1463373

Mittwoch, 4. August

04.08.2010 | 00:00 Uhr

Forrester: iOS 4 sicher für den Unternehmenseinsatz +++ Nielsen: iPhone-Kunden loyal, Android legt zu +++ RIM arbeitet weiter an Flash für Blackberries +++ Neuer Blackberry Torch tritt gegen iPhone an +++ Forscher: Wikileaks für Tippgeber immer attraktiver +++ Harman kauft US-Nachrichtenmagazin 'Newsweek' +++ AAPL leicht im Plus

Morgenmagazin: Phlox
Vergrößern Morgenmagazin: Phlox

Forrester: iOS 4 sicher für den Unternehmenseinsatz

Zwar liegt Apple mit iOS 4 noch in Sachen Unternehmenssicherheit hinter den Konkurrenzangeboten von Microsoft und Research in Motion (RIM) zurück, meinen die Analysten von Forrester Research, doch iPhone und iPad genügen den Sicherheitsstandards der meisten Unternehmen. Diese müssten jedoch Sorge tragen, dass Angestellte, die iPhones dienstlich oder privat nutzen und dabei auf die IT-Infrastruktur des Unternehmens zugreifen, sich an gewisse Regeln halten.

Die Experten von Forrester Research loben die Sicherheitsfunktionen, die Apple im vergangen Jahr mit iPhone-OS 3.1 eingeführt hat und die der iPhone-Hersteller in iOS 4 teilweise ausgebaut hat. Sieben wichtige Sicherheitsmaßnahmen von iOS seien für Unternehmen ausreichend - sofern diese nicht die höchsten Sicherheitsmaßstäbe anlegen müssten.

Forrester nennt dabei die Möglichkeit zur Verschlüsselung von E-Mails, der Löschung von Daten auf dem iPhone aus der Ferne oder Sperre per Passwort oder PIN-Nummer, wobei sich die Längen der Passworte vorschreiben ließen. iOS sperrt zudem Geräte, wenn sie eine Weile nicht benutzt sind, optional können sich iPhone und iPad selbst komplett löschen, wenn Unbefugte mehrmals vergeblich ein falsches Passwort eingegeben haben. Kriminelle könnten derart nicht beliebig oft das Passwort raten, ohne die Selbstlöschung des Gerätes zu riskieren. Firmen können zudem Anwendern signiert User-Profile vorschreiben, Active Sync und Exchange würden sogar automatisch die Sicherheits-Policy aktualisieren.

Dennoch sollten IT-Administratoren iPhone-Anwendern eine strikte Policy vorschreiben, bevor sie Anwender auf die Infrastruktur der Firma zugreifen ließen. Angestellte müssten die Installation von Sicherheitsprofilen erlauben, im Falle des Diebstahls oder des Verlust müssten sie die IT sofort informieren, auch dann, wenn sie nicht mehr auf Firmendaten zugreifen wollen. Das Unternehmen müsste zudem sich das Recht vorbehalten, auch privat genutzte iPhones aus der Ferne zu löschen, Anwender hätten zudem für ihr Gerät regelmäßig mit iTunes ein Backup einzurichten.

Für höhere Sicherheitsansprüche könne die IT striktere Unlock-Passworte verlangen und das Einschalten der Hardware-Verschlüsselung von iOS 4. Der Zugang zu WLAN, E-Mail oder VPN ließe sich über das Simple Certificate Enrollment Protocol weiter sichern, APIs dafür bietet Apple in iOS 4 an.

In Ausnahmefällen könnte eine User-Policy für von Unternehmen gestellten iPhones die Installation von zusätzlicher Software oder die Benutzung der Kamera verbieten, selbst die Benutzung bestimmter Apps wie der Youtube-App könnten Unternehmen verbieten.

Nielsen: iPhone-Kunden loyal, Android legt zu

Einer Studie der Marktforscher von Nielsen zeigt stark wachsende Marktanteile der Android-Plattform und loyale iPhone-Kunden. Im zweiten Quartal 2010 hielt RIM bei Smartphones zwar den stärksten Anteil von 35 Prozent, das iPhone folgte auf dem zweiten Platz mit 28 Prozent. Android legte jedoch am stärksten zu, von 9 Prozent im ersten Quartal auf 13 Prozent im zweiten und kommt damit Microsoft Windows Mobile mit 15 Prozent Marktanteil nahe.

Bei Neukunden zeigte sich Android attraktiver als das iPhone, 27 Prozent erstmaliger Smartphone-Käufer entschieden sich für ein Android-Gerät, 23 Prozent für ein iPhone. Wer jedoch schon einmal ein iPhone in der hand hatte, bleibt dem System besonders treu: 89 Prozent der iPhone-Besitzer würden sich erneut für ein iPhone entscheiden. Android-Besitzer zeigen sich weniger zufrieden: 71 Prozent würden sich beim nächsten Mal ein anderes Handy kaufen, auch nur 42 Prozent der Blacberry-Besitzer würden bei ihrer Plattform bleiben.

In der Nielsen-Statistik zum Marktanteil geht das iPhone 4 jedoch noch nicht ein, die Daten reichen nur bis Mitte Juni. Das iPhone 4 kam am 24. Juni in den Handel, Apple hat nach eigenen Angaben in den ersten drei Wochen danach weltweit 3 Millionen Geräte verkauft.

RIM arbeitet weiter an Flash für Blackberries

Während Apple Adobes Technologie Flash für iOS-Geräte eine klare Absage erteilt hat, will der Blackberry-Hersteller RIM weiter versuchen, Flash auf Smartphones zu bringen. Das neue Smartphone Torch 9800 läuft zwar noch mit dem Betriebssystem Blackberry 6 mit einem Webkit-Browser, für Video setzt RIM HTML 5 als Framework. Mit Adobe zusammen entwickle man aber weiter an Flash für Blackberry, bestätigte bei der Vorstellung des Torch 98000 ein Sprecher dem IDG News Service. Wann die Technologie marktreif sei, sagte er jedoch nicht. Adobe und Blackberry versuchen Flash 10.1 soweit für die Hardware zu optimieren, dass die Akkulaufzeit nicht leide und die Performance auf dem Gerät und bei der Datenübertrag den Ansprüchen der Nutzer genüge. "Flash und Flash Video stellen sehr spezifische Anforderungen an die CPU und die Hardware", erklärt Tyler Lassard, bei RIM als Vizepräsident verantwortlich für Kooperationen und Entwicklerbeziehungen. Erst wenn man es richtig gemacht habe, wolle man Flash auf dem Smartphone auch einsetzen. RIM sieht abseits von Websites einen starken Trend hin zu Flash-Anwendungen für Anwender und auch Unternehmen. Immer mehr Anwendungen lägen in Flash, Adobe Air und anderen Adobe-Technologien vor.

Neuer Blackberry Torch tritt gegen iPhone an

Der Blackberry-Hersteller RIM schickt ein Smartphone mit Touchscreen und Tastatur in den Kampf gegen das iPhone und die immer beliebter werdenden Android-Geräte. Mit dem neuen Torch 9800 will das Urgestein seine bröckelnde Stellung in der boomenden Branche festigen. «Das ist eine der bemerkenswertesten Neuvorstellungen in der Geschichte von RIM», sagte Co-Chef Mike Lazaridis am Dienstag.

RIM steht unter enormen Druck. Noch ist der Konzern die Nummer zwei bei den Smartphones nach Nokia. Doch Apple holt mit seinem iPhone in großen Schritten auf. Auch die Smartphones mit dem Android-Betriebssystem von Google erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Diese Hersteller setzen auf einen berührungsempfindlichen Bildschirm (Touchscreen), während viele langjährige Blackberry-Kunden auf eine Tastatur schwören.

RIM versucht nun mit dem Torch, das Beste aus beiden Welten zu vereinen: Hinter dem Touchscreen befindet sich eine Tastatur, die nach unten ausgefahren werden kann. Das Torch läuft als erstes Blackberry-Handy mit dem neuen Betriebssystem 6. RIM verspricht eine verbesserte Benutzeroberfläche. Einige Experten sprechen bereits von einer letzten Chance für RIM.

Das Torch wird in den USA zum Preis von 199,99 Dollar mit Zwei-Jahres-Vertrag angeboten - ausgerechnet von AT&T, jenem Mobilfunkanbieter, der auch das iPhone in den Vereinigten Staaten exklusiv unter Vertrag hat. Wird das Torch ein Erfolg, würde AT&T seine Abhängigkeit von Apple verringern. Marktstart ist der 12. August. Ob und wann das Torch nach Deutschland kommt, ließ RIM zunächst offen. (dpa)

Macwelt Marktplatz

1463373