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Montag, 27. September

27.09.2010 | 00:00 Uhr

Keine Verspätung der Apple TV +++ Justizministerium zwingt Technologiefirmen zur Einigung in Abwerbeverfahren +++ Sicherheitsexperte: Auto-Fill-Bug von Safari ist zurück +++ FBI untersucht E-Mail-Wurm +++ Besserer Kundenservice: Apple entgeht einem EU-Verfahren +++ Adventure "Die Rückkehr zur geheimnisvollen Insel" fürs Apple-Tablet +++ Wer steckt hinter dem Cyber-Angriff durch Stuxnet? +++ Telekom: Keine neuen Erkenntnisse gegen Obermann +++ AAPL weiter im Plus

Morgenmagazin: Bergbach
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Keine Verspätung der Apple TV

Die Gerüchte , dass ein neues Apple TV nicht wie angekündigt im September, sondern erst gegen Mitte Oktober ausgeliefert werden wird, sind alle verfrüht.

Die Spekulationen beruhen zum Einen auf einer E-Mail bei Appleinsider , laut der Apple Kunden die Extrakosten für Express-Lieferungen erstattet, und zum Anderen auf der im Apple Store angezeigten Lieferfrist von zwei bis drei Wochen bei neuen Bestellungen.

Die Kollegen bei Macworld und Macwelt haben kurz nach dem Special Event mit der Vorstellung des neuen Apple TV Anfang September eigene Apple TV Eil-Bestellungen eingereicht, aber keine solche E-Mails erhalten. Im März hingegen sendete Apple an alle iPad-Kunden mit Express-Bestellung E-Mails mit der Information, dass eine Eil-Zulage für eine pünktliche prompte Lieferung nicht notwendig ist. Die E-Mail an die Apple TV-Kunden scheint hingegen einen internen Fehler bei Apple zu beheben, dass die Eil-Option nur irrtümlich angeboten wurde. Keinesfalls beweist die Mail, dass die Auslieferung sich verzögern wird, denn eine Eil-Bestellung zur prompten Lieferung würde auch dann noch Sinn machen.

Die geschätzte Lieferfrist von zwei bis drei Wochen für das Apple TV im Apple Store gilt für Bestellungen, die heute eingereicht werden. Es gibt keinen Beweis, dass dies für alle bisherigen Bestellungen gelten soll und eine Auslieferung erst ab Mitte Oktober starten wird. Alle Aufträge von Anfang des Monats zeigen als Liefertermin auch weiterhin September an - eine Wartezeit von zwei bis drei Wochen dank der hohen Nachfrage ist völlig normal, bis die Produktion mit den Bestellungen mithalten kann.

Im Gegenzug berichten Kunden, dass ihre Kreditkarte bereits mit der Bestellung belastet wurde und das ist normalerweise ein klares Anzeichen, dass die Lieferung kurz bevor steht.

Justizministerium zwingt Technologiefirmen zur Einigung in Abwerbeverfahren

Das US-Justizministerium traf Ende letzter Woche eine Entscheidung , wonach Abkommen zum Abwerbe-Verbot von Mitarbeitern zwischen Technologie-Firmen ungültig sind. Electronista berichtet, dass Adobe, Apple, Google, Intel, Inuit und Pixar sich dieser Entscheidung fügen wollen. Für die Mitarbeiter bedeutet dies, dass sie jetzt - zumindest in den nächsten fünf Jahren - jederzeit spontane Jobangebote zum Beispiel per Telefon erhalten können, und nicht mehr vertraglich an eine Sperrfrist gebunden sind.

Apple hatte bereits seit 2006 mit Google, Adobe und Pixar Verträge für Abwerbe-Verbot im Einsatz. Google wiederum handelte ähnliche Bedingungen mit Intel und Inuit aus. Laut den Verhandlungen beteuerten alle Firmen, dass diese Abkommen zwingend notwendig sind, um Projekte durchführen zu können, ohne ständig den drohenden Verlust von wichtigen Mitarbeitern zu befürchten. Außerdem belgten die meisten Firmen eine eng verzahnte Mitarbeit: Bevor Apple mit Google in Streitigkeiten um Android ausbrach, arbeiteten die beiden Firmen sowohl an Haupt-Features des iPhones als auch Diensten wie Youtube und Anwendungen wie iMovie eng zusammen. Pixar und Apple arbeiteten zwar nicht direkt zusammen, aber Steve Jobs stieg 1986 bei Pixar als CEO ein und sitzt dort auch heute noch im Vorstand.

Das US-Justizministerium lehnte diese Argumentation ab, da letztendlich die Mitarbeiter darunter zu leiden haben. Freie Abwerbung führt zu stärkerem Wettbewerb und öffnet für die Angestellten Zugang zu besseren Karrieren und höheren Gehältern. Die Abkommen zwischen den Firmen waren nach Ansicht des Ministeriums viel zu allgemein formuliert und beschränkten sich weder bestimmte Projekte noch Zeitrahmen. Im Zusammenhang mit dieser Entscheidung gegen Abwerbe-Stop wurden keinerlei Strafzahlungen angesetzt.

Sicherheitsexperte: Auto-Fill-Bug von Safari ist zurück

Vor knapp drei Monaten trat beim automatischen Ausfüllen in Safari ein hässlicher Sicherheitsfehler auf. Apple hat daraufhin mit einem Update auf Version Safari 5.0.1 reagiert, aber laut dem Sicherheits-Experten, der ursprünglich den Auto-Fill-Bug entdeckte, ist die Sicherheitslücke wieder aktiv .

Jeremiah Grossman , der Gründer und CTO der Sicherheitsfirma Whitehat, bezeichnet die Sicherheitslücke als eine ähnliche Variante zum ursprünglichen Bug, mit dem über Safari auf Privatdaten zugegriffen werden konnte. In der neuen Version geschieht diese Verletzung "weniger automatisch, aber schneller und jetzt mit noch mehr Datenfeldern", schreibt Grossman in seinem Blog . Der Anwender muss dieses Mal erst geschickt dazu verleitet werden, der Veröffentlichung zuzustimmen, aber Grossman schätzt, dass dies im Zeitalter von sozialen Netzwerken nicht wirklich ein Hindernis ist. In seinem Blog veröffentlichte Grossman alle technischen Details der Sicherheitslücke und sendete vorab im August die Beschreibung an Apple weiter.

Wie im Juli empfiehlt Grossman als sichere Abhilfe das Deaktivieren der Option zum schnellen Ausfüllen von Web-Formularen. Dazu entfernt man in den Einstellungen von Safari im Tab "Autom. Ausfüllen" alle drei Ticks in den Kontrollfeldern. Ein erneutes Auftreten einer ähnlichen Sicherheitslücke ist nur eine Frage der Zeit und hoffentlich eine Warnung, dass alle Anwender Online immer ein besonderes Augenmerk ihren Privatdaten widmen müssen.

FBI untersucht E-Mail-Wurm

Das FBI hat Ermittlungen eingeleitet, die Herkunft und Urheber des E- Mail-Wurms "Here you have" untersuchen. Der Wurm wurde vor zwei Wochen entdeckt und trat vorwiegend in den Mail-Systemen von US-Firmen auf. Am ersten Tag des Auftretens waren laut Cicso Systems zwischen sechs und vierzehn Prozent aller Spam-Nachrichten in Unternehmen wie Disney, Proctor & Gamble und die NASA auf diesen Wurm zurückzuführen.

Ein Hacker mit dem Decknamen "Iraq Restistance" ("Irak Widerstandsbewegung") hat in den letzten zwei Wochen per E-Mail Kontakt zum IDG-Verlag aufgenommen und dem Zwischenfall diskutiert. Das FBI untersucht nun die Korrespondenz nach Hinweisen, die auf den Urheben schließen lassen.

Der Hacker hat seine Identität natürlich nicht preis gegeben, aber einige Indizien hinterlassen. Sein Youtube-Profile gibt Spanien als Heimat an, aber der Sicherheitsexperte Joe Stewart von Secure Works analysierte, dass der Hacker wahrscheinlich aus Libyen kommt und die Cyber-Jihad-Organisation "Tariq in Ziyad ", unterstützt. Diese Gruppe hat das erklärte Ziel, US-Armee-Agenturen zu unterminieren. Die verwendete IP-Adresse und Proxy-IP-Adresse in den E-Mails zeigt die Verwendung des Mobil-Netzwerkes 3 in England ( Hutchinson 3G UK ) über einen Opera Mini-Webbrowser. Dafür muss der Hacker aber noch lange nicht in England sein: Wahrscheinlicher ist schlichtweg ein Exploit auf einem Computer, der auf das Mobile-Netzwerk von 3 zugreift, oder der Einsatz einer SIM-Karte für 3, die irgendwann von irgendwem in England gekauft wurde.

Am letzten Donnerstag bestätigte der Hacker einer E-Mail, dass er Zugriff auf eine Reihe von gehackten Computern und Proxy-Servern hat und jederzeit seine IP-Adresse auf verschiedene Länder-Herkunft wechseln kann. Zum Beweis sendete er unmittelbar danach eine weitere E-Mail, die sich zu dem Service-Provider von "Pacentia Reliable Web Services" in den USA zurückverfolgen lies. Die verwendete IP-Adresse zeigt Hinweise auf den Einsatz von Malware und wird von vielen gehackten Computern benutzt.

Laut dem Zeitstempel in den E-Mails ist der Hacker in einer gegenüber Deutschland um zwei Stunden verschobenen Zeitzone (UTC +3), d.h. möglicherweise im Irak, Saudia Arabien oder Ost-Afrika. Libyen, der von Sicherheitsexperten als sehr wahrscheinlich vermutete Aufenthaltsort, liegt allerdings nicht in dieser Zeitzone. Stewart bestätigte, dass in der Wurm-Angriff über einen Trojaner über das 3-Netzwerk eingeleitet wurde, aber hält England als Aufenthaltsort für zu unwahrscheinlich. "England und die USA haben gegenseitige Auslieferungsverträge - das Risiko für einen Hacker wäre einfach zu hoch", schätzt Stewart.

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