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Mittwoch, 19. Oktober

19.10.2011 | 00:00 Uhr

Apple legt erneut Rekordbilanz vor - Börse enttäuscht +++ Rekordverkäufe für Mac und iPad +++ iPhone legt stark zu +++ iPod verliert deutlich - Marktanteil bleibt stabil +++ Behörden schließen Fabrik - Gehäuse für Macbooks werden knapp +++ iPhone 4S nur gegen Vorbestellung +++ Projektion statt Bildschirm: NEC bringt Mini-Computer Tele Scouter +++ Siri - die Dame hat Humor +++ Echt oder erfunden? - iPhone 4S ertappt Ehefrau beim Fremdgehen +++ Tipp: Touchscreen-Tastatur am iPad einschalten +++ App-Test: Pimp - Netzbetreiber identifizieren

Aufmacher Apple Bilanz
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Apple legt erneut Rekordbilanz vor - Börse enttäuscht

Apple hat im vierten Quartal seines Geschäftsjahres 2010/2011 erneut eine Rekordbilanz vorgelegt. Der Umsatz betrug im Berichtszeitraum 28,27 Milliarden US-Dollar, an Gewinn fuhr Apple 6,62 Milliarden US-Dollar oder 7,05 US-Dollar pro Aktie ein. Vor einem Jahr hatte Apple bei einem Umsatz von 20,34 Milliarden US-Dollar noch 4,31 Milliarden US-Dollar oder 4,64 US-Dollar pro Aktie verdient. Gegenüber dem Vorjahr legte Apple um 38 Prozent beim Umsatz und um 52 Prozent beim Gewinn zu. Wall Street zeigte sich jedoch enttäuscht, die Analysten waren von einem Umsatz von 29,69 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn pro Aktie von 7,39 US-Dollar ausgegangen. Seine eigene Prognose von 25 Millairden US-Dollar Umsatz und 5,50 US-Dollar Gewinn pro Aktie hatte Apple jedoch übertroffen. Im nachbörslichen Handel gab die Apple-Aktie deutlich nach und rutschte um fast 30 US-Dollar oder 6,7 Prozent auf rund 393 US-Dollar ab. Zuvor war AAPL jedoch um 0,54 Prozent oder 2,25 US-Dollar auf den Schlusskurs von 422,24 US-Dollar geklettert.

Während iPhone und iPad kräftig zulegten und Apple mit annähernd fünf Millionen Macs so viele wie noch nie zuvor in einem Quartal verkaufte, gingen die Verkaufszahlen für den iPod gegenüber Vorjahr um 27 Prozent zurück, Apple setzte nur noch 6,62 Millionen Musikplayer ab.

Im Berichtszeitraum, der am 24. September endete, verkaufte Apple mit 4,89 Millionen Macs 26 Prozent mehr Rechner als vor einem Jahr und so viele wie noch niemals zuvor. Der bisherige Rekord von 4,1 Millionen Geräten datiert aus dem letzten Weihnachtsgeschäft. Laut Apple wächst der Mac sechs mal so stark wie IDC den PC-Markt insgesamt zulegen sieht. Portable machen 74 Prozent des Rechnergeschäftes aus, im Sommer hatte Apple mit dem Macbook Air ein überarbeitetes Modell herausgebracht. Die 1,278 Millionen verkauften Desktops stellen für Apple jedoch ebenso einen Rekord dar, den iMac hatte Apple zuletzt im Mai aktualisiert. In der Bilanzpressekonferenz bestätigte Apples Finanzchef Peter Oppenheimer, dass Mac-Anwender das neue Betriebssystem OS X Lion seit dessen Start im Juli rund sechs Millionen Mal aus dem Mac App Store geladen haben.

Wie der Mac blickt auch das iPad auf ein Quartal mit Rekordverkaufszahlen zurück, Apple verkaufte 11,2 Millionen Tablets und damit 106 Prozent mehr als im Jahr 2010. Apple hatte im Sommer das iPad in 28 weiteren Ländern in den Handel gebracht, mittlerweile ist es in 90 Ländern erhältlich. Der Tabletmarkt biete Apple laut Oppenheimer "großartige Chancen". Auch Apple-CEO Tim Cook schärfte den an der Telefonkonferenz angeschlossenen Analysten ein, in welche Richtung sich der Markt entwickle: "Es ist ziemlich klar, wenn man in die Zukunft schaut, wird der Tablet-Markt größer als der PC-Markt sein". Das iPad nehme zwar auch dem Mac den ein oder anderen Käufer weg, ziehe aber vor allem Kundschaft von anderen Plattformen in Apples Universum. Der Umsatz mit dem iPad betrug im Septemberquartal 6,9 Milliarden US-Dollar. Trotz zunehmender Konkurrenz im Segment zeigt sich Apple optimistisch, seine Marktführerschaft behaupten zu können.

Keinen absoluten Verkaufsrekord setzte das iPhone im Berichtszeitraum, legte gegenüber dem Vorjahr aber deutlich zu. Die 17,07 Millionen verkauften Geräte bedeuten einen Zuwachs von 21 Prozent gegenüber Vorjahr. Im zweiten Quartal hatte Apple 20,34 Millionen iPhones verkauft, Analysten rechneten für das Septemberquartal mit 18 bis 20 Millionen Stück. An Umsatz bilanzierte Apple für das iPhone knapp unter 11 Milliarden US-Dollar, im Vorjahr waren es noch 8,8 Milliarden US-Dollar gewesen. Das neue iPhone 4S brachte Apple erst im laufenden Quartal auf den Markt, die vier Millionen am ersten Wochenende verkauften Telefone lassen auf einen neuen Rekordwert schließen, wie Tim Cook hofft. Oppenheimer räumte ein, dass die im Vorfeld der Premiere des neuen Telefons kursierenden Spekulationen dem iPhone-Abverkauf ein wenig geschadet hatten. Apple habe auch selbst gebremst und auf das iPhone 4S gewartet, um neuen Providern das iPhone zum Verkauf zu geben. Erst mit dem iPhone 4S kommt in den USA Sprint zum Zuge. Details zum Patentstreit mit Samsung um iPhone und iPad wollte Cook auf Nachfragen der Journalisten nicht nennen, entschloss sich aber zu einer allgemeinen Aussage: "Wir geben eine Menge Geld und Ressourcen aus, um unglaubliche Innovationen zu bringen. Wir mögen es nicht, wenn die jemand anderes sich nimmt. Das ist der Grund, warum wir leider vor Gericht gezwungen wurden, um dem Abhilfe zu verschaffen."

Der iPod, der einst mit Traumwachstumsraten glänzte und dann jahrelang sich stabil rund zehnmillionenfach pro Quartal verkaufte (im Weihnachtsgeschäft doppelt so oft) verliert weiter an Boden - in absoluten Zahlen. Im zurückliegenden Quartal verkaute Apple nur noch 6,6 Millionen Musikplayer, im Vorjahr waren es noch 9,1 Millionen Stück gewesen. Dennoch sind die Zahlen laut Peter Oppenheimer über den Erwartungen Apples, das weiterhin 70 Prozent der Marktanteile hält. Zudem seien die Hälfte der verkauften Geräte die margenträchtigen iPod Touch gewesen, erklärte Oppenheimer. Mit iTunes setzte Apple 1,5 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal um, was ebenso Rekord sei. Insbesondere hob Oppenheimer den Bookstore heraus, 180 Millionen Downloads habe dieser in drei Monaten gezählt.

Sein Retail-Geschäft baut Apple weiter aus, 30 neue Stores eröffneten im Berichtszeitraum, unter anderem die Läden in Augsburg und Hamburg. China werde für Apple immer wichtiger, noch 2009 habe das Land nur zwei Prozent zur Bilanzsumme beigetragen, mittlerweile seien es zwölf Prozent. Die Apple Stores haben 3,6 Milliarden US-Dollar umgesetzt und 1,1 Millionen Macs verkauft - laut Oppenheimer die Hälfte davon an Neukunden.

Dem verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs hatte Tim Cook seine einführenden Worte zur Bilanzpressekonferenz gewidmet: "Die Welt hat einen visionären und faszinierenden Menschen verloren. Steve war ein großartiger Anführer und Mentor… Sein Geist wird immer das Fundament Apples sein und wir sehen uns verpflichtet, die faszinierende Arbeit fortzuführen, die er so liebte."

Behörden schließen Fabrik - Gehäuse für Macbooks werden knapp

Der Ansturm auf das iPhone 4S führt zu Rationierungsmaßnahmen in den Apple Stores, knapp könnten jedoch bald auch Macbook Pro und Macbook Air werden, berichten unsere Kollegen von Computerworld. Der taiwanesische Zulieferer Catcher Technology habe eine seiner Fabriken in Suzhou im Osten Chinas auf behördlich Anordnung schließen müssen, "seltsame Gerüche" habe die Manufaktur ausgedünstet. Catcher stellt dort 60 Prozent aller "Unibody"-Gehäuse für Macbook Pro und Macbook Air her, die restlichen 40 Prozent bezieht Apple von der Foxconn-Tochter Hon Hai. Auch der Vorrat an Zubehör für das iPad 2 könnte von der Schließung betroffen sein, erklärt Brian White, Analyst von Ticonderoga Securities, denn Catcher stelle auch Komponenten für das Smart Cover des aktuellen iPad her.

Gegenüber dem Wall Street Journal räumt Catcher-Präsident Allen Horng Probleme ein. Die Kunden habe man gebeten, die hinderlichen Umstände bei der Beschaffung von Komponenten zu berücksichtigen. Im Oktober können man nur 20 Prozent weniger Auftragsarbeiten ausliefern, im November 40 Prozent weniger als normal.

White fürchtet, der Ausfall der Catcher-Fabrik könnte auch Auswirkungen auf eine neue Macbook-Pro-Reihe haben, die unmittelbar bevorstehe.

Eine Naturkatastrophe beschäftigt die IT-Industrie von anderer Seite: Wegen des verheerenden Hochwassers in Thailand könnte SSD-Speicher knapp werden. Apple-CEO Tim Cook räumte gestern das potentielle Problem ein, konnte jedoch keine Einschätzung geben, wie stark Apple betroffen sein werde.

iPhone 4S nur gegen Vorbestellung

Das iPhone 4S wird wieder einmal knapp. Der Apple Store Online nennt als Liefertermin "1 - 2 Wochen", wer spontan einen der sieben deutschen Apple Stores betritt, um ein iPhone 4S ohne Vertrag zu kaufen, hat Pech: Apple besteht auf eine vorherige Reservierung. Diese kann man aber erst ab 21 Uhr beim Apple Store seiner Wahl über Apples Website abgeben und dann am Folgetag sein Telefon abholen, beschreibt Apple auf seiner Website . Wer im Apple Store ein iPhone 4S mit Vertragsbindung kaufen will, kann dies spontan erledigen.

Hierbei gilt das Prinzip "First come - first Serve" - wenn der Laden ausverkauft ist, muss man auf den nächsten Tag hoffen. Die beim Provider vorbestellten iPhone 4S kommen nun allmählich bei den Kunden an.

Projektion statt Bildschirm: NEC bringt Mini-Computer Tele Scouter

Eye-Computer statt iPad: Der japanische Hersteller NEC stellt mit dem Tele Scouter die Weiterentwicklung eines Konzeptrechners aus dem Jahr 2009 vor. Anstatt eines Bildschirms verwendet der tragbare Minicomputer ein Headset, das Inhalte direkt auf das Auge des Betrachters projiziert. Das Bild des von Brother entwickelten "Air Scouter" erscheine dem Nutzer wie ein 16-Zoll-Display mit 800 mal 600 Bildpunkten aus einem Meter Entfernung betrachtet, berichten unsere Kollegen von Macworld UK. Einsetzen lasse sich das System etwa in Fabriken oder an anderen Industriearbeitsplätzen, Instruktoren könnten Anleitungen per Video auf die "Bildschirme" ihrer Arbeiter schicken, die neben den Projektionen aber noch ausreichend Sichtfeld für die reale Welt bleibt. Mit der Zentrale kommunizieren können die vom Tele Scouter instruierten Arbeiter auch per Mikrophon und Kopfhörer, die in das Headset eingelassen sind. Der Einsatz zu Unterhaltungszwecken in einer erweiterten Realität (augmented reality) ist zudem denkbar. Der Computer selbst ist etwa so groß wie ein dickes Taschenbuch, zusammen mit dem Headset wiegt er 430 Gramm. Als Betriebssystem kommt Windows CE für eingebettete Geräte zum Einsatz, der 500 MHz schnelle ARM-Prozessor komme für vier Stunden mit einer Akkuladung aus. Die Kosten für den Tele Scouter gibt NEC mit rund 5.000 US-Dollar an, die Administrationssoftware soll rund 25.000 US-Dollar kosten.

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