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Mittwoch, 14. Juli

14.07.2010 | 00:00 Uhr

Analyst: Rückruf von iPhone 4 würde 1,5 Milliarden US-Dollar kosten +++ Microsoft kopiert Mobile Me für Windows Phone 7 +++ New Yorker beansprucht 84 Prozent von Facebook für sich +++ Lacie Xtreme Key hält Extrembedingungen aus +++ Intel mit Rekordquartal +++ MP3 feiert 15. Geburtstag +++ Informationen im Netz: Vielzahl ist nicht Vielfalt +++ AAPL verliert deutlich

Morgenmagazin: Wolken
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Analyst: Rückruf von iPhone 4 würde 1,5 Milliarden US-Dollar kosten

Das Problem mit der Antenne des iPhone 4 könnte Apple teuer zu stehen kommen, fürchtet der Bernstein-Analyst Tony Sacconaghi. Zwar sei eine Rückrufaktion "höchst unwahrscheinlich", doch hat der Finanzexperte vorsichtshalber schon einmal die Kosten dafür berechnet. Bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar würde Apple eine derartige Aktion kosten, die Rufschädigung gar nicht erst eingerechnet. Sacconaghi hält es daher für deutlich wahrscheinlicher, dass Apple betroffenen Kunden kostenlose iPhone-Hüllen aushändigen würde. Ein "Bumper" oder ein anderer Isolator am Antennenband verhindert die Verschlechterung des Empfangs, fasst man das iPhone 4 links unten an. Kostenlose Hüllen könnte Apple sofort ausliefern und damit eine rasche Reaktion auf die vernichtende Kritik des Consumer Reports zeigen, meint der Analyst. Die finanziellen Belastungen wären irrelevant. Die Verbraucherorganisation Consuer Reports - etwa der Stiftung Warentest vergleichbar - hatte in seinen iPhone-Tests das Empfangsproblem nachstellen können und rät in seinem Testurteil vom iPhone 4 ab. Gerüchten zufolge hatte Apple bereits einige Firmenkunden mit kostenlosen Bumpers ausgestattet.

Microsoft kopiert Mobile Me für Windows Phone 7

Microsoft hat weitere Details für sein kommendes mobiles Betriebssystem Windows Phone 7 genannt - die in der Vergangenheit häufig erhobenen Plagiatsvorwürfe dürften wieder laut werden. Denn was Microsoft in seinem Windows Phone Blog beschreibt, gleicht Apples Service Mobile Me bis auf’s Haar. Windows Phone Live soll demnach Termine, Adressen, Notizen und Fotos zwischen Dektop und Smartphone synchronisieren, Anwendern erhalten 25 GB Speicherplatz auf Microsofts Skydrive. Ein Service "Find My Phone" soll verloren gegangene Handys anhand derer Ortungsdaten wieder aufspüren, sensible Daten können aus der ferne gelöscht werden.

Windows Phone 7 soll laut dem Produktmanager Aaron Woodman noch "in diesem Sommer" herauskommen, zunächst in den fünf Sprachen englisch, französisch, spanisch, italienisch und deutsch. Der zugehörige Windows Phone Marketplace soll zunächst in 17 Ländern erreichbar sein.

New Yorker beansprucht 84 Prozent von Facebook für sich

Der New Yorker Paul D. Ceglia behauptet, dass ihm 84 Prozent der Anteile am sozialen Netzwerk Facebook zustehen, berichtet das Wall Street Journal. Ceglia beruft sich dabei auf einen angeblichen Vertrag mit dem Facebook-Gründer Mark Zuckerberg aus dem Jahr 2003. Darin sei Ceglia beauftragt, unter dem Arbeitstitel "The Face Book" eine Website zu bauen, die wie ein Live-Jahrbuch funktioniere. Ceglia seien 1000 US-Dollar Lohn sowie 50 Prozent der Anteile an der neuen Firma versprochen, jeden Monat nach dem Termin 1. Januar 2004 kämen ein weiterer Prozentpunkt hinzu, bis die Arbeit abgeschlossen sei. Die Echtheit des Vertrages ist umstritten, der Autor des Buches The Facebook Effect, David Kirkpatrick, hat gezeigt, dass Mark Zuckerberg die ursprüngliche Domain thefacebook.com für die Seite erst am 11. Januar 2004 registrierte. Die Entwicklung müsse irgendwann spät im Jahr 2003 oder früh im Jahr 2004 begonnen haben. Das oberste Gericht des Staates New York beschäftigt sich nun mit dem Fall und hat bereits die Verfügung erlassen, dass Facebook keine Anteile verkaufen dürfe, bis der Fall geklärt ist.

Lacie Xtreme Key hält Extrembedingungen aus

Der Speicherspezialist Lacie hat mit dem externen USB-Flash-Drive ein Speichermedium vorgestellt, das extreme Bedingen aushalten soll. Das zylinderförmige Gehäuse aus einer Legierung aus Zink, Aluminium, Magnesium und Kupfer - Lacie nennt das Zamac - hält extremen Druck aus und kann sich etwa von einem 10-Tonner überrollen lassen oder Wassertiefen bis zu 100 Meter ertragen. Stürze aus fünf Meter Höhe stellen für den Xterme Key ebenso wenig ein Problem dar wie Temperaturen bis zu 200 und bis zu minus 50 Grad Celsius. Das Laufwerk mit USB-2.0-Schnittstelle ist ab August im Handel und kostet in Kapazitäten von 8 GB bis 64 GB ab 50 US-Dollar. Die Lese- und Schreibgeschwindigkeit für den Xteme Key gibt der Hersteller mit 40 respektive 30 Mbps an.

Intel mit Rekordquartal

Der wiedererstarkte PC-Markt hat dem weltgrößten Chiphersteller Intel sein bisher bestes Quartal beschert. Der Umsatz stieg von April bis Juni im Jahresvergleich um 34 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar (8,5 Mrd. Euro). Das Unternehmen verbuchte dabei einen satten Gewinn von 2,9 Milliarden Dollar nach einem Verlust von knapp 400 Millionen Dollar vor einem Jahr, wie Intel am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Allerdings hatte damals eine Milliarden-Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission die Quartalsbilanz verhagelt. Intel hatte nach einer Beschwerde des Konkurrenten AMD knapp 1,45 Milliarden Dollar zahlen müssen. Die aktuellen Zahlen seien die besten Quartalsergebnisse in der 42-jährigen Geschichte des Unternehmens, hieß es. Intel rechne auch für die kommenden Monate mit einer starken Nachfrage, sagte Konzernchef Paul Otellini.

Intel war wie viele andere Technologie-Unternehmen von der globalen Wirtschaftskrise ausgebremst worden. Vor allem Unternehmen schoben die Erneuerung ihrer Computer-Bestände auf, Intel verkaufte entsprechend weniger Prozessoren. Seit der zweiten Hälfte 2009 geht es wieder aufwärts, auch Firmen holen Investitionen nach. Einige Analysten sehen jedoch inzwischen wieder Risiken durch die Konjunktur, vor allem angesichts möglicher Folgen der Euro-Probleme in Europa.

Intel als mit Abstand weltgrößter Chip-Produzent mit einem stabilen Marktanteil bei rund 80 Prozent gilt als ein Barometer für die Technologie-Branche. Die Saison der Berichte zum zweiten Quartal geht gerade erst los, Intel sorgt damit für einen optimistischen Ton. Die tragende Säule von Intel bleibt das Geschäft mit PC-Chips, in dem der Umsatz gut ein Drittel auf 6,15 Milliarden Dollar anstieg. Es ist auch die Geldmaschine des Konzerns. Von dem operativen Gewinn von knapp vier Milliarden Dollar kamen 3,43 Milliarden aus der PC-Sparte.

Dieses Verhältnis zeigt auch, wie sehr das Schicksal von Intel mit dem Personal Computer verbunden ist. Der Chip-Gigant konnte bisher nicht ausreichend vom Boom der Smartphones profitieren: In den High-Tech-Handys kommen größtenteils Prozessoren von Rivalen wie ARM zum Einsatz, Intels Chips gelten als zu stromhungrig. Seit diesem Jahr versucht Intel, über eine Kooperation mit dem weltgrößten Handy-Hersteller Nokia Fuß im Mobilfunk-Markt zu fassen. Die beiden Technologie-Riesen wollen eine eigene System-Plattform unter dem Namen MeeGo etablieren. (dpa)

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