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Montag, 16. Januar

16.01.2012 | 00:00 Uhr

Apple nennt Hersteller in Responsibility Report +++ Apple wächst am stärksten +++ Sculley spricht in der BBC über Jobs +++ Analyst: Randale um iPhone 4S in China soll Lehre für Apple sein +++ Filesharing: Betroffene könnten gezahlte Abmahngebühren zurückfordern +++ Griffin präsentiert neue Produkte zum Musizieren mit dem iPad +++ Intel preist das Ultrabook aggressiv an +++ Facebook könnte 2012 die 1-Milliarden-Marke knacken +++ Amazon veröffentlicht Datenaustausch-App für Kindle Fire +++ Privaten Modus in Safari und Firefox starten +++ AAPL leicht im Minus

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Apple nennt Hersteller in Responsibility Report

Apple berichtet, dass die verstärkte Überprüfung der Umsetzung von Apples Umweltschutz-Richtlinien bei den Zulieferern bereits Früchte trägt. Laut dem am letzten Freitag veröffentlichten jährlichen Responsibility Report , in dem die Hersteller in die Pflicht genommen werden, wurden weniger Fälle von Kinderarbeit als im Vorjahr gefunden.

In dem Bericht über Sicherheitsmaßnahmen und Arbeitsbedingungen in den Herstellungs-Betrieben veröffentlichte Apple auch erstmals eine Liste der Zulieferer . Bisher hat Apple sich über seine Hersteller weitgehend ausgeschwiegen, aber die Liste in dem Bericht umfasst nun 156 Namen , die Komponenten-Hersteller bis Fertigungsbetriebe umfasst. Laut Apple deckt diese Liste 97 Prozent seiner Zulieferer ab.

Apple ist am 13. Januar 2012 als weltweit erste IT-Firma der gemeinnützigen Fair Labor Association (FLA) beigetreten. Diese Organisation, die Ausbeuter-Betriebe aufdeckt, soll den Bericht samt Namen angefordert haben und stellt sicher, dass die firmeninternen Kontrollen den Verhaltensregeln der FLA entsprechen. Laut Apple werden alle Ergebnisse der Betriebsprüfungen auf den FLA-Webseiten veröffentlicht.

Stopp von Kinderarbeit

Seit sechs Jahren gibt Apple in seinem jährlichen Responsibility Report die Einhaltung von Apples Umweltschutz - und Sicherheits-Auflagen all seiner Zulieferer bekannt. Der letzte Bericht umfasst 229 Betriebsprüfungen und liegt damit 80 Prozent über den im Vorjahresreport . Apple betont, dass über 100 Betriebe zum ersten Mal in dem Programm erfasst wurden. Die Kontrollen bei der Einstellung neuer Mitarbeiter wurden verschärft. Als Folge davon wurden in fünf Firnem sechs Minderjährige gefunden. Die Firmen wurden von Apple alle dazu angehalten, die Rückkehr der Kinder zur Schule zu unterstützen. Keine dieser Firmen ist an der Fertigung von Apple-Produkten beteiligt.

Stopp von Verschuldung durch überhöhte "Vermittlungsgebühren"

Apples Fokus im diesjährigen Bericht waren 28 Betriebe in Malaysia und Singapur, die Leiharbeiter aus weiteren Ländern anheuerten. Letztere bezahlen hohe Gebühren, um eine sichere Arbeitsstelle zu ergattern. Apples Richtlinien bestimmen, dass maximal ein Netto-Monatsgehalt als Vermittlungsgebühr von seinen Zulieferfirmen gefordert werden darf und Mehr-Zahlungen wiedererstattet werden müssen. Gemäß diesen Richtlinien mussten die Zulieferbetriebe 3,3 Millionen US-Dollar an seine Arbeiter rückerstatten und Apple hat einer Firmen wegen wiederholten Fehlverhalten die Zusammenarbeit gekündigt.

Stopp von Unfällen durch Verschmutzung und Sicherheitsmängeln

Bei der Überprüfung der Arbeitsbedingungen hat Apple die beiden Unfälle aufgelistet, wo wegen Staubexplosionen in China zum einen bei Foxconn in Chengdu vier Mitarbeiter getötet und 18 verwundet, und zum anderen bei Pegatron in Shanghai 61 verletzt wurden. Als Folge davon hat Apple seine Richtlinien für Staubkonzentrationen wesentlich verschärft und neue Maßnahmen für Entlüftung, Inspektionen und Luftreinigung verhängt. Alle Zuliefererfirmen bis auf eine haben die neuen Regeln bereits umgesetzt. Die verbleibende Firma bleibt geschossen, bis auch sie die neuen Richtlinien erfüllt.

Bei der Überprüfung der Umweltschutz-Auflagen nahm Apple in diesem Jahr insbesondere 14 Betrieben in China die Handhabung von Abwasseraufbereitung, Luftverschmutzung, Abfällen und Lärmschutzmaßnahmen unter die Lupe. Die Kontrolle deckte eine Reihe von Verstößen auf, an deren Beseitigung Apple mit den Firmen zusammenarbeitet.

Apple plant, in Zukunft die Anzahl dieser Umweltschutz-Betriebsprüfungen auszuweiten und sich dabei als nächstes die Platinenherstellung vorzunehmen. Neben Sensibilisierungs-Kampagnen will Apple in 2012 daran arbeiten und fordern, dass 90 Prozent der Fertigungsanlagen der Zulieferer alle Auflagen voll erfüllen.

Stopp von Einsatz von Problem-Rohstoffen

Im Rahmen der Verbesserung der Umweltverträglichkeit von Apple Produkten arbeitet die Firma daran, möglichst nur problemlose Rohstoffe , wie Tantal, Zinn, Wolfram und Gold zu verwenden. Apple berichtet in dem Responsibility Report, dass die Firma mit verschiedenen Initiativen zusammenarbeitet (Electronics Industry Citizenship Coalition und der Global e-Sustainability Initiative), um Zulieferer-Metallhütten in der problemfreien Herstellung von Metallen auszubilden und in Zukunft nur noch Rohstoffe von verbrieften Werkstätten zu verwenden.

Seit 2009 setzt sich Apple dafür ein, in Zulieferbetrieben die Ausbildung der Mitarbeiter zu verbessern. Die Programme wurden zunächst in den Endprodukt-Fertigungsbetrieben eingesetzt und werden nach und nach auf alle Zulieferer ausgeweitet. Neben Sicherheits- und Fertigungs-Training von bisher einer Million Mitarbeitern bietet Apple auch Kurse in Buchhaltung, Computer Anwendungen und English an, die in 2011 über 60.000 Teilnehmer verzeichnen konnten. Auslöser zur Einführung des Apple Responsibility Report waren Berichte in 2006 , dass Arbeiter in Zulieferbetrieben ausgebeutet werden und Apple bemüht sich seitdem, die Einhaltung von Umweltschutz- und Sicherheits-Richtlinien sicherzustellen.

Apple wächst am stärksten

Apple ist der einzige in der Liste der Top-5 Computer-Hersteller, der im letzten Quartal 2011 in den USA zunehmende Verkäufe gegenüber dem Vorjahr vermelden konnte. Die Analysten von sowohl Gartner als auch IDC bestätigen, dass die anderen Marktführer Acer , Dell, Hewlett-Packard (HP) und Toshiba sich geschlagen geben mussten.

Laut den Schätzungen von IDC verkaufte Apple in dem Quartal bis zum 31. Dezember zwei Millionen Macs in de USA und somit 18 Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres. Die Vorhersage von Gartner war sogar noch optimistischer und lag bei 2,1 Millionen Geräten und somit 21 Prozent Zuwachs.

Die anderen vier der Top-5-Liste hingegen mussten alle Einbußen hinnehmen. Für HP schrumpften die Verkaufszahlen laut Schätzungen der Analysten zwischen 25,3 und 26,1 Prozent, während Acer einen Rückgang von 11,4 bis 14,4 Prozent einstecken musste. Für das schlechte Ergebnis geben die Marktforscher dem monatelangen Hin-und-Her bei HP Schuld, ob die Firma ihr PC-Geschäft abspalten soll, während bei Acer die sinkende Nachfrage nach Netbooks einen Gewinn verhinderte.

Die geschätzten Verkäufe des vierten Quartals 2012 stellen laut den Statistiken der Analysten ungefähr elf Prozent des Gesamtvolumens des US-Computer-Marktes da und sichern damit Platz drei in den USA. Sowohl HP als auch Dell verkauften doppelt so viele Computer im gleichen Zeitraum. Auch wenn den beiden Analysten-Firmen keine genauen Statistiken für weltweite Verkaufszahlen vorliegen, schätzen beide für IV/2011 einen Anstieg zwischen 26 und 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Falls diese Prognosen korrekt sind, hat Apple in dem Quartal einen neuen Mac- Verkaufsrekord aufgestellt.

Apple wird seine Verkäufe und Gewinne für das vierte Quartal am Dienstag, den 24. Januar veröffentlichen.

Sculley spricht in der BBC über Jobs

Apples Ex-CEO John Sculley hat im Interview mit der BBC über seine Beziehung zu Steve Jobs geplaudert. Zwar habe er die Jobs-Biographie von Walter Isaacson nicht gelesen, aber gute Rückmeldungen erhalten, dass dieses Buch einige Gerüchte bezüglich seiner Zusammenarbeit mit Jobs aufgeklärt hat. "Ich denke, der Autor eine gelungenes Portrait von Steve vorgestellt, und mit Fakten auch Missverständnisse richtig gestellt. Zum Beispiel, dass ich Steve Jobs nicht wirklich feuerte und dass Apple in Wahrheit damals eine profitable Firma war.", sagte Sculley.

Sculley wurde in 1983 durch Jobs von Pepsi angeworben mit der mittlerweile berühmten Frage " Wollen Sie den Rest Ihres Lebens damit zubringen, gezuckertes Wasser zu verkaufen, oder wollen Sie die Chance bekommen, die Welt zu verändern? ". Streitigkeiten wegen der Macintosh-Entwicklung und der Frage, ob Apples Computer IBM-kompatibel sein sollen, eskalierten letztendlich in 1985 in den Forderungen, den jeweiligen Gegner zu entlassen. Nach dem Quartalsbericht II/1985, dem ersten, in dem Apple einen Verlust melden musste und folglich Mitarbeiter entließ, verließ Steve Jobs Apple. Sculley erinnert sich im Interview, das zum damaligen Zeitpunkt Apple Macintosh Office vorstellte und Steve Jobs in einer tiefen Depression versank. "Zusätzlich hatten wir einen Riesenkrach, weil Jobs den Preis des Macintosh senken und ich Apples Geld lieber in die Weiterentwicklung des Apple II stecken wollte", sagte Sculley gegenüber der BBC. "Ironischerweise war der ganze Streit nur um das Mooresche Gesetz und nicht persönlich zwischen Steve und mir. In 1985 waren Computer schlichtweg noch nicht leistungsfähig genug, um die Grafik-Auflösung für Laserdrucker zu liefern. 18 Monate später war die Computerentwicklung so weit, dass wir Macintosh Office in Desktop Publishing umbenannten und damit einen Riesenerfolg landeten. Letztendlich war das alles Steves Idee, aber er kam damit einfach anderthalb Jahre zu früh.", gestand Sculley ein.

Sculley wurde in 1993 von Apples Vorstand gekündigt. Im Nachhinein fasst Sculley im Interview zusammen, dass sein größter Fehler die Entscheidung war, Apples Betriebssystem Anfang der 90er auf den PowerPC Prozessor aufzusetzen, statt auf Intels Architektur umzusteigen. Nach Apple stieg Sculley für wenige Monate bei Spectrum Information Technologies ein, kündigte die Stelle aber, sobald er von den schwebenden Betrugsermittlungen gegen die Firma erfuhr. Danach konzentrierte Sculley sich auf politische Aktionen und unterstützte unter anderen den Wahlkampf von Bill Clinton.

Sculley gestand, dass er immer an einen großen Erfolg von Apple glaubte. Insbesondere war er überzeugt, dass Apple nach der Neudefinition des digitalen Verbrauchermarktes zwangsläufig auch in den TV-Markt einsteigen wird: "Fernsehgeräte sind immer noch zu viel zu umständlich zu bedienen. Das ist genau die Herausforderung, der Apple gewachsen ist - und wenn eine Firma das TV-Erlebnis neu gestalten kann, dann ist es Apple", prophezeit Sculley.

Analyst: Randale um iPhone 4S in China soll Lehre für Apple sein

Marktforscher raten Apple, die Freigabe von neuen Produkten in China nicht um Monate zu verzögern und die Online-Bestellungen dort sobald wie nur möglich zu erfüllen, um Auftritte wie im Apple Store am letzten Freitag zu vermeiden. Mit drei Monaten Verspätung gegenüber dem US-Markt - und vollen zwei Monaten nach dem Verkaufsbeginn in Hong Kong - wurde am 13. Januar das iPhone 4S offiziell in Peking im Apple Store verkauft, aber das Angebot war der Nachfrage bei weitem nicht gewachsen. Nachdem Mitarbeiter Kunden, die trotz frostigen Temperaturen über Nacht vor dem Laden Schlange standen, das Ende des Lagerbestandes verkündeten, begann ein wütender Kunde, die Fassade mit Eiern zu bewerfen.

Nach dem Zwischenfall drohte Apple, den Verkauf des iPhone 4S in allen fünf Apple Stores in Peking und Shanghai zu stoppen. Der Verkauf über Apples Online-Store und durch den offiziellen Netzwerkbetreiber China Unicom geht jedoch weiter.

Nicole Peng, Direktorin und Analystin bei Canalys, sieht die Eskalation von letztem Freitag vor allem durch mangelnde Information bedingt. Apple arbeitet seit Jahren daran, ein Vertriebsnetz mit den großen Handelsketten in China aufzubauen, aber viele Endkunden glauben, dass begehrte neue iPhone ausschließlich in Apple-Läden kaufen zu können. So standen am Freitagmorgen schließlich noch über 400 Kunden vor einem Apple Store in Peking Schlange, als Apple das Verkaufende des neuen Smartphones melden musste. Peng beteuert, dass andere Geschäfte das iPhone 4S immer noch verfügbar haben, aber neben verbesserter Kundeninformation Apple auch mit einer zeitgleichen Einführung in USA und China punkten kann.

Apple hat bereits eine ganze Reihe von Produkten erst Monate nach der Freigabe in den USA in China eingeführt. Peng berichte, dass chinesische Kunden nur äußertest ungern auf neue Technologien warten und der Geduldsfaden zum Zerreißen angespannt ist.

Mark Natkin, Marktforscher bei Marbridge Consulting in Peking, rät Apple, unbedingt mehr Arbeit in Online-Verkäufe zu stecken, um die hohe Nachfrage zu bewältigen. Als erfolgreiches Beispiel führt. Natkin die chinesische Smartphone-Forma Xiaomi auf, die ihr Handy zunächst ausschließlich online anbot und sich zehntausende von verbindlichen Bestellungen sichern konnte.

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