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Montag, 18. Januar

18.01.2010 | 00:00 Uhr

Analyst: Apple produziert Tablet schon auf vollen Touren +++ Apple eskaliert Rechtsstreit mit Nokia +++ Psystar legt Berufung ein +++ RIAA sieht Provider beim Schutz von Urheberrechten in der Pflicht +++ Vodafone verkauft 50.000 iPhones am ersten Tag in Gro├čbritannien +++ Verleger gehen mit Kartellbeschwerden gegen Google vor +++ 384 Millionen Chinesen im Internet - US-Protest wegen Google +++ Newtons Apfel-Erlebnis geht online +++ AAPL klar im Minus

Morgenmagazin: Parkstadt Schwabing
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Analyst: Apple produziert Tablet schon auf vollen Touren

Apple soll bereits mitten in der Fertigung seines hei├č-erwarteten Tablet-PCs stecken. Electronista zitiert f├╝r das neue Ger├╝cht den Analysten Matt Thornton von AVI Securities, der sich wiederum auf Berichte von Zulieferern von Apple beruft. Ein Hersteller von iPhones hat Thornton berichtet, dass der Produktionsbeginn urspr├╝nglich f├╝r Ende 2009 angesetzt war, aber wegen Plan├Ąnderungen von Komponenten nicht eingehalten werden konnte.

Eine jetzt auf Hochtouren laufende Fertigung w├╝rde Ger├╝chte best├Ątigen, die eine Pr├Ąsentation des Apple-Tablet f├╝r Apples Event am 27. Januar 2010 erwarten. Im Handel k├Ânnte das Produkt dann ab M├Ąrz verf├╝gbar sein. Thornton sch├Ątzt, dass im ersten Jahr bis zu 10 Millionen Apple-Tablets gefertigt und verkauft werden k├Ânnten. Der Analyst betont, dass derzeit insbesondere die Nachfrage nach NAND-Flash-Speicherbausteinen, die zur Fertigung von Touchscreens ben├Âtigt werden, dramatisch angestiegen ist. Asiatische Hersteller best├Ątigen, dass Apple alle verf├╝gbaren Kapazit├Ąten f├╝r 10-Zoll-Displays aufgekauft hat.

Apple eskaliert Rechtsstreit mit Nokia

Apple, von Nokia im Oktober wegen der Verletzung von Patenten des finnischen Konzerns verklagt, schie├čt mit schwerem Gesch├╝tz zur├╝ck. Am Freitag hat der iPhone-Hersteller bei der Fair Trade Commission (FTC) einen Antrag f├╝r einen Import-Stop von Nokia-Handys eingereicht. Dies ist die zweite Eingabe an die Kommission, im Dezember hatte Nokia eine Beschwerde ├╝ber die Patentverletzungen eingereicht. Das iPhone w├╝rde sieben seiner Patente verletzen, hatte der mit dem Verlust von Marktanteilen zu k├Ąmpfende Konzern bereits im Oktober vor Gericht dargelegt. Apple hatte im Dezember mit einer Gegenklage reagiert, die Nokia vorwirft, 13 iPhone-Patente zu verletzen. Nokias Pressesprecher Mark Durrant sagte dem Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg, Nokia werde seine Rechte energisch verteidigen und auf Apples Eingabe reagieren, sobald sie vorliege. Unabh├Ąngig davon betrachte Nokia das gut laufende Gesch├Ąft mit dem iPhone immer noch als den Versuch Apples als "Trittbrettfahrer" von Nokias Innovationen zu profitieren.

Psystar legt Berufung ein

Psystar hat am letzten Donnerstag Berufung gegen die dauerhafte Verf├╝gung von Apple eingelegt, berichtet Macnn . Mitte November hatte Apple seine Klage gegen den Mac-Klon-Hersteller Psystar in dem seit Juli 2008 andauernden Rechtsstreit gewonnen und Anfang Dezember stimmte Psystar in au├čergerichtlichen Verhandlungen einer Schadensersatzzahlung an Apple zu.

Psystars Anwalt K.A.D. Camara hatte diese Berufungsklage bereits im Dezember angek├╝ndigt und damit jetzt die Zahlung von Schadensersatzforderung wegen Lizenz- und Urheberrechts-Verletzungen von fast 2,7 Millionen US-Dollar an Apple vorerst ausgesetzt. Seit dem Inkrafttreten der permanenten Verf├╝gung darf Psystar weder Mac-Klone noch seine EFI-Firmware verkaufen, mit der Mac-OS X auf beliebigen PCs installiert werden kann. Seitdem bietet die Webseite von Psystar lediglich T-Shirts und Spendenaufrufe an, um die bisherigen Prozesskosten zu decken. Weder Apple noch Psystar haben bisher Stellung zur Berufungsklage genommen.

RIAA sieht Provider beim Schutz von Urheberrechten in der Pflicht

RIAA, der Verband der Musikindustrie in den USA, hat der US-Bundesaufsichtsbeh├Ârde f├╝r Kommunikation (FCC) empfohlen, das geplante Gesetz f├╝r Netzneutralit├Ąt nicht zu strikt zu implementieren. Statt Provider beliebig zu beschr├Ąnken sieht RIAA es als deren pr├Ądestinierte Aufgabe, illegalen Dateien-Austausch zu unterbinden. Im Klartext verweist RIAA darauf, dass ohne die Mithilfe der Provider Verst├Â├če gegen Urheberechte kaum effektiv entdeckt werden k├Ânnen, da nur die Provider selbst die volle Kontrolle ├╝ber ihre Einrichtungen besitzen. Statt die Provider zu g├Ąngeln soll FCC sie zur Mitarbeit auffordern.

FCC hat Ende Oktober Regeln f├╝r Netzneutralit├Ąt ( PDF, 107 Seiten ) vorgestellt und bis letzten Donnerstag um R├╝ckmeldungen gebeten. Zehntausende Gruppen und Einzelpersonen haben die Gelegenheit genutzt und ihre Pro- und Kontras auf der Webseite hinterlassen. Drei gro├če Internet-Provider haben bisher die Vorschl├Ąge von RIAA abgelehnt, Kunden wegen Versto├č gegen Urheberrechte sofort vom Internet-Zugriff zu verbannen.

Laut RIAA sind die Probleme von illegalem Dateiaustausch und ├╝berlasteten Netzwerken eng verbunden. In seiner Stellungnahme zur Netzneutralit├Ąt sch├Ątzt RIAA, dass zirka 20 Prozent aller Datentransfers im Internet ├╝ber Peer-to-Peer-Netze erfolgen. "Raubkopierer im Internet verschwenden Netzwerkressourcen und treiben die Kosten f├╝r alle Anwender in die H├Âhe", klagt RIAA.

Andere Gruppen hingegen wollen den Internet-Providern keine solche Machtposition ├╝berlassen. US-Verbraucherschutz-Organisationen wie zum Beispiel Public Knowledge, Consumer Electronics Association oder Electronic Frontier Foundation (EFF), sind ├╝berzeugt, dass lediglich Gerichte und Rechtsberater ├╝ber Rechtsverletzungen entscheiden und folglich eingreifen k├Ânnen. F├╝r den Fall dass Provider diese Filter-Funktion ├╝bernehmen, sehen alle die Gefahr, dass legaler Datenaustausch ausgebremst oder gar unterbunden wird.

Gleich 23 Gruppen, die Minderheiten vertreten, fordern den FCC auf, sich auf wesentlichere Probleme zu konzentrieren und endlich Broadband-Zugang in allen Regionen einzuf├╝hren. Die Gruppen bef├╝rchten, dass Provider in die Umsetzung der Regeln f├╝r Netzneutralit├Ąt Geld versenken und im Gegenzug die Investitionen f├╝r dringend notwendigen Netzausbau k├╝rzen.

Andere Minderheitsgruppen begr├╝├čen r├╝ckhaltlos die geplanten Regeln. So sieht zum Beispiel der Gesch├Ąftsf├╝hrer der National Hispanic Media Coalition die Vorschl├Ąge der FCC als gro├če Chance "das Internet - im Gegensatz zu herk├Âmmlichen Medien - zur ultimativen Plattform zum gleichberechtigten Meinungsaustausch f├╝r alle Teilnehmer auszubauen."

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