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Mittwoch, 29. April

29.04.2009 | 00:00 Uhr

WWDC ausverkauft +++ Neue Künstler-Lektionen für Garageband +++ Mozilla veröffentlicht Firefox 3.5 Beta 4 +++ USB 2.0 Display-Adapter von OWC +++ HTC droht Verkaufsstopp seiner neuen Android-Handys +++ Microsoft arbeitet angeblich an iPhone-Rivalen +++ Plagiatsvorwurf: Facebook verklagt StudiVZ +++ AAPL leicht im Minus

Morgenmagazin: Frühjahrsblüte
Vergrößern Morgenmagazin: Frühjahrsblüte

WWDC ausverkauft

Rund sechs Wochen vor Beginn von Apples Entwicklerkonferenz WWDC meldet der Mac-Hersteller die Veranstaltung als ausverkauft. Im vergangenen Jahr war das Entwicklertreffen erstmals ausverkauft gewesen, heuer sind schon deutlich früher keine Tickets mehr zu bekommen. Die WWDC wird vom 8. bis 13. Juni in San Francisco stattfinden, iPhone -OS 3.0 wird eines der Schwerpunktthemen sein. Eine Liste von Konferenzen hat Apple auf seiner Website veröffentlicht , von einer Keynote zur Eröffnung der WWDC ist nach wie vor nicht die Rede. Auf andere traditionellen Veranstaltungen wie "Stump the Experts" oder den Apple Design Awards weist Apple jedoch explizit hin.

Neue Künstler-Lektionen für Garageband

Apple hat für seine iLife-Software Garageband neue Künstlerlektionen bereitgestellt. Die Lehrvideos waren ein der wesentlichen Neuerungen der im Januar herausgekommenen Software, bis dato standen jedoch nur vier Filme zum Kauf bereit. Mit dem letzten Garageband-Update sind nun zwei Videos von Sting erhältlich, in denen er über seine Songs "Message in a Bottle" und "Fragile" referiert. John Fogerty steuert einen weiteren Beitrag über "Fortunate Son" bei, ein weiterer neuer Beitrag dreht sich um Fall Out Boy's "Sugar, We're Goin Down". Die Künstlerlektionen kosten jeweisl 5 US-Dollar und sind aus Garageband heruas zu laden. Die Bezahlung wickelt Apple über den Apple Store ab.

Mozilla veröffentlicht Firefox 3.5 Beta 4

Am Montag Abend hat die Open-Source-Organisation die vierte Betafassung des Browsers Firefox 3.5 veröffentlicht. Mit der finalen Version ist laut unserer Kollegen von Computerworld nicht vor Ende Juni zu rechnen. Für die jüngste Beta haben die Entwickler vor allem unter der Haube gearbeitet, um dem Browser eine höhere Stabilität zu verleihen und ihn zu beschleunigen. Insbesondere die neue Java-Script-Engine Trace Monkey habe dabei im Fokus der Programmierer gestanden. Mit Erfolg, wie unserer Kollegen von der Computerworld herausgefunden haben: Im Sun-Spider-BEnchmark für Java Script habe die vierte Betaversion um 19 Prozent bessere Ergebnisse erzielt als ihre Vorgängerin, die jedoch noch schneller war als die am Montag ebenfalls veröffentlichte Version 3.0.10 des Open-Source-Browsers. Weitere Verbesserungen beträfen das Private Browsing und die Rendering-Maschine Gecko. Für den produktiven Einsatz sei die Beta-Version jedoch nicht gedacht, warnen die Entwickler.

USB 2.0 Display-Adapter von OWC

Der Peripheriespezialist Other World Computing (OWC) hat mit dem USB 2.0 Display Adapter ein Gerät vorgestellt, mit dem man an den Mac einen weiteren Monitor anschließen kann, wenn alle Grafikausgänge belegt sind. Das einen USB-2.0-Ausgang nutzende Gerät unterstützt Monitorauflösungen bis zu 1600 x 1200 Pixeln und arbeitet mit DVI- HDMI- und VGA-Monitoren. Den Desktop des Mac kann man über den Dispaly Connector wahlweise spiegeln oder ihm mehr Raum verschaffen. Auf eine Einschränkung weist OWC jedoch hin: Der Adapter unterstützt das OpenGL-Protokoll nicht vollständig, ist also für Software mit aufwändiger OpenGL-Grafik nicht geeignet. Das Gerät kostet 100 US-Dollar.

HTC droht Verkaufsstopp seiner neuen Android-Handys

Erst vor wenigen Tagen ist das viel beachtete neue Google-Handy HTC Magic in Deutschland auf den Markt gekommen, doch schon bald könnte es aus den Regalen in den Geschäften wieder verschwinden. Noch in diesem Monat will das Oberlandesgericht in Karlsruhe über eine von dem Münchner Patentverwalter IPCom erwirkte Unterlassungserklärung verhandeln. Sollte der taiwanesische Hersteller HTC dabei unterliegen, müssten die UMTS-Handys des Unternehmens, darunter auch das neue, in Deutschland exklusiv von Vodafone vertriebene HTC Magic mit Googles Betriebssystem Android aus den Läden in Deutschland verschwinden, sagte Florian Seiche, HTC- Europa-Chef von HTC der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Wir hoffen sehr, dass die Einstweilige Verfügung auch weiterhin außer Kraft gesetzt bleibt», sagte Seiche. Der Patentverwalter IPCom wirft dem Unternehmen Patentverletzungen vor. Ende Februar habe das Unternehmen vor dem Landgericht in Mannheim (Aktenzeichen 7 O 94/08) deshalb Schadensersatz geltend gemacht und eine Unterlassungserklärung für den weiteren Vertrieb von UMTS-fähigen Handys des Herstellers erwirkt, sagte der Münchner Patentanwalt und IPCom-Gründer Bernhard Frohwitter, der dpa. In der Berufung setzte das Gericht in Karlsruhe die Verfügung vorerst aus. Am 14. Mai hat das Gericht eine erste Anhörung in der Sache angesetzt, die möglicherweise schon Ende des Monats entschieden werden könnte.

In einem ähnlichen Verfahren hat IPCom auch Nokia vor Gericht gezogen und fordert von dem finnischen Handy-Hersteller in einem noch laufenden Verfahren ebenfalls Lizenzabgaben in Millionenhöhe. Der Verwalter hatte erst 2007 ein umfangreiches Patent-Paket aus rund 1000 einzelnen Mobilfunk-Patenten von dem Auto-Zulieferer Bosch gekauft, das ursprünglich aus der Auto-Telefonie entstanden ist. Die fraglichen Verfahren werden in allen Handys genutzt, die den Mobilfunkstandard UMTS unterstützen. IPCom wirft HTC vor, in Bezug auf die geforderten Lizenzzahlungen nicht verhandlungsbereit zu sein und will den weiteren Vertrieb der Geräte deshalb untersagen lassen.

Strittig ist unter den Kontrahenten die Höhe der Lizenzzahlungen. HTC stellt allerdings auch die Gültigkeit der Patente in Frage. Verhandelt werde über insgesamt fünf patentierte Verfahren. «Wir gehen davon aus, dass zumindest einige der Patente nicht mehr gültig sind», sagte Seiche. Über diesen Sachverhalt wird das Deutsche Patent- und Markenamt entscheiden, eine Entscheidung darüber wird allerdings erst für 2010 erwartet. Bis dahin will HTC die Unterlassungserklärung aussetzen lassen. «Die erteilten Patente haben den amtlichen Gütestempel», hält Frohwitter dagegen. «Wir klagen ja nicht ins Blaue hinein.»

Neben Nokia habe inzwischen auch HTC bei der EU-Kommission Beschwerde eingelegt, sagte Seiche. HTC befürchte von einer für die beiden Unternehmen negativen Entscheidung deutliche Wettbewerbsverzerrungen. «Das wäre eine Störung für die gesamte Branche.» Sowohl Nokia als auch HTC werfen dem Patentverwalter überhöhte Lizenzforderungen vor, die in der Branche nicht angemessen seien. IPCom sei gar kein Branchenteilnehmer und stelle deshalb, anders als unter Herstellern üblich überhöhte Ansprüche, sagt Seiche. «Die Gefahr ist hoch, dass immer mehr solcher Branchen-Fremden Unternehmen Patente kaufen.» In den USA gibt es seit Jahren bereits Unternehmen, die als einziges Geschäftsmodell die Verwertung von gekauften Patenten betreiben. So hatte der Blackberry-Hersteller RIM nach einem jahrelangen Rechtsstreit über 600 Millionen Dollar an den Rechteverwerter NTP zahlen müssen. (dpa)

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