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Mittwoch, 21. Juli

21.07.2010 | 00:00 Uhr

Apple bilanziert Rekordumsatz dank iPhone und iPad +++ 3,47 Millionen Macs verkauft +++ 8.4 Millionen iPhones und 3,27 Millionen iPads +++ iPod weiter leicht rückläufig +++ Apple antwortet auf Datenschutz-Anfrage des US-Kongresses +++ Indesign bekommt Tools für das iPad-Design +++ Art Text: Update ermöglicht Erstellen und Bearbeiten von Vektorformen +++ ARD winkt Online-Konzepte mit Einschränkungen durch +++ Noch kein Ergebnis bei Kartellgesprächen von Intel +++ Microsoft bringt Kinect für Xbox 360 in die Startlöcher

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Apple bilanziert Rekordumsatz dank iPhone und iPad

Apple meldet für das dritte Quartal seines Geschäftsjahres 2009/2010 eine Rekordbilanz. Vor allen Dingen das iPhone und der iPad sorgten für Umsatzzahlen in nie gekannter Höhe, die sogar jene aus dem letzten Weihnachtsgeschäft übertrafen. Im Berichtszeitraum, der Ende Juni endete, stieg der Gewinn Apples um 78 Prozent auf 3,25 Milliarden US-Dollar. Vor einem Jahr waren es erst 1,83 Milliarden Dollar gewesen. Der Umsatz schnellte um 61 Prozent auf 15,7 Milliarden Dollar hoch. Der Gewinn pro Aktie betrug 3,51 US-Dollar, 75 Prozent mehr als vor einem Jahr.

"Es war ein phänomenales Quartal, dass unsere Erwartungen rundum übertroffen hat", sagte Apple-CEO Steve Jobs am Dienstag Abend in Cupertino. Mit dem iPhone 4 hatte Apple den erfolgreichsten Produktstart der Firmengeschichte hingelegt. Zudem habe das iPad einen "wahnsinnigen Start" hingelegt und auch der Mac-Absatz sei so hoch wie nie zuvor. Zudem verwies Jobs in üblicher Weise auf "fantastische neue Produkte", die Apple noch in diesem Jahr bringen wolle.

Erneut hat Apple mehr Macs denn je verkauft, im dritten Quartal waren es mit 3,47 Millionen Stück 100.000 über dem bisherigen Rekordwert und 33 Prozent mehr als die 2,6 Millionen Einheiten des Vorjahres. Wie Apples Finanzchef Peter Oppenheimer betonte, ist der gesamte PC-Markt gegenüber dem Vorjahr nur um 22 Prozent gewachsen. Insbesondere hat Apple viele Laptops verkauft, 71 Prozent oder 2,47 Millionen Stück der verkauften Rechner waren Macbooks, Macbooks Pro und Macbooks Air. Vom Macbook und dem Macbook Pro hatte Apple im Berichtszeitraum jeweils neue Modelle vorgestellt. Der Mac haben zuletzt in 17 Quartalen in Folge ein stärkeres Wachstum als der Rest des Marktes gezeigt, dennoch sei der Marktanteil noch relativ niedrig, es bestehe also weiter großer Raum für Wachstum, erklärte Tim Cook.

Vom iPad hat Apple im dritten Quartal 3,27 Millionen Stück verkauft, 2,17 Milliarden US-Dollar Umsatz hatte dies in die Kassen Cupertinos gespült. Derzeit ist das iPad in zehn Ländern erhältlich neun weitere, darunter Österreich und die Niederlande, kommen am 23. Juli hinzu. Apple-COO vergleicht den Erfolg des iPad mit der Markteinführung des iPod vor bald neun Jahren. Damals haben man etwas mehr als 20 Monate gebraucht, um die erste Million Geräte abzusetzen, er iPad mache daher einen "phänomenalen Unterschied" aus. Der Markt, den das iPad definiere, sei "sehr groß", Apple strenge sich an, die Produktionskapazitäten zu erhöhen.

Auch die Kritik am Empfangsproblemen des iPhone 4 konnte den Siegeszug des iPhone nicht stoppen. Im gesamten Quartal verkaufte Apple 8,4 Millionen Smartphones, 61 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Die meisten waren aber noch iPhone 3GS, vom iPhone 4 hat Apple nach eigenen Angaben bisher 3 Millionen Stück verkauft - der erfolgreichste Produktstart der Firmengeschichte. Die Nachfrage sei so stark, dass Apple Probleme habe, die Bestellungen auszuliefern. Man arbeite hart daran, die Nachfrage zu stillen, verkaufe derzeit aber jedes Gerät, das man produziere. Umsatz hatte das iPhone 5,33 Milliarden US-Dollar in die Bilanz eingebracht.

Der iPod ist erstmals seit drei Jahren unter die Grenze von 10 Millionen verkauften Geräten gefallen. Im Berichtszeitraum wurde Apple 9,41 Millionen Player los, acht Prozent weniger als im Vorjahr. Außerhalb des Weihnachtsgeschäftes entwickelt sich das iPod-Geschäft schon länger leicht rückläufig. Traditionell stellt Apple Anfang September neue Geräte vor. Große Sorgen macht Apple die Entwicklung nicht, in den USA halte man weiterhin 70 Prozent des Marktes. Der iPod Touch lege nach wie vor zu - für den Herbst darf man auf einen neues Modell im Look des iPhone 4 hoffen.

Apple übertraf mit seinen Zahlen die schon hohen Erwartungen der Analysten. Die Aktie sprang nachbörslich um vier Prozent hoch - bis Börsenschluss hatte das Papier bereits 6,31 US-Dollar oder 2,57 Prozent zugelegt und war mit 251,89 US-Dollar aus dem Handel gegangen.

Finanzchef Peter Oppenheimer deutete bereits ein neues Rekordquartal an. Von Juli bis September soll der Umsatz auf rund 18 Milliarden Dollar steigen. Auch der Gewinn soll mit etwa 3,44 US-Dollar je Aktie wieder im Spitzenbereich herauskommen Das Unternehmen ist für seine zurückhaltenden Prognosen bekannt und übertrifft sie regelmäßig.

Apple antwortet auf Datenschutz-Anfrage des US-Kongresses

Apple hat auf eine Anfrage des US-Kongresses mit ungewöhnlicher Ausführlichkeit geantwortet . Zwei Mitglieder des amerikanischen Repräsentantenhauses, Edward J. Markey und Joe Barton, hatten Ende Juni in einem offenen Brief an Steve Jobs Bedenken wegen der jüngsten Abänderung von Apples Datenschutzbedingungen geäußert und nachgefragt, wie Apple eigentlich genau die Positionsdaten der iPhone-Nutzer sammelt, auswertet, speichert und an Dritte weiterleitet.

Am 21. Juni hatte Apple ein Update der Datenschutzbedingungen für Nutzer unter iOS 4 veröffentlicht. Anwender wurden in iTunes dann mit Änderungen begrüßt, dass Apple für einige Dienste von Apple und Partnern die geografischen Daten der mobilen Geräte sammeln wird, aber diese Daten nicht zur Identifikation von Personen genutzt werden können.

Die Bedingungen in iTunes sind seitenlang - aber zu was stimmt der Kunde zu und was wird wofür und für wen gespeichert?

Apples Anwalt Bruce Sewell antwortete am 12. Juli und ging dabei ausführlich auf alle fraglichen Punkte ein. Die Kongress-Mitglieder haben nun am letzten Montag Apples Stellungsnahme veröffentlicht. Laut Apples Antwort gibt Apple Daten an Dritte nur nach ausdrücklicher Zustimmung der Kunden weiter. Außerdem werden die geografischen Daten für ortabhängige Apps wie Twitter oder iAds nur so ausgewertet, dass kein Anwender identifiziert werden kann. Zum Beispiel sammelt iAd , die Werbeplattform in iOS 4 , zwar die Längen- und Breitengrade des mobilen Gerätes, aber speichert sie nur verschlüsselt als fünfstelligen Code ab, der weder Informationen über das Gerät selbst oder gar den Besitzer enthält. Der Code wird außerdem nie an Werbekunden weitergeleitet.

Sewell betont die geänderten Datenschutzbedingungen wurden absichtlich in iTunes eingebunden, um alle Anwender darauf aufmerksam zu machen. Apple wird die gesammelten Daten der jeweils letzten sechs Monate "zur Verbesserung von iAd" auswerten und dann "nur für administrative Zwecke" speichern.

Die Kongress-Mitglieder äußerten sich sehr zufrieden zu dieser Stellungsnahme. "Apple hat jede Menge Zusatzinformationen über die Datensammlung und -auswertung geliefert, und insbesondere auch, wie Kunden diese Aufzeichnung und Weitergabe kontrollieren können.", berichtet Markey, fügt aber im gleichen Atemzug hinzu, dass er auch weiterhin ein Auge auf diese Datennutzung haben wird. Auch Barton lobt Apples Antwort, äußert sich aber kritisch, dass die neuen Bedingungen in iTunes so viele Seiten umfasst. "Ich hoffe doch, dass alle Firmen, die Informationen für Marketing und Werbung sammeln, in Zukunft kürzere und verständlichere Vertragsbedingungen formulieren werden und auf jeden Fall die Sicherheit und den Schutz von Privatdaten garantieren können", wünscht sich Barton.

Indesign bekommt Tools für das iPad-Design

Adobe hat die erste Version einer Reihe von Werkzeugen angekündigt, mit denen Designer in Indesign interaktive Magazine entwickeln können, die auch auf dem iPad einsetzbar sind. Unter dem Namen Digital Publishing Solution (Digitale Lösung für Medienhäuser) stellt Dave Dickson, ein Marketing-Manager bei Adobe, in einem Blog die neuen Tools vor, mit denen "intuitiv bedienbare Internetinhalte erstellt werden können, ohne dass Zusatzpersonal oder ausgedehnte Schulungen notwendig sind."

Mit den neuen Indesign Tools sollen die Designer in Zukunft auch komplexe interaktive Objekte in ihre Seiten einbinden können, wie zum Beispiel skalierbare oder 360-Grad Bilder. Allerdings benötigt der Anwender in der ersten Version noch das Zusatzprogramm Interactive Overlay Creator , aber Adobe will dies in eine der nächsten Versionen von Indesign integrieren. Sobald ein Projekt in Indesign fertig gestellt ist, kann es mit einem weiteren Zusatzprogramm Digital Content Bundler in ein neues Format mit der Datei-Endung .issue umgewandelt werden und nach dem Rendern kann diese Datei mit der App Digital Content Reader auf mobilen Plattformen wie iPad (oder Desktop-Rechnern) dargestellt werden, beschreibt Dickson im Blog .

Die Medienhäuser können ihre eigene App zum Lesen dieser Inhalte entwickeln und mit ihrem Logo und Markenzeichen versehen. Eine der ersten verfügbaren Versionen ist der Wired Reader für das Wired Magazine auf dem iPad, der mittels dieser Digital Publishing Solution erstellt wurde. Adobe nutzt diese App in einem Werbe-Tutorial zur Vorschau des Arbeitsablaufs mit Digital Publishing Solution , aber der Film ist ironischerweise im Flash-Format und kann somit nicht auf einem iPad angesehen werden.

Die Tools von Digital Publishing Solution werden voraussichtlich ab "Ende Sommer" auf der Adobe Labs-Webseite für die meisten Anwender zur Verfügung stehen.

Übrigens zieht auch Quark und hat bereits ähnliche Tools für QuarkXPress angekündigt, setzt aber dabei auf das noch nicht endgültig festgelegte Blio Reader Format.

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