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Freitag, 28. Mai

28.05.2010 | 06:00 Uhr

Verkauf des iPad startet +++ Microsofts und Apples Kopf-an-Kopf-Rennen +++ Verlage starten iPad-Applikationen +++ Facebook vereinfacht Datenschutz-Kontrolle +++ Google und Datenschützer streiten weiter +++ Offen nach oben - Android soll angeblich an Bedeutung gewinnen +++ AAPL macht Sprung nach oben

Morgenmagazin: Bergbach
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Verkauf des iPad startet

Heute, am 28. Mai startet der internationale Verkauf des iPad, damit auch in Deutschland. Apple wird das iPad ab sofort in den Apple Stores anbieten. Kunden, die das iPad online bei Apple vorbestellt haben, erhalten offiziell ab heute ihre Bestellungen. Einige Kunden konnten sich jedoch bereits gestern über ein Paket von Apple freuen.

Es wird mit großem Andrang in den Apple Stores gerechnet. Wer das iPad jetzt online bestellt, erhält als Lieferdatum keinen festen Termin, sondern nur die vage Aussage "Juni" von Apple. Nur die Kunden, die früh vorbestellt haben (dies war seit dem 10. Mai möglich), erhalten das iPad pünktlich. Auch Apple-Händler wie Gravis wollen das iPad anbieten.

Die Nachfrage nach dem iPad übersteigt momentan offenbar die Lieferkapazitäten. In den USA war das iPad nach wenigen Wochen nur noch in wenigen Stores erhältlich. Den Marktstart in Deutschland hat Apple mehrmals verschoben, offenbar waren nicht genügend Geräte lieferbar. Analysten bereits früh gemeldet, dass Apple nicht die geplante Stückzahl produzieren könne.

Microsofts und Apples Kopf-an-Kopf-Rennen

Technologiekönig nur für einen Tag: Apple musste dem Erzrivalen Microsoft am Donnerstag den Titel des teuersten Technologiekonzerns zwischenzeitlich wieder abtreten und blieb zum Börsenschluss wieder hinter Apple zurück.

Nach einem Kursanstieg von gut fünf Prozent war der Windows-Hersteller an der Börse zwischenzeitlich 230,2 Milliarden Dollar wert, um Schluss des Handelstages jedoch noch 227 Milliarden. Die Apple-Aktie stieg in den ersten Handelsstunden in New York lediglich um 2,6 Prozent, holte über den Tag aber wieder auf und schloss mit einem Gewinn, von 3,8 Prozent. Das brachte den iPhone- und Mac-Spezialisten auf eine Marktkapitalisierung von 230 Milliarden Dollar.

Am Vortag hatte Apple den Software-Giganten erstmals beim Börsenwert überholt. Apple kam trotz leichter Kursverluste auf eine Marktkapitalisierung von gut 222 Milliarden Dollar, während Microsoft nach einem Kurssturz von vier Prozent auf 219,2 Milliarden Dollar abrutschte. Goldman Sachs hatte darauf eine Kaufempfehlung für Microsoft-Aktien ausgesprochen, da der Kurs alleine Mai um 18 Prozent gefallen war und damit laut der Investmentbank unterbewertet sei.

Während sich die beiden Technologie-Konzerne ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, ist für sie der Abstand zum teuersten börsennotierten Unternehmen der Welt noch groß: Der Öl-Gigant Exxon Mobil bringt aktuell fast 285 Milliarden Dollar auf die Waage. Der Internet-Riese Google, der mit Apple und Microsoft in immer mehr Bereichen konkurriert, kommt derzeit auf einen Börsenwert von gut 156 Milliarden Dollar und legt aktuell ebenfalls an Wert zu.

Für Apple markierte der Aufstieg den vorläufigen Höhepunkt einer beeindruckenden Kehrtwende. Schon einmal, Ende 1989, war es mehr Wert gewesen als Microsoft. Mitte der 90er Jahre galt Apple dann allerdings als so gut wie abgeschrieben. 1997 bewahrte ihn der große Rivale sogar mit einer Geldspritze von 150 Millionen Dollar vor dem Zusammenbruch. Dann wendete sich das Blatt mit der Rückkehr von Gründer Steve Jobs und einer Reihe innovativer Produkte wie dem iPod-Player und iPhone -Handy.

Zuletzt trieb vor allem der Erfolg des iPhone und des neuen Tablet-Computers iPad die Apple-Aktie höher. Der Kurs verdoppelte sich in den vergangenen zwölf Monaten. Auch Microsofts Aktie legte in dieser Zeit zu, dank des Erfolgs des PC-Betriebssystems Windows 7 und der wieder anziehenden US-Wirtschaft -allerdings nur um gut ein Viertel.

Microsoft-Chef Steve Ballmer gab sich am Donnerstag unbeeindruckt von Apples Aufstieg. Am Rande eines Asienbesuchs im indischen New Delhi erklärte er, dass der Fokus des Unternehmens darauf liege, wie es seine Produkte innovativer machen könne. "Es ist ein langes Spiel, und wir haben gute Konkurrenten... aber auch wir sind ein sehr guter Konkurrent."

Die Kurse spiegeln wie immer die Erwartungen der Investoren für das kommende Geschäft wider. Bei Apple gab es trotz des steten Aufwärtstrends immer wieder auch Schwankungen. Am 7. Juni will Steve Jobs wieder Neuheiten vorstellen. Vor solchen Terminen legt die Apple-Aktie meistens zu. Wenn sich der Markt von den neuen Produkten und Diensten enttäuscht fühlte, knickte der Kurs wieder ein.

Die Aktie verlor auch deutlich, als Analysten auf dem Höhepunkt der Finanzkrise annahmen, dass die Schwäche der US-Wirtschaft den Absatz von Apple-Produkten schmälern könnte, sowie als 2008/2009 ernste Gesundheitsprobleme von Jobs bekannt wurden. Der Apple-Gründer, der als treibende Kraft hinter Apples jüngsten Erfolgen gilt, hatte im Frühjahr 2009 eine Spenderleber bekommen. Dass die Geschäfte in Jobs' sechsmonatiger Abwesenheit dennoch gut weiterliefen, hatte die Anleger dann aber wieder beruhigt. (dpa/pw)

Verlage starten iPad-Applikationen

Zum Verkaufsstart des iPads in Deutschland starten mehrere deutsche Zeitungs- und Zeitschriftenverlage Applikationen für den neuartigen Apple-Computer.

Das Medienhaus Axel Springer ("Bild", "Die Welt") bietet seine kostenpflichtigen Apps der Zeitung "Die Welt" und des Lifestyle-Magazins "The Iconist" ab sofort im deutschen Kiosk von Apple an. "Der Spiegel" ist ebenfalls als App gegen eine Gebühr für den Tablet-Computer verfügbar. "Focus Online" setzt hingegen auf ein kostenloses Angebot seiner Inhalte, wie am Donnerstag bekanntgegeben wurde.

Die "Welt"-App für das iPad richtet sich nach dem Prinzip der gedruckten Zeitung. Mit einem Handstreich über die Benutzeroberfläche können die Leser in der Zeitung blättern. Nach einer kostenfreien Einführungsphase von 30 Tagen müssen sie für die "Welt"-App 11,99 Euro im Monat zahlen. Dabei gibt es die Ressorts "Weltreporter" und "Geschichte" exklusiv für iPhone und iPad, sie erscheinen nicht in der gedruckten "Welt", wie Springer erklärte. "The Iconist" erscheint zunächst einmal im Quartal für jeweils 4,99 Euro. Die "Bild"-Zeitung will zu einem späteren Zeitpunkt ein eigenes iPad-Angebot in den Apple-Kiosk bringen.

Europas größtes Zeitungshaus erwirtschaftet bereits rund 20 Prozent des Umsatzes aus Internet-Erlösen. Vom iPad erhofft sich der Verlag steigende Erlöse, die den allgemeinen Rückgang im Printgeschäft langsam ausgleichen können.

Die "Spiegel"-App werde den vollständigen Inhalt des Nachrichtenmagazins in einer neuartigen Optik präsentieren, erweitert durch multimediale Inhalte wie Video-Dokumentationen und Foren, wie der Hamburger Spiegel-Verlag mitteilte. Die aktuelle "Spiegel"-Ausgabe könne mit der Applikation am Samstagabend von 22 Uhr an auf das iPad geladen werden. Der einmalige Bezug kostet 3,99 Euro, das Probe-Abonnement für elf Ausgaben 29 Euro. Das reguläre Abonnement werde wie der Printtitel 3,65 Euro pro Ausgabe kosten.

Die "Focus Online"-App ist kostenlos und gliedert sich in drei Module: neueste Nachrichten, aktuelle Videos und vertiefende Inhalte der Ressorts, wie es hieß. Mit einer Suchfunktion könne im gesamten Archiv von "Focus" und "Focus Online" recherchiert werden. Mit einem Handwischer könne der Leser die Ressorts und deren Themen durchblättern. (dpa)

Facebook vereinfacht Datenschutz-Kontrolle

Nach massiver Kritik gibt das Online-Netzwerk Facebook seinen Nutzern mehr Kontrolle über ihre persönlichen Informationen.

Die Mitglieder sollen einfacher und genauer bestimmen können, wer ihr Profil sowie einzelne Inhalte wie Fotos, Videos oder Mitteilungen sehen kann. Die Umsetzung beginne sofort, dauere aber einige Wochen, kündigte das Unternehmen am Mittwoch im kalifornischen Palo Alto an. Die deutsche Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) begrüßte die Ankündigung als einen "ersten Schritt in die richtige Richtung".

Die Einstellung waren zuletzt immer stärker als zu unübersichtlich kritisiert worden. Künftig sollen Änderungen mit wenigen Klicks möglich sein, betonte Facebook -Gründer und -Chef Mark Zuckerberg am Donnerstagabend. Die Verbreitung auch bereits veröffentlichter Informationen wie Fotos könnten Nutzer auf einen Schlag einschränken. "Das ist eine ziemlich große Überarbeitung des Systems", sagte Zuckerberg. Das Unternehmen versprach zudem, die Einstellungen der Nutzer für alle künftigen Produkte zu übernehmen.

Auch die Programme von Drittanbietern bezieht Facebook in die Änderungen ein. Nutzer bekommen genauer angezeigt, welche Informationen diese sogenannten Applikationen erhalten - zum Beispiel die E-Mail-Adresse, Profilinformationen oder Fotos. Zudem sollen sie die Programme mit wenigen Klicks deaktivieren können. Zu den populärsten Anwendungen zählt das Spiel Farmville, dessen Betreiber Zynga wegen der Sammlung umfangreicher Nutzerdaten bereits Negativ-Schlagzeilen gemacht hatte.

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