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Montag, 18. April

18.04.2011 | 00:00 Uhr

Gemischte Reaktionen auf RIMs Playbook +++ Amplitube 3.5 kostenlos mit Custom Shop +++ Adobe schließt kritische Lücke in Flash +++ Konkurrenz versucht Preis des iPad zu unterbieten +++ Umbruch beim Bezahlen im Internet-Laden +++ Software-Preise im Amazon Appstore zu niedrig +++ Worldictionary: Übersetzungs-Tool mit Wörterbuch +++ Die Spotlight-Suche nach E-Mails in Thunderbird aktivieren +++ AAPL verliert deutlich

Morgenmagazin Meer
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Gemischte Reaktionen auf RIMs Playbook

Am vergangenen Donnerstag hat der kanadische Blackberry-Hersteller RIM das lang angekündigte Tablet Playbook vorgestellt, das am 19. April in den Handel kommen soll. Die Reaktionen von Marktexperten auf die neue iPad-Konkurrenz war eher zurückhaltend: "Das Playbook ist ein Rennauto, dem ein Rad fehlt," bewertete etwa Sarah Rotman Epps von Forrester Research das Gerät. In der Tat hat das Playbook wesentliche Mängel, die man sich kaum erklären kann. So fehlt dem 7-Zoll-Tablet etwa ein eigenes E-Mail-Programm. Wer mit dem Playbook per E-Mail kommunizieren will, muss sich entweder per Wi-Fi an das Internet anschließen und eine Webmail-Anwendung wie Googlemail nutzen oder das Playbook per Bluetooth über eine Bridge genannte Schnittstelle mit einem Blackberry-Smartphone koppeln, um alle darauf installierten Programme zu nutzen. Dem Playbook fehlen auch ein eigener Kalender, ein Adressbuch und eine Chat-Applikation. In Varianten mit 16 GB, 32 GB und 64 GB Speicher kostet das Tablet 500, 600 und 700 US-Dollar.

RIM-CEO Mike Lazaridis lobte bei der Playbook-Premiere den Formfaktor des Tablets über den Schellenkönig: "Es ist so leicht, dass ich es in meine Tasche stecken kann. Es hat für mich die richtige Größe". Apple hatte der 7-Zoll-Größe bisher stets mit der Begründung eine Absage erteilt, dass für das iPad konzipierte Apps auf einem solchen Gerät nur schlecht zu nutzen wären. Für das Playbook stehen zum Start auch nur 3.000 Apps zur Verfügung, im App Store stehen 65.00 iPad-Apps zur Verfügung.

Rotman Epps sieht trotz der bestehenden Mängel großes Potential im Playbook. Die Plattform sei wie das Gerät "sehr mächtig" und das Angebot eine gute Basis für die Zukunft von RIM, doch fehle ihm eben Schlüsselelemente für den Endverbraucher. Immerhin unterstütze das Playbook im Gegensatz zum iPad Adobes Flash, was nicht unerheblich sei. Laut Daten von Forrester Research würden 23 Prozent der Tablet-Käufer ihre Entscheidung anhand des Softwareangebotes treffen, immerhin 19 Prozent betrachten aber Flash als entscheidendes Kriterium.

Keineswegs ohne Chancen sieht auch der Canalys-Analyst Bart van der Horst das Playbook, es müsse schließlich nicht gegen das iPad antreten, um erfolgreich zu sein. Der Tablet-Markt werde insgesamt so stark wachsen, dass zahlreiche Anbieter ihre Nischen finden könnten: "Apple ist natürlich ein bedeutender Faktor im Markt, doch machen auch Samsung, Microsoft und eben RIM ein gutes Business."

CIOs warten erst einmal ab, insbesondere im Unternehmensumfeld werden dem Playbook gute Chancen eingeräumt. So stört etwa den CIo von Webcor Builder Gregg Davis die Notwendigkeit, das Playbook mit dem Blackberry zu koppeln, um E-Mails zu bearbeiten. Mehr als die Hälfte der von seiner Firma bereitgestellten Handys seien jedoch Blackberrys.

Amplitube 3.5 kostenlos mit Custom Shop

Der Spezialist für Musiksoftware IK Multimedia bietet ab sofort eine kostenlose Version seiner Gitarrenverstärkersoftware Amplitube 3.5 an. Diese ist jedoch nur eingeschränkt nutzbar und liefert in der Grundversion vier Verstärkermodelle, fünf Lautsprecherboxen, neun Bodeneffekte und drei Mikrofone mit, mit denen man am Mac seinen Gitarrensound konzipieren kann. Wem es nach mehr Soundoptionen verlangt, kann jedoch in der Software den neuen Custom Shop von IK Multimedia nutzen, in dem der Hersteller insgesamt 200 weitere Emulationen von Verstärkern, Lautsprechern, Effekten und Mikrofonen anbietet. Um die Software kostenlos laden zu können, ist eine Registrierung bei IK Multimedia erforderlich. Die Vollversion von Amplitube mit allen Emulationen kostet 270 Euro.

Adobe schließt kritische Lücke in Flash

Adobe hat am Freitag eine kritische Sicherheitslücke in Flash geschlossen, die laut Hersteller bereits einige Kriminelle über manipulierte Word- und Excel-Dokumente ausgenutzt hatten. Erst am Montag zuvor hatte Adobe die Existenz des erneuten Sicherheitsproblems in Flash eingeräumt. Die neue Version 10.2.159.1 des Flash-Players bietet Adobe für Mac-OS X, Windows, Linux und Solaris an. Für Android wird Adobe bis spätestens 25. April anbieten, dann sollen auch Adobe Reader und Acrobat ein weiteres Sicherheitsupdate erhalten. Die manipulierten Dateien, die bereits in Umlauf waren, versprachen arglosen Nutzern Informationen über Chinas Kartellgesetze oder ein vermeintliches japanisches Atomwaffenprogramm. Wie bei den meisten Attacken dieser Art können sich Anwender aber einfach schützen, indem sie seltsam anmutende Anhänge ihnen unbekannter Absender einfach nicht öffnen…

Konkurrenz versucht Preis des iPad zu unterbieten

Apples Konkurrenz im Tablet-Markt versucht es im Wettbewerb mit dem dominierenden iPad mit Kampfpreiesn. Während das iPad mit seinem Einsteigerpreis von 499 US-Dollar ohnehin schon günstiger ist als etwa vergleichbare Tablets von Samsung und Motorola, greifen Hersteller wie Viewsonic, Asustek und Acer mit ihren Android-Tablets über den Preis an. So kostet laut IDG News Service das ursprünglich mit 499 US-Dollar ausgezeichnete Viewsonic G-Tablet bei Amazon nur noch 280 US-Dollar, Acer will noch im April das neue Iconia A 500 für 429 US-Dollar anbieten. Das Eee Pad Transformer von Asus soll bei Best Buy 400 US-Dollar kosten. Der Analyst Roger Kay von Endpoint Technologies hält Android-Tablets bisher für überteuert, eine Marktkorrektur stehe nun an. Der Tablet-Markt war laut IDC i vierten Quartal 2010 noch eine recht einseitige Angelegenheit, 73 Prozent der 10,1 Millionen verkauften Geräte waren demnach von Apple. Der einzig ernsthafte Konkurrent Samsung erreichte mit dem Galaxy Tab einen Marktanteil von 17 Prozent, den Rest hätten sich "regionale Anbieter" aufgeteilt. Apple habe mit dem iPad bisher das beste Angebot aus Preis, Design und Funktionalität, meint Kay. Androis-Tablets seien aufgrund ihrer hohen Preise und des schlechteren Softwareangebotes weniger attraktiv gewesen: "Dem Android-System fehlt das einheitliche Ökosystem Apples."

Umbruch beim Bezahlen im Internet-Laden

Vorkasse, Paypal oder Kreditkarte: Im Online-Handel ist ein offenes Rennen um das führende Bezahlverfahren ausgebrochen, so eine Studie des eCommerce-Leitfaden.

Auch online bestellte Waren wollen verschickt und bezahlt werden. Gerade bei den Bezahlverfahren liegen viele Online-Shops noch zurück.
Vergrößern Auch online bestellte Waren wollen verschickt und bezahlt werden. Gerade bei den Bezahlverfahren liegen viele Online-Shops noch zurück.
© Hermes

Aktuellen und zukünftigen Bezahlmethoden im Internet widmet sich eine neue Studie des eCommerce-Leitfaden , einer gemeinsamen Plattform von Lösungsanbietern fürs Online-Geschäft. Die wichtigsten Ergebnisse: Die Anwendung von Verfahren stagniert, die mit zusätzlichem Aufwand und höheren Kosten verbunden sind - etwa Nachnahme. Dagegen sind Methoden wie PayPal oder Kreditkarte für Web-Shops weiter im Kommen, während noch nicht abzusehen ist, wie sich der Mobile Commerce entwickeln und welche Folgen er für die Zahlungsverfahren haben wird.

Viele Kunden beharren noch immer auf klassischen Bezahlwegen wie Lastschrift oder Rechnung, die jedoch für den Verkäufer zu Zahlungsausfällen und aufwändigen Inkasso-Maßnahmen führen können. Auch auf den ersten Blick sichere Methoden wie Vorkasse oder Nachnahme bergen Probleme: Laut der Befragung des Konsortiums werden mindestens fünf Prozent aller Vorkasse-Bestellungen keineswegs bezahlt, und bei vier von zehn Anbietern kommen mindestens drei Prozent der Nachnahmelieferungen wieder zurück.

Die Bezahlung per Kreditkarte hat sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt.
Vergrößern Die Bezahlung per Kreditkarte hat sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt.
© eCommerce-Leitfaden

Die eingesetzten Bezahlverfahren unterscheiden sich zwischen großen und mittleren sowie kleinen Anbietern von Online-Shops teilweise erheblich, ergab die Umfrage unter etwa 800 deutschen Unternehmen. So können sich die großen eher auch risikoreichere Bezahlwege wie Kreditkarte und Rechnung leisten. Die Studie kommt zu der Empfehlung, dass die kleineren Anbieter hier umdenken und besonders mehr Kreditkartenzahlungen akzeptieren sollten.

Damit wäre es möglich, auch für ausländische Kunden attraktiver zu werden, da in anderen Staaten die Kreditkarte eine wesentlich größere Verbreitung als in Deutschland gefunden hat. In puncto Attraktivität verweist die Studie ferner auf die grenzüberschreitende Abwicklung von Lastschriftzahlungen durch das SEPA-Verfahren. Viele Händler sind aber noch nicht bereit, für ausländische Kunden die gleichen Zahlungsverfahren wie im Inland anzubieten - womit sie selbst ihre Expansion einschränken.

Die Mehrheit der deutschen Online-Shops will keine Dienstleister für die Abwicklung der Bezahlprozesse einsetzen.
Vergrößern Die Mehrheit der deutschen Online-Shops will keine Dienstleister für die Abwicklung der Bezahlprozesse einsetzen.
© eCommerce-Leitfaden

Vor allem beim Angebot der Zahlungsverfahren und beim Risikomanagement sind die größeren Unternehmen laut Studie weiter. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die personell und finanziell geringer ausgestatteten kleinen Unternehmen hier auf Chancen verzichten, sich am Markt durchzusetzen. Mit etwas mehr Voraussicht und Mut könnten sie jedoch gegebene technologischen Entwicklungen zu ihren Gunsten nutzen und sich konkurrenzfähiger aufstellen.

Die Autoren der Studie ziehen das Fazit, "dass sich insbesondere die Bereiche E-Payment sowie Internationalisierung zurzeit stetig weiterentwickeln und man erkennen kann, dass "sich was bewegt"." Man dürfe gespannt sein, welche Zahlungsverfahren sich langfristig bei den Händlern, aber auch bei den Kunden durchsetzen.

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