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Freitag, 30. Juli

30.07.2010 | 00:00 Uhr

Apple beantragt Patente für 3D-Karten auf dem iPhone +++ Black Hat Conference: Android lässt sich hacken +++ Ballmer hält an Windows-Slates fest +++ Crowd Sourcing: Facebook startet Questions +++ Vodafone stoppt Verkauf von Google-Handy Nexus One +++ Justizministerin prüft schärfere Regeln gegen Telefonwerbung +++ Motorola verdient mit Handys wieder Geld +++ AAPL im Minus

Morgenmagazin: Wolken
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Apple beantragt Patente für 3D-Karten auf dem iPhone

Das US-Patentamt hat zwei Patent-Anträge von Apple veröffentlicht, die beide komplexe Auswertungen von Positionsinformationen in 3D vorsehen, berichten die Kollegen von Macnn .

Der erste Antrag trägt den Titel " Erzeugung eines 3D-Modells mittels Aufzeichnungen eines tragbaren elektronischen Gerätes " und zeigt, wie das GPS und die Bewegungssensoren ergänzende Informationen für zum Beispiel die Aufnahmen der Videokamera liefern kann. Die Beschreibung besagt, dass ein Anwender bei der Aufnahme mit dem Gerät herumläuft und mit den Daten dann eine virtuelle 3D-Karte seiner Umgebung hergestellt werden kann. Das Konzept der Benutzung von Bewegungen des iPhones wird bereits in einigen iPhone-Apps für virtuelle Welten eingesetzt. Neu ist jetzt aber die Möglichkeit eigene aufwendige 3D-Repräsentationen zu erstellen und das dem Antrag beigefügte Diagramm sieht in der Tat einer Version des Google Streetview ähnlich.

Der zweite Antrag beschreibt unter dem Titel " 3D-Navigation durch plangesteuerte Bewegungen eines elektronischen Gerätes " eine Ergänzung zur ersten Anwendung. Laut der Beschreibung im Antrag soll mit einer Videoaufzeichnung die genaue Bewegung des Anwenders während der Aufnahme gespeichert werden und damit dann ein 3D-Modell des gefilmten Objekts erstellt werden können. Als Beispiel wird ein Anwender beschrieben, der filmend sein iPhone um ein Auto herum bewegt und mit den Daten schließlich ein 3D-Modell des Autos erhalten kann.

Beide Anträge wurden ursprünglich im Januar 2009 von Richard Tsai, Andrew Just und Brandon Harris eingereicht.

Black Hat Conference: Android lässt sich hacken

Smartphones auf Android-Basis galten bisher als " unhackbar ", aber Forscher haben auf der Sicherheits-Konferenz Black Hat 2010 in Las Vegas alle eines Besseren belehrt.

Zunächst stellten sie einen Exploit vor, der in einem harmlos aussehenden Programm für Hintergrund-Bilder für Android-Smartphones verborgen war. Damit wurden alle persönlichen Daten auf dem Handy gesammelt und an eine Webseite in China gesendet. John Herring, der CEO der Sicherheitsfirma Lookout Mobile Security, stellte zum Beispiel in seinem Vortrag die App Jackeey Wallpaper vor, die bereits Millionen Mal heruntergeladen wurde und eifrig Passworte, Internetzugriffe, Handy-ID, SIM-Kartennummer und Textnachrichtern sammelt.

Root-Zugang dank Sicherheitslücke "CVE- 2009 1185" in Linux

In einer weiteren Präsentation übernahmen die Sicherheitsexperten volle Kontrolle über eine Reihe von Top-Android-Modellen, wie EVO 4G , Droid X , Droid Incredible und den älteren Modellen G1 und Hero , indem sie eine bereits bekannte Sicherheitslücken des Linux-Betriebssystems ausnutzen. "Android basiert auf Linux, und sobald wir Root-Zugriff erlangen, haben wir volle Kontrolle über das Handy.", erläuterte Anthony Linneberry, wie weiteren Experte bei Lookout. Linneberry hält die Sicherheits-Beteuerungen unter Android für weit übertrieben. "Nur weil die Plattform den Exploit Pwn2own schadlos überlebte, gibt dies keine Garantie für allumfassende Sicherheit.", ergänzte Linneberry in seinem Vortrag.

Den einfachsten Ansatz für Malware bietet die als CVE- 2009 1185 bekannte Sicherheitslücke in Linux. Die Lücke ist sein über einem Jahr bekannt und es steht ein Patch zur Behebung bereits, aber keiner der Hersteller hat den bisher unter Android angewendet. Im Prinzip könnte jede Anwendung im Android-Market diese Lücke ausnutzen und dem Hacker Zugang zu Root und somit komplette Übernahme des Handys liefern, warnt Linneberry.

Versenden von Daten über die Ressourcen von anderen Apps

Tim Wyatt, ein weiterer Kollege bei Lookout, schränkt ein, dass eine Anwendung nicht unbedingt Root-Kontrolle erhalten muss, um den Handy-Besitzer zu schaden. Seiner Ansicht nach sind die Genehmigungen der Programme untereinander ein Schwachpunkt. So kann zum Beispiel eine Restaurantführer-App auf die GPS-Daten des Smartphones zugreifen. Wenn ein Entwickler eine App für den Android Market einreicht muss er die vollständige Liste aller solchen Genehmigungen offen legen, aber dank harmlosen Umschreibungen wie "Import Android Log" kann er Handy-Kunde zum Erteilen von Genehmigungen verleitet werden, die letztendlich Privatdaten weitergeben. Natürlich raten die Sicherheitsexperten, von allen verdächtig aussehenden Apps und undurchsichtigen Genehmigungen die Finger zu lassen, aber es ist schwierig, die Informationsweitergabe zu kontrollieren. Unter Android können Anwendungen auf die Ressourcen andere Programme zugreifen, und eine App, die selbst keinen Internetzugriff hat, könnte ein weiteres Programm für Internetzugang zum Versenden von Daten nutzen.

Ballmer hält an Windows-Slates fest

Microsoft-CEO Steve Ballmer hat auf Microsofts jährlichen Treffen für Finanzanalysten sich weiter zu Windows-Slates bekannt. Details verriet Ballmer jedoch kaum, sondern erklärte lediglich, dass man mit seinen Hardwarepartnern zusammen das Thema mit hoher Priorität weiter vorantreibe. Slates, Tablet-Computer mit einer Touch-fähigen Version von Windows 7, würden dann auf den Markt kommen, wenn sie fertig seien. Ballmer deutete jedoch an, dass einige der angekündigten Slates niemals auf den Markt kämen: "Da wird es Sachen geben, von denen wir in der Vergangenheit sprachen, die ausgeliefert werden oder nicht und neue Sachen, die ausgeliefert werden." Beim Namen nannte Ballmer das HP-Slate nicht, doch könnte es in die erste Kategorie fallen. Seitdem Ballmer das Gerät im Janaur auf der CES demosntrierte, ist es darum still geworden. HP hat in der Zwischenzeit Aplm übernommen und bestätigt, Tablets auf Basis von WebOS zu entwickeln. Nicht nur WebOS konkurriert damit direkt gegen Windows 7, andere Hersteller setzen auch auf Googles Android. Ballmer spielt die Konkurrenz herunter, berichtet der IDG News Service. Microsoft habe eine starke Softwarebasis auf Windows und Anwender seien mit dem Betriebssystem vertraut. Apple versucht Ballmer so wenig wie möglich zu loben. Der iPad-Hersteller habe einen "interessanten Job bei der Zusammenstellung eines Produktes" erledigt und "gewiss mehr Geräte verkauft" als Ballmer es ihnen zugestanden hätte.

Crowd Sourcing: Facebook startet Questions

Da fragen wir mal das Publikum: Facebook hat in dieser Woche den neuen Service "Questions" in einer Beta-Version veröffentlicht. Mit dem Werkzeug kann jedes Facebook-Mitglied Fragen an die mittlerweile 500 Millionen Köpfe umfassende Gemeinde richten. Die über den Button "Ask Question" konfigurierbaren Fragen oder Umfragen mit mehreren Antwortmöglichkeiten lassen sich taggen und sind nicht nur von den eigenen Freunden zu sehen und zu beantworten, sondern auch von der gesamten Facebook-Gemeinde. Sucht etwa jemand nach "Wein" kann er eine Umfrage nach den besten Bordeaux-Lagen finden und seine Meinung dazu kundgeben.

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