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Montag, 25. Juli

25.07.2011 | 00:00 Uhr

Neuheiten in Lion: Fenstergröße ändern, Scrollen nach Bedarf +++ Apple tauscht fehlerhafte iMac-Festplatten von Seagate aus +++ Experten halten OS X Lion für sicherer als die Konkurrenten +++ Lodsys zielt auf Angry Birds +++ F1 2010 kommt auf iOS +++ Macbook-Akku als Viren-Speicher +++ Anonymous wird selbst zum Opfer einer Hacker-Attacke +++ Experten warnen vor Hacker-Angriffen auf zivile Ziele +++ Tipp: Rechtsklick auf Trackpads einstellen +++ App-Test: Italienisch für Touristen - Pons Wörterbuch Reise +++ AAPL setzt Höhenflug fort

Morgenmagazin Meer
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Neuheiten in Lion: Fenstergröße ändern, Scrollen nach Bedarf

Lion hat nicht nur einige neue Funktionen wie Launchpad, Airdrop oder Mission Control zu bieten, auch langjährigem Bestand haben die Apple-Entwickler aufpoliert. Der Finder sieht nicht nur anders aus, seine Fenster und die anderer Programme zeigen nun ein völlig neues Verhalten.

Natürlich ist die Scrollrichtung, wenn sich der Inhalt mit dem Finger bewegt.
Vergrößern Natürlich ist die Scrollrichtung, wenn sich der Inhalt mit dem Finger bewegt.

Mac-Anwender sind es gewohnt, mit der Maus einen Ausflug an die rechte untere Ecke eines Fensters zu machen, um Höhe und Breite des Fensters zu verändern, während Windows-Nutzer schon lange auch an den Fensterkanten ziehen können. Das geht unter Mac-OS X Lion nun ebenfalls. Bewegt man den Mauszeiger an eine Fensterkante, verändert er sich zu einem Pfeilsymbol und man kann mit gedrückter Maustaste ziehen. Dabei zeigt das Symbol jeweils an, ob sich die Fenstergröße nur in eine oder in beide Richtungen ändern lässt. Die Möglichkeit, an der rechten unteren Fensterecke zu ziehen, bleibt aber erhalten, nur die drei Schrägstriche werden unter Lion nicht mehr angezeigt. Das macht Sinn, weil man nun an allen vier Ecken eines Fensters ziehen kann, nicht mehr nur rechts unten.

Scrollbalken blendet Lion nur noch optional ein, hier stand iOS Pate, dem auch das Design der Balken entlehnt ist: Ein zartes grau löst nach über zehn Jahren das Aqua-Design mit seinem schillernden hellblau ab. Zumindest ungewohnt ist die Scrollrichtung, die ebenfalls von iOS übernommen wurde und die bisherige Logik umkehrt: Der Inhalt folgt der Fingerbewegung und nicht der Balken. Für Touch-Geräte durchaus intuitiv, für die Bedienung mit der Maus aber eine Umstellung.

Lion bietet jedoch die Möglichkeit, die Scrollrichtung umzuschalten, sodass man den Fensterinhalt entgegen der Balken in gewohnter Weise bewegt. Die Einstellung findet man in den Systemeinstellungen "Trackpad" und "Maus". Entfernt man dort den Haken bei der Einstellung "Scrollrichtung: Natürlich", funktioniert das Scrollen wie gehabt und wenn man so will, unnatürlich.

Schon der bloße Anblick des Finders ist ungewohnt, ebenso das Scrollverhalten aller Fenster. Doch wird man auch diese Neuerungen begrüßen, hat man den Lion erst einmal kennen gelernt.

Apple tauscht fehlerhafte iMac-Festplatten von Seagate aus

Am Freitag hat Apple angekündigt, einige 1-TB-Festplatten von Seagate kostenlos auszutauschen. Betroffen von einem möglichen Versagen der Festplatten sind laut Apple nur die 21,5 - und 27-Zoll iMac-Modelle, die zwischen Mai und Juni 2011 verkauft wurden.

Apple wird alle betroffene Kunden benachrichtigen, die bei der Registrierung eine E-Mail-Adresse angaben. Anwender können auch selbst überprüfen, ob sie von dem Austausch-Programm betroffen, indem sie auf der einer Webseite von Apple die Seriennummer ihres iMacs eingeben. Vorsorglich hat Apple dort auch eine Anleitung angegeben, wo die Seriennummer der Geräte zu finden ist. Zum Austausch kann der Anwender einen Termin im Apple Store buchen , sich an einen lokalen Apple Händler wenden oder online mit dem technischen Dienst von Apple in Verbindung setzen.

Das Angebot zum Austausch der Festplatten gilt für ein ganzes Jahr - bis zum 23. Juli 2012. Apple weist allerdings daraufhin, dass durch den Austausch die Garantie für die betroffenen iMacs nicht verlängert wird und der betroffene Kunde selbst für ein Backup und die anschließende Datenwiederherstellung auf der neuen Festplatte sorgen muss.

Experten halten OS X Lion für sicherer als die Konkurrenten

Sicherheitsexperten von Computerfirmen zeigten sich nach der Freigabe von OS X Lion am Mittwoch spontan begeistert, berichtet Macnn . Laut einem Bericht von The Registe r liegt Apples neues Desktop-Betriebssystem in Sachen Sicherheit deutlich vor Konkurrenten wie Windows 7 oder Linux Ubuntu und glänzt durch stabilen und robusten Einsatz von ALSR (Address space layout randomization), Sandbox und voll kontrollierten Web-Interaktionen.

Charlie Miller von Accuvant, der sich in der Mac-Gemeinde einen Ruf durch Ausnutzen von Mac-Sicherheitslücken schuf, zeigte sich von den grundlegenden Änderungen in Safari beeindruckt. Die aktuelle Version 5.1 hat eine saubere Trennung der beiden Prozesse zum Rendern der Benutzeroberfläche und zum Verarbeiten der Webinhalte. Die zugrunde liegende Sandbox-Technologie verhindert, dass eine Schwachstelle in einer Seite den anderen Prozess beeinflusst und begrenzt möglichen Schaden auf ein Minimum.

Apple hatte die ALSR-Technologie bereits ansatzweise unter Leopard implementiert, aber jetzt unter Lion erstmals systemweit eingesetzt. Windows hingegen nutzte dies bereits seit Vista und auch bei Ubuntu gehört diese Technologie seit Jahren zum Standard. Miller gibt zu, dass mit dieser einen Umstellung der Großteil seiner Hackansätze in Lion unwirksam ist, aber warnt gleichzeitig, dass jedes Betriebssystem, das mit dem Internet oder anderen Computern Daten austauscht, auch in Zukunft angreifbar sein kann.

In Lion hat Apple auch das komplett überarbeitete Datei-Sicherungssystem Filevault 2 veröffentlicht, mit dem Datendiebstahl oder -Fälschung auf dem Mac verhindert werden kann. In der neuen Version wird ein Verschlüsselungssystem auf Block- statt wie bisher auf Datei-Ebene eingesetzt und die gesamte Festplatte statt nur bestimmten Ordnern chiffriert. Im Gegensatz zur Vorversion bremst Filevault 2 weder den Prozessor noch Hintergrund-Funktionen des Betrebssystems erheblich aus und unterstützt jetzt auch Apples Backup-Software Time Machine .

Apple hat vor zwei Jahren zur Verstärkung der Sicherheit Ivan Kristic, den Erfinder von Bit-Frost Sicherheitssystemen, an Board geholt. Dieser Schachzug hat sich offenbar ausgezahlt, denn Miller und sein Mitautor des Buches "The Mac Hacker’s Hanbuch" Dino Dai Zovi beschreiben den Übergang von Leopard nach Snow Leopard als "deutlich sicherer", aber den Übergang zu Lion als "entscheidend sicherer". Beide Sicherheitsexperten empfehlen, so bald wie möglich auf Mac-OS X 10.7 Lion umzusteigen. Natürlich auch, wenn der Anwender immer noch Windows einsetzt.

Lodsys zielt auf Angry Birds

Als ob die Angry Birds nicht schon aggressiv und wütend genug sind: Lodsys hat seine Patentklage gegen App-Programmierer auf iOS, Mac- und Android-Plattform nun auf Angry-Birds-Entwickler Rovio ausgeweitet. Außerdem zielt die neuen Klageschrift jetzt auch gegen Electronic Arts (wegen der Entwicklung von Die Sims 3 für das iPhone), Atari ( Ataris Greatest Hits für iPad und iPhone), Square Enix ( Big Baseball für iPad und iPhone) und Take-Two Interactive ( 2K Sports NHL 2K11 für iPhone).

Der Patent-Experte Florian Mueller hat nachgezählt: Damit ist die Klage von Lodsys wegen Patent-Verstößen gegen nunmehr elf statt der ursprünglich sieben Firmen gerichtet. Während fünf neue Firmen auf der Liste landeten, wurde die Klage gegen den vietnamesischen Hersteller Wulven Games fallen gelassen.

Apple hingegen hofft, auch auf der Liste zu landen: Mit einem Antrag von Juni 2011 hat die Firma Bedenken bei Gericht angemeldet, und hofft, in den Patentstreit einzugreifen zu dürfen. Lodsys muss auf Apples Antrag bis zum 27. Juli antworten. Apple beharrt auch weiterhin darauf, dass alle Entwicklungen im App Store vollständig durch Lizenzzahlungen von Apple an Lodsys abgedeckt sind.

F1 2010 kommt auf iOS

F1 2010 von Codemasters gibt es auf dem Mac seit letztem Herbst und ist dort dank einer guten Auswahl von Modellen und Rennstrecken, detailgetreuem Rendering und dem Einsatz von realistischen Oberflächen-Strukturen und Wetter-Effekten ein voller Erfolg. Ab September wird es für Desktop-Computer und Spielkonsolen eine neue Auflage geben, aber in der Zwischenzeit kann der Anwender seine Rennkünste auch unter iOS zeigen.

Die iOS-Version von F1 2010 kommt von Jump Games und nicht direkt von Codemasters und ist in erster Linie auf kurze schnelle Spiele zugeschnitten. Statt dem vollen Rennumfang der Desktop-Version gibt es unter iOS nur drei Spiel-Varianten zur Auswahl: Time Trial (Zeitfahren), Ausdauer und Party-Modus. Bei Time Trial tritt der Spieler eine Runde gegen einen Geister-Rennwagen an und neue Rekordzeiten werden als zukünftige Geister-Konkurrenten gespeichert. Bei Ausdauer wird über mehrere Runden hinweg die beste Rundenzeit ermittelt und im Party-Modus können bis zu vier Spieler gegeneinander antreten.

F1 2010 unterstützt die Spielernetze Game Center und Open Feint und stellt dort Ranglisten und Auszeichnungen dar. Die App F1 2010 (109 MB) gibt es im App Store für knapp 2,40 Euro. Voraussetzung für den Einsatz auf dem iPhone , iPad oder iPod Touch ist mindestens iOS 4 .

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