1463513

Mittwoch, 6. Oktober

06.10.2010 | 00:00 Uhr | Peter Müller

Sicherheitsexperte: Zwei Drittel der Top-Apps übertragen UDID +++ Adobe stopft kritische Lücken in Reader und Acrobat +++ Apple verbannt BitTorrent-App +++ Google bringt visuelle Suche Goggles auf das iPhone +++ Glif: Orginelle iPhone-Halterung in Planung +++ Eigenlob im Web kommt als Bumerang zurück +++ Google TV mit neuen Partnern in den Startlöchern +++ Online-Reiseportale in der Kritik +++ AAPL legt kräftig zu

Morgenmagazin: Herbstbaum
Vergrößern Morgenmagazin: Herbstbaum

Sicherheitsexperte: Zwei Drittel der Top-Apps übertragen UDID

Eric Smith, Sicherheitsexperte der Bucknell University in Lewisburg im US-Bundesstaat Pennsylvania warnt vor einer Unart, die nach seiner Analyse zwei Drittel der im App Store best platzierten iPhone-Apps verfolgen. Gut 68 Prozent der 57 untersuchten Top-Apps würden die UDID (Unique Device Identifier) des iPhones an den Server des Herstellers oder eines Werbepartners versenden. Die UDID ist ein 40-stelliger alphanumerischer Code, der iPhones individualisiert. Datenschutzprobleme sieht Smith, wenn anonyme Daten des iPhone mit den offen gelegten Usernamen der Nutzer der Angebote von Amazon, Facebook oder Paypal sich verknüpfen lassen. "Beispielsweise überträgt die Amazon-App den realen Namen des Anwenders in Klartext zusammen mit der UDID und erlaubt es so Amazon und möglichen Mithörern, den Namen des iPhone-Nutzers mit dessen UDID zu verbinden," warnt Smith. Da Apple dem iPhone-Anwender keine Tools zur Hand gebe, Cookies von Apps zu löschen oder die UDID vor Apps zu verbergen, seien iPhone-Nutzer der Preisgabe ihrer Daten hilflos ausgeliefert. iPhone-Nutzer und Administratoren von Firmenhandys sollten sich bewusst sein, dass es technisch leicht möglich wäre, individuelle und personenbezogene Profile über Surfverhalten, App-Nutzung und Aufenthaltsorte zu erlangen und zu verkaufen, etwa an "Werbetreibende, Ehegatten, Scheidungsanwälte, Inkassounternehmen oder Industriespione." Zu den kritisierten Apps gehörten die Anwendungen von Amazon, der Chase Bank, Target, Bet Buy, Barnes & Noble und anderen.

Apples iPhone-Plattform steht nicht alleine in der Kritik, in der vergangenen Woche bemängelten Sicherheitsforscher der Duke University, der Pennsylvania State University und der Intel Labs, dass zahlreiche Android-Apps ohne das Wissen ihrer Nutzer Daten wie die aktuellen GPS-Koordinaten oder Telefonnummern weitergeben würden.

Adobe stopft kritische Lücken in Reader und Acrobat

Außerplanmäßig hat Adobe gestern zwei Updates für seine PDF-Programme für den Mac Adobe Reader und Acrobat herausgebracht, die kritische Sicherheitslücken zu stopfen versprechen. Die Updates für Adobe Reader 9.4 und Acrobat Pro 9.4 kümmern sich um die Behebung eines Sicherheitsproblems, das die Anwendungen zum Absturz hat bringen können und derart Hackern Zugriff gewähren konnte. Im September hatte Adobe bereits auf die Lücke hingewiesen . Für den Adobe Reader 9.4 stellt der Hersteller zwei Versionen bereit, für Intel-Macs und solche mit PowerPC-Prozessor . Für Acrobat Pro gibt es ein universales Update. Alle Updates setzen Mac-OS X 10.4.1 oder höher voraus.

Apple verbannt BitTorrent-App

Die Überraschung ist nicht groß: Apple hat nur einen Tag nach der erfolgten Freigabe einer App, die als erste ihrer Art auf das BitTorrent-Netz zurückgreift, diese auch wieder aus dem App Store entfernt. Am gestrigen Dienstag hatte der Entwickler Derek Kepner über Twitter vermeldet, dass er einen Anruf Apples erhalten habe, der die Löschung der App IS Drive ankündigte. Apple beruft sich dabei auf Papragraph 22.4 seiner Nutzungsbedingungen für den App Store, der klar regelt, dass Filesharing-Apps keinen Zutritt zum Angebot erhielten. IS Drive dient zur Verwaltung von Downloads von Imageshack, hat jedoch auch eine Schnittstelle zum umstrittenen Filesharingnetz BitTorrent - Kepner hatte bei der Bewerbung für den App Store diesen Umstand nach eigenen Angaben nicht herausgestellt. Für die alternative Plattform Cydia war IS Drive als Jack Torrent angeboten. Kepner will gegen die Entscheidung angehen, Apple haben "nicht ganz verstanden, was diese App macht". Für BitTorrent gebe es illegale und legale Nutzungsmöglichkeiten.

Google bringt visuelle Suche Goggles auf das iPhone

Gut ein Jahr, nachdem Google seine visuelle Suche Goggles für die Android-Plattform vorgestellt hatte, integriert der Suchmaschinenriese die Funktion nun auch in seine Such-App für das iPhone. Goggels unternimmt einen völlig neuen Ansatz bei der Suche und nutzt die Kamera des iPhones: Fotografiert man etwa ein Gebäude und lässt Googles danach suchen, spuckt die Suchmaschine Informationen darüber aus. Das gleiche soll auch beispielsweise mit Büchern oder Gemälden funktionieren. Anstatt eine eigene Googles-Applikation anzubieten, baut Google die visuelle Suche in seine Google Mobile App für das iPhone ein.

Glif: Orginelle iPhone-Halterung in Planung

Zwei New Yorker iPhone-Fans, der Entwickler Tom Gerhardt und der Designer und Blogger Dan Provost, kündigen einen Ständer für das iPhone an, der unter anderem für ein Standardstativ geeignet sein soll. "Glif" lautet der Projektname, weil es sich bei der Halterung um eine "typographische Glyphe" handle und die Markenbezeichnung so leichter in Google auszumachen sei, so die Entwickler auf ihrer Homepage. Mit dieser ungewöhnlichen Halterung lässt sich das iPhone 4 gemäß den Abbildungen der Entwickler als Ständer in verschiedenen Winkeln einrichten, etwa als Uhr, Mini-Computer mit Bluetooth-Tastatur, auf einem Stativ oder hängend an einer Befestigung für ruhige HDR-Foto- und Video-HD-Aufnahmen und andere Verwendungszwecke, wie etwa um das bekannte Antennenproblem der aktuellen iPhones zu lösen. Das Projekt ist als "Kickstarter" angelegt, so dass die Spenden interessierter, potenzieller Kunden darüber entscheidet, ob das Gadget je erscheint. So lässt sich das finanzielle Risiko minimieren. Bisher hat man schon über 1100 Spender gefunden, die fast 30000 US-Dollars bereit gestellt haben. Das Mindestziel waren 10000 US-Dollars, so dass die Produktion offenbar Anfang November starten kann. Noch bleiben 28 Tage für weitere Spenden. Wie viel der Glif kosten wird und ab wann er erhältlich ist, teilen die Entwickler bisher nicht mit.

Info: The Glif

Macwelt Marktplatz

1463513