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Montag, 7. Dezember

07.12.2009 | 00:00 Uhr

Apple hat angeblich Lala gekauft +++ Sicherheitsexperte hält iPhone für Malware prädestiniert +++ Stilles Upgrade: Neue Konfigurationen für Mac Pro und Xserve +++ Palm wegen Urheberrechtsverletzung verklagt +++ Intel verschiebt Grafik-Prozessor Larrabee +++ Telekom bröckeln weiter Sprachumsätze weg +++ Telekom plant angeblich Austausch von Kundennummern +++ Neue Internet-Suchmaschine will Regenwald retten +++ AAPL klar im Minus

Morgenmagazin - Wintermorgen
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Apple hat angeblich Lala gekauft

Nach vielen Gerüchten im Internet bestätigten am Freitag Berichte in der New York Times und dem Wall Street Journal , dass Apple Lala gekauft haben soll. Apples Pressesprecher Steve Dowling wird in dem Artikel zitiert, dass "Apple gelegentlich kleinere Firmen samt deren Technologien übernimmt, ohne über Absichten oder konkrete Pläne zu kommentieren." In der Tat konnten beide Zeitungen auch keine Kauf-Bestätigungen von Lala selbst erhalten.

Der Musikdienst Lala existiert seit vier Jahren und bietet ein völlig anderes Konzept als Apples iTunes Store. Der Katalog umfasst derzeit zirka 8 Millionen Lieder und kann für umgerechnet knapp einen Euro pro Lied im MP3-Format heruntergeladen werden. Außerdem bietet Lala einen Service an, mit dem die Anwender für nur 10 US-Cents pro Lied die Musik abonnieren und beliebig oft direkt von Lalas Cloud-Servern streamen statt herunterladen können. Die Vorschau bei Lala ist großzügig: Ein Lied kann vollständig probegehört werden, während iTunes des auf 30 Sekunden begrenzt.

Was bedeutet die Lala Übernahme für die Zukunft von iTunes?

In erster Linie hat Apple eine neue Technologie gekauft. Mit dem Neuerwerb übernahm Apple neben vier Jahren Erfahrung mit Audio-Streaming auch Lalas Mitbegründer Bill Nguyen.

Das Abonnenten-Konzept für Musik-Streaming hat sich bisher noch nicht richtig durchgesetzt. Eins der größten Probleme ist das Misstrauen der Kunden, dass die relativ kleine Firma eingeht und somit für die bereits gezahlten Gebühren keine Musik mehr geliefert wird. Apple hingegen ist groß genug, um diese Zweifel gar nicht erst aufkommen zu lassen und könnte iTunes erfolgreich jenseits der Download-Optionen ausbauen.

Apples bisherige Politik lässt es eher unwahrscheinlich erscheinen, dass die Downloads auf das weit verbreitete MP3-Format umgestellt werden. Aber Musikgenuss direkt aus dem Internet - ohne Herunterladen und Synchronisation zwischen Computern und Abspielgeräten - wäre ein großer Schritt vorwärts. Die Genius-Funktion in iTunes ist geradezu optimal geeignet, um beliebige Mengen von Musik auf Cloud-Servern für persönliche Profile zu strukturieren und organisieren.

Rein theoretisch gesehen könnte Lalas Übernahme bedeuten, dass Apple Konkurrenzprogramme für Audio-Streaming aus dem App Store bannt. Praktisch gesehen hat Apple aber bereits jede Menge solcher Programme wie zum Beispiel Rhapsody zugelassen.

Sicherheitsexperte hält iPhone für Malware prädestiniert

Nachdem im letzten Monat der erste Wurm für das iPhone entdeckt wurde, sehen Computerexperten am Horizont mehr Schaden, als nur den Austausch von Hintergrundbildern auf Jailbreak-Smartphones.

Am letzten Freitag hat Nicholas Seriat einen Vortrag über iPhone-Sicherheit auf iPhones veröffentlicht, der Risiken auf iPhones ohne ausgehebelten Apple-Schutz dank Jailbreak analysiert. Slashdot berichtete, dass der Seriat, ein Schweizer Softwareentwickler, untersucht, wie Anwendungen auf einem normalen iPhone Privat-Informationen auslesen. Alle Programme, die mit dem Adressbuch oder GPS zusammenarbeiten, da sie Kontakte und Positionen benutzen oder Browser-Informationen auswerten müssen, fallen in diese Kategorie. Das Problem liegt nun in der Unterscheidung, welche Übermittlung von Daten ist im Sinne der Anwender und wo genau startet ein illegaler Eingriff in die Privatsphäre?

Der Normal-Anwender kann nicht wirklich kontrollieren, welche Anwendung was überträgt. Das Risiko steigt mit der Flut von iPhone Apps, dass unweigerlich irgendwann auch Malware durch die Sicherheitsüberprüfung schlüpft - oder bereits geschlüpft ist. An der Oberfläche kann es wie ein harmloses Spiel aussehen, aber im Hintergrund alle Privatdaten auslesen und munter weitersenden.

Während Viren du Trojaner auf Computern allzu bekannt sind, bietet ein Smartphone nun eine ganz neue Verwundbarkeit: Die Geräte sind rund um die Uhr eingeschaltet und übernehmen zunehmend Speicherfunktion für persönliche und vertrauliche Daten. Nur weil das iPhone sicher in der Hosentasche steckt, bedeutet es nicht, dass die Inhalte genauso sicher sind.

Etwas gesunder Menschenverstand sollte aber die offensichtlichsten Sicherheitsfallen vermeiden: Alle Anwendungen mit verdächtigem Verhalten, wie hoher Batterieverbrauch oder willkürliche Änderungen, sollten unverzüglich gelöscht werden. Wie auch auf dem Computer sollten auch auf dem Mobiltelefon alle vertraulichen Daten unbedingt mit Verschlüsselung abgesichert werden. Zum Beispiel 1Password ist dafür gut geeignet. Letztendlich sollte der Anwender es sich gut überlegen, welche Privatinformation unbedingt auf dem iPhone sein muss und ob es das Risiko wert ist.

Stilles Upgrade: Neue Konfigurationen für Mac Pro und Xserve

Ende letzter Woche hat Apple klammheimlich still und leise neue Ausstattungen für den Mac Pro und Xserve eingeführt. Wer also immer noch nach dem ultimativen Weihnachtsgeschenk sucht, wird nun garantiert im Apple Store fündig.

Den Quad-Core Mac Pro gibt es jetzt auch mit einem 3,33 GHz Quad-Core Intel Xenon Prozessor - mit einem Aufpreis von 1.080 Euro gegenüber der 2,66 GHz Variante. Wem dass noch nicht schnell genug ist kann nun auch den 8-Core Mac Pro in einer neuen Ausführung bestellen: Zum Aufpreis von 2.340 Euro kommt der 8-Core nun mit zwei 2,93 GHz Quad-Core Intel Xenon Prozessoren (verglichen mit der Grundausstattung mit zwei 2,26 GHz Quad-Core Xenon CPUs). Für das 8-Core-Modell bietet Apple noch keine Konfiguration mit zwei 3,33 GHz CPUs an.

Außerdem gibt es für alle Mac Pro-Konfigurationen mehr Festplatten-Speicher. Alle vier Laufwerkpositionen lassen sich nun im Apple Store mit jeweils einer schnellen 2-TB-Festplatte (mit 7200 Umdrehungen pro Minute) ausrüsten. Pro zusätzlicher Festplatte schlägt dies mit 495 Euro zu Buche; das Aufrüsten der Minimal-Konfiguration von 640 GB auf eine 2-TB-Platte kostet 315 Euro Aufpreis.

Auch für die Server-Modelle gibt es jetzt mehr Speicher. Zum einen können die drei Laufwerkpositionen zum gleichen Aufpreis wie beim Mac Pro zu insgesamt 6 TB ausgebaut werden und zum anderen kann jetzt jeder RAM-Steckplatz 4-GB-Module aufnehmen und somit der Quad-Core Xserve auf bis zu 24 GB und der 8-Core XServe auf 48-GB-Arbeitsspeicher aufgerüstet werden.

Palm wegen Urheberrechtsverletzung verklagt

Artifex Software hat Palm wegen unlizensierter Nutzung seiner Technologie zum Anzeigen von PDF-Dokumenten auf dem Smartphone Palm Pre verklagt.

Laut den Lizenzbedingungen von Artifex darf die PDF-Rendering-Engine Mu-PDF nur eingesetzt werden, wenn entweder die gesamte Anwendung unter GNU GPL (General Public License) als freie Software lizenziert wird oder aber an Artifex eine Gebühr für kommerzielle Nutzung gezahlt wird.

Zwar beschreibt Palm im Benutzerhandbuch des Palm Pre, dass ihre Software unter GNU GPL lizenziert ist, aber laut Artifex hat Palm jegliche offiziellen Schritte versäumt. Folglich hat am letzten Donnerstag Artifex bei einem Bezirksgericht in Nord-Kalifornien eine Klage wegen Verstoß gegen das Urheberschutzgesetz eingereicht. Das Smartphone Palm Pre ist in Deutschland seit Mitte Oktober bei O2 erhältlich. Palm Europe hat zu Nachfragen wegen der Klage noch keine Stellung genommen.

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