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Montag, 29. November

29.11.2010 | 00:00 Uhr

Apple wirft Android-Magazin aus dem App Store +++ Ein Drittel aller Laptopkäufer greift zum Macbook +++ Spekulation um 7-Zoll-iPad mit 2 Kameras und USB-Port +++ Musiksoftware Rebirth von Propellerhead für das iPad +++ Telekom legt Preise für 4. Mobilfunkgeneration fest +++ Wikileaks-Coup: US-Diplomatie wohl vor unangenehmer Woche +++ Microsoft will mit "Bing Streetside" Fehler von Google vermeiden +++ AAPL leicht im Plus

Morgenmagazin: Durchblick
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Apple wirft Android-Magazin aus dem App Store

Laut Electronista hat Apple ein Magazin des dänischen Verlages Mediaprovider aus dem App Store verbannt, dessen Inhalt exklusiv über den iOS-Rivalen Android berichtete. Prompt werden alle Stimmen der Kritik wieder lauter, die Apple Zensur und Willkür vorwerfen, insbesondere wenn zum Beispiel Android Reader , eine Zeitungs-App aus den Niederlanden, im App Store vertreten sein darf.

Während also im App Store sich andere Magazine gleich im Duzend tummeln, die beliebige Plattformen und Betriebssysteme diskutieren, war laut dem betroffenen Verleger Brian Dixen war die Absage an seine Android Magasinet App ausschließlich dadurch begründet, dass der Inhalt auf Android beschränkt ist.

Die Kritiken, wie Apple die Zulassungsrichtlinien handhaben soll und wo die Grenze zwischen Vernunft und Willkür gezogen werden muss, heizt die Diskussionen seit der Einführung des App Stores an. Ein Streitpunkt ist, dass Apple Nacktbilder bannt, auch wenn sie nicht sexuell motiviert sind. Während in Europa eher eine entspanne Haltung gegen über Nacktdarstellungen in Film und Werbung bewahrt wird, sieht das in den USA völlig anders aus. Apple besteht darauf, dass solche Bilder aus allen Apps entfernt werden, insofern diese nicht ausdrücklich zur "Bildung" notwendig sind. Ironischerweise gehören letztere Apps meist zu den Bestsellern und werden automatisch vom App Store als Favoriten gelistet. Im Februar hat Apple zirka 5000 Apps aus dem App Store verbannt , aber viele mit schlüpfrigen Inhalten sind immer noch dort vertreten, Interessanterweise kommen diese Apps meist mit einer Altersempfehlung, werden ansonsten aber bedingungslos an jeden verkauft.

Dixen zeigt sich über die Ablehnung von seiner Android Magasinet App empört, während iPhone Magasinet , ein anderes Magazin aus dem selben Verlag, problemlos zugelassen wurde. Auch die Ablehnung von Gear , seiner Magazin App mit spärlich bekleideten Models auf der Titelseite, heizte Dixens Kritik an Apples Auslegung der Zulassungsrichtlinien nur weiter an. Andere Zeitungen wie Bild Zeitung hatten dank solchen Bildern die gleichen Probleme. Dixen beklagt außerdem, dass Apples Richtlinien nicht nur die Zulassung der App regeln, sondern auch die Inhalte jeder Magazin-Veröffentlichung dem gleichen Zulassungsprozess unterziehen. Bis zu zwei Wochen kann die Überprüfung dauern und zum Zeitpunkt der Freigabe kann der Inhalt bereits veraltet sein. Dixen fragt sich jetzt, ob seine anderen Magazine im App Store gefährdet sind, sobald eine Ausgabe zum Beispiel ausschließlich Android gewidmet sein sollte. Letztendlich hält er die Haltung von Apple für einen Witz. Dixen glaubt nicht ernsthaft daran, mit einem Android-Magazin im Apple App Store Riesenumsätze zu erzielen, aber für ihn ist es eine Frage des Prinzips, was und aus welchen Gründen Apple ablehnt.

Apple hat sich auch durch Sprach-Zensuren unbeliebt gemacht. Zeitweilig wurden dadurch sogar Klassiker von Oscar wilde und James Joyce verbannt, während gleichzeitig Filme und Podcast lediglich Altersfreigaben und Empfehlungen anzuzeigen brauchten. Apple ging sogar so weit, Apps um den Dalai Llama freiwillig aus dem chinesischen App Store zu entfernen oder das Comicbuch Murderdrome mit Gewalt-Darstellung zu verbannen, während Filme und TV-Shows mit ähnlichen Gewaltinhalten völlig ungeschoren blieben.

Ein Drittel aller Laptopkäufer greift zum Macbook

Mehr als ein Drittel aller Kunden, die sich in den nächsten drei Monaten ein Laptop zulegen werden, wollen ein Gerät von Apple. Paul Carton, Vizepräsident der Marktforscherfirma Changewave Research, führt den ansteigenden Bedarf auf das neue Macbook Air zurück. In einer E-Mail vom letzten Mittwoch beschrieb er Apples neue Modelle dank noch schlankerem Design, Flashspeicher und Glas-Touchpad als Kundenmagnete.

An der Umfrage von Changewave nahmen im November 2800 Kunden in den USA teil und besagt, dass 36 Prozent aller Laptopkäufer in den nächsten 90 Tagen ein Apple-Modell kaufen werden. Im Vergleich zum Vormonat Oktober 2010 ist das um elf Prozentpunkte höher und nebenbei die höchste Quote, die Apple je in den Changewave-Umfragen erreichte. Im Oktober 2009 wollten in der gleichen Zielgruppe nur 22 Prozent zum Macbook, Macbook Pro oder Macbook Air greifen.

Für die anderen Laptop-Hersteller sehen die Aussichten entsprechend trüber aus. Nur 19 Prozent der Kundengruppe wollen ein Dell-Laptop und dieser Anteil ist Dells niedrigster Wert. Noch im Vormonat lag er um vier Prozentpunkte höher. Hewlett-Packard hat mit immerhin 22 Prozent bessere Werte, ist aber auch um vier Punkte gegenüber dem Vormonat gesunken.

Die Umfrage zeigte auch einen anderen Rekord: Einer aus zehn Kunden will in den nächsten drei Monaten sich ein Laptop zulegen und dies ist der höchste Laptopanteil in den letzten drei Jahren, sagte Carton.

Hilfreich ist bestimmt auch, dass die überarbeiteten Macbook Air Modelle mit 11,6 oder 13,3-Zoll-Bildschirmen und 64 bis 256 GB Flashspeicher ab knapp 1000 Euro erhältlich sind. Der Analyst Carton fügt hinzu, dass auch das iPad weiterhin ein Verkaufsschlager sein wird: Ganze neun Prozent der Umfrage-Teilnehmer in den USA wollen sich das Apple-Tablet in den nächsten drei Monaten zulegen. Apples iPad führt auch in de USA die Weihnachtswunschlisten an. 22 Prozent aller Kunden gaben an, dass ein iPad bei ihnen oder den Kindern und Enkeln ganz oben auf der Liste steht.

Die iPad-Auswertungen von Changewave stimmen mit den Analysen von Nielsen überein, laut deren Bericht Anfang letzter Woche 31 Prozent aller Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren auf ein iPad hoffen.

Spekulation um 7-Zoll-iPad mit 2 Kameras und USB-Port

Knapp ein halbes Jahr nach der Einführung warten Kunden auf die erste Modell-Überarbeitung des iPads. Ein taiwanesische Magazin berichtete nun, dass im ersten Quartal 2011 ein neues iPad auf den Markt kommen wird, das neben zwei Kameras für Videotelefonie über einen neuartigen Touchscreen und einem USB-Anschluss verfügen soll.

Economic Daily News ist das Finanz-Magazin in chinesischer Sprache, welches als eine der ersten Quellen korrekt ein Apple-Tablet vorhersagte, während die meisten Gerüchteküchen noch ein Apple-Netbook erwarteten. Das Magazin berichtete am letzten Freitag, dass noch in diesem Monat ein 7-Zoll-iPad in Produktion gehen wird.

Taiwanesische Zeitungen haben bei Gerüchten stets einen Heimvorteil. Wenn es um neue elektronische Geräte geht, sind meiste taiwanesische Firmen an jedem Herstellungsschritt beteiligt, von der Komponenten-Fertigung bis hin zum Zusammenschrauben. Laut Economic Daily News werden die Kamera-Objektive für das neue iPad-Modell von Largan Precision geliefert, während Hon Hai Precision Industry - besser bekannt als Foxconn - die Fertigung übernehmen wird. Bereits in einem Bericht im August gab Economic Daily News bekannt, das Chimel Innolux für Apple 7-Zoll LCD-Touchscreens mit der gleichen IPS-Technologie produziert, die auch im Original iPad eingesetzt wird.

Alle laut dem Magazin beteiligten Firmen verweigerten wie erwartet jegliche Stellungsnahme. Lieferanten und Hersteller sind alle vertraglich zum Stillschweigen verpflichtet und riskieren den Verlust des Auftrags, wenn Informationen durchsickern.

Musiksoftware Rebirth von Propellerhead für das iPad

Rebirth gibt es bereits seit 1997 und war die erste Musik-Software, die charakteristischen Klänge der analogen Synthesizer TB-303 und den Drum-MachinesTR-808 und TR-909 von Roland erzeugen konnte.

Rebirth bietet auf dem iPad neben der neuen Benutzeroberfläche nun die folgenden Features:

- TB-303 Bassline: Emulation des original Roland Bass-Synthesizers für den Sound von Acid House und Techno-Bass

- TR-800 Drum Machine: Emulation von Rolands bassbetonten 1980er Beat-Computer für Hip-Hop

- TR-909 Drum Machine: Emulation der Beatbox für House und Techno

- Syncronisierte digitale Verzögerungen: Echo-Effekte akkurat an die Musik angepasst

- Kompressor: für den vollen Klang

- Verzerrer: Für den besonderen Schliff und hervorragend geeignet für die Klänge des TR-3030 Bass-Synthesizers

- PCF Effekt: Voll ausgestatteter Pattern -Sequenzer mit Tief- und Breitbandfilter

- Mixer: Gerätespezifisches Effekte-Mischpult mit Panoramaregler, Tempowechsel, Verzögerungen und Spezial-Effekt-Schaltern,

- Mod Support: sieben Original-Benutzermodi mit zusätzlichen Sound- und Graphik-Einstellungen.

- Sharing: Einfaches Hochladen der Lieder zu Facebook, Twitter du anderen sozialen Netzwerken.

"Mit dem iPad haben wir endlich die Plattform, die wir uns vor 15 Jahren für Rebirth erhofften", schwärmt Ernst Nathorst-Boos, der CEO von Propellerhead Software . Rebirth für das iPad gibt es ab sofort im App Store für knapp 12 Euro; die iPhone oder iPod Touch-Version ist seit Mai für 5,49 Euro verfügbar.

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