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Mittwoch, 8. April

08.04.2009 | 00:00 Uhr

iTunes Store jetzt DRM-frei und mit neuen Preisen +++ Der erste Computer der Welt als Nachbau +++ EU: Netzteile müssen sparsamer werden +++ Australien: Highspeed-DSL für alle +++ Twitter sucht nach einem Geschäftsmodell +++ Schluss des Aufstiegs

Morgenmagazin: Strand
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iTunes Store jetzt DRM-frei und mit neuen Preisen

Apple hat den Umbau des iTunes Stores abgeschlossen. Ab sofort entsprechen alle Lieder dem früheren iTunes-Plus-Angebot. DRM gehört der Vergangenheit an. "Fairplay", Apples Rechtemanagement ist verschwunden. Zudem sind alle Titel einheitlich mit 256kBit/s codiert und liegen damit in doppelt so hoher Datenrate auf dem Server als noch vor wenigen Monaten.

Auch die Preisstruktur hat sich gewandelt. Den Einheitspreis "99 Cent pro Song" gibt es nicht mehr. Dennoch sind die Kosten für die Musik übersichtlich geblieben. Wie angekündigt gibt es jetzt drei Preisstufen für einzelne Lieder: 69 und 99 Cent, sowie 1,29 Euro. Ein erster Blick zeigt, dass sich nur wenig geändert hat. Allerdings setzen die Plattenfirmen bei belebten Liedern die Preisschraube an und nutzen bei Singles oft das Maximum. Alben kosten immer noch 9,99 Euro.

Songs für 69 Cent konnten wir beim Stöbern im iTunes Store leider noch nicht entdecken. Viel wird sich im iTunes Store offenbar nicht verändern. Beinahe alle Lieder kosten nach wie vor 99 Cent. Einige Hits sollen durch den Maximalpreis mehr Umsatz bringen.

Der erste Computer der Welt als Nachbau

Zum 100. Geburtstag des Computer-Erfinders Konrad Zuse soll im Juni kommenden Jahres der erste Computer der Welt detailliert nachgebaut werden. Dies vereinbarten der Sohn des Computererpioniers, Horst Zuse, und Hünfelds Bürgermeister Eberhard Fennel (CDU) nach Angaben der Stadt vom Dienstag. Konrad Zuse wurde am 22. Juni 1910 in Berlin geboren, er starb 1995 im hessischen Hünfeld.

Der Z3, so der Name des Geräts, soll später auch in Berlin vorgeführt werden. Von dort aus soll er zu Ausstellungszwecken anderen Museen und Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Danach soll der Nachbau einen dauerhaften Platz im Konrad-Zuse-Museum in Hünfeld bekommen.

1941 baute Konrad Zuse den ersten funktionierenden Digitalrechner. Der Z3 - Zuse benannte die Rechner fortlaufend - war der erste funktionsfähige, programmierbare Rechner mit sogenannten binären Gleitkommazahlen und Boulescher Logik. Dies ist noch heute die grundlegende Technik in jedem Prozessor. Mit seinem "Plankalkül" entwarf er zudem die erste universelle Programmiersprache der Welt. (dpa)

EU: Netzteile müssen sparsamer werden

Vom Frühsommer 2010 an schreibt die Europäische Union den Herstellern von Handys, Schnurlos-Telefonen oder Laptops den Einsatz stromsparender Netzteile vor. Verbraucher können aber bereits jetzt mit einfachen Mitteln mehr für Umwelt und Haushaltskasse tun. "Der generelle Tipp ist, Netzteile aus der Steckdose herauszuziehen, wenn sie nicht gebraucht werden, oder eine schaltbare Steckdosenleiste anzuschaffen", sagt Christian Noll, Experte für Energieeffizienz beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Berlin. Beim Kauf neuer Geräte können Verbraucher auch darauf achten, ob ein sparsames sogenanntes Schaltnetzteil beiliegt.

Die EU-Kommission hatte am Montag (6. April) in Brüssel mitgeteilt, dass vom Frühsommer 2010 an strengere Auflagen für die Netzteile gelten. Die Verluste, die im Netzteil beim Wandeln des Stroms auf die benötigte Spannung in Form von Wärme entstehen, sollen bis 2020 um knapp ein Drittel verringert werden.

In vielen Netzteilen kommen noch einfache Konstruktionen mit einer großen Kupferspule zum Einsatz, deren elektrischer Wirkungsgrad deutlich unter 50 Prozent liegt. Moderne sogenannte Schaltnetzteile (SNT) haben dagegen oft einen Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent. Weil sie mit einer höheren Betriebsfrequenz arbeiten, können sie kleiner und leichter als herkömmliche Netzteile gebaut werden und weisen deutlich weniger Verlustwärme auf.

Immer mehr Schaltnetzteile werden auch so konstruiert, dass sie so gut wie keine Leistung aufnehmen, wenn kein Gerät angeschlossen ist. Ein Verbrauch sei bei solchen Netzteilen praktisch nicht messbar, erklärt Noll. Ob es sich um ein auch im Leerlauf sparsames Schaltnetzteil handelt, könne der Verbraucher am besten mit einem Strommessgerät feststellen. Die Anschaffung lohne sich ohnehin, um sogenannten Standby- und Schein-Aus-Verlusten bei allen möglichen Geräten im Haushalt auf die Spur zu kommen.

Beim Kauf neuer Geräte ist der Verbraucher nach Ansicht von Noll noch weitgehend auf sich allein gestellt, wenn er Wert auf ein Produkt mit sparsamem Schaltnetzteil legt: "Oft wissen das die Händler auch nicht, das müsste man aufwendig selbst recherchieren." Handelt es sich um ein externes Steckernetzteil sind Schaltnetzteile aber meist an kleinen Maßen und einem geringen Gewicht identifizierbar. (dpa)

Australien: Highspeed-DSL für alle

Australien bekommt ein superschnelles Breitbandnetz, das fast die ganze Nation auf den Daten-Super-Highway katapultieren soll. Geplant ist, 90 Prozent der Haushalte mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 MBits pro Sekunde anzuschließen, kündigte Premierminister Kevin Rudd am Dienstag an. Dafür versprach er überraschend Staatsgelder. Bauherr ist eine neue Firma mit mehrheitlichem Staatsanteil. Das Netz soll in acht Jahren fertig werden und rund 43 Milliarden australische Dollar ( etwa 22,8 Mrd Euro) kosten. Die Regierung will ihren Anteil später veräußern. Das Projekt soll Anfang 2010 starten.

"Dies ist das ehrgeizigste, weitreichendste, langfristigste, die Nation vereinende Infrastrukturprojekt, das Australien je angefasst hat", sagte Rudd. Nach den Plänen sollen bis in jeden Haushalt Glasfaserkabel gelegt werden. "Eine Investition, die uns über die Technologien hinweg in das 21. Jahrhundert katapultiert", sagte der Chef der Wettbewerbs- und Verbraucherkommission, Graeme Samuel.

Rudd wollte eigentlich den Gewinner der Ausschreibung für ein bescheideneres Breitband-Projekt bekanntgeben. Keines der Angebote sei aber akzeptabel gewesen, sagte er. Die Firmen hatten ein Netz mit Glasfaserkabel vorgeschlagen, wobei die letzten Meter in die Haushalte durch traditionelle Kupferkabel überbrückt werden sollten. Der größte australische Telekom-Anbieter Telstra hatte bereits im Dezember das Handtuch geworfen, weil die Regierung sein Angebot abgelehnt hatte. (dpa)

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