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Montag, 4. April

04.04.2011 | 00:00 Uhr

Sony-Chef spricht über 8-Megapixel-Kamera für iPhone 5 +++ Apple-Patent beschreibt Multitasking à la Spaces auf dem iPad +++ IBM: Phishing-Angriffe gingen in 2010 drastisch zurück +++ Trotz IE9: Internet Explorer verliert weiter an Boden +++ Strafe für Filesharing: Schüler muss 15 Euro pro Musiktitel zahlen +++ Park me - Hilfe für vergessliche Autofahrer +++ App-Test: Mitspielfilm für Kinder - Unterwegs im Tom-Land +++ Tipp: Hilfe im Problemfall beenden +++ AAPL verliert

Morgenmagazin: Frühjahrsblüte
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Sony-Chef spricht über 8-Megapixel-Kamera für iPhone 5

Sir Howard Stringer, Präsident der Sony Corporation, soll versehentlich ausgeplaudert haben, dass Apple für das nächste iPhone -Modell eine Acht-Megapixel-Kamera einbauen will, berichtet Electronista . Stringer erwähnte in einem Interview mit The Wall Street Journal , dass der Erdbebenschaden der Sony-Fabrik in Sendai in Japan die Lieferung von Sensoren an Apple verzögern wird. Für das derzeitige iPhone werden die Kameras von Omnivision geliefert und die Vermutung liegt nahe, dass Stringer von Komponenten für das kommende iPhone 5 sprach.

Das gleiche Gerücht war bereits im Februar aufgetaucht, dass Sony die Lieferung der iPhone-Kamera von Omnivision übernehmen wird, weil letztere Firma die Sensor-Chips nicht zeitig genug fertigen und liefern kann. Sony verfügt hingegen bereits über einen 8-Megapixel-Sensor, der in Smartphones wie dem Xperia Neo Einsatz findet, und der dank dem auch für ungünstige Lichtsituationen optimierten CMOS-Sensor perfekt für ein iPhone geeignet wäre. Apple hat oft genug betont, dass die Entscheidung für Qualität vor reinen Megapixeln gefällt wird und mit der Sony-Kamera könnte Qualität garantiert und dennoch die Sensorauflösung verbessert werden.

Erste Gerüchte, dass die WWCD 2011 im Juni noch nicht das iPhone 5 vorstellen wird, wurden auf Verzögerungen der Auslieferung von iOS 5 zurückgeführt. Eine solche Verzögerung käme Sony als iPhone 5-Kamara-Zulieferer sehr gelegen, um ausreichend Sensor-Chips für Apples Bestellungen zu fertigen.

Apple-Patent beschreibt Multitasking à la Spaces auf dem iPad

Das US-Patentamt hat in der letzten Woche einen Patentantrag von Apple veröffentlicht, der möglicherweise den Einsatz von Spaces als Multitask-Umgebung auf einem iPad beschreibt, berichtet Macnn . Die Grundlagen wurden bereits in 2009 unter dem Titel "Geräte, Methoden und Benutzeroberflächen zur Aufteilung von Schreibtisch-Ansichten" eingereicht. In der Beschreibung werden mehrere Methoden aufgelistet, wie mit Multi-Touch-Gesten Finder-Ansichten manipuliert und gesteuert werden können. Während einige der Grafiken eindeutig die Schreibtisch-Oberfläche unter Mac-OS X anzeigen, beschreibt der Autor aber, wie dieses System auch auf einem Tablet-PC genutzt werden könnte.

Die in dem Patent 20110078624 beschriebenen Methoden beschreiben ein Verwaltungs-System, wie der Benutzer zwischen Ansichten wechseln oder die Fenster umkonfigurieren kann. Apple reicht jede Menge Patenteinträge ein, die schließlich dann doch nicht in Apple-Geräten eingesetzt werden. Die Beschreibung hier geht aber auf Einzelheiten ein, wie zum Beispiel die Definition von Schnittstellen-Objekten, die bisherige Bearbeitung in Spaces ablösen soll. Genaue Hinweise, wie das Patent unter iOS Einsatz finden wird, sind in dem Patentantrag nicht enthalten.

IBM: Phishing-Angriffe gingen in 2010 drastisch zurück

Die Anzahl der Phishing -Attacken ging in 2010 gegenüber den beiden Vorjahren um über 75 Prozent zurück, belegen die jährlichen Sicherheitsanalysen von IBM. Die Häufigkeit von Spam-Einsatz blieb dagegen unverändert.

Tom Cross, ein Sicherheitsexperte bei IBM, führt einen Teil des Rückgangs der Attacken auf das Abschalten der Phishing-Organisation in Rumänien im Mai 2010 zurück, aber mutmaßt, dass Phishing sich nicht genug auszahlt. Cross schätzt, dass der Einsatz von falschen Kartenlesern in Geldautomaten wesentlich lukrativer ist und Betrüge einfach umstiegen.

Ziel der Phishing -Attacken waren auch in 2010 hauptsächlich Banken, Geldinstitute und deren Kunden. Unter den häufigsten Zielgruppen befanden sich Online-Auktionen, alle Arten von Online-Zahlungen und jede Menge Regierungsbehörden. Die beliebteste Attacke mit neun Prozent Einsatz war: "Sicherheitsalarm - Bitte bestätigen sie ihre Anmeldedaten". Der unfreiwillig komischste Angriff kam mit immerhin drei Prozent mit einem Tippfehler in der Überschrift, der auf Englisch statt zur Bank (Banking) zum Bäcker (Baking) einlud.

Die Top-Ursprungs-Länder von Phishing-Angriffen sind laut der IBM-Analyse der Webadressen Rumänien (18,8 Prozent), die USA (14,6), China (11,3), Süd-Korea (9,8) und England (7,2). Die Auswerting von Phishing-E-Mails hingegen sieht Indien mit 15,5 Prozent an der Spitze, gefolgt von Russland (10,4), Brazilien (7,6), den USA (7,5) und der Ukraine (6.3). Damit verzeichnet die Top-10-Liste für Phishing -Angriffe in 2010 nur einen Neueinsteiger: Ukraine.

Trotz IE9: Internet Explorer verliert weiter an Boden

Knapp zwei der Einführung von Microsofts neuer Webbrowser-Version Internet Explorer 9 zeigen die ersten Statistiken die Auswirkungen, berichtet Electronista . Laut neuen Auswertungen von Netapplications ging der Umstieg auf IE9 bisher ausschließlich auf Kosten älterer IE-Versionen. Microsofts neuer Webbrowser bietet endlich eine schnelle Web-Engine, aber wird sich nur schwer gegen die Konkurrenz durchsetzen können, insbesondere wenn jene Browser über die neuen Features und Geschwindigkeiten bereits seit langem verfügen. IE8 ist gegenwärtig beim Browsereinsatz auf 51,57 Prozent zurückgefallen. IE9 erreicht derzeit 3,56 Prozent, liegt damit aber deutlich über der Einsatzrate von Firefox 4 (2,8 Prozent).

Der Gesamtanteil von allen Internet Explorer-Versionen liegt bei einem neuen Rekordtief von 55,92 Prozent, während Mozillas Firefox -Versionen unverändert 21,8 Prozent behaupten können. Die beiden Gewinner mit neuen Rekord-Hochwerten sind Googles Chrome mit 11,57 und Apples Safari mit 6,61 Prozent.

Auch der Betriebssystemeinsatz zeigte für die Windows-Plattform ein neues Rekordtief mit 89.58 Prozent. Der derzeitige Einsatz von Mac-OS X hingegen erricht mit 5.25 Prozent hingegen fast seinen bisherigen Höchstwert. Linux hat bei einem Einsatz von fast einem Prozent seine letzten Verluste wieder ausgeglichen; iOS hingegen ist mit einem Verbreitungsgrad von 1,87 Prozent aller Betriebssysteme klar auf dem Vormarsch.

Strafe für Filesharing: Schüler muss 15 Euro pro Musiktitel zahlen

Das Landgericht Hamburg hat in einem Zivilrechtsstreit den Beklagten, der 2006 als knapp Sechszehnjähriger unter Verstoß gegen das Urheberrecht zwei Musikaufnahmen in eine Internettauschbörse eingestellt hatte, verurteilt, Schadensersatz in Höhe von 15 Euro pro Musiktitel an die klagenden Musikverlage zu zahlen. Die weitergehende Schadensersatzforderung wurde genauso wie die Schadensersatzklage gegen den Vater des Beklagten abgewiesen.

Darauf verweist der Düsseldorfer Fachanwalt für Informationstechnologierecht Horst Leis, LL. M., von der DASV Deutsche Anwalts- und Steuerberatervereinigung für die mittelständische Wirtschaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hinweis auf ein am 27.10.2010 veröffentlichtes Urteil des Landgerichts (LG) Hamburg vom 8. Oktober 2010 - Az.: 308 O 710/09.

Der 1990 geborene Beklagte (Beklagter zu 2) stellte im Juni 2006 über den Internetanschluss seines Vaters (Beklagter zu 1), ohne dass dieser davon wusste, zwei Musikaufnahmen in eine Internettauschbörse ein, sodass die Dateien im Wege des sog. Filesharings von anderen Teilnehmern aufgerufen und heruntergeladen werden konnten. Bei den Aufnahmen handelte es sich um die Musikaufnahme "Engel" der Künstlergruppe "Rammstein" und die Aufnahme "Dreh‘ dich nicht um" des Künstlers "Westernhagen".

Die Künstler waren an dem Rechtsstreit vor dem Landgericht Hamburg nicht beteiligt. Die Klägerinnen sind die Inhaber der ausschließlichen Tonträgerherstellerrechte an den genannten Musikaufnahmen. Sie verlangten u.a., dass beide Beklagten wegen der unerlaubten Nutzung jeweils 300 Euro Schadensersatz pro Aufnahme an sie zahlen.

Das Landgericht hat entschieden, dass der Beklagte zu 2) den Klägerinnen zum Schadensersatz verpflichtet ist, betont Leis.

Der Beklagte zu 2) habe das Urheberrecht schuldhaft und rechtswidrig verletzt, indem er die Musikstücke unerlaubt kopiert und in das Internet eingestellt hat. Zum Tonträgerherstellungsrecht der Klägerinnen gehörten auch das Vervielfältigungsrecht und das Recht des öffentlichen Zugänglichmachens. Bei der Höhe des Schadensersatzes müsse jedoch darauf abgestellt werden, was vernünftige Parteien bei Abschluss eines fiktiven Lizenzvertrags als angemessene Lizenzgebühr für die Nutzung der Musikaufnahmen vereinbart hätten. Da es keinen unmittelbar anwendbaren Tarif für die zu bewertenden Nutzungen gebe, müsse die angemessene Lizenz geschätzt werden.

Dabei hat das Gericht berücksichtigt, dass es sich bei den fraglichen Titeln zwar um solche bekannter Künstler handelte, dass die Aufnahmen 2006 jedoch bereits viele Jahre alt waren und deshalb nur noch eine begrenzten Nachfrage angenommen werden könne. Da außerdem von einem kurzen Zeitraum auszugehen sei, in dem die Titel zum Herunterladen bereitstanden, hat das Gericht geschätzt, dass es allenfalls zu 100 Downloads pro Titel gekommen sein könne.

Unter Orientierung an dem Gema-Tarif VR-OD 5 (Nutzung von Werken im Wege des Music-on-Demand zum privaten Gebrauch) sowie an dem Einigungsvorschlag der Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt vom 5. Mai 2010 im Schiedsstellenverfahren zwischen dem Bitkom und der Gema hat das Gericht die angemessene Lizenz auf 15 Euro pro Titel geschätzt.

Die Schadensersatzklage gegen den Vater des Beklagten zu 2) - den Beklagten zu 1) - hat das Landgericht mit der Begründung abgewiesen, dieser sei weder Täter noch Teilnehmer der Urheberrechtsverletzung . Der Beklagte zu 1) sei zwar als sog. Störer anzusehen, weil er seinem Sohn unter Verletzung von Überwachungspflichten den Internetanschluss zur Verfügung gestellt habe, über den die Rechtsverletzungen begangen wurden. Durch dieses Verhalten werde jedoch keine Schadensersatzpflicht begründet.

Leis empfiehlt, das Urteil zu beachten und bei Fragen auf jeden Fall Rechtsrat einzuholen, wobei er in diesem Zusammenhang u. a. auch auf die DASV Deutsche Anwalts- und Steuerberatervereinigung für die mittelständische Wirtschaft e. V. ( www.mittelstands-anwaelte.de ) verweist. (oe)

Weitere Informationen und Kontakt:

Horst Leis, Rechtsanwalt, LL.M. Informationsrecht und Fachanwalt für Informationstechnologierecht, c/o Schuster Lentföhr & Zeh, Rechtsanwälte Wirtschaftsprüfer Steuerberater, Düsseldorf, Tel.: 0211 658810, E-Mail: leis@wsp.de, Internet: www.wsp.de

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