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Montag, 14. März

14.03.2011 | 07:00 Uhr

Apples iPad 2 sticht alle Konkurrenten aus +++ Erste Einblicke in iMovie-Update unter iOS +++ iTunes Privatfreigabe in iOS 4.3 +++ Google erlaubt Domain-Blockaden in Suchergebnissen +++ AAPL erholt sich wieder etwas

Morgenmagazin: Bergbach
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Apples iPad 2 sticht alle Konkurrenten aus

Apples Konkurrenz hat immer mehr Schwierigkeiten, mit dem iPad mitzuhalten. Marktforscher werteten am letzten Donnerstag eine Umfrage vom Vormonat aus und bestätigten, dass der Trend ungebrochen immer weiter zum iPad geht. Von 3100 Teilnehmern planen 82 Prozent aller Kunden, die sich in den nächsten drei Monaten ein Tablet zulegen wollen, ein iPad zu kaufen. Bei der gleichen Umfrage von Changewave Research im letzten Oktober waren es "nur" 80 Prozent.

Das Tablet Xoom von Motorola , das im Februar für knapp 600 US-Dollar mit zweijähriger Vertragsbindung an Verizon auf dem Markt kam, ist landete mit einem Beliebtheitsgrad von immerhin vier Prozent auf Platz zwei, gefolgt von RIMs Playbook und Samsungs Galaxy -Tablet mit jeweils drei Prozent. Im Oktober wollten von der Zielgruppe noch acht Prozent auf die Alternative von RIM warten, aber im Gegensatz zum Xoom und Galaxy ist das Playbook immer noch nicht im Handel. Gerüchtehalber soll es ab dem 10. April endlich verfügbar sein.

Konkurrenten , die noch später auf dem Tablet-Markt einsteigen, werden es noch schwerer haben, erwartet Paul Carton, Vizepräsident bei Changewave Research. Das Größte Problem für Wettbewerber ist die Kundenzufriedenheit, die Apple mit seinen iPad-Modellen erreicht. Laut einer anderen Umfrage unter iPad -Besitzern gaben 70 Prozent an, mit ihrer Wahl "sehr zufrieden" und 25 Prozent "ziemlich zufrieden" zu sein. Carton sieht dank der Rate Apples Marktposition als unantastbar, auch wenn gegenüber der Vorjahresumfrage der Anteil der sehr zufriedenen Kunden um zwei Prozent sank.

Die nuen Umfragen von Changewave Research belegen ein steigendes Kaufinteresse an Tablets gegenüber der Oktober-Befragung: zwei Prozent mehr Kunden wollen jetzt zum Tablet greifen, und zwar zunehmend auf Kosten von E-Readern und vor allem Netbooks und Laptops . 26 Prozent der künftigen Tablet-Kunden gaben an, ihre Pläne für einen E-Reader gestrichen zu haben und 25 Prozent verschoben oder legten endgültig ihre Pläne für ein Netbook, Laptop oder gar Desktop-Computer auf Eis. Vor wenigen Monaten waren diese Zahlen mit 17 und 19 Prozent noch weitaus niedriger.

Nach Auswertung dieser Statistiken erwarten die Analysten bei Changewave Research and IDC, dass Apple in 2011 einen Tablet Marktanteil von 70 bis 80 Prozent halten wird und 50 Millionen iPads in 2011 verkauft werden.

Erste Einblicke in iMovie-Update unter iOS

Die Einführung von iMovie auf das iPhone war im letzten Sommer sehr verlockend - aber letztendlich enttäuschend. Die App enthielt nur die prinzipiellen Grundlagen zum Bearbeiten und Teilen von Videos, aber essentielle Funktionalitäten wie akkurates Schneiden oder Aufteilen von Clips wurde nicht unterstützt. Jenseits der Bearbeitung von kleinen Videoschnipseln war die App nicht wirklich zu gebrauchen.

Mit dem neuen Update von iMovie kommt jetzt weitaus mehr als "nur" die Unterstützung vom iPad 2 . Zwar kann die App noch nicht in der gleichen Liga wie iLife unter Mac-OS X mithalten, aber ist endlich eine vollwertige App zur Videobearbeitung unter iOS .

Was ist neu?

Das Update bringt die App endlich auf das iPad, allerdings nur auf das iPad der zweiten Generation . Dank dem größeren Bildschirm spendierte Apple der App auf dem iPad 2 gleich zwei Features, die bisher iMovie 11 vorbehalten waren: Die Waveform-Ansicht und den Präzisions-Editor. Außerdem unterstützt nun die App alle neuen Multitouch-Gesten und ermöglich damit zum Beispiel das Zoomen, Bewegen, Drehen oder akkurates Aufteilen von Clips und (auf dem iPad 2) die Weitergabe an den Schnitteditor.

Auch die Bearbeitungs-Werkzeuge für Ton wurden überarbeitet: Die iMovie-App erlaubt per Drag & Drop nun die Überlagerung von bis zu drei Tonspuren zusätzlich zum Originalton der Aufnahme. Tonspuren können ansonsten jedoch leider weder geteilt noch geschnitten oder bearbeitet, sondern nur ausgewählt, zugewiesen und wahlweise stumm geschaltet werden.

Immerhin hat de App nun einen Titel-Editor und erlaubt das Einfügen von Text in Video und Fotos. Der Editor unterstützt drei Textpositionen (Eröffnung, Mitte und Ende) und aktiviert die Tastatur zum Eintippen in die vorgegebenen Textfelder. Außerdem können Projekte endlich auf weitere iOS-Geräte übertragen, d.h. zwischen iPod Touch 4G , iPhone 4 und iPad 2 ausgetauscht und weiterbearbeitet werden. Die Weitergabe an iMovie 11 jedoch ist weiterhin unterbunden.

Projekt-Bearbeitung in iOS-iMovie

Apple hat die Eingangssequenz überarbeitet und öffnet die App nun mit einem Kinoportal im Stil der 70er Jahre: In Filmposter-Rahmen werden alle verfügbaren Projekte angezeigt und das aktuelle Werk ist mit Neonlicht gerahmt. Am unteren Bildschirmrand befinden sich alle Bearbeitungsknöpfe zum Erstellen von neuen Filmen, Wiedergabe im Vollbildschirm-Modus oder über Airplay , Exportieren, Datei-Austausch mit iTunes und Löschen von Projekten. Vorsicht ist hierbei geboten: Wenn er Film direkt in iMovie aufgenommen wurde, löscht iMovie nicht nur das Projekt sondern auch gleich die Original-Aufnahme. Sicherheitshalber sollte der Anwender im Schnitteditor die Originalaufnahmen über die Bearbeitungs-Option im Fotoarchiv speichern.

Wenn ein Projekt durch Anklicken geöffnet wird, zeigt das iPad im Landschaftsformat die Ansichten für die Wiedergabe, die verfügbaren Ressourcen und die Zeitlinie. Im Hochkant-Format zeigt das iPad 2 genau wie das iPhone nur zwei der Ansichten und lagert die Projekt-Ansicht in ein Popup-Menü aus.

In der Projektansicht werden alle Fotos und ausschließlich Filme, die mit den eingebauten Kameras der iOS-Geräte aufgenommen wurden, unterstützt. Um andere Videos einzumogeln müssen sowohl die Auflösung als auch as Format stimmen. Das Durchsuchen und Blättern geschieht intuitiv mit Gesten, die Auswahl in das Projekt mit Anklicken und Bestätigen.

Das Wiedergabefenster hat gleich zwei Werkzeugleisten zum Bearbeiten des Materials, wie zum Beispiel ein Aufnahmemodus zum Aufzeichnen von Ton oder Video, Zugang zu den Projekteinstellungen oder Umschalten in einen Vollbildmodus für Ton, Film und Foto-Projekt-Ressourcen. Liveaufnahmen von Ton oder Video werden im Projekt immer an der derzeitigen Position der Abspielmarke eingefügt. Nur beim iPad 2 gibt es hier auch den Waveform-Browser eingeblendet.

Während die Bearbeitung mit Gesten, das Schneiden, Anordnen, Re-Positionieren, Aufteilen oder Zusammenfügen überraschend einfach und intuitiv ist, ist Genauigkeit angesagt, oder der Anwender kann buchstäblich schnell mal den Fokus verlieren. Beim Schneiden positioniert iOS-iMovie automatisch einen Übergang in die Schnittstelle. Zum einen kann dort dann schnell Dauer und Effekt des Übergangs eingegeben werden, oder auf dem iPad 2 der Präzisions-Schnitteditor geöffnet und die Aufteilung des Clips rahmengenau nachbearbeitet werden. Im Gegensatz zu iMovie 11 erlaubt der Editor in iOS-iMovie aber nur die Ansicht für Fotos und Videos, d.h. keine Tonwiedergabe. Unter Umständen erfordert es einiges Umschalten, bis der Schnitt auch zu der Tonspur passt. Beim iPhone ist das Schneiden ohne den Präzisionseditor nicht haargenau steuerbar, aber mit Gesten einfach genug durchführ- und anpassbar.

Das Update der iOS-iMovie App ist rundum gelungen, Während seit Jahren kontinuierlich an iLife unter Mac-OS X und professionellen Features gearbeitet wurde, kann unter iOS die App mit Touchscreen und allen Gesten innerhalb weniger Stunden perfekt beherrscht werden. Für alle, deren Ehrgeiz nie in Richtung Final Cut Pro ging, ist die App für nur knapp 4 Euro jetzt ausreichend, im Handumdrehen eigene Filme oder Präsentationen zu erstellen. Voraussetzung zum Einsatz ist mindestens iOS 4.2.6 auf einem iPhone 4 , iPod Touch 4G oder iPad 2 .

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