinneinbruch von elf Prozent auf 4,17 Milliarden Dollar (3,2 Mrd Euro). Wegen der unsicheren Aussichten kassierte Microsoft zudem seine Gewinnprognose ein und will vorerst keinen detaillierten Ausblick mehr wagen. Gewinn und Umsatz würden aber in der zweiten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres (30.6.) so gut wie sicher niedriger ausfallen als ein Jahr zuvor, warnte Finanzchef Chris Liddell am Donnerstag.

Stellenabbau auch in Deutschland

In Deutschland sind die Microsoft-Beschäftigten nur in geringem Umfang betroffen. Lediglich 15 Stellen im Technik-Bereich (Support) würden gestrichen, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Insgesamt beschäftigt der Konzern in Deutschland rund 3.000 Mitarbeiter. Der Software-Riese gilt wegen seiner fast überall eingesetzten Programme als Gradmesser für die gesamte IT-Branche und weit darüber hinaus. «Die Wirtschaft und die IT-Ausgaben schwächten sich im Laufe des Quartals noch stärker ab als von uns erwartet», sagte Liddell. Auch eine Reihe anderer IT-Konzerne streicht bereits massiv Jobs.

Microsofts Zahlen fielen schlechter aus als von Analysten zuvor geschätzt. Die Aktie verlor im frühen Handel in New York rund neun Prozent auf etwa 17,60 Dollar. Microsoft hatte seine Zahlen ursprünglich erst nach US-Börsenschluss in der Nacht zum Freitag bekanntgeben wollen. Microsoft-Chef Steve Ballmer räumte ein, der Konzern sei nicht immun gegen die Konjunkturtalfahrt. Microsoft werde aber aus der Krise als noch stärkerer Branchenführer hervorgehen. «Wir wollen Marktanteile hinzugewinnen», sagte Ballmer in einer Telefonkonferenz. Er nimmt sonst meist nicht an dieser Gesprächsrunde zu den Quartalszahlen teil. Analysten werteten die Einschnitte als weiteres schrilles Alarmsignal für die Branche.

Sofortige Kündigung

Womöglich könnten bei Microsoft auch noch mehr Stellenstreichungen nötig sein. Der Konzern schreibe aber anders als viele andere Firmen trotz der Krise noch gute Gewinne. Die ersten 1.400 Betroffenen Stellen sollten bereits am Donnerstag wegfallen. Die restlichen Jobs würden im Lauf der nächsten eineinhalb Jahre in nahezu allen Einheiten gestrichen. Im Gegenzug sollen aber in Schlüsselbereichen wie dem hart umkämpften Geschäft mit der Internet-Suche auch neue Stellen geschaffen werden. Unterm Strich werde die Beschäftigtenzahl damit um bis zu 3.000 sinken. Zuletzt beschäftigte Microsoft mehr als 90.000 Mitarbeiter. Bisher hatte das 1975 gegründete Unternehmen nur im Rahmen von Übernahmen oder in einzelnen Einheiten Stellen in kleinerem Umfang gestrichen. Microsoft kündigte zudem weitere Kosteneinsparungen auf breiter Front an. Insgesamt will das Unternehmen so rund 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr sparen. Zusätzlich würden auch externe Stellen bei Vertragsfirmen wegfallen, hieß es ohne genaue Zahlen. (dpa)

Lage bei Quimonda spitzt sich zu

Die Situation bei dem ums Überleben kämpfenden Chiphersteller Qimonda spitzt sich zu. Die Infineon-Tochter braucht kurzfristig weitere bis zu 300 Millionen Euro frisches Kapital. Das Unternehmen habe zusammen mit dem Finanzpaket aus dem Dezember einen Liquiditätsbedarf von mehr als einer halben Milliarde Euro, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Donnerstag aus Finanzkreisen. Bund sowie die Länder Sachsen und Bayern seien nicht bereit, den kurzfristig benötigten Finanzbedarf über Bürgschaften abzusichern. Auch die Banken wendeten sich von Qimonda ab, hieß es. Die Eigenkapitalsituation sei dramatisch.

Ein Spitzentreffen aller Beteiligten hatte am Mittwochabend keine Fortschritte gebracht. Damit könnte dem Konzern bereits in Kürze der Gang zum Insolvenzrichter drohen. In Verhandlungskreisen wird zugleich eine Rettung in letzter Minute nicht kategorisch ausgeschlossen. Es sei denkbar, dass die beteiligten Ministerpräsidenten einen Qimonda-Kollaps aus politischen Gründen noch abwenden wollten. Eine Pleite hätte gravierende Folgen für die Qimonda-Standorte in Dresden, München und Portugal. Das Unternehmen war 2006 von der Mutter Infineon abgespalten und an die Börse gebracht worden. Infineon hält noch rund 77,5 Prozent der Aktien. Ein Qimonda-Sprecher wollte sich nicht zu den Informationen äußern. Erst kurz vor Weihnachten hatten Sachsen, Portugal und der Mutterkonzern Infineon ein Rettungspaket über 325 Millionen Euro zugesagt.

Geld vom Land

Sachsen will sich mit 150 Millionen Euro beteiligen, Infineon mit 75 Millionen Euro und Portugal als einer der Qimonda- Standorte mit 100 Millionen Euro. Daneben ist eine Bürgschaft von Bund und Land Sachsen über 280 Millionen vorgesehen. In den vergangenen Wochen hatte der Freistaat immer wieder betont, dass sich seit dem am 16. Dezember angekündigten Hilfsangebot nichts geändert habe und die sächsischen Vorstellungen nicht verhandelbar sind. Dabei geht es um das Gesamtkonzept eines neuen Produkts, das dem Dresdner Werk das Leben sichern soll und einen Technologiefortschritt von etwa 16 bis 18 Monaten bedeutet. "Wir glauben nach wie vor an die Mitarbeiter und an die Technologie von Qimonda", sagte Regierungssprecher Peter Zimmermann.

Bis zum Frühjahr sollen im Werk Dresden von rund 3.200 Stellen 950 abgebaut werden. Im Werk München sind es 600. Weltweit sind bei Qimonda noch rund 13.000 Menschen beschäftigt. Der Konzern mit Standorten in Dresden, München und Porto leidet seit langem unter dem dramatischen Preisverfall bei DRAM-Speicherchips und der Konkurrenz aus Fernost. Diese Chips stecken in Handys und Computern. In vergangenen Quartalen überstiegen bei Qimonda die Verluste die Umsätze. Monatlich verbrennt der Halbleiter-Konzern Schätzungen zufolge etwa 100 Millionen Euro Kapital. (dpa)

AAPL legt stark zu

Durch die überraschend positiven Quartalsergebnisse im "Rekordquartal" 1/2009 steigt Apples Börsen kurs derzeit stark an. Nach längerer Talfahrt durch Gesundheitsspekulationen ertholt sich die AAPL jetzt wieder deutlich. An der Frankfurter Börse stieg der Kurs auf 68,23 Euro. Dies ist ein Plus von 5,76 Euro oder 9,22 Euro. An der Nasdaq zeigt sich ein ähnliches Bild. Mit 88,36 Dollar schloss AAPL mit einem Gewinn von 6,68 Prozent. In Wert ausgedrückt sind dies 88,36 Dollar. Zuvor lag der Kurs bei 82,83 - 5,53 Dollar weniger.

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