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Mittwoch, 26. Mai

26.05.2010 | 07:00 Uhr

Serie von Selbstmorden bei Foxconn +++ Nokia und Yahoo vereinbaren Mobilfunkdienste-Allianz +++ Aufholjagd: Microsoft erneuert das Mobile-Team +++ Google legt Aufteilung von Werbeeinnahmen offen +++ Google Street View kommt laut Aigner erst 2011 +++ AAPL verliert wieder leicht

Morgenmagazin Herbstwald
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Serie von Selbstmorden bei Foxconn

Am Dienstag starb erneut ein Mitarbeiter, nachdem er sich vom Dach des Werkes im s├╝dchinesischen Shenzhen gest├╝rzt hatte, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Es war der neunte Todesfall und elfte Sturz dieser Art in dieser Fabrik in diesem Jahr. Zwei Mitarbeiter wurden bei versuchten Selbstmorden schwer verletzt.

Die Selbstmorde l├Âsten eine heftige Diskussion ├╝ber die Arbeitsbedingungen bei dem taiwanesischen Hersteller aus, der f├╝r Weltkonzerne wie Apple , Hewlett-Packard, Dell, Sony oder Nokia fertigt. Aktivisten protestierten in Hongkong vor dem Foxconn-B├╝ro und forderten eine Untersuchung. Das Unternehmen m├╝sse seine Arbeitsbedingungen verbessern und Managementmethoden ├╝berpr├╝fen, um den Druck f├╝r die Arbeiter zu lindern, wurde gefordert.

Auch chinesische Experten wiesen auf starken Arbeitsdruck und die Isolation vieler Wanderarbeiter hin. In einem Abschiedsbrief schrieb der 19-J├Ąhrige Selbstm├Ârder: "Ich habe keine F├Ąhigkeiten. Ich bekomme, was ich verdiene". Es tue ihm leid, dass er nicht mehr l├Ąnger f├╝r seinen Vater sorgen k├Ânne, zitierte Xinhua aus dem Brief.

Der Vorsitzende der Hon-Hai-Gruppe, zu der Foxconn geh├Ârt, flog am Dienstag mit taiwanesischen Reportern nach Shenzhen. Terry Kuo bestritt am Montagabend in Taipeh, dass schlechte Behandlung der Besch├Ąftigten hinter den Selbstmorden stecken k├Ânnte. "Foxconn ist kein Ausbeuterbetrieb", sagte der Hon Hai-Chef. Das Unternehmen versuche aktiv, Selbstmorden vorzubeugen. Details nannte er nicht.

Kuo hob hervor, dass die breite Berichterstattung ├╝ber die F├Ąlle m├Âglicherweise zur Nachahmung angeregt haben k├Ânnte. Erst am Freitag hatte sich ein Mitarbeiter des Werkes in Shenzhen umgebracht. In der Fabrik arbeiten allein 300.000 Menschen. Foxconn besch├Ąftigt in China insgesamt 800.000 Mitarbeiter.

W├Ąhrend das Unternehmen schlechte Arbeitsbedingungen bestreitet, klagen Besch├Ąftigte ├╝ber lange Arbeitszeiten, hohen Druck, niedrige Bezahlung, strenge Disziplin und schlechte Behandlung durch Vorgesetzte. Viele leben isoliert in Wohnheimen auf dem Werksgel├Ąnde. (dpa).

Nokia und Yahoo vereinbaren Mobilfunkdienste-Allianz

Yahoo! und Nokia haben eine Allianz f├╝r Handy-Dienstleistungen vereinbart. So wolle Yahoo! ausschlie├člicher Anbieter des Nokia-Emaildienstes werden, w├Ąhrend die Finnen den Karten- und Navigationsservice der Amerikaner nutzen sollen. Das teilte Nokia am Montag in Helsinki mit. Im vergangenen Monat hatte Yahoo! mit Samsung einen Handel getroffen, wonach Yahoo-Dienste forthin prominent auf Samsung-Handys vertreten sind. (dpa).

Aufholjagd: Microsoft erneuert das Mobile-Team

Der auf dem Smartphone-Markt ins Hintertreffen geratene IT-Gigant Microsoft will laut einem Zeitungsbericht mit neuer F├╝hrung Boden auf die Rivalen Apple, Google und Blackberry gutmachen. Wie das Wall Street Journal am Dienstag berichtete, plant Microsoft einen Wechsel im Management seiner Entertainment & Devices Division, die auch etwa f├╝r die Spielekonsole Xbox und den wenig erfolgreichen Musikplayer Zune zust├Ąndig ist. Dies k├Ânne noch in dieser Woche passieren, schreibt das Blatt.

Obwohl fr├╝h auf dem Markt f├╝r Smartphones aktiv, hat Microsoft mit seinem Betriebssystem Windows Mobile in den vergangenen Jahren die Konkurrenz an sich vorbeiziehen lassen m├╝ssen. Nur 10 Prozent aller von Januar bis M├Ąrz in den USA verkauften Smartphones verwenden Windows - ein wenig ├╝berzeugendes Ergebnis verglichen mit Apples iPhone (21 Prozent), Googles Android (28) und dem Blackberry (36) des kanadischen Herstellers Research in Motion (RIM). Der Konzern hat mit Windows Phone 7 bereits eine neue Version seiner Handy-Software am Start.

Erst k├╝rzlich war bekanntgeworden, dass Microsoft die Entwicklung eines Tablet Computers mit dem Arbeitsnamen "Courier" einstellt, der unter anderem Apples iPad Konkurrenz machen sollte. Der daf├╝r verantwortliche Manager J Allard werde in Folge das Unternehmen verlassen, meldete das ┬źWSJ┬╗ unter Berufung auf Insider. Neben Allard sollen weitere Positionen im Management dieser Sparte neu besetzt werden. Der Bereich Entertainment & Devices tr├Ągt rund 11 Prozent zu Microsofts Umsatz bei.

Besser l├Ąuft es f├╝r Microsoft bei den Computerspielen. Mit seiner Xbox ist der Konzern inzwischen die Nummer zwei hinter Nintendo (Wii) und schreibt nach jahrelangen Verlusten nun schwarze Zahlen. Derzeit arbeitet das Unternehmen an einer neuartigen Spielesteuerung mit dem Codenamen Natal. Mit sollen Spieler nur mit K├Ârperbewegungen statt der ├╝blichen Controller auskommen. (dpa)

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