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Montag, 25. Oktober

25.10.2010 | 00:00 Uhr

Analyst hält Mac App Store schlecht für den Handel +++ So sichert man iPads für den Unternehmenseinsatz +++ iFixit zerlegt Macbook Air +++ Waterfield bringt Taschen für das neue Macbook Air +++ Adobe mit neuer Anwendung für Print und Online +++ Google verschärft nach Pannen Datenschutz-Kontrollen +++ US-Fernsehsender bremsen Google TV aus +++ AAPL verliert leicht

Morgenmagazin: Parkstadt Schwabing
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Analyst hält Mac App Store schlecht für den Handel

Der Mac App Store wird dem Einzelhandel erheblich Umsatz kosten, warnen Analysten. Dabei sind Fragen wie Preise und Verfügbarkeit noch lange nicht geklärt.

Am letzten Mittwoch hat Steve Jobs die Einführung eines App Stores für Macs innerhalb der nächsten drei Monate versprochen. Damit will Apple das App Store-Erfolgsmodell von iPhone, iPod Touch und iPad auf die Mac-Plattform ausweiten. "Der Mac App Store wird der beste Platz sein, um neue Mac-Software zu entdecken. Nicht der Einzige, aber wir glauben, es wird der beste Ort sein", erklärte Jobs. Wie der jetzige Online App-Store von Apple soll der neue Mac App Store Softwarekauf und Installation mit einem Klick bieten. 70 Prozent des Verkaufspreises gehen an den Softwareentwickler und die restlichen30 Prozent behält Apple.

Im Mac App Store können die Softwareentwickler die Preise bestimmen, aber im Gegenzug kontrolliert auch hier Apple, welche Programme außen vor bleiben müssen. Apple hat klare Richtlinien , die den Einsatz von Dritt-Hersteller Dienstprogrammen zur System-Diagnose nicht zulassen, oder auch Programme, die sich auf bestimmte Java-Installationen verlassen, bannen.

Analysten beschreiben das neue Modell als "reibungslos"

Van Baker, ein Analyst bei Gartner, der am letzten Mittwoch in Cupertino live dabei war, sieht die offensichtlichen Vorteile für Apple und die Entwickler. Weniger rosig jedoch schätzt er die Aussichten für all die Apple-Händler ein, die bisher fast exklusiv Mac-Software verkauften. Auch Scott Schwarzhoff, dem Vizepräsidenten von Accelerator, einem Re-Kompiler für Software die dann auch auf den Apple Plattformen läuft, sieht schwarze Aussichten für die Software-Läden. Für Entwickler hingegen sieht auch er den Mac App Store als logische Weiterentwicklung des App Stores. "Reibungslos" ist das Schlagwort, mit dem sowohl er als auch Baker das neue Verkaufs-Modell am besten beschreiben. "Reibungslose Abwicklung, reibungsloser Kauf, Installation und Update von Software.", erwarten die Analysten.

Michael Silver, ein weiterer Marktforscher bei Gartner und einer der Hauptanalsten der Entwicklungen der Konkurrenten Microsoft und Apple, bezeichnet den Handel über die Ladentheke als "schlichtweg veraltet." Aber auch er stimmt in die düsteren Prognosen für Software-Händler ein. Den Mac App Store bezeichnet er für die als "richtig schlechte Nachrichten." Als Vergleich spricht er von Blockbuster, einem Videoverleih in den USA, der dank der Online-Modelle und Sofort-Lieferungen von DVDs durch Netflix Ende September Konkurs einreichte.

Steigen oder sinken Software-Preise durch den Mac App Store?

Neben Entwicklern dürften aber auch Mac App Store-Kunden von dem neuen Verkaufs-Modell profitieren. Ähnlich wie im App Store für iPad und iPhone erwartet Schwarzhoff, dass auch im Mac App Store die direkten Vergleichsmöglichkeiten von Softwarelösungen einen großen Druck auf die Preise ausüben werden. Baker hingegen lehnt diese Parallelen zwischen App Store und Mac App Store ab. Seiner Meinung sind die Kundenkreise und Preise für Mac-Software nicht einfach mit iPhone-Software zu vergleichen, auch wenn Konkurrenzprodukte jetzt direkt vergleichbar sind.

Einig hingegen sind sich die Analysten, dass der Mac App Store vom ersten Tag an ein Erfolg und geradezu ideal zum Upgrade von Apples eigener Software sein wird.

Während Apple sich wiederum die Kontrolle vorbehält, welche Software nicht im Online-Shop zugelassen wird, wollen auch einige Firmen erst mal die Entwicklungen abwarten. So hat zum Beispiel Microsoft angekündigt, zunächst eine Analyse von MacBU abzuwarten, welcher Einfluss des Mac App Store auf die Office-Suite zu erwarten ist. Langfristig erwartet Baker, dass alle im Mac App Store vertreten sein wollen. "Die Entscheidung, nicht teilzunehmen, bringt nur Nachteile", schätzt Baker.

So sichert man iPads für den Unternehmenseinsatz

Apples iOS 4.2 kommt im November und verspricht jede Menge neue Features, mit denen das iPad sicher für den Einsatz in Unternehmen sein soll. Vorausgesetzt natürlich, dass die IT-Spezialisten dort die iPads und iPhones richtig konfigurieren.

Als wichtigste Neuerung sieht Andrew Jaquith , ein Analyst bei Forrester Research, die Verschlüsselung von gespeicherten E-Mails und Anhängen unter iOS 4.2. Apple setzt künftig ein Hardware-unterstütztes Verschlüsselungssystem ein, von dem sich Jaquith auch dann noch Datensicherheit verspricht, falls das Gerät mit Jailbreak oder Malware Fremden zugänglich wird. In seinem Bericht " Apples iPhone und iPad: Sicher für den Unternehmenseinsatz? " betont Jaquith, dass Apple unter iOS 4.2 APIs unterstützt, die Drittherstellern das Sperren oder Löschen von Geräten ermöglicht, die in unbefugte Hände fielen. Über diese APIs sind außerdem das ferngesteuertes Setzen oder Ändern von Passworten oder das Sichern von Privatdaten möglich.

Apple selbst bietet zwar keine Management-Software an, aber eine Reihe von Entwicklern, wie zum Beispiel die Hersteller von Mobile Iron, Odyseey und Tangoe haben von Apple einen speziellen Zugang zu den neuen APIs, um Management-Dienstprogramme für den Unternehmenseinsatz zu erstellen. Jaquith schätzt, dass in Zusammenarbeit mit den bereits jetzt verfügbaren Sicherheits-Features das iPad sicher als Firmengerät eingesetzt und verwaltet werden kann. Mit dem Update auf iOS 4.2 kommt auch die Unterstützung von SSL VPN, mit denen Fernzugriffe verschlüsselt aufgebaut und durchgeführt werden können. Bereits jetzt unterstützt das iPad und iPhone IPsec VPNs und die Wi-Fi-Sicherung WPA2 .

Für den sicheren Unternehmenseinsatz empfiehlt Jaquith die Aktivierung von folgenden sieben Regeln:

  1. Verschlüsselung von allen E-Mails, zum Beispiel mit Microsofts Active Sync.

  2. Ferngesteuertes Löschen mit Crypto-Schredding, sobald das iPad als gestohlen oder verloren gilt.

  3. Sicherung des iPads mit einem wirklich sicheren Passwort.

  4. Automatisches Verriegeln, wenn das iPad eine Weile unbenutzt ist.

  5. Automatisches Löschen nach mehreren fehlgeschlagenen Anmelde-Versuchen

  6. Absichern der Konfigurationen mit Passwort, damit keiner darauf zugreifen kann.

  7. Automatisches Erneuern der Zugriffe mit Active Sync und Microsoft Exchange 2007.

Für Unternehmen, die noch strengere Sicherheitsrichtlinien befolgen wollen, empfiehlt Jaquith den Einsatz der Hardware-Verschlüsselung, die mit iOS 4.2 kommt, die Kontrolle von Mindestanforderungen an die Komplexität von Passworten und das Vergeben von Zertifikaten zur Authentifizierung.

Trotz all diesen Absicherungen wird das iPad jedoch nicht alle Sicherheits-Anforderungen von allen Unternehmen erfüllen können. Zum Beispiel brauchen einige Firmen die Möglichkeit, automatisch alle SMS-Nachrichten zu archivieren, was auf dem iPad auch unter iOS 4.2 noch nicht möglich ist. Auch der Unterstützung von Smartcard-Lesegeräten, die das Tablet sicher bestimmten Personen zuordnen würde, muss Apples iPad noch passen.

iFixit zerlegt Macbook Air

Kaum bringt Apple neue Hardware in den Handel, schlagen auch die Sadisten von iFixit wieder zu. Erst seit wenigen Tagen ist das neue 11-Zoll-Modell des MacBook Air verfügbar und wurde von den Betreibern der Webseite iFixit bereits auf Herz und Nieren untersucht.

Apple verwendet in dem neuen Modell fünfzackige Sicherheits-Torx-Schrauben, um die Bodenplatte zu befestigen. Offensichtlich will Apple sicherstellen, dass Anwender das Gerät nicht öffnen. iFixit hat gleich reihenweise Schlitz-Schraubenziehern umgefeilt, bevor sie die Schrauben lösen konnten. Wie bereits von Steve Jobs vorgestellt konnten die Techniker dann bestätigen, dass die Innereien hauptsächlich aus sechs Batterie-Zellen bestehen, die dem MacBook Air großzügige Laufzeiten bescheren sollen.

Laut iFixit könnte die 64-GB-SSD-Karte leicht von Anwendern ausgetauscht werden, wenn die oben genannten Schrauben handelsüblich wären. Dieser Speicherchip soll von Toshiba stammen, genauso wie fünf der sechs weiten Bausteine auf der MacBook Air-Platine. Beim sechsten Chip handelt es sich um einen Micro DDR DRAM Cache. Der interessante Punkt, ob iFixit das neue MacBook Air wieder erfolgreich zusammenbauen konnte, fehlt jedoch in dem Bericht.

Waterfield bringt Taschen für das neue Macbook Air

Nur wenige Tage nach der Vorstellung der neuen MacBook Air-Modelle hat Waterfield Design bereits für beide Größen mit 11,6- und 13,3-Zoll-Bildschirm die passenden Schutzhüllen erstellt.

Der Taschen-Hersteller aus Kalifornien bietet zwei Varianten: Sleevecase ist eine Neopren-gepolsterte harte Nylon-Tragetasche, die im Landschaft oder Hochkant-Format bestellt werden kann. Als Zubehör gibt es optional ein zusätzliches Fach, einzelne Schulter-Trageriemen, Rucksack-Gurte oder den Taschenboden aus Leder für jeweils ab 15, 12, 25 oder 10 US-Dollar Aufpreis. Die Basis-Modelle kosten für das 11,6-Zoll MacBook Air zirka 37 und für das 13,3-Zoll-Gerät 39 US-Dollar.

Die Schutzhülle Suede Jacket Sleeve ist ein leichter, garantiert nicht-verkratzender Velourleder-Umschlag, der auch zum Reinigen des Bildschirmes genutzt werden kann. Nur die Unterkante ist hier Neopren-gepolstert, aber schützt damit die empfindlichste Kante des MacBook Airs. Diese Hülle kostet für das kleine Modell knapp 25 und für das größere Gerät 29 US-Dollar.

Beide Modelle können ab sofort bestellt werden. Waterfield Design verspricht, die Auslieferung noch in dieser Woche zu starten.

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