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Montag, 12. Juli

12.07.2010 | 00:00 Uhr

Flash bekommt 3D +++ Google nimmt Datensammlung für Street View wieder auf +++ Phone-Disk erlaubt Datenaustausch ohne iTunes +++ Computerhersteller Lenovo hat Deutschland im Visier +++ Code für Skype-Verschlüsselung offenbar geknackt +++ Google darf in China weitermachen +++ AAPL legt leicht zu

Morgenmagazin: Rosen
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Flash bekommt 3D

Adobe Systems arbeitet an einer 3D-Erweiterung von Flash und will Ende Oktober auf der Adobe-Messe Ausstellung Adobe Max 2010 in Los Angeles die neue Technologie präsentieren. In einer Session " Flash Player 3D Future " sollen Web- und Programm-Entwickler einen ersten Einblick auf die nächste Generation von Flash inklusive 3D-Darstellung erhalten. Thibault Imbert , ein Produkt-Manager bei Adobe, verspricht sich in einem Blog viel von dem zukünftigen 3D-API für Flash. "Wer in 3D interaktive Webseiten oder Spiele entwickelt, sollte keinesfalls diese Einführung verpassen", empfiehlt er in seinem Blog .

Während Apple in einem öffentlichen Disput mit Adobe auch weiterhin die Flash-Plattform als zu langsam, ressourcen-fressend und "nicht mehr zeitgemäß" für Apples mobile Geräte ablehnt, spricht sich Google mit Youtube hingegen eindeutig für Flash aus. Google setzt für die Medien-Wiedergabe in Youtube sowohl auf HTML 5 als auch Flash, aber gibt beim Live-Streaming Flash klar den Vorzug.

Adobe bietet bereits Tools zum Einsatz von 3D-Flash-Animationen an, aber dank einer überarbeiteten Flash-Plattform soll das 3D-Erlebnis noch viel besser werden. Damit setzt auch Adobe langfristig auf den gegenwärtigen Trend, dass Entwickler zunehmend Videos und Spiele im 3D-Format veröffentlichen. Auch auf der Computex-Messe im Juni hat der Chip-Hersteller Nvidia 3D-Video-Streaming vorgeführt und dafür einen Video-Player auf Microsofts Plattform Silverlight eingesetzt.

Google nimmt Datensammlung für Street View wieder auf

Google gab am letzten Freitag bekannt, dass in vier Ländern ab heute das Street View-Programm wieder fortgesetzt wird. Brian McClendon, ein Vizepräsident bei Google, hat in einem Blog die Datensammlung von Starßen-Ansichten in Irland, Norwegen, Schweden und Süd-Afrika angekündigt.

Datenschutzbeauftragte von mehreren Ländern hatten das Projekt auf Eis gelegt, als Google eingestand, dabei auch ungenehmigt Privatinformationen über ungesicherte Funknetzwerke aufgezeichnet zu haben. Die technische Ausrüstung zum Sammeln der Wi-Fi-Daten wurde mittlerweile aus allen Street View-Autos entfernt und Aufzeichnung soll nun ausschließlich auf Straßen-Fotos und 3D-Ansichten beschränkt sein, beteuert McClendon in den Blog .

Erst nach ausgedehnten Untersuchungen der Datenschutzbehörde der Stadt Hamburg hatte Google im Mai zugegeben, seit 2007 Adressen von Funknetzroutern und E-Mails aus ungesicherten LANs gespeichert zu haben. Das Eingeständnis löste eine Flut von Verfahren gegen Google in Ländern wie Frankreich, England, Spanien, Australien und den USA aus.

Die Datenschutzkommission von England gab bekannt, dass Google illegal handelte, sieht aber nach Googles Löschen der Daten von weiteren gesetzlichen Maßnahmen ab. Die Staatsanwaltschaft in Hamburg sieht den Fall weniger gelassen: Die Ermittlungen werden weiterhin fortgesetzt, auch wenn bisher noch keine offizielle Klage gegen Google erhoben wurde, berichtete am letzten Freitag Wilhelm Möllers, ein Pressesprecher der Stadt Hamburg.

Phone-Disk erlaubt Datenaustausch ohne iTunes

Macroplant bietet ein Hilfsprogramm, mit dem Daten auf iPads , iPhones und iPod Touch gespeichert werden können, ohne dass der Anwender durch iTunes gehen muss. Mit Phone Disk wird der Medien-Ordner der angeschlossenen Geräte auf der Schreibtisch-Oberfläche angezeigt. Von Bildern bis hin zu Musik, elektronischen Büchern, Sprachaufnahmen, Podcasts und alle Einkäufe via iTunes sind in dieser Ansicht zugreifbar und können zwischen Computer und mobilem Gerät hin- und her kopiert werden. Wenn ein Anwender Fotos in den iOS Bilder-Ordner DCIM kopiert, werden diese von Phone Disk automatisch umbenannt, so dass vom Gerät angezeigt werden können.

Phone Disk erkennt alle Apple Geräte unter iOS , setzt keinen Jailbreak voraus und unterstützt mehrere Verbindungen gleichzeitig, d.h. Dateien können damit direkt zum Beispiel von iPad auf ein iPhone kopiert werden. Der Zugriff ist auf den Medien-Ordner beschränkt, um das iOS von unbeabsichtigten Zugriffen, die das Dateisystem zerstören würden, zu sichern.

Voraussetzung für Phone Disk (8,6 MB) ist ein Mac mit Intel Prozessor und mindestens Leopard Mac-OS X 10.5 und iTunes 8. Unterstützt werden damit alle Versionen von iPhone , iPod Touch und iPad . Das Tool Phone Disk (8,6 MB) kann bis Ende August kostenlos inklusive Freischaltcode von der Macroplant Webseite geladen.

Computerhersteller Lenovo hat Deutschland im Visier

Der viertgrößte Computerhersteller der Welt, Lenovo, will sein Geschäft in Deutschland deutlich ausbauen. In spätestens zwei Jahren sei ein zweistelliger Marktanteil angepeilt, sagte der für Westeuropa zuständige Vorstand Milko van Duijl der Zeitung «Euro am Sonntag». Dazu will das chinesische Unternehmen sein Angebot bei den großen Handelsketten Media Markt und Saturn erweitern.

Nach einer Übersicht des Marktforschungsunternehmens IDC kam der Konzern in Deutschland im ersten Quartal auf einen Marktanteil von 6,8 Prozent. Weltweit wolle der Konzern spätestens in einem Jahr über die Zehn-Prozent-Marke kommen, kündigte van Duijl an. Derzeit ist das Unternehmen, das 2005 das Computergeschäft von IBM übernommen hatte, mit einem Marktanteil von 8,8 Prozent die Nummer vier. Großes Potenzial sieht van Duijl bei sogenannten All-in-One- Geräten, bei denen alle Komponenten einscvhließlich Bildschirm in einem einzigen Gehäuse untergebracht sind. Die Markteinführung eines eigenen Handys plant der Konzern für Europa hingegen nicht. In China hatte Lenovo ein Mobiltelefon mit dem Namen «LePhone» auf den Markt gebracht.

Mit der aktuellen Marktentwicklung zeigte sich van Duijl in dem Interview zufrieden. Der Trend des ersten Quartals habe sich fortgesetzt, die PC-Nachfrage ziehe weiter an. Er rechne damit, dass im zweiten Halbjahr auch die Unternehmen verstärkt investierten. Viele Firmen-PCs seien veraltet. Mit Windows 7 gebe es zudem ein neues Betriebssystem. (dpa)

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