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Mittwoch, 20. Mai

20.05.2009 | 00:00 Uhr

Analyst: Macs bald bei Walmart +++ Apple erhält mehrere Patente +++ Western Digital bringt Strom sparende 2TB-Festplatte +++ Automatische Übersetzung in Googlemail +++ Jonathan Ive als kreativster Kopf der Industrie geehrt +++ HP streicht mehr als 6000 Jobs +++ Mobilfunkkonzern Vodafone schielt auf HanseNet +++ Smartphone Palm Pre startet in den USA am 6. Juni +++ AAPL leicht im Plus

Morgenmagazin: Rosen
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Analyst: Macs bald bei Walmart

Die Discount-Handelskette Walmart will in den USA in seinen Märkten Platz für Apple-Produkte schaffen, behauptet der Analyst Ben Reitzes von Barclays Capital. Der Retailer will insgesamt sein Elektronik-Angebot ausweiten, nachdem die Verkäufe von TV-Geräten nach der Insolvenz von Circuit City zurückgegangen sind. In den Elektronikbereichen der Walmart-Märkte sollen mehrere "Markenwelten" entstehen, neben den der TV-Hersteller auch welche für Apple und Nintendo. Rund 3.500 Filialen der Kette sollen die Umstrukturierungen erfahren. Walmarts haben bisher von Apple lediglich iPods und iPhones verkauft, Reitzes rechnet jedoch damit, dass die Kette zukünftig auch Macs und Mac-Zubehör im Angebot haben werde. Apple mit seinen derzeit weniger als 10.000 Verkaufsstellen weltweit werde bedeutend davon profitieren, zumal viele Walmarts in ländlichen Gegenden fernab jeglicher Apple Stores zu finden sind. Das Hauptproblem sieht Reitzes jedoch im Walmart-Publikum, das eher nicht zu High-End-Produkten mit ihren höheren Preisen tendieren würde. Daher werde Walmart in seinen Läden sich vermutlich auf Apples Einsteigerrechner Macbook und Mac Mini konzentrieren.

Apple erhält mehrere Patente

Das US-Patent- und Markenamt hat Apple mehrere Patente zugesprochen, berichtet MacNN. Darunter ist ein Patent auf das generelle Design der Bombox iPod Hi-Fi, die Apple mittlerweile mangels Markterfolges eingestellt hat. Mehr anfangen kann das Unternehmen sicherlich mit dem Patent auf die Mighty Mouse, die Apple nun auch schon seit gut vier Jahren im Programm hat. Am spektakulärsten klingt jedoch ein Patent über ein integriertes Sensor-Display, das Apples Mitarbeiter Michael Uy bereits 2004 eingereicht hat. Die Technik beschreibt im Wesentlichen LCD-Bildschirme, in denen lichtempfindliche Sensoren integriert sind. Das Display kann so dermaßen auch zur Kamera werden. In zukünftigen Apple-Produkten wäre es also möglich, die Kamera direkt in den Bildschirm zu integrieren, Anwendungen wie Videotelefonie könnten so an Popularität gewinnen. Speziell für mobile Geräte wie das iPhone würden Designbeschränkungen wegfallen, Videotelefonie wäre möglich, ohne auf der Displayseite des Telefons Platz für eine Kamera schaffen zu müssen.

Western Digital bringt Strom sparende 2TB-Festplatte

Western Digital hat eine Festplatte mit 2 TB Kapazität vorgestellt, die mit Hilfe der vom Hersteller genannten Green-Power-Technologien bis zu 40 Prozent weniger Strom verbrauchen soll. Die WD20EVDS ist eine interne SATA-Platte, deren Betriebsgeräusch "Knapp an der Hörgrenze" sie vor allen Dingen für den Einsatz in Mediencentern und digitalen Videorekordern qualifizieren soll. Die Festplatte kostet 300 US-Dollar.

Automatische Übersetzung in Googlemail

Google hat eine kürzlich angekündigte Technologie für automatische Übersetzungen von E-Mails für die Anwender von Googlemail gestern nun frei geschaltet. Wie das Unternehmen bekannt gibt, übersetzt der Dienst Texte in 41 Sprachen. Google räumt ein, dass die Übersetzungstechnologie nicht perfekt sei, von fremdsprachigen Nachrichten soll der Empfänger aber damit wenigstens einen Eindruck des Inhaltes bekommen. Die neue Funktion ist noch unter dem "Labs"-Tab der Anwendung zu finden, unter dem Google neue und experimentelle Techniken bereit hält.

Jonathan Ive als kreativster Kopf der Industrie geehrt

Das Magazin Fast Company hat eine Liste der 100 kreativsten Köpfe der Industrie aufgestellt. Apples Vizepräsident für Design Jonatahn Ive belegte im Ranking den ersten Platz, die Jury lobte Ives Werk, das vom originalen iMac bis zu den Designs von heute Apple erst den Rang als globalen Trendsetter bescherte. Auf den zweiten Platz setzte die Jury Melinda Gates, die mit der Bill und Melinda Gates Stiftung versuche, Technologie zur Verbesserung von Bildungs- und Gesundheitssystemen weltweit einzusetzen. Auf dem neunten Platz steht ein alter Bekannter: Jon Rubinstein, bis 2006 Chef von Apples Hardwareentwicklung will nun bei Palm ähnliche Erfolge feiern.

HP streicht mehr als 6000 Jobs

Der weltgrößte PC-Hersteller Hewlett-Packard (HP) verschärft in der Wirtschaftskrise seinen Stellenabbau. Es sollen mehr als 6000 Arbeitsplätze gestrichen werden, hieß es am Dienstag nach einem starken Rückgang des Quartalsgewinns. Es geht um etwa zwei Prozent der Belegschaft. HP streicht bereits rund 24 000 Jobs im Zuge der Übernahme des IT-Dienstleisters EDS. Im vergangenen Quartal machte Hewlett Packard ein starker Umsatzrückgang bei Computern und Druckern zu schaffen.

Der Überschuss fiel in dem Ende April abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal um 17 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz schrumpfte um drei Prozent auf 27,4 Milliarden Dollar. Dabei glich das Service-Geschäft dank der EDS-Übernahme noch einen großen Teil der Rückgänge aus.

Das Geschäft in den bisher zentralen Bereichen Computer und Drucker lief für HP deutlich schlechter als vor einem Jahr. Das Unternehmen erklärte den Gewinnrückgang aber auch mit einer hohen einmaligen Belastung von 382 Millionen Dollar, die aus Abschreibungen, Restrukturierungskosten und Übernahme-Ausgaben bestand. Auch der wiedererstarkten Dollarkurs sorgte für negative Umrechnungs-Effekte. Bisher war HP eher glimpflich durch die Wirtschaftskrise gekommen. Der Umsatz der PC-Sparte fiel um ein Fünftel auf 8,1 Milliarden Dollar und das operative Ergebnis sank um 31 Prozent auf 374 Millionen Dollar. Die Rückgänge spiegeln vor allem den Trend zu günstigeren Mini-Notebooks wider, denn die Zahl der abgesetzten Geräte blieb laut HP stabil. Hewlett-Packard schnitt damit in den vergangenen Monaten immer noch besser ab als der Gesamtmarkt - nach Zahlen der Marktforscher von IDC war der weltweite PC-Absatz in den ersten drei Monaten 2009 um sieben Prozent gefallen.

Im Drucker-Geschäft schrumpften die Erlöse um 23 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar, der operative Gewinn sank auf 1,1 Milliarden Dollar von 1,2 Milliarden ein Jahr zuvor. Die Zahl der verkauften Drucker fiel sogar um 27 Prozent.

Die Wirtschaftskrise schlug auch auf die Sparte durch, die Server- und Speicherlösungen für Unternehmen anbietet. Der Umsatz brach um 28 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar ein, der operative Gewinn schmolz auf 250 Millionen Dollar zusammen nach 655 Millionen im Vorjahresquartal. Der Umsatz im Service-Geschäft wurde dagegen dank der EDS- Übernahme mit 8,5 Milliarden Dollar verdoppelt. Der operative Gewinn schoss auf 1,2 Milliarden Dollar hoch von 507 Millionen vor einem Jahr. Die Integration von EDS verlaufe schneller als geplant, hieß es. Für das laufende dritte Quartal rechnet HP bestenfalls mit stagnierenden Umsätzen und schlimmstenfalls mit einem Rückgang um zwei Prozent. Für das gesamte Geschäftsjahr wird bei den Erlösen ein Minus von vier bis fünf Prozent erwartet. (dpa)

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