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Mittwoch, 8. Juli

08.07.2009 | 00:00 Uhr

Marktforscher: Apple überholt Nokia in vier Jahren +++ Günstige Macbooks Pro besonders beliebt +++ iPhone Dev Team bringt Software für Unlock und Jailbreak des iPhone 3G S +++ Apple feirt ein Jahr App Store +++ Google entfernt Beta-Flag von Google Docs +++ Jackson-Trauerfeier wird zur Internet-Belastungsprobe +++ 71 Prozent der Grundschüler nutzen das Internet +++ Freenet sieht sich nach Debitel-Übernahme auf Kurs +++ AAPL verliert deutlich

Morgenmagazin: Blumenpracht
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Marktforscher: Apple überholt Nokia in vier Jahren

Apple wird nach Ansicht der Marktforscher von Generator Research in vier Jahren Nokia als Marktführer im Smartphone-Sektor abgelöst haben. Der finnische Konzern, der heut 40 Prozent Marktanteile hält, wird demnach im Jahr 2013 nur noch 20 Prozent erreichen, während das iPhone auf 33 Prozent käme. Schon 2011 werde Apple mit Nokia gleichziehen und in zwei Jahren 77 Millionen iPhones verkaufen. Für Apple beginne ein "goldenes Zeitalter", App Store und iPhone würden sich gegenseitig hochziehen. Apple habe zudem weitere Vorteile, indem es das iPhone sowohl an Smartphone-Nutzer als auch an iPod-Besitzer verkaufen könne, Nokia hingegen könne sich nicht ausschließlich auf den Smratphone-Markt konzentrieren, da es den Fokus auf günstige Handys lege und in Märkten aktiv sei, in denen damit Wachstumschancen verbunden sind. Zudem habe Nokia zu langsam auf das iPhone reagiert und erst eineinhalb Jahre nach dessen Debüt mit dem 5800 XpressMusic ein eigenes Touchscreen-Handy herausgebracht.

Günstige Macbooks Pro besonders beliebt

Die populärsten Macbooks Pro sind nach Untersuchungen des Piper-Jaffray-Analysten Gene Munster das schnellste 13-Zoll-Modell und das günstigste 15-Zöller. Die Lieferzeiten für jene Modell gint Apple mit 10 Tagen an, das 13-Zoll-Macbook hatte in den letzten beiden Jahren keine derart lange Lieferzeit. Auch in den Apple Stores seien die beiden Modell meist ausverkauft, schließt Munster aus Besuchen in zehn der Filialen von Apples eigener Ladenkette. Die Nachfrage habe Apples Erwartungen übertroffen, es werde noch einige Wochen dauern, bis der Hersteller die Produktion steigern und ein Gleichgewicht herstellen könne. Die Zahl der Mac-Verkäufe im Juni-Quartal setzt Munster mit 2,2 Millionen Stück an, deutlich unter den 2,8 Millionen Exempalren im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dafür dürfte Apple deutlich mehr iPhones verkauft haben, bis zu fünf Millionen Stück, rechnet Munster.

iPhone Dev Team bringt Software für Unlock und Jailbreak des iPhone 3G S

Das iPhone Dev Team hat nun doch schon für die Firmwareversion 3.0 des iPhone Software zum entsperren und jailbreaken des iPhone 3G s veröffentlicht. Ursprünglich wollten die Hacker auf die Firmware 3.1 warten, die bereits im Betatest ist und in den nächsten Wochen veröffentlicht werden dürfte. Die Tools ultrasn0w und redsn0w liegen nun doch für iPhone-OS 3.0 vor, das am Wochenende herausgebrachte Jailbreak-Tool purplera1n hat deren Veröffentlichung beschleunigt, dabei ist ein Bug in ultrasn0w unbearbeitet geblieben, Anwender müssen ihre Netzwerkeinstellungen nach Installation zurücksetzen. Abhilfe soll in Kürze kommen. Das Dev Team warnt jedoch davor, dass ein Firmware-Update Apples für das iPhone 3G S den Hack überschreiben und das Telefon unbrauchbar machen würde, solange bis für iPhone OS 3.1 der Hack vorliege.

Apple feirt ein Jahr App Store

Der App Store wird ein Jahr alt, am 10. Juli 2008 ging das Angebot für iPhone-Software an den Start. Mittlerweile versammelt der App Store mehr als 50.000 Softwaretitel, über eine Milliarde Downloads hat Apple bereits gezählt. Anlässlich des Jubiläums hat Apple eine neue Sektion eingerichtet , in denen das Unternehmen seine liebsten Programme versammelt.

Google entfernt Beta-Flag von Google Docs

Die permanente Beta-Phase von Googles Online-Applikationen Googlemail und Google Docs ist zu Ende. Der Anbieter hat nach fünf Jahren nun das Beta-Symbol entfernt, das die Anwendungen seit Anbeginn zierte. Neben Google Mail und Google Docs sind nun offiziell auch Google Calendar und Google Talk erwachsen geworden. Der Grund für das Ende der Beta-Phase dürfte in Googles Anstrengungen liegen, die Applikationen Unternehmen schmackhaft zu machen. Diese würden bei Beta-Software zurückhaltender reagieren und von deren Einsatz Abstand nehmen. Für Unternehmen führt Google zudem einige neue Funktionen in der bezahlten Variante von Googlemail und Google Docs ein, die in erster Linie dem Datenschutz dienen sollen.

Jackson-Trauerfeier wird zur Internet-Belastungsprobe

Nicht nur Millionen von Fernsehzuschauern haben weltweit die Trauerfeier für Michael Jackson verfolgt - auch für das Internet wurde die Zeremonie zu einem Großereignis. Für das weltweite Datennetz dürfte die Übertragung zu einer der größten Belastungsproben seit dem Tod von Prinzessin Diana geworden sein. Eine Vielzahl von Websites, Netzwerke und Portale übertrug live aus der kalifornischen Metropole und hatten unter der Last der Zugriffe durch die Nutzer teilweise erheblich zu kämpfen. Der Ansturm hatte auf vielen Sites schon vor Beginn der Zeremonien für eingefrorene Standbilder oder schwarze Bildschirme gesorgt. Auf der Internetsite des TV-Senders n-tv zum Beispiel waren die Server bis an die Leistungsgrenzen belastet. «So etwas haben wir noch nicht erlebt», sagte Julian Weiss, bei n-tv für neue Medien zuständig. Es habe «immense Zugriffszahlen» gegeben. Der Datenstrom (Stream) wurde deshalb kurzfristig auch über die Internet-Adresse rtl.de ausgestrahlt.

Auch ein kurzfristig eingerichteter Livestream beim Medien- Netzwerk Sevenload war vielfach nicht erreichbar. Das habe aber nicht an der eigenen Infrastruktur, sondern an dem zugelieferten Signal gelegen, sagte Pressesprecher Mike Schnoor. Über zahlreiche weitere Live-Angebote wie zum Beispiel den zu AOL gehörenden Dienst tmz.com ließen sich bis auf wenige Aussetzer die Feierlichkeiten jedoch weitgehend problemlos verfolgen.

Der amerikanische TV-Sender CNN hatte für die Übertragung des medialen Großereignisses im Internet eine Kooperation mit dem sozialen Netzwerk Facebook geschlossen. Schon Stunden vor dem offiziellen Beginn wurde live vom Friedhof und aus dem Staples Center berichtet. Bei Facebook hatten sich bereits am späten Nachmittag virtuell über 200 000 Trauergäste versammelt.

Genaue Daten über die Besucheranstürme im Netz werden voraussichtlich in den kommenden Tagen von Website-Betreibern veröffentlicht. Derzeit gebe es noch keine Analyse-Werkzeuge, um die Zahlen für eine kurze Zeitspanne unabhängig zu erheben, sagte Nadja Elias von der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung AGOF. Reichweitenmessungen einzelner Webangebote und Portale würden bislang nur auf Monats-Basis durchgeführt.

Im Internet wird Michael Jackson seit seinem überraschenden Tod vor rund zehn Tagen generell eine besondere Ehre zuteil. Unter den Nutzern des Kurznachrichtendienstes Twitter belegte er in den täglich generierten Top-Ten am Dienstag gleich die ersten beiden Plätze. Bereits an seinem Todestag hatten sich die ersten Meldungen über «Jackos» Tod über Twitter wie ein Lauffeuer verbreitet - ausgelöst von einem kurzen Beitrag des US-Schauspielers Ashton Kutcher. Die Frage «Michael Jackson hatte einen Herzinfarkt?» brachte Kutchers rund 2,4 Millionen «Followers» (Leser) in Bewegung.

In Windeseile bestätigten sich die Gerüchte. Bereits kurze Zeit später waren die ersten Server großer Websites unter dem Ansturm der Nutzer in die Knie gezwungen worden. Der Suchmaschinen-Primus Google hatte die schiere Menge der Suchanfragen zu Michael Jackson zunächst als gezielten Angriff gewertet, den sonst nur zu kriminellen Zwecken eingesetzte «Bot-Netze» auslösen - und wies die Anfragen zunächst ab. (dpa)

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