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Montag, 23. Mai

23.05.2011 | 00:00 Uhr

Scareware Mac Defender: Microsoft sieht alte Bekannte am Werk +++ Apple kann mehr iPad 2 produzieren +++ Intel reklamiert Marke Thunderbolt für sich +++ App Store: Apple schlägt gegen Amazon zurück +++ Firefox 5 Beta gestartet +++ Allianz gegen Kinderpornografie +++ Elektronik aus Japan wird knapp +++ Bilder aus iPhoto brennen +++ AAPL verliert deutlich

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Scareware Mac Defender: Microsoft sieht alte Bekannte am Werk

Microsoft berichtet, dass hinter den gefälschten "Sicherheits-Programmen" , die nun überall für den Mac auftauchen, die gleichen Programmierer wie hinter ähnlichen Anwendungen unter Windows stecken.

Auf der Windows-Plattform gibt es diese Plage schon seit Jahren: Unzählige Seiten im Internet melden mit blinkenden Anzeigen, dass der PC mit Viren verseucht ist und dringen gescannt werden soll. Seit zirka einem Monat melden Sicherheitsexperten, dass es diese Programme mit dem gleichen Schema jetzt auch für den Mac gibt. Per einfachen Mausklick wird auf dem Computer " Scannersoftware " installiert, die dann mit falschem Alarm regelmäßig Pop-up-Fenster öffnet und dringend zum Upgrade zur "Vollversion" rät.

Um dem ganzen noch etwas mehr Dringlichkeit zu verleihen, enthalten einige Warnfenster pornografische Bilder, um dem ahnungslosen Anwender einen erfolgreichen Virenbefall vorzugaukeln . Ziel ist schließlich, dass der Anwender knapp 80 US-Dollar "Registrierung" für ein absolut wertloses Programm zahlt. Laut Berichten von Anwendern im Apple Forum und einer Studie des Antivirus-Software-Herstellers Intego tritt die gleiche Scareware mittlerweile unter mindestens drei verschiedenen Namen auf: Mac Defender , Mac Security und Mac Protector.

Die Scareware ist der erste weit verbreitete Sicherheits-Scam auf der Mac-Plattform. Laut Mitarbeitern von Microsoft liefert ein Klick auf die Anzeigen der "Kostenlosen Virenscanner" nun gezielt Software für die Kundenplattform, sei es nun Mac oder Windows. Die Scareware wertet dazu einfach die Version des aktiven Webbrowsers aus, berichten Hamish O’Dea und Tareq Saade im MMPC-Blog . Die gefälschten Sicherheitsprogramme geben sich mit Betriebssystem-spezifischen Namen Win32/Winwebsec" bzw. "MacOS_X/FakeMacdef" den Anschein von Original-Software.

Hinter beiden Programm-Versionen vermuten Microsoft-Entwickler russische Hacker, da beide Anwendungen russische Ressourcen wie "ru.lproj" enthalten. Laut der Analyse von Sicherheitsexperten ist diese Scareware auf der Windowsplattform auf alarmierend schnellem Vormarsch und konnte im vierten Quartal 2010 auf über 600.000 PC aufgespürt werden. Unter allen Scareware-Anwendungen für den PC belegt " Winwebsec " hinter "Fake Spypro" und "Fake PAV" den dritten Platz, wobei sich beide als Komponenten von Microsofts eigener Sicherheits-Software tarnen.

Microsoft bietet mittlerweile kostenlose Scareware-Scanner an, die jeden Monat aktualisiert werden. Für die Mac-Anwender empfehlen O’Dea und Saade das Installieren eines Antivirus-Programms , das die Scareware entdecken, abwehren und löschen kann. Die Sparte dieser Hersteller für den Mac reicht von dem Microsoft-Spezialisten Symantec bis hin zur Freeware von Sophos oder kostenlosen Demoversionen von Intego .

Apple kann mehr iPad 2 produzieren

Apples Lieferengpässe für das iPad 2 sollen jetzt überwunden sein, berichtet Apple Insider . Die Engpässe dank denen Apples iPad-Produktion im letzten Geschäftsquartal weit hinter der Kundennachfrage zurück blieb, hat Apple nun erfolgreich durch Aufbau oder Umrüstung von weiteren Fertigungs-Anlagen außerhalb der USA verbesert. Shaw Wu, ein Analyst bei Sterne Agee, schränkt aber ein, dass auch mit den neuen Anlagen Apple noch lange nicht mit der Nachfrage mithalten kann. Laut Gerüchten soll Apple noch nicht einmal seine eigenen, internen Prognosen von 45 Millionen iPads nachkommen können. Angeblich soll Apple aber seine eignen Erwartungen nach unten korrigiert haben, nachdem im letzten Quartalsbericht weniger iPad 2 als erwartet gefertigt wurden.

Laut Shaw Wu zielt Apple auf eine Produktion von drei bis vier Millionen iPads pro Monat und hat nach der Aufrüstung nun Chancen, dieses Ziel zu erreichen. Wu hat entsprechend seine iPad 2-Verkaufserwartungenfür das dritte Geschäftsquartal von Apple hochgeschraubt und erwartet nun einen Umsatz von 6,8 statt bisher 5,9 Millionen iPad 2. Entsprechend hat Wu auch seine Erwatungen für das iPhone von 16 auf 17 Millionen nach oben korrigiert und begründet das nicht zuletzt dank den starken Umsätzen von Verizon und der Freigabe des weißen iPhones .

Für die Mac-Umsätze sagt Wu nach der Korrektur nun im dritten Quartal den Verkauf von 3,9 statt bisher 3,83 Millionen Geräten voraus. Außerdem sieht der Analyst nach dem Fertigungs-Ausbau für iPads auf Apple einen Bruttogewinn von 39 statt den bisher erwarteten 38,3 Prozent und korrigierte die Zwölf-Monats-Vorhersage von Sterne Agee für den Apple-Aktienpreis von 445 auf nun 460 US-Dollar.

Intel reklamiert Marke Thunderbolt für sich

Intel hat in einer Pressemitteilung betont, dass die Marke "Thunderbolt" Intel gehört, und nicht etwa Apple. Nach Berichten in der letzten Woche soll sich Apple mit entsprechenden Anträgen beim Markenamt in Kanada und den USA den Markennamen gesichert haben.

Intel hat bisher immer alle Entwicklungen hinter der Thunderbolt-Technologie für sich beansprucht, vom ersten Codenamen "Light Peak" bis hin zur erste Installation auf einem Macbook Pro. Ein Pressesprecher von Intel betonte in einem Interview mit Bright Side of News , dass Apple lediglich als Teil der Zusammenarbeit an diesem Projekt auch die Marken-Schutzanträge eingereicht habe, aber Thunderbolt geistiges Eigentum von Intel ist. "Intel hat alle Rechte über Thunderbolt und wird diese Markenbezeichnung auch in Zukunft auf allen Plattformen einsetzen."

Offiziell liegen bei den Markenämtern bisher nur Anträge von Apple zum Schutz des Markennamens vor, aber laut Intels Pressesprecher wird Apple diese Rechte auf Intel übertragen und für die Projekt-Zusammenarbeit unbegrenzte Nutzungsrechte der Thunderbolt-Technologie erhalten.

Bisher ist Apple die einzige Firma, die Thunderbolt Technologie einsetzt. Zwar gibt es Gerüchte, dass auch Sony diesen Schritt in Erwägung zieht, aber auf der anderen Seite geben eine Reihe von Firmen USB 3.0 klar den Vorzug. HP hat bereits bekannt gegeben, dass in deren zukünftige Desktop-PCs USB 3.0-Schnittstellen eingebaut werden. 9-to5-Mac verfeinert die Gerüchte um Sony und beschreibt, dass Sony laut einem Intel Pressesprecher statt Bildschirmschnittstelle eine USB-Schnittstelle für Thunderbolt anpassen, und wie " i.Link " (alias IEEE 1394 - Firewire) unter eigenen Namen herausgeben will.

App Store: Apple schlägt gegen Amazon zurück

Nachdem Apple Amazon am 18. März wegen Verwendung des Markennamens ‚App Store’ verklagte, hat Amazon sich in einer Gegenklage am 26. April herauszureden versucht: ‚App Store’ sei ein so allgemeiner Begriff, dass Apple die Verwendung nicht für sich allein beanspruchen kann.

Apple hat am letzten Donnerstag bei dem US-Bundesgericht in Oakland mit einer weiteren Klage Amazons Forderung zurückgewiesen, berichtet Bloomberg . ‚App Store’ ist laut Apple keineswegs ein gebräuchlicher Begriff, mit dem viele Firmen ihren Online-Download-Dienst beschreiben und kann somit nicht einfach von Amazon auf den Andoid-Online-Laden übertragen werden.

Amazon hatte seinen Android-‚App Store’ am 22. März eröffnet . Die Pressesprecherin stand für einen Kommentar zu Apples erneuter Klage bisher nicht zur Verfügung.

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