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Mittwoch, 3. August

03.08.2011 | 00:00 Uhr

Apple bringt CDMA-iPhone nach China +++ Iomega-Festplatte lädt iPad und iPhone +++ Android-Marktanteil nahe 50 Prozent +++ Analyst: Steve Jobs kümmert sich nicht mehr um Details +++ F-Secure: Mac-Trojaner tarnt sich als Flash-Installer +++ Großer Ärger über PayPal +++ Medion wird chinesisch +++ Facebook-Gesichtserkennung verstößt gegen Datenschutzrecht +++ WLAN-Positionsdaten liegen offen auf Live.com +++ Bundesregierung fördert Schutzhülle für Windows +++ Tipp: Root-Benutzer unter Lion aktivieren +++ App-Test: Nuts! Klettern und Nüsse sammeln +++ AAPL verliert fast zwei Prozent

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Apple bringt CDMA-iPhone nach China

Apple erschließt sich einen Kundenkreis von potentiell 600 Millionen neuen iPhone-Käufern in China, berichtet Forbes. Demnach habe Apple mit dem größten Provider des Landes China Mobile eine Vereinbarung zum Vertrieb einer CDMA-Variante des iPhone geschlossen. Im Februar 2011 hatte Apple in den USA das modifizierte iPhone für das Netz des größten US-Carriers Verizon in den Handel gebracht, weltweit war sonst nur die GSM-Variante des iPhone im Einsatz. China Mobile wird laut Forbes das CDMA-iPhone nicht vor Oktober 2011 aber spätestens im Frühjahr 2012 anbieten. Das nächste iPhone-Modell wird nach Einschätzungen von Experten einen Hybrid-Funkchip nutzen und sich so gleichermaßen in GSM- und CDMA-Netzen einsetzen lassen.

Iomega-Festplatte lädt iPad und iPhone

Der Speicherspezialist Iomega hat eine externe Festplatte im zu Apple-Produkten passenden Design herausgebracht, die über einen Port zum Aufladen von iOS-Geräten verfügt. Das Iomega Mac Companion Hard Drive bietet der Hersteller in den beiden Kapazitäten von 2 TB und 3 TB an, ein an der Seite angebrachter USB-Port dient einzig als Ladegerät für iPad, iPhone und iPod Touch - mit dem Mac synchronisieren lassen sich die Geräte darüber nicht. Das Gehäuse des 7200-rpm-Laufwerks ähnelt im Design dem Mac Mini, laut Iomega soll sich das Mac Companion Drive so gut auf dem Fuß des iMac oder des Cinema Displays machen.

Die Festplatte bietet zudem zwei Firewire-800-Ports und einen USB-2.0-Port für den Anschluss an den Mac sowie einen USB-2.0-Hub mit zwei Ports für Drucker, Scanner oder weitere externe Festplatten. Drei Kabel sind im Lieferumfang enthalten, je eines für USB 2.0 und Firewire 800 sowie ein Adapter für Firewire 400. Eine Art Füllstandsanzeiger aus vier LEDs an der Frontseite gibt Auskunft über den belegten Speicherplatz. Das 2-GB-Modell kostet rund 200 US-Dollar, die Ausgabe mit 3 GB Kapazität ist für 300 US-Dollar zu haben. Apple nimmt die Platte in sein Angebot der Apple Stores auf, Iomega will das mac Companion Hard Drive ab August aber auch im Fachhandel verkaufen.

Android-Marktanteil nahe 50 Prozent

Android ist im zweiten Quartal 2011 die populärste Smartphone-Plattform gewesen, haben die Analysten von Canalys ausgerechnet. Demnach wurden von April bis Juni weltweit 51,9 Millionen Smartphones mit Googles Open-Source-Betriebssystem verkauft. Dies entspreche einem Marktanteil von 48 Prozent und fünfmal so vielen Geräten wie im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor. In 35 von 56 untersuchten Ländern habe Android an der Spitze gelegen. Apples iOS nimmt mit 19 Prozent Marktanteil den zweiten Platz ein, auf den ersten Blick deutlich hinter Android. Doch sei zu bedenken, dass Apple mit dem iPhone nur ein Gerät verkaufe, während dutzende Hersteller in einem zersplitterten Markt auf Android setzen. Apple ist laut Canalys nun der größte Smartphone-Hersteller der Welt, im zweiten Quartal hat Apple nach eigenen Angaben 20,3 Millionen Geräte verkauft. Erstmals habe die iOS-Plattform vor Symbian gelegen, das bisher Nokia eingesetzt hat. Nokia wird jedoch im Laufe dieses Jahres seine Smartphones auf Windows Phone 7 umstellen.

Androids starkes Wachstum im vergangenen Jahr straft die Marktforscher von Gartner Lügen, die vor zwei Jahren damit rechneten, Symbian würde als führende Plattform in das Jahr 2012 gehen.

Analyst: Steve Jobs kümmert sich nicht mehr um Details

Apples CEO Steve Jobs ist mittlerweile seit mehr als einem halben Jahr offiziell im Krankenstand. Der Analyst Tim Bajarin von Creative Strategies will eine Veränderung in der Arbeitsweise Apples festgestellt haben, wie er der Zeitung San Jose Mercury News gegenüber erklärt. Anders als früher kümmere sich Steve Jobs nicht mehr um alle Details, habe sein "Micromanagement" aufgegeben. Apples Top-Management um COO Tim Cook habe Bajarin versichert, das Jobs wie im Januar angekündigt, weiterhin in alle wichtigen Entscheidungen eingebunden sei. Er rufe regelmäßig an und spreche mit dem Top-Managern, so dass er zwar nicht physisch anwesend sei, aber virtuell. Nur lasse er nun das Team sich um Details kümmern, er sehe nur noch "das große Bild". Jobs ist für seinen Managementstil gerühmt, der sich um jedes Detail kümmert, bis hin zur Ausgestaltung der Cafeteria des Firmensitzes. So ist Jobs auch in zahlreichen US-Patenten Apples als Miterfinder genannt.

Sorgen um Jobs wegen der langen Abwesenheit macht sich Bajarin keine. Man könne aus deren Länge keine Rückschlüsse ziehen, bei seinem letzten öffentlichen Auftritt zur Eröffnung der WWDC habe der kranke CEO nicht schlechter ausgesehen als Anfang März, als er sich die Vorstellung des iPad 2 nicht nehmen ließ.

F-Secure: Mac-Trojaner tarnt sich als Flash-Installer

Der Hersteller von Antivirensoftware F-Secure warnt vor einem Mac-Trojaner, der sich als Flash-Installer tarnt. Die Software mit dem Dateinamen FlashPlayer.pkg manipuliert jedoch nach der Installation die Hosts-Datei des Mac und leitet den Anwender so von einigen Google-Sites auf eine IP-Adresse in den Niederlanden, erklärt F-Secure. Dort ist eine gefälschte Google-Seite zu sehen, die jedoch nur diverse Pop-Ups von anderen Servern laden lässt. Der Schaden begrenzt sich also auf unerwünschte Werbung und der Nutzer muss selbst Hand anlegen, um den Trojaner auf seine Platte zu bekommen.

Großer Ärger über PayPal

PayPal hat deutsche Online-Händler aufgefordert, kubanische Waren wie Zigarren und Rum aus dem Sortiment zu nehmen oder auf PayPal-Dienste zu verzichten.

PayPal regelt neben anderen Dienstleistern das Bezahlverfahren von Online-Shops. Jetzt hat man sich bei der eBay-Tochter entschieden, den US-Boykott gegen Kuba auch bei Händlern hierzulande durchzusetzen. Wer Rum oder Zigarren aus Kuba im Internet vertreibt, soll nun auf die PayPal-Dienste verzichten, wenn er diese Produkte nicht aus dem Sortiment nimmt.

Deutsche Online-Händler sind sauer auf das US-Unternehmen PayPal, eine eBay-Tochter. Sie fühlen sich unter Druck gesetzt und wollen vor Gericht gehen.
Vergrößern Deutsche Online-Händler sind sauer auf das US-Unternehmen PayPal, eine eBay-Tochter. Sie fühlen sich unter Druck gesetzt und wollen vor Gericht gehen.
© Bardealer

Viele deutsche Online-Kunden setzen ihre Kreditkarten aus Furcht vor Datendiebstahl ungern für ihre Einkäufe im Internet ein. Da PayPal als sicheres Verfahren gilt, hat man hierzulande einen relativ großen Marktanteil. Und dies will das US-Unternehmen nun offenbar nutzen, um das seit 1962 geltende amerikanische Handels-Embargo gegen Kuba durchzusetzen. Obwohl es als Relikt aus dem Kalten Krieg gilt, hält auch die US-Regierung unter Barack Obama an dieser Maßnahme fest.

Betreiber von Web-Shops berichten, dass PayPal ihren Abrechnungs-Account ohne Ankündigung geschlossen hätte. Folge: Rückgang beim Umsatz und Verunsicherung der Kunden, die plötzlich nicht mehr die gewohnten Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung haben. Bei dem Getränkehändler "Bardealer" aus Feldkirchen bei München will man "schnellstmöglich für alternative Zahlungsmethoden sorgen". Als neues System wird bereits sofortüberweisung.de eingesetzt, weitere sollen folgen.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, PayPal habe nun sogar die Konten von einigen deutschen Händlern eingefroren, die mit kubanischen Waren handelten. Offenbar hatte das US-Unternehmen verlangt, man solle die Produkte aus Kuba aus dem Angebot streichen, wenn man weiter PayPal-Kunde bleiben wolle.

PayPal gilt nicht nur als Instanz für bequeme und sichere Überweisungen im Internet. Online-Händler schätzen außerdem die Schnelligkeit des Dienstes und die gegenüber dem Kreditkartenverfahren deutlich geringeren Bearbeitungsgebühren. Es ist davon auszugehen, dass sich deshalb viele Händler dem Druck von PayPal beugen werden.

Laut Jürgen Weissfloch von Bardealer werde eine Musterklage und ein Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen PayPal vorbereitet, der sich auch andere Online-Händler anschließen wollen. Man beruft sich darauf, dass PayPal Europa seinen Sitz in Luxemburg hat und nicht mit amerikanischem Recht argumentieren könne. Außerdem sei PayPal vollkommen willkürlich vorgegangen und habe nur einige spezialisierte Getränkehändler aus dem System herausgenommen, aber nicht so große Anbieter wie Edeka24 oder Rossmann Online.

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