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Mittwoch, 10. August

10.08.2011 | 00:00 Uhr

Gartner: Mac legt auf 4,5 Prozent Marktanteil zu +++ Apple erwirkt einstweilige Verfügung gegen Galaxy Tab in der EU +++ Patentklage gegen OS X - Experte vermutet LG als Strippenzieher +++ Twitter übernimmt Bagcheck +++ Facebook bringt Messenger für das iPhone +++ Thalia übernimmt eBook-Spezialisten Textunes +++ Zwei kostenlose Web-Session um Quarkxpress 9 +++ TYPO3-Entwickler bessern mehrere Schwachstellen aus +++ Syrische Hacker greifen Anonymous an +++ 10-jährige Hackerin entdeckt Sicherheitslücke in Android und iOS +++ Tipp: Brüche und andere Sonderzeichen in Texte einfügen +++ App-Test: Woxikon - Übersetzungstool und Wörterbuch +++ AAPL legt zu

Morgenmagazin: Wolken
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Gartner: Mac legt auf 4,5 Prozent Marktanteil zu

Die Marktforscher von Gartner sehen den Mac weit schneller als den gesamten PC-Markt wachsen. Habe Apple Ende 2010 weltweit noch einen Marktanteil von vier Prozent verzeichnen können, werde dieser bis Ende 2011 um 0,5 Prozentpunkte oder 12,5 Prozent auf 4,5 Prozent gestiegen sein. Die weitere Entwicklung schätzt Gartner jedoch vorsichtig ein und rechnet mit einem Anstieg auf 5,2 Prozent bis Ende 2015. Apple wachse nicht nur in Europa und den USA auf einer installierten Basis sondern vor allen Dingen in sich entwickelnden Märkten, in denen der Mac meist bei Null beginnen musste.

Windows 7 werde bis Ende des Jahres auf 42 Prozent aller Rechner eingesetzt sein, auf 94 Prozent aller im Jahr 2011 verkauften PCs, was 635 Millionen Stück entspricht, ist das aktuelle Betriebssystem aus Redmond installiert. Voraussichtlich im kommenden Jahr wird Microsoft mit Windows 8 den Nachfolger auf den Markt bringen.

Apple erwirkt einstweilige Verfügung gegen Galaxy Tab in der EU

Nach der Gerichtsentscheidung in Australien zu seinen Gunsten hat Apple nun auch in der EU einen ersten juristischen Erfolg gegen Samsung errungen. Das Landgericht in Düsseldorf erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen Samsung, die dem Unternehmen verbietet, das Galaxy Tab 10.1 in der EU - mit Ausnahme der Niederlande - zu verkaufen. Apple wirft Samsung vor, mit dem Galaxy Tab "sklavisch" das iPad zu kopieren. Bei Zuwiderhandlung gegen das Verkaufsverbot droht Samsung eine Geldstrafe in Höhe von 250.000 Euro.

Samsung erklärt jedoch, die Gerichtsentscheidung sei nicht endgültig und sieht für sich Chancen auf Revision, zudem würde sie keine der anderen Prozesse gegen Apple beeinflussen. Das Gericht habe seine Entscheidung getroffen, ohne Samsung anzuhören und von den Koreaner vorgelegte Beweise zu prüfen, meinte Samsungs PR-Direktor Kim Titus gegenüber Slashgear. Man werde alle notwendigen Schritte unternehmen, um Samsungs Produkte in Europa anbieten zu dürfen.

Sollte die nächste Instanz die Entscheidung jedoch bestätigen, erhöht sich der Druck auf Samsung, sich mit Apple zu vergleichen und etwa Lizenzgebühren zu zahlen, bevor Samsungs eigene Klagen gegen Apple Auswirkungen haben könnten.

Patentklage gegen OS X - Experte vermutet LG als Strippenzieher

Die bisher unbekannte Firma OSS hat an einem Gericht im US-Bundesstaat Florida eine Patentklage gegen Apple eingereicht, mit dem Vorwurf, dass OS X eine durch das US-Patent 6,434.696 geschützte "Methode zum schnellen Booten eines Computersystems" verletze. Der Patentexperte Florian Müller vermutet, dass im Hintergrund der koreanische Hersteller LG die Strippen ziehe und eine weitere Eskalation des Patentstreits zwischen Apple und der Android-Plattform drohe, die in Florida eingereichte Klage sei nur ein Stellvertreterkrieg. Das fragliche Patent hatte im Jahr 1999 ursprünglich LG in Korea zugesprochen bekommen, nach mehreren Besitzerwechseln sei es bei der erst vor acht Monaten gegründeten Firma OSS gelandet, über die so gut wie nichts bekannt sei. Müller spekuliert, LG wolle mit der Klage einen Warnschuss abgeben oder bereite einen ausführlichen Streit um Softwarepatente rund um mobile Plattformen vor. Die gegenseitigen Klagen von Apple und Samsung, die mittlerweile in neun Ländern verhandelt würden, stünden dabei Pate. Die Klage von OSS fordert Schadensersatz und ein Verkaufsverbot für Apple-Produkte, die das Patent verletzen. Gegenüber unseren Kollegen der Computerworld wollten die Anwälte von OSS keine Auskunft geben.

Twitter übernimmt Bagcheck

Twitter übernimmt den Online-Service Bagcheck, berichtet der IDG News Service. Bagcheck bietet seinen Nutzern die Möglichkeit. Listen zu ihren Interessen zu sammeln und gemeinsam zu nutzen, ein virtueller Blick etwa in die Kameratasche oder das Medizintäschchen voller Erkältungsmittel.

Was Twitter mit dem Dienst plant, ist nicht klar, zunächst werde man Bagcheck jedoch unverändert weiter laufen lassen. Mit Bagcheck übernimmt Twitter auch einen der Gründer Sam Pullara, der bereits als Chef-Ingenieur bei Yahoo gearbeitet hatte. Über die Kosten der Übernahme hat Twitter nichts bekannt gegeben.

Facebook bringt Messenger für das iPhone

Facebook reagiert auf die Herausforderung von Google+ mit einer App für das iPhone, einige Android-Varianten und Blackberry. Die App Messenger for Mobile bringt wie das Angebot Huddle von Google+, das nur für Mobiltelefone zur Verfügung steht, eine Art Gruppen-MMS auf das Telefon. Wie Huddle erlaubt die App von Facebook den Austausch von Nachrichten innerhalb einer definierten Gruppe, optional lassen sich Ortsinformationen hinzufügen. An den Unterhaltungen können auch Besitzer herkömmlicher Mobiltelefone teilnehmen, sie müssen dazu SMS nutzen. Facebook Messenger ist kostenlos und setzt mindestens iOS 4 voraus.

Thalia übernimmt eBook-Spezialisten Textunes

Der Buchhändler Thalia erwirbt mit der Textunes GmbH nach eigener Aussage einen der führenden Anbieter von eBooks und eBook-Apps. Damit will Thalia im Rahmen ihrer "Smart-Reading-Strategie" neue Maßstäbe im Bereich digitales Lesen setzen. Die Entwicklung des eReading-Marktes in Deutschland hat im vergangenen Jahr deutlich an Fahrt aufgenommen. 2010 machten eBooks bereits 5 Prozent des Gesamtumsatzes am Downloadmarkt aus, teilt Thalia in einer Pressemeldung mit. Durch den Verkauf elektronischer Bücher wurde demnach ein Umsatz von 21,2 Millionen Euro generiert. Dies ist Grund genug für Thalia, ihre Position im deutschen eReading-Markt mit der Übernahme von Textunes weiter auszubauen. Die Textunes GmbH entwickelt und betreibt eine eBook-Plattform für Smartphones und Tablet-Computer verschiedener Systeme und Hersteller. Dabei sollen eBook-Shop, Lesesoftware und Community zu einer idealen User-Experience in einer App verbunden werden. Neben klassischen eBooks, die im Wesentlichen Texte abbilden, bietet Textunes seinen Kunden besonders beliebte Enhanced eBooks an, wie zum Beispiel Comics, Text-Audio-Bücher und interaktive Ratgeber. Kunden können eBooks über die eigene Textunes-Plattform lesen und kaufen und sich mittels Community- und Social Reading-Funktionen untereinander über literarische Vorlieben und Anschaffungen austauschen. Das 2009 gegründete Unternehmen kooperiert mit über 300 Verlagen und gehört zu den führenden Anbietern im deutschen eBook-Markt. "Seit dem Launch unseres eigenen eReaders OYO im Oktober 2010 konnten wir uns erfolgreich als einer der führenden Anbieter im Markt für Digitales Lesen in Deutschland etablieren. Mit unserer ’Smart-Reading-Strategie’ setzen wir diesen Weg nun konsequent fort", erläutert Michael Busch, Geschäftsführer der Thalia Holding, die strategische Herangehensweise. Smart Reading heiße für Thalia nicht nur, dass die Kunden den Content frei wählen können. Ihnen solle zukünftig auch die Wahl des Endgerätes, auf dem sie digitale Inhalte lesen, überlassen werden. Textunes-Geschäftsführer Volker Oppmann resümiert: "Thalia und Textunes ergänzen sich perfekt, und mit eigenem eReader, eReading-App und der Beratung und dem Service in den stationären Buchhandlungen sind wir für einen langfristigen Erfolg ideal aufgestellt". Die Akquisition der Textunes GmbH durch die Thalia Holding erfolgte zum 1. August 2011. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

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