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Montag, 26. Juli

26.07.2010 | 00:00 Uhr

Apple bezieht auch Motorola in Antennenschlacht ein +++ AT&T: Unternehmenskunden verlangen nach dem iPad +++ CTIA klagt gegen Gesetz zur Ausweisung von Handy-Strahlung +++ Nutzer des E-Postbriefs brauchen Geduld +++ Innenministerium kontert Kritik: De-Mail ist sicher +++ Fußball-WM kurbelt Verkauf von FernsehgerĂ€ten an +++ AAPL leicht im Plus

Morgenmagazin: Segelboote
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Apple bezieht auch Motorola in Antennenschlacht ein

Nach Nokia hat Apple nun auch Motrola im Visier, berichtet Electronista . In einem neuen Update hat Apple nach Nokias N97 Mini jetzt das Smartphone Droid X von Motorola zumindest auf seiner US-Webseite im Vergleich fĂŒr Antennenleistungen aufgefĂŒhrt, um vorzufĂŒhren, wie grundlegend das SignalstĂ€rkenproblem bei allen Mobiltelefonen auftritt.

Motorola hatte quasi vorbeugend noch eine ganzseitige Werbung geschaltet, wonach das Droid X wegen seiner internen Doppelantenne immun gegen das Empfangsprobleme bei bestimmten Handpositionen sein soll. Das Video auf der Webseite von Apple hingegen zeigt, dass ein Griff um den unteren Bereich des Smartphones die SignalstÀrke fast völlig einbrechen lÀsst. Im direkten Vergleich mit allen anderen Smartphones auf Apples Anntennen-Leistungsseite zeigt das Droid X auch ohne Abdeckung die geringste Empfangsleistung von lediglich drei Balken an.

Der "Todesgriff" kann in der Praxis allerdings nicht zu einfach angewendet werden, da Motorolas Droid X breiter als Apples iPhone gebaut ist. Dennoch geht es Apple hauptsÀchlich ums Prinzip: Das iPhone steht nicht etwa mit den Antennen-Problemen alleine da und Apple wird die Liste der Smartphones der Konkurrenz mit vergleichbaren SignalstÀrke-Schwankungen auch weiterhin ausbauen.

AT&T: Unternehmenskunden verlangen nach dem iPad

AT&T hat am letzten Donnerstag in seinem Quartalsbericht veröffentlicht, dass die Firma im zweite Quartal zwischen 400.000 und 500.000 iPads 3G aktiviert hat. Die Zahl entsprach den Erwartungen - aber unerwartet hoch ist dabei die Anzahl der Unternehmenskunden.

Damit hat sich im Gegensatz zum iPhone das iPad von Anfang an fĂŒr den Firmeneinsatz durchgesetzt. Als Apples Smartphone auf den Markt kam, hatten viele Unternehmen wegen Sicherheitsbedenken und Apples Mangel an UnterstĂŒtzung von Firmen-ArbeitsablĂ€ufen noch bevorzugt zu "professionelleren" Mobiltelefonen wie dem Blackberry gegriffen.

Aber diese Zeiten sind eindeutig vorbei: Apples CEO Tim Cook berichtete Anfang letzter Woche, dass mittlerweile 80 Prozent der Fortune 100 ein iPhone einsetzen und ihre Begeisterung nun auch auf das iPad ausweiten. Laut Cook haben 50 Prozent der Fortune 100-Liste innerhalb der ersten drei Monate nach Launch ein iPad gekauft. AT&T fĂŒgt in seinem Quartalsbericht nun hinzu, dass viele Firmen jetzt das iPad als möglichen Ersatz fĂŒr Laptops ausprobieren. Sollte sich der Trend durchsetzen, werden die iPad-UmsĂ€tze demnĂ€chst noch rasanter als bisher ansteigen.

Ansonsten hat AT&T noch die Zahlen veröffentlicht, dass iPad-Kunden mehr Daten als iPhone-Kunden, aber weniger als durchschnittliche Laptop-Kunden ĂŒbertragen. Diese Statistik kommt weniger ĂŒberraschend, da das iPad sich dank seiner GrĂ¶ĂŸe besser zum Einsatz mit Webbrowsern und Wiedergabe von Videos eignet, aber viele Kunden wegen fehlender physikalischer Tastatur - und vielleicht auch dem Mangel an Flash-Support - viele Aufgaben noch ihrem Laptop ĂŒberlassen .

CTIA klagt gegen Gesetz zur Ausweisung von Handy-Strahlung

CTIA, eine US-Interessengruppe fĂŒr drahtlose Kommunikation, hat am letzten Freitag gegen eine Anordnung der Stadt San Francisco im letzten Monat geklagt, wonach jeder Handy-Hersteller die spezifische Absorptionsrate (SAR) seiner Modelle angeben muss. Die Ausweisung der elektromagnetischen Strahlenbelastung fĂŒr den Handy-Anwender war bisher freiwillig; als Grenze gilt in Deutschland ein SAR-Wert von maximal zwei Watt pro Kilogramm Körpergewicht. In den USA bestimmt die US-Kommunikationsbehörde FCC den zulĂ€ssigen Höchstwert.

CTIA behauptet nun in der Klage, dass die Anordnung sich unrechtmĂ€ĂŸig in den Aufgabenbereich der FCC einmischt und somit der Bundesstaat der US-Behörde die Vorgaben diktiert. Außerdem sei "die Anordnung eine Kritik, dass die durch FCC gesetzten Werte offensichtlich nicht sicher genug fĂŒr den Anwender sind. Letztendlich erschwert eine Bundesstaat-Anordnung den Mobiltelefon-Handel, da je nach Verkaufsort dann verschiedenen Grenzwerte, Warnungen und Aufkleber erforderlich werden.", beschreibt die Anklage, die beim US-Bezirksgericht in Nord-Kalifornien eingereicht wurde.

Gavin Newsom , der BĂŒrgermeister von San Francisco, hĂ€lt dagegen, dass jeder Kunde ein Anrecht auf die Information der SAR-Werte hat, um darauf seine Kaufentscheidung basieren zu können. Schließlich fordere die US-Regierung die SAR-Werte aller Modelle an und der Endkunde sollte Zugang zur gleichen Information haben. Er hofft, dass sich die Anzeige der elektromagnetischen Strahlungswerte fĂŒr die Hersteller ein Ansporn ist, mit neuen Modellen deutlich dem zulĂ€ssigen SAR-Höchstwert zu liegen und nicht einfach nur in den Grenzwert einzuhalten.

Im Gegenzug hat die CTIA nun gedroht, seine jĂ€hrliche Fachmessen nicht mehr in San Francisco abzuhalten. Newsom war am Freitag nicht fĂŒr eine Stellungsnahme erreichbar.

Die SAR-Werte von Handys sind in den letzten Monaten zunehmend in das Blickfeld von öffentlichem Interesse geraten. So hatte Anfang Juli Dennis Kucinich, ein Mitglied des US-Kongresses aus Ohio, PlĂ€ne fĂŒr GesetzesĂ€nderungen angekĂŒndigt, die Ă€hnlich wie bei Zigaretten Warnhinweise fĂŒr Gesundheitsrisiken durch Handys erfordern wollen.

Das Bundesamt fĂŒr Strahlenschutz hat die Liste mit den SAR-Werten aller in Deutschland gĂ€ngigen Handys zuletzt Anfang Juli 2010 aktualisiert.

Nutzer des E-Postbriefs brauchen Geduld

Wegen großen Zuspruchs fĂŒr den E-Postbrief der Deutschen Post mĂŒssen sich registrierte Kunden in Geduld ĂŒben. «Der Andrang ist sehr groß.» Daher verzögere sich die Freischaltung, sagte eine Bonner Unternehmenssprecherin am Samstag. Sie bestĂ€tigte einen Bericht des Magazins «Focus». Demnach hatten sich in den ersten zwei Tagen nach EinfĂŒhrung Mitte Juli bereits 250 000 Interessenten registrieren lassen. Viele warteten nach wie vor auf eine endgĂŒltige Zulassung. Die Sprecherin erklĂ€rte, damit der Server des Unternehmens nicht abstĂŒrze, könne zunĂ€chst nur eine gewisse Zahl an Kunden zugelassen werden. UrsprĂŒnglich habe die Post fĂŒr die Freischaltung - nach erfolgter Registrierung - eine Wartezeit von bis zu vier Tagen angegeben. Wegen des unerwarteten Ansturms könne dies nun etwa zwei Tage lĂ€nger, sagte die Post-Sprecherin.

Die Deutsche Post hatte den E-Postbrief am 14. Juli gestartet. Er kostet wie der traditionelle Brief 55 Cent - egal ob er im Internet abgeschickt und dann in Papierform ausgetragen oder vollstĂ€ndig elektronisch ĂŒbermittelt wird. (dpa)

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