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Montag, 28. März

28.03.2011 | 00:00 Uhr

Apple bringt iOS 4.3.1 mit Bugfixes +++ Nook Color soll zum Android-Tablet werden +++ Facebook bietet "Questions" für alle Nutzer +++ Richter bezeichnet RIAA-Forderung an Limewire als "absurd" +++ München plant ein Computer-Rathaus +++ Genius Scan+: Handlicher iPhone-Scanner +++ iPhone-Lautstärke per Tasten steuern +++ AAPL im Plus

Morgenmagazin: Kaminfeuer
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Apple bringt iOS 4.3.1 mit Bugfixes

Am letzten Freitag hat Apple ein neues Update für sein mobiles Betriebssystem iOS veröffentlich iOS 4.3.1 bringt laut Apples Beschreibung die Behebung von einigen Fehlern und generelle Verbesserung der Sicherheit auf iOS-Geräten.

Hauptsächlich Grafik-Bugs wurden behoben, wie zum Beispiel das Flackern beim Einsatz des iPod Touch 4G und dem Apple Digital AV-Adapter mit einigen Fernseh-Modellen. Außerdem soll das Update auch ein Anmelde-Problem mit einigen Webdiensten lösen und Pannen beim Einschalten und Verbinden zu Mobilnetzwerken beheben.

Das Update auf iOS 4.3.1 über iTunes wird für alle iOS-Geräte unter iOS 4 empfohlen.

Nook Color soll zum Android-Tablet werden

Das elektronische Lesegerät Nook Color des amerikanischen Buchhändlers Barnes & Noble soll im April ein Update erhalten, mit dem es dann als Android-Tablet einsetzbar ist. Das Home-Shopping Netzwerk ( HSN ) hat bereits vorzeitig durch die Produkt-Beschreibung auf seiner Webseite diese Pläne durchsickern lassen: Alle Nook E-Lesegeräte mit Farbbildschirm sollen im April automatisch das Update über Wi-Fi erhalten.

Mit einem Preis von umgerechnet knapp 170 Euro und 7-Toll-Tochscreen, MP4- und Musik-Player unter Googles Android-OS war das Tablet aber noch lange keine Konkurrenz für "echte" Tablet-PCs. So fehlten jede Menge grundlegende Apps wie zum Beispiel ein Webbrowser oder Zugang zu E-Mail-Diensten. Das Software-Update im April soll nun diese Lücken schließen und auch einen Webbrowser mit Adobe Flash-Support vorstellen.

Entsprechend wird nun erwartet, dass Barnes und Noble wie Amazon einen eigenen Online-App-Store anbietet und pünktlich zum Software-Update eröffnen wird. Angeblich sollen beim Launch im April acht Apps bereitstehen und noch vor Ende April weitere folgen. Wenn ein Anwender keine größeren Wert auf Prozessorgeschwindigkeit und unzählige Apps legt, dass könnte das Nook Color ein ideales günstiges Einsteiger-Tablet unter Android sein. Und mit einem Preis von nur der Hälfte eines iPads und wesentlich günstiger als der des Motorola Xooms könnte Barnes & Noble sofort der erfolgreiche Markteinstieg gelingen.

Facebook bietet "Questions" für alle Nutzer

Facebook-Anwender haben immer schon ihren Status mit simplen Fragen aktualisiert und somit alle Freunde zum Antworten eingeladen. Nach ausgiebigen Tests seit letztem Sommer will die soziale Netzwerkseite Facebook nun dies als neues, eingeständiges Feature nutzen und nach und nach für alle Anwender freischalten.

Adrian Graham , ein Projektmanager für das neue Feature "Questions" bei Facebook, beschreibt in seinem Blog , wie Facebook von diesen ungewöhnlichen Status-Meldungen nun eine neue Option in der Benutzeroberfläche entwickelte, um Fragen und Antworten über Facebook zu vereinfachen und schneller zu gestalten. So gibt es zum Antworten eine Reihe von fertigen Optionen zum Anklicken, Fragen gehen beim nächsten Status-Update nicht verloren, Antworten von Freunden bleiben zugeordnet und Freunde von Anwender, die Antworten sandten, werden automatisch auch zur Diskussion eingeladen.

Die Idee ist nicht neu und Online-Dienste, die Fragen stellten und entsprechend dann Antworten veröffentlichten, sind schon lange beliebt. Umstritten bleiben bisher aber alle Versuche, dies für andere Internet-Dienste auszunutzen. So ist das Answers-Projekt von Google bereits vor Jahren gescheitert, aber die Übernahme der Firma von Aardvark zu Beginn von 2010 zeigt, dass Google noch nicht komplett die Idee aufgegeben hat. Yahoo hatte weitaus mehr Erfolg und unter Ask.com eine Suchmaschinen-Oberfläche um das Frage-Antwort-Modell gebaut und lädt Benutzer zu Online-Diskussionen ein.

Facebook will nun versuchen, sein soziales Netzwerk für " Questions " auszunutzen und seine Seiten für die Anwender noch interessanter zu gestalten. Übrigens hat bereits eine andere soziale Netzwerkseite diese Fragen-Antworten erfolgreich eingebaut: Linked-In ist aber in erster Linie auf Berufstätige und deren Job-spezifischen Austausch zugeschnitten und die Anwendergruppe ist eher eine Ergänzung als Überlappung mit Facebook.

Richter bezeichnet RIAA-Forderung an Limewire als "absurd"

US-Bundesrichterin Kimba Wood hat die Schadensersatzforderungen der Recording Industry Association of America ( RIAA ) als "absurd" eingestuft. Im Februar hatte RIAA beim Amtsgericht in New York von Limewire wegen Bereitstellung von Peer-to-Peer -Software zum Übertragen von zirka 11.000 urheberrechtlich geschützten Musiktiteln für jeden Download eine Entschädigung von 150.000 US-Dollar pro Titel verlangt. Wood lehnte die Forderungen ab, weil die Klageschrift mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Schadensersatz Billionen-Höhe erreicht und "Limewire mehr zu zahlen hätte, als die gesamte Musikindustrie seit Edisons Erfindung des Phonographs in 1877 je an Umsatz erreichte", erwähnte Wood in der 14-seitigen Begründung.

Wood war übrigens die Richterin, die im letzten Oktober die Schließung von Limewire anordnete und somit nach vier Jahren den Klagen der Musikindustrie Recht gab, dass Limewire mit dem Einsatz seiner Peer-to-Peer-Software das kostenlose Laden und Verteilen von urheberrechtlichen Musiktiteln ermöglichte. Seit dieser Entscheidung verhandelte RIAA mit Limewire über die Höhe der Schadensersatz-Zahlungen . Grundlage für die Billionen-Forderung war unter anderem, das zum ersten Mal ein Gericht in Erwägung ziehen sollte, dass ein Urheber mehrfache Auszeichnungen für ein einzelnes Musikstück beanspruchen darf. Wood entschied jetzt, dass pro Titel nur einmal Schadensersatz berechnet werden darf.

Auch Ray Beckermann, ein Anwalt, der RIASS in Einzelfällen vertrat, schätzt die geforderte Summe als "lächerlich" ein. Er glaubt, dass RIAA froh sein kann, nicht von Woods wegen komplett überzogenen Forderungen selbst zu Strafzahlungen verdonnert worden zu sein. Jennifer Pariser, Vize-Präsidentin und Betriebsanwalt bei RIAA hat hingegen Einspruch gegen Woods Urteil erhoben. Sie beschreibt, wie viele Musiker letztendlich dank dem größten Peer-to-Peer-Betreiber Limewire geschädigt wurden und weist daraufhin, dass der letzte Bericht der Marktforschungsgruppe NPD belegt, wie groß der Schaden durch Limewire tatsächlich ist.

Die Entscheidung von Woods bringt für Limewire keine wirkliche Erleichterung. Die in den USA gesetzlich vorgeschriebene Entschädigung beträgt 150.000 US-Dollar pro Verstoß und das Gericht hat eingeräumt, dass die Zahlung wahrscheinlich eine Milliarde übersteigen wird. Limewire ist nicht der erste Peer-to-Peer -Betreiber, dem dank Schadenersatz-Klagen der Bankrott droht: In 2005 musste Grokster schließen, nachdem das oberste Gericht in den USA die Firma wegen Urheberrechtsverletzungen durch die Anwendung ihrer Software zur Verantwortung zog.

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