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Montag, 20. September

20.09.2010 | 00:00 Uhr

Analysten halten Einfluss des iPad auf den PC-Markt für übertrieben +++ App Tamer stoppt Hintergrundprozesse und beschleunigt den Mac +++ Apples 27-Zoll-Cinema-Display geht in den Handel +++ iPad App Flipboard jetzt schneller und effizienter +++ Justizministerin will umfassende Regelung für Datendienste +++ UN wollen Breitbandinternet für Hälfte der Welt bis 2015 +++ EU-Kommission legt Regeln für Glasfasernetz vor +++ AAPL verliert leicht

Morgenmagazin: Herbstbaum
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Analysten halten Einfluss des iPad auf den PC-Markt für übertrieben

Das iPad ist nicht der Tod der PC-Industrie, wehren Analysten ab. Zwar haben die iPad-Verkäufe die Umsätze von PC-Notebook heftig dezimiert, aber bei weitem nicht um gar 50 Prozent, wie Brian Dunn, der Geschäftsführer von Best Buy im Interview mit dem Wall Street Journal behauptete. Stephen Baker, ein Analyst bei der NPD Group, hält diese Zahlen für haltlos überhöht. Selbst Dunn hat später in seinem Best Buy-Blog üppige Übertreibungen eingeräumt.

"Offensichtlich ist das iPad ein fantastisches Produkt - aber es ist noch viel zu früh um einen echten Schaden des PC-Markts vorherzusagen. [...] Erst ab 2011, wenn mehrere Tablets auf dem Markt sind und der Trend der Tablet-Verkäufe sich weiterhin fortsetzt, kann der Einfluss auf PC-Umsätze realistisch abgeschätzt werden", meldete Baker. In einer noch nicht veröffentlichten Studie von NPD wird der Verlust von PC-Verkäufen aufgrund iPads vorsichtig auf einen Prozentwert zwischen zehn und zwanzig beziffert, berichtete Baker und fügt hinzu: "Das iPad hat immer noch den "Brandneu"-Vorteil, ist aber deutlich teurer als ein vergleichbares Notebook. Die bisherigen Umsatzzahlen geben keinen Grund zur Beunruhigung der PC-Hersteller."

Andere Wall-Street-Analysten kommen aufgrund der gleichen NPD-Zahlen zu wesentlich pessimistischeren Vorhersagen: Aufgrund der Statistik der NPD-Studie, wonach die Notebook-Verkäufe im August in den USA um vier Prozent geringer ausfielen als im Vorjahresmonat, kamen diese Marktforscher zur Schlussfolgerung, dass dank dem iPad der PC-Notebook-Markt um 25 Prozent eingebrochen ist.

Baker bezweifelt diese Folgerungen. Die Notebook-Verkäufe sind im August und Juli jeweils um zwei Prozent gesunken, aber Baker führt das nicht auf das iPad zurück, sondern auf die ungewöhnlich hohen Notebook-Umsätze im Vorjahr, mit denen 2010 einfach nicht mithalten kann. Als weitere Faktoren für die gesunkenen Verkaufszahlen führt Baker an, dass die meisten PC-Kunden bereits in 2009 auf Windows 7 umstiegen und die PC-Hersteller in diesem Jahr keine aggressiven Laptop-Schnäppchen zum Schulanfang anboten.

Ezra Gottheil vom Marktforschungsinstitut TBR (Technology Business Research) stimmt dieser Logik nur bedingt zu. Letzte Woche veröffentlichte TBR eine Studie, wonach 32 Prozent aller Kunden, die vor sechs Monaten planten ein iPad zu erwerben, dies mittlerweile kauften oder kurz davor stehen, einen PC gegen ein iPad auszutauschen. Gottheil schließt daraus, dass die iPad-Käufe klar auf Kosten der Notebooks gehen, da die Kunden eher den Zweit- oder Dritt-Rechner gegen ein iPad tauschen und nicht ihren Hauptcomputer damit ersetzen. "PC-Hersteller konnten sich bisher darauf verlassen, dass jeder Kunde neben dem Hauptcomputer auch zu einem Notebook und/oder Netbook griff und jedes Gerät für bestimmte Dienste einsetzte. Aber zum Ersatz eines ausgedienten Notebooks oder Netbooks greifen Kunden nun gezielt zum iPad für E-Mails und Internetzugang.", analysiert Gottheil den Verkaufstrend.

Überraschenderweise zeigt die letzte TBR-Umfrage unter 500 Kunden, dass immerhin fünf Prozent das iPad als einzigen Computer nutzen. 50 Prozent schätzen, dass sie das iPad als Zweit-Computer einsetzen, während 44 Prozent das iPad als Hauptcomputer und einen PC als Zweit-Computer verwenden. "Trotz allem Zubehör sind Notebooks nur eine Kompromisslösung", erinnert Gottheil und erwartet, dass in Zukunft der Trend klar zu einem Desktop-Rechner mit großem Bildschirm und einem Zweitgerät wie ein Tablet oder Smartphone mit ausreichend großem Display gehen wird.

App Tamer stoppt Hintergrundprozesse und beschleunigt den Mac

Am letzten Freitag hat St Clair Software die erste Version von App Tamer freigegeben. Das Programm arbeitet an einer Beschleunigung des Macs, während obendrein auch die Batterie noch länger halten soll. Der Trick dabei ist, dass der Mac dank der App weniger hart arbeiten muss.

In den Betriebssystemen Mac-OS X ist bereits vorgesehen, dass jede Anwendung schnell auf Eis gelegt werden kann. Der CPU-Bedarf der App fällt sofort auf Null und entsprechend geht die Leistung des Betriebssystems und die Lebensdauer der Batterie hoch. Erfahrene Programmierer konnten das unter Mac-OS X jederzeit einsetzen, aber mit App Tamer kann nun jeder Mac-Anwender das ausnutzen.

Mit App Tamer kann jede Anwendung im Hintergrund gestoppt werden und beim Umschalten in den Vordergrund sofort voll reaktiviert werden. Der Anwender kann konfigurieren, welche Programme unterbrochen werden sollen, wie lange, ob in regelmäßigen Intervallen oder nur, wenn die Batterie bald leer ist. Im kurzen Test bei der Macwelt erwies sich App Tamer als einfach und effektiv einsetzbar und die Kollegen fanden nur ein Problem beim Einsatz mit der App Witch von Mac Tricks.

App Tamer setzt mindestens Mac-OS X 10.5 Leopard voraus und kostet 15 US-Dollar für eine Einzellizenz und 12 US-Dollar pro Computer für Mehrfach-Lizenzen. St Clair Software bietet außerdem eine kostenlose Test-Version für zwei Wochen an.

Apples 27-Zoll-Cinema-Display geht in den Handel

Der neue LED-Cinema-Display aus Aluminium und Glas von wurde von Apple bereits im Juli vorgestellt und ist jetztendlich im Handel verfügbar. Mit einem Seitenverhältnis von 16:9, einer Auflösung von 2560 x 1140 Bildpunkten ersetzt der neue Bildschirm sowohl das bisherige 24- und auch 30-Zoll-Display. Neben einem 178-Grad Blickwinkel, einer eingebauten iSight-Kamera mit Mikrofon, eingebautem 49-Watt 2.1 Lautsprechersystem und drei USB-Schnittstellen hat das neuen Display-Modell auch einen Mini- Display-Port zum Anschluss an ein Macbook, MacMini oder Mac Pro und auch ein MagSafe-Netzteil zum Laden des Laptops.

Im Apple Store kann ab sofort das Display für knapp 1.100 Euro bestellt werden. Als Lieferfrist gibt die Apple-Webseite vier Wochen an.

iPad App Flipboard jetzt schneller und effizienter

Flipboard , das soziale Newsmagazin, gibt es von der gleichnamigen Firma Flipboard seit Juli kostenlos im App Store für das iPad . Die App wertet die persönlichen Nachrichten des Anwenders aus Online-Diensten wie Facebook und Twitter aus und stellt sie im Magazin-Format zum übersichtlichen Lesen zusammen. Direkt nach dem Launch kämpfte Flipboard allerdings mit einigen Kinderkrankheiten wie langsamen Servern und limitierten Formaten.

Für die neue Version Flipboard 1.0.2 haben die Entwickler die Server erweitert und auch gleich eine Reihe von Kundenwünschen umgesetzt. So bietet das Update jetzt 21 statt bisher nur neun frei konfigurierbare Rubriken, Offline-Browsing und automatisches Nachladen von aktuellen Inhalten, sobald der Leser fast das Ende einer Rubrik erreicht hat.

Das Seiten-Layout wurde überarbeitet und stellt die Inhalte jetzt in flexiblen Spaltenbreiten dar, je nachdem ob in Rubriken Nachrichten enthalten sind und wie viel Platz sie brauchen. Wenn Text-Vorschauen fehlen, setzt Flipboard Bildschirmfotos ein. Tweets von Twitter können jetzt direkt in Flipboard kommentiert werden und die ganze Anwendung wird in der neuen Version auch deutlich schneller starten.

Wie in der Vorversion kann der Anwender die Inhalte seiner Rubriken festlegen, indem er entweder zum Beispiel seine Twitter-Listen benutzt oder vordefinierte Themenbereiche wie "Nachrichten" oder "Sport" auswählt. Die Inhalte kommen von Blogs, Medien, Online-Diensten und sozialen Netzwerken und werden mit Bildern und auch Videos im Text dargestellt.

Flipboard 1.0.2 ist kostenlos im App Store erhältlich und setzt ein iPad mit mindestens iOS 3.2 voraus.

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