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Mittwoch, 14. Oktober

14.10.2009 | 06:00 Uhr

App Store: Entwickler reservieren vorsorglich massenhaft App-Namen +++ Microsoft verlängert den Support für Office 2004 +++ Palm Pre greift das iPhone an +++ Cloud Computing ist nicht automatisch unsicher +++ Deutsche entscheiden sich zunehmend für Mobilrechner +++ AAPL lässt leicht nach

Morgenmagazin: Herbstbaum
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App Store: Entwickler reservieren vorsorglich massenhaft App-Namen

Viele Entwickler zeigen im App Store ein Verhalten, das an Pauschaltouristen am Club-Pool erinnert. Sie reservieren massenhaft Namen für Apps, die es noch nicht gibt und womöglich nie geben wird. Wenn ein Name im App Store einmal vergeben ist, kann keine zweite App mit dem gleichen Namen angemeldet werden. Ein besonderer Umstand macht dies besonders heikel.

Im App Store können Namen reserviert sein, ohne dass es eine App mit diesem Namen im App Store gibt. So können Entwickler erst dann feststellen, ob der Name noch frei ist, wenn sie das Programm in den App Store einreichen wollen. Es reicht nicht, einfach im App Store nach dem Namen zu suchen. Dies liegt an der Lücke, die die Namenssammler ausnutzen. Um einen Namen zu reservieren reicht es, wenn man nur zum Schein eine App einreichen will und die Prozedur auf halber Strecke stehen lässt. Diese angefangene Zulassung kann man unendlich lange in der Schwebe lassen, ohne tatsächlich ein Programm hochzuladen. Der Name bleibt dennoch belegt. Dazu gibt man Name und Daten ein, klickt allerdings den Knopf an, dass man den Programmcode erst später hochladen will.

Diese Unsicherheit zwingt widerum Entwickler dazu, sich den Namen eines Projektes vorab zu sichern, um nicht nach der Programmierung eine App entwickelt zu haben, deren Name schon belegt ist. Gleichzeitig greifen viele schwarze Schafe alle interessanten und wichtigen Namen massenhaft ab. Dies ähnelt den Domainhändlern, die interessante Webadressen registrieren, parken und später gewinnbringend verkaufen wollen. Die Programmierer der Firma "Atomic Antelope" halten die App-Store-Samller sogar für schlimmer: "Man kann nicht einmal mit ihnen verhandeln, da man nicht weiß, wer sie sind und wo sie sind", sagten sie gegenüber der Webseite recombu.com.

Microsoft verlängert den Support für Office 2004

Microsoft will Office 2004 bis zum Jahr 2012 unterstützen. Normalerweise beträgt die Supportzeit etwa fünf Jahre. Viele Nutzer verwenden am Mac immer noch Office 2004, weil dessen Nachfolger Office 2008 kein VBA (Visual Basic) unterstützt. Diese Skriptsprache ist für Erweiterungen sowie VBA-Macros nötig, wie sie in vielen Firmen verwendet werden. Mit der nächsten Version von Office für Mac-OS X soll VBA wieder Einzug halten.

Reguläre wäre die Unterstützung für Office 2004 am 13. Oktober 2009 ausgelaufen. Microsoft beruhigt besorgte Nutzer mit einem Blog-Eintrag in dem das Unternehmen die Verlängerung ankündigt. Jetzt wird Microsoft bis zum 10. Januar 2012 Support für Office 2004 anbieten. Der Nachfolger von Office 2008 soll Ende 2010 erscheinen. Auf die Supportdauer anderer Produkte habe die Änderung keinen Einfluss. Microsft hält an seiner Fünfjahres-Politik fest.

Palm Pre greift das iPhone an

Die deutsche Telefonica-Tochter O2 hat am Dienstag den Verkauf des neuen Smartphones Palm Pre gestartet. Mit dem Spitzenmodell des Taschen-Computerspezialisten Palm will O2 dem iPhone von Apple, aber auch anderen Anbietern Konkurrenz machen. Im Gegensatz zum iPhone bei T-Mobile kann der Palm Pre bei O2 ohne Mobilfunkvertrag gekauft werden.

"Mit der Vermarktung des Palm Pre ohne Netzsperre gehen nicht wir ein Risiko ein", sagte O2-Chef Rene Schuster der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Unsere Wettbewerber, die ihre Smartphones abschließen und ihren Kunden misstrauen, riskieren viel, wenn sie sich nicht ebenfalls öffnen werden."

Der Palm Pre war von einem Team um den ehemaligen Apple-Manager Jon Rubinstein entwickelt worden. Der heute 53 Jahre alte Informatiker hatte bei Apple 1997 die Entwicklung des iMac verantwortet und war dann bis 2006 für das Geschäft mit dem Musikplayer iPod zuständig.

Palm galt vor der Vorstellung des Pre im Januar 2009 auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas als angeschlagen, da die Geschäfte mit älteren Modellreihen schlecht liefen. Der Aktienkurs von Palm stieg seitdem von 3 Dollar auf inzwischen mehr als 17 Dollar. Rubinstein hat mittlerweile auch die Position des Chief Executive Officers (CEO) bei Palm übernommen.

"Wir haben 2007 mit der Transformation von Palm begonnen und diesen Prozess inzwischen weitgehend abgeschlossen", sagte Palm-Chef Rubinstein. "Nun geht es darum, die Resultate zu zeigen und zusammen mit unseren Partnern die Marke Palm wieder ins Rampenlicht zu rücken." In den USA hat Palm inzwischen mit dem kleineren Smartphone Pixi ein zweites Modell mit dem Handy-Betriebssystem Web OS angekündigt, das zum kommenden Weihnachtsgeschäft auf den Markt kommen soll. "Wir denken in Produktfamilien, damit die Verbraucher zwischen verschiedenen Modellen auswählen können", sagte Rubinstein.

Für die deutsche Telefonica-Tochter O2 gehört der Marktstart des Palm Pre zur Strategie, sich von reinen Telekommunikationsleistungen unabhängiger zu machen: "Wir werden Telefonica und O2 zum 'Home of the Smartphone' und zu einer digitalen Firma entwickeln, die nicht nur Telekommunikationsdienstleistungen anbietet", sagte O2-Chef Rene Schuster der dpa. "Wir teilen mit Palm die Vision, dass man mit einem Smartphone viel mehr machen kann als nur zu telefonieren." Telefonica könne mit diesem Angebot insgesamt 600 Millionen Menschen in den zugänglichen Märkten erreichen.

Obwohl Palm in Deutschland die Vertriebsrechte für den Pre allein an O2 vergeben hat, wird das Smartphone auch bei Simyo, einer Discount-Marke des O2-Wettbewerbers E-Plus, und anderen Online-Läden angeboten. "Es handelt sich nicht um Re-Importe. Wir kaufen aus Quellen in Deutschland", sagte Christopher Deecke, Geschäftsführer der etronixx Trading GmbH in Hamburg, die den Online-Handy-Shop auf der Simyo-Website und das Angebot mobileJoker.de betreibt. Bislang gebe es keine Vertriebsbeschränkungen.

Bei O2 sieht man dies anders: "In Deutschland sind wir der exklusive Vermarktungspartner für den Palm Pre", betonte O2-Chef Schuster. "Über den indirekten Kanal können auch Wettbewerber Geräte in kleinen Stückzahlen beziehen. Ob wir das unterbinden, hängt davon ab, welches Ausmaß dieses Geschäft annehmen wird." O2 bietet den Palm Pre ohne Vertrag für 481 Euro an. Bei etronixx kostet der Pre 495 Euro. (dpa)

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