1463714

Montag, 24. Januar

24.01.2011 | 00:00 Uhr

Apple feiert zehn Milliarden App-Downloads +++ iPad-App des Playboy löst Debatte über Nutzungsregeln aus +++ Google soll Java-Code unerlaubt für Android verwenden +++ Ziffernblock von OWC ergänzt Apple-Tastatur +++ Test Flight testet iOS-Apps +++ Nächste zehn Jahre für Medienbranche von kritischer Bedeutung +++ Sony bringt Qriocity-Musikdienst nach Deutschland +++ AAPL verliert weiter

Morgenmagazin - Wintermorgen
Vergrößern Morgenmagazin - Wintermorgen

Apple feiert Milliarden App-Downloads

Nächster Meilenstein für Apple: Für die iPhones, iPods und iPads wurden zehn Milliarden Programme heruntergeladen. App Nr. 10 000 000 000 holte sich nach Apple-Angaben vom Wochenende eine Britin. Der Konzern hatte seinen App Store vor zweieinhalb Jahren gestartet. Das Tempo steigt: Sieben der zehn Milliarden seien im vergangenen Jahr heruntergeladen worden, betonte Apple-Manager Phil Shiller. Derzeit versucht Apple, den Erfolg des App Store für seine mobilen iOS-Geräte auch auf die Mac-Computer zu übertragen, für die vor kurzem eine ähnliche Plattform gestartet wurde.

Das zehnmilliardste Programm war das Spiel «Paper Glider», bei dem ein kleiner Papierflieger möglichst weit kommen muss. Insgesamt finden sich derzeit 350 000 Programme in dem App Store. Ein großer Teil davon ist kostenlos, die Entwickler finanzieren sie aber meist über Werbung oder kostenpflichtige Varianten mit zusätzlichen Funktionen. Der App Store lässt auch bei Apple die Kasse klingeln: 30 Prozent des Kaufpreises bleiben bei dem Konzern. (dpa)

iPad-App des Playboy löst Debatte über Nutzungsregeln aus

Die Nachricht, dass ab März auch der Playboy auf das iPad kommt, hat bei IT-Systemadministratoren nicht nur helle Freude hervorgerufen. Natürlich sollte auf einem Firmen-Gerät keinesfalls irgendwelche kompromittierende Inhalte genutzt oder gespeichert werden, aber in der Praxis sieht das leider meist anders aus. Jenseits der Hinweise auf Unternehmensrichtlinien und einigen Dienstprogrammen zum Netzwerk-Management stehen dafür aber kaum Kontroll-Mechanismen zur Verfügung.

Will Stofega, ein Analyst bei IDC, sieht die Hemmschwelle, private Inhalte auf ein Gerät zu laden, sinken. "Das Speichern von pornografischen Inhalten auf Desktops war schon immer ein Problem, aber mit mobilen Geräten wie Laptop und iPad wird das Problem nur größer. Natürlich ist es nicht im Interesse der Firma, wenn in der Mitte einer Präsentation eines Mitarbeiters plötzlich Inhalte von Playboy eingeblendet werden.", erklärt Stofega. Er begrüßt Apples Richtlinien , keine anstößigen Inhalte im App Store zuzulassen, drängt aber gleichzeitig Apple und Dritthersteller, Management-Tools und Filter für browser-basierte Inhalte jenseits des App Stores zur Verfügung zu stellen.

Das Problem besteht natürlich nicht nur auf der Apple Plattform. Steve Jobs hat bereits die Android-Plattform dafür kritisiert, dass dort kompromittierende Inhalten zu einfach zugänglich sind. Die meisten Systemadministratoren verweigern eine Diskussion, wo die Grenze zwischen erlaubter Privatnutzung und Unternehmenseinsatz gezogen werden muss. Henry Mayorga, ein IT-Manager bei Baron Funds in New York beschreibt sein Problem, 50 iPads im Wi-Fi-Netz der Firma zu überwachen und setzt dazu Blue Coat Systems Software zum blockieren unerwünschter Daten ein. "Blue Coat aber funktioniert nur innerhalb der Firewall und benötigt spezielle Proxy-Einstellungen auf dem iPad. [...] Weitaus schwieriger ist es, das iPad so zu konfigurieren, dass auch ein gewiefter Anwender die Sperren nicht aushebeln kann. Leider unterstützt Apple aber bisher die Anforderungen an Sicherheitsmaßnahmen im Unternehmenseinsatz nur unzureichend.", klagt Mayorga.

Richtig problematisch wird es aber erst dann, wenn der Mitarbeiter sein privates Gerät zum Unternehmenseinsatz nutzt. Damit verlieren bei dem iPad die Systemadministratoren jeden Einfluss und müssen die Apps zur Privatnutzung erlauben. Research in Motion (RIM) hat dieses Problem besser angegangen: Der Blackberry Enterprise Server bietet Filter für das Laden von Inhalten und für Privat/Firma- Mehrfachnutzung können auf dem Blackberry Playbook mehrere Profile "Persona" angelegt werden, sodass zum Beispiel beim Ausscheiden eines Mitarbeiters dann einfach das Firmenprofil mit all den dort gespeicherten Daten gelöscht werden kann. Aber letztendlich hindert auch diese Lösung einen Mitarbeiter nicht daran, zum Beispiel Pornodarstellungen auf seinen Tablet-Computer zu laden.

Jack Gold von der gleichnamigen Analystenfirma sieht das Problem eher gelassen und schätzt, dass Apps wie Playboy auf allen Plattformen das gleiche Risiko darstellen, sei es nun Desktop, Laptop, Netbook oder Tablet. "Es ist nicht einfach, die Download-Aktionen eines Mitarbeiter auf seinem eigenen Gerät zu begrenzen, aber das Unternehmen muss sich darauf verlassen können, das Privates privat bleibt und jeder Mitarbeiter verantwortungsbewusst handelt", fasst Gold die Diskussionen zusammen.

Kevin Burden, ein Analyst bei ABI Research, stimmt zu und fordert zur umfassenden Aufklärung der Mitarbeiter über alle Folgen auf. Jegliche Darstellung von kompromittierenden Inhalten setzt nicht nur die Verträge mit dem betroffenen Kunden aufs Spiel, sondern ruiniert nachhaltig den Ruf der Firma und ist außerdem strafbar für den Mitarbeiter. Burden erinnert dabei an einen seiner Kollegen, der seinen Arbeitscomputer zur Reparatur brachte und anschließend wegen Nutzung und Speichern von Kinderpornografie für Jahre ins Gefängnis ging.

Google soll Java-Code unerlaubt für Android verwenden

Ein Datenschutzexperte hat gleich 43 Fälle von Verletzung des geistigen Eigentumsrechts in Googles Android gezählt. Diese Enthüllung wird dem Rechtsstreit zwischen Google und Oracle wegen Java-Patenten neue Nahrung verleihen. Florian Mueller, der Gründer der No-Software-Patents-Bewegung, sieht in seinem Blog schwarze Zeiten auf Google zukommen.

In seiner Untersuchung des Android-Codes fand Mueller gleich sechs Dateien, die fast identisch mit Oracles Java-Dateien sind. Das betriff sowohl die Versionen Android 2.2 "Froyo", als auch Android 2.3 "Gingerbread". Außerdem identifizierte er 37 weitere Dateien, die laut den Kommentaren im Code sich als Eigentum von Sun (im April 2009 übernommen von Oracle ) ausweisen. Die Unterschiede der verglichenen Dateien beruhen auf dem Einsatz von De-Compilern, fand Mueller. Beim Einsatz von JAD waren der Android-Code nahezu identisch mit den Sun-Files. Mueller glaubt nicht, dass Google sich gegen diese Beweislast herausreden kann. "Google hat Android unter der Apache-Lizenz freigegeben, aber dieses Umlizensieren ist in jedem Fall illegal, selbst wenn Oracle diese Dateien unter GPL (General Public License) freigegeben hätte.", bestätigt Mueller.

Google hat zu Muellers Anschuldigungen bisher noch keinen Kommentar abgegeben. Oracles im August eingereichte Klage wegen unerlaubten Einsatz von seinen Java-Patenten bezeichnet Google als "grundlos" . Wenn Google jetzt aber der Verletzung dieser Patente überführt wird, könnte Oracle Lizenzgebühren für jedes Gerät unter Android erheben. Sobald die Handy-Hersteller diese Kosten an die Kunden weitergeben, schrumpft der Marktvorteil von Android als "kostenloses" Betriebssystem.

Android hat sich im letzten Jahr als ein beliebtes Betriebssystem durchgesetzt und findet sich gleich von mehreren Seiten unter Beschuss. Derzeit laufen Klagen über Android in den Rechtsstreitigkeiten von Apple gegen HTC , Microsoft gegen Motorola , und Gemalto gegen Google, Motorola, HTC und Samsung.

Ziffernblock von OWC ergänzt Apple-Tastatur

Nur mit dem Mac Pro liefert Apple als Grundausstattung eine USB-Tastatur mit Ziffernblock aus, aber eine kabelfreie Lösung via Bletooth ist für viele Anwender weitaus praktischer. Apple bietet aber bisher immer noch keine drahtlose Tastatur mit Ziffernblock an und eine Reihe von Herstellern nutzen die Lücke, um ihre eigenen Lösungen zu präsentieren. Auch Other World Computing (OWC) stellt jetzt mit Cropmark LMP Bluetooth Keypad einen Ziffernblock vor, der neben Ziffern auch die restlichen fehlenden Tasten wie Vorwärts-Löschen, Seitenblättern und die Funktionstasten F13 bis F17 bietet, berichtet Electronista .

Eine drahtlose Tastatur von Apple mit dieser Cropmark Zifferblock-Ergänzung hat eine leicht unterschiedliche Tastenanordnung zur USB-Tastatur: Apple hat bei seinem drahtlosen Modell die Pfeiltasten unterhalb der Enter-Taste untergebracht und OWC ordnete alle zusätzlichen Kontrolltasten in einer Spalte an. Der Ziffernblock besteht aus Plastik, sieht aber identisch zu Apples Aluminiumdesign aus. Auch mit dem angesteckten Modul kann der Ein-/Ausschalter der drahtlosen Tastatur betätigt werden und neben einem eigenen Schalter hat der Ziffernblock auch einen Knopf zum exklusiven Anbinden an einen Computer.

Der Ziffernblock mit zwei wiederaufladbaren AA-Batterien wird regulär knapp 46 US-Dollar kosten, aber ist derzeit zum Einführungspreis von 40 US-Dollar erhältlich. Vorausgesetzt wird mindestens das Betriebssystem Leopard Mac-OS X 10.5 und das Aktivieren von Bluetooth und somit ist das Modul weder mit dem iPad noch Windows kompatibel.

1463714