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Mittwoch, 8. Dezember

08.12.2010 | 00:00 Uhr

Google eröffnet Chrome Webstore +++ Notebooks mit Chrome OS erst Mitte 2011 +++ AT&T weist auf Ende der Exklusiv-Partnerschaft mit Apple hin +++ LMP stellt Ziffernblock für Apple Keyboard vor +++ Chaos Computer Club verteidigt Wikileaks +++ Merkel will mehr Tempo in der digitalen Gesellschaft +++ Google Earth hilft Schwarzbauten entdecken +++ AAPL verliert leicht

Morgenmagazin: Morgengrauen
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Google eröffnet Chrome Webstore

Googles Cloud-Betriebssystem Chrome OS macht Fortschritte. Gestern hat der Suchmaschinenriese seinen Chrome Web Store eröffnet, in dem Anwender des Betriebssystems Web-Apps laden und kaufen können. Zum Start stehen mehr als 500 Apps bereit, auf die Anwender über ihr Google-Konto Zugriff haben. Von Anfang an mit dabei sind etwa Electronic Arts und Amazon mit ihren Lösungen. Die Web Apps unterscheiden sich teilweise deutlich von herkömmlichen Websites, so ähnelt etwa die App des Webradios NPR ihrem iPad-Pendant als der Website. Anleihen bei Flipboard hat etwa die New York Times genommen, Google-Kunden können das Aussehen der Artikel bestimmen und durch die Seiten blättern anstatt zu scrollen. Die Bezahlung von Apps erfolgt über das System Google Checkout, anders als etwa im Mac App Store sind kostenlose Trials für kommerzielle Programme erlaubt.

Viele Apps laufen auch offline, sobald sich der Anwender wieder mit dem Web verbindet, synchronisiert Chrome OS die Inhalte, so dass der aktuelle Stand wieder von jedem beliebigen Computer aus mit dem Browser Chrome abrufbar ist. Chrome bietet Google für Windows, Linux und Mac-OS X an.

Notebooks mit Chrome OS erst Mitte 2011

Notebooks mit Chrome OS wird es laut Googles gestriger Ankündigung erst in einem halben Jahr geben. Wem die Wartezeit dafür zu lang ist, kann sich aber jetzt für ein Pilotprojekt bewerben und das Chrome-Notebook Cr-48 vorab erhalten. Das Cr-48 (Das Symbol steht für das leichteste, aber instabile Chrom-Isotop mit einer Halbwertszeit von 21,58 Stunden) kommt mit einem 12,1-Zoll-Bildschirm, einer ausgewachsenen Tastatur und einem überdimensionalen Trackpad. Mit Wi-Fi und 3G findet das Notebook Anschluss an das Netz, eine WEbcam ermöglicht Videokonferenzen. Die Batterielaufzeit gibt Google mit acht Stunden an, als Speicher dient eine SSD. Deren Kapazität verschweigt Google bisher ebenso wie die Prozessorleistung. Um eine Cr-48 zu bekommen, müssen sich Interessenten bei Google bewerben oder ein Video in den Chrome-Channel bei Youtube hochladen , in dem sie erklären, warum gerade sie ein Chrome-Notebook benötigen. Acer und Samsung werden dann Mitte 2011 Chrome-Notebooks für die Allgemeinheit auf den Markt bringen, der Preis für die Geräte steht noch nicht fest.

AT&T weist auf Ende der Exklusiv-Partnerschaft mit Apple hin

Dreieinhalb Jahre nach Premiere des iPhone in den USA weist alles auf ein Ende der bisher exklusiven Partnerschaft Apples mit dem Mobilfunkprovider AT&T hin. Der Finanzchef des Unternehmens Richard Lindner hat laut eines Berichts von Electronista am Dienstag auf der UBS Media an Communications Conference betont, dass es keine ewige Exklusivität gebe und AT&T die Auswahl aus vielen Telefonen hätte: "Exklusive Vereinbarungen enden." Details nannte Lindner nicht, doch deutet vieles darauf hin, dass AT&T nur noch bis Anfang 2011 in den USA der einzige Anbieter für das iPhone sein werde. Bald darauf werde vermutlich Verizon das iPhone für sein CDMA-Netz anbieten.

LMP stellt Ziffernblock für Apple Keyboard vor

Apples drahtlose Tastatur ist zwar elegant und nimmt auf dem Schreibtisch nur wenig Platz weg, doch fehlt nicht wenigen Anwendern der Ziffernblock. Dieses Manko will nun der Zubehörspezialist LMP mit seinem Bluetooth-Keypad beseitigen. Die zusätzliche Bluetooth-Tastatur im Desing des Apple Wireless Keyboard lässt sich bequem an der rechten Seite der Tastatur andocken, ein ausfahrbarer Stift bedient den Ein- und Aus-Schalter des Wireless Keyboards. Die US-Behörde FCC hat das Bluetooth Keypad mittlerweile genehmigt, wann es in den Handel kommt, kann LMP jedoch noch nicht sagen. Auch der Preis für die Tastaturerweiterung mit Ziffernblock und Steuerungstasten steht noch nicht fest.

Chaos Computer Club verteidigt Wikileaks

Der Chaos Computer Club (CCC) hat die Behinderung von Wikileaks durch Internet-Unternehmen und Banken kritisiert und die Aktivitäten der Enthüllungsplattform verteidigt. «Die Publikationen von Wikileaks entsprechen dem Grundsatz der Hackerethik nach freier Verfügbarkeit von staatlichen Informationen als Basis einer demokratischen Gesellschaft», heißt es in der Mitteilung des Vereins. Anders als Menschen hätten staatliche Stellen keine Privatsphäre, die es zu schützen gelte, sondern lediglich Geheimnisse.

Nach der Veröffentlichung der geheimen US-Dokumente durch Wiklileaks stieg der Druck auf die Internet-Aktivisten. Die Plattform verlor ihre Web-Adresse wikileaks.org, musste sich einen neuen IT- Dienstleister suchen, Finanzdienstleister wie PayPal, Mastercard und Visa wickeln keine Transaktionen mehr für sie ab.

«Die westlichen Regierungen treten für die Informationsfreiheit immer nur dann ein, wie es andere Länder betrifft, die weniger demokratische Traditionen haben», sagte CCC-Sprecher Andy Müller- Maguhn. «Sobald Daten publiziert werden, die ihre eigenen Heimlichkeiten und Hinterzimmerdeals betreffen, handeln sie offenbar genauso undemokratisch, wie die Staaten, die sie sonst öffentlich lauthals verurteilen.» Der CCC-Sprecher bezog sich dabei auf eine Grundsatzrede von Hillary Clinton zur Freiheit im Internet vom 21. Januar 2010, in der sich die US-Außenministerin für einen freien Austausch von Informationen im Netz eingesetzt hatte.

Der Verein kritisierte, dass Regierungsstellen in den USA und in Frankreich ihre Exekutive angewiesen hätten, die Verbreitung der ungeliebten Inhalte im und vom eigenen Land aus zu verhindern. US- Dienstleister wie Amazon hätten «offenbar nach politischem Druck» ihre technische Unterstützung für Wikileaks eingestellt. Amazon selbst hatte einen Verstoß gegen die allgemeinen Geschäftsbedingungen durch Wikileaks als Grund dafür genannt, dass der Dienst von den Servern verbannt wurde.

Der Club-Sprecher begrüßte es, dass «einige deutsche Internet- Provider ihren Kunden keine Steine in den Weg legen, wenn sie eine Kopie der Wikileaks-Daten bereitstellen wollen».

Die US-Regierung betrachtet die Veröffentlichung der geheimen Depeschen durch Wikileaks als illegal. Gegen einen Soldaten, der mutmaßlich die Quelle von Wikileaks war, läuft ein Militärverfahren. Dem Obergefreiten droht bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu 52 Jahren. (dpa)

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