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Mittwoch, 22. Dezember

22.12.2010 | 00:00 Uhr

Apple aktualisiert iPhoto 9.1.1 +++ Apple entfernt Wikileaks-App aus dem App Store +++ Macworld 2011 mit Macworld Industry Forum +++ Klingelnde Kassen im Online-Versandhandel +++ Neues Mediengesetz in Ungarn stößt in Europa für Kritik +++ SEC durchleuchtet Abgang von HP-Chef Hurd +++ AAPL legt weiter zu

Apple Store in München: Christbaumkugeln
Vergrößern Apple Store in München: Christbaumkugeln

Apple aktualisiert iPhoto 9.1.1

Apple hat seine Fotosoftware iPhoto 11 auf Version 9.1.1 aktualisiert. Vor allen Dingen will Apple damit die Stabilität des Programms verbessert haben, hat aber auch ein paar neue Features hinzugefügt. iPhoto-Anwendern haben nun die Wahl, beim Versand von Fotos einen externen E-Mail-Client zu nutzen und nicht nur iPhoto selbst. Apple hat zudem zwei "Classic" und "Journal" genannte E-Mail-Vorlagen hinzugefügt, die Größe der Bildanhänge lässt sich in drei Stufen bestimmen. Das 62 MB große Update empfiehlt Apple allen Anwendern von iPhoto 11 und stellt es über die Softwareaktualisierung und seine Support Download Seite bereit.

Apple entfernt Wikileaks-App aus dem App Store

Apple hat am Montag eine App aus dem App Store entfernt, mit der Anwender die von Wikileaks veröffentlichten Depeschen von US-Diplomaten auf dem iPhone lesen konnten. Der Moskauer Entwickler Igor Barinov hat über Twitter verraten, dass ihn Apple kontaktiert hatte und eine offizielle Erklärung für die nächsten Tage ankündigte. Intern hatte Apple Barinov auf einen Punkt der Entwicklerrichtlinien hingewiesen, der lautet: "Jede App verleumderischen, beleidigenden oder böswilligen Inhaltes oder solche, die dazu dient, Individuen oder Gruppen zu schädigen, wird zurückgewiesen." Laut Barinov will Apple seine App auf Dauer aus dem App Store heraushalten. Barinov will von seinen durch 4434 Käufen getätigten Umsätzen von 5825 US-Dollar exakt 4434 US-Dollar an Wikileaks überweisen. Apple hat daher durch die App rund 2500 US-Dollar eingenommen. Weder Apple noch Barinov wollten weitere Fragen unserer Kollegen der Computerworld beantworten.

Macworld 2011 mit Macworld Industry Forum

Die Macworld Expo steht vor ihrer zweiten Ausgabe ohne Apple. IDG World Expo, Veranstalter der Messe, hat sich für die Ausgabe vom 26. bis 29. Januar 2011 ein neues Programm überlegt. Auf dem Macworld Industry Forum werden IT-Experten Vorträge halten, zugesagt haben bisher der Betreiber des Blogs Daring Fireball John Gruber und der Technologizer-Redakteur Harry McCracken, der lange Jahre Chefredakteur der PC World gewesen ist sowie Jason Snell, Chefredakteur der Macworld. Dieser soll einen Vortrag zum Thema "How Apple Does ‚It’" halten, während McCracken seine Gedanken über mobile IT präsentieren soll. Gruber spricht über "Apple und das offene Web: Eine Liebesgeschichte". Unter den Referenten finden sich auch Colin Crawford, Mike Lawrence, Bill Atkinson, Alex Lindsay, Nick Floro und der Fotograf Derrick Story. Das Forum soll am Mittwoch, den 26. Januar von 10 bis 17 Uhr die Besucher in das Moscone Center in San Francisco ziehen. Begleitet werden die Vorträge von Präsentationen von Herstellern aus den Bereichen Bildung, Digital Video, Unternehmenssoftware, Fotografie und Web-Technologie.

Klingelnde Kassen im Online-Versandhandel

In Europas größtem Amazon-Versandzentrum herrscht Chaos. Das aber mit System. Da stehen nicht etwa akkurat die gleichen CDs und Bücher nebeneinander in den riesigen Regalen im Logistikzentrum in Bad Hersfeld. Scheinbar zufällig angeordnet teilen sich die verschiedenen Artikel ähnlicher Größe ihre Fächer. Der Fachmann nennt das chaotische Lagerhaltung und behält dank Codierungen an Artikeln und Regalen den Überblick. Durch das Lagersystem soll die Fläche optimal genutzt werden und auch Abholwege verkürzt werden, erklärt Armin Cossmann von Amazon.

Das schnelle Abarbeiten der Bestellungen ist für den weltgrößten Online-Einzelhändler wichtig. Denn das Weihnachtsgeschäft brummt mal wieder. Probleme bereitet den Wunscherfüllern aus dem Web derzeit aber das Wetter. Es könne in weiten Teilen Deutschlands zu Lieferverzögerungen von ein bis zwei Tagen kommen, sagte eine Amazon- Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Die Witterung stelle den Versandhandel vor eine große Herausforderung.

Kurzentschlossene müssen sich deswegen diesmal sputen. Bis zum 22. Dezember müssen sie spätestens ihre Express-Bestellungen aufgegeben haben. Dann können sie das Päckchen zu Heiligabend noch rechtzeitig erwarten. Wie gut das Weihnachtsgeschäft genau läuft, will Amazon erst in ein paar Wochen bekanntgeben.

Fachleute erwarten glänzende Bilanzen. Die Formkurve von Amazon kennt derzeit nur eine Richtung: steil nach oben. Daran haben auch Boykott-Aufrufe gegen Amazon nichts geändert, nachdem das US- Unternehmen seine Dienstleistungen für die Enthüllungsplattform Wikileaks aufkündigte. Für das 4. Quartal rechnet der in Seattle (USA) ansässige Branchenprimus nach eigenen Angaben mit einem Plus zwischen 26 und 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allein im 3. Quartal 2010 machte Amazon ein Plus von 39 Prozent, der Umsatz lag letztlich bei 7,65 Milliarden Dollar weltweit.

Die Zahlen verwundern nicht, denn das Weihnachtsgeschäft im Onlinehandel boomt: Statt im Gedränge nach Geschenken zu suchen, setzen in diesem Jahr «mehr Bundesbürger als jemals zuvor» auf das Internet. Nach Angaben des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels und des Handelsinstituts EHI wird der Umsatz im Online-Weihnachtsgeschäft 2010 bei 3,6 (Vorjahr: 3,0) Milliarden Euro liegen. Das entspreche einem Anteil von 60 Prozent am gesamten Versandhandelsumsatz im Weihnachtsgeschäft. Wer in Bad Hersfeld in die riesigen Hallen auf dem mehr als 100 000 Quadratmeter großen Gelände schaut, sieht vor allem viele orangefarbene Warnwesten. Die tragen die Lagerarbeiter aus Sicherheitsgründen, damit niemand im Verkehr mit Regalwagen übersehen wird. Um die Bestellflut zu bewältigen, hat Amazon viele Hilfskräfte eingestellt und auf ein Drei-Schicht-System umgestellt - Arbeit rund um die Uhr. Bundesweit wurden rund 6000 Saisonarbeiter rekrutiert.

Die Aushilfskräfte stehen dann etwa in langen Schlangen an Förderbändern und packen die Bestellungen zusammen. Das filigranere Einpacken in Geschenkpapier übernehmen vorwiegend Frauen. Die Top- Seller kommen aus dem Bereich Elektronik - Smartphones, MP3-Player und Navigationsgeräte. Bei den Büchern steht das umstrittene Buch «Deutschland schafft sich ab» von Thilo Sarrazin ganz oben auf der Hit-Liste. Am meisten gefragt ist auch das Musik-Album «Progress» der wiedervereinigten, mittlerweile gealterten Boygroup «Take That».

Die Weihnachtszeit ist bei Amazon die arbeitsreichste des Jahres. Am Spitzentag 2009 verließen nach Unternehmensangaben mehr als 1,2 Millionen Artikel in knapp 300 Lastwagen die deutschen Logistikzentren. Amazon hat vier Logistikzentren an drei Standorten in Deutschland, neben Bad Hersfeld noch Leipzig und Werne. Weltweit beschäftigt der Handelsriese 31 200 Mitarbeiter. (dpa)

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