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Morgenmagazin vom 1. August 2016

01.08.2016 | 07:06 Uhr |

Kanye West fordert Tidal-Übernahme durch Apple +++ Apple zahlt in der Probezeit weniger an Musiker aus +++ Telekom streicht Spotify-Traffic für Neukunden +++ Apple Pay dominiert den Markt der mobilen Zahlungen +++ Sparen im Sommerurlaub: im Ausland günstig online +++ Apple will wasserdichten Lautsprecher patentieren

1. August: Die Erhabenheit des Neuanfangs

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen!  Willkommen im August, dem erhabenen Monat. In dieser Woche hat noch das ganze Bundesgebiet Ferien, auf hochsommerliches Wetter warten wir vermutlich vergeblich. Einmal mehr scheint sich die Wetterregel von Siebenschläfer zu bewahrheiten, dass der Sommer höchste wechselhaft bleibt, wenn sich nicht Ende Juni / Anfang Juli eine stabile Hochdrucklage einstellt. Der Jetstream weht heuer aber so, dass abwechselnd Hoch- und Tiefdruckgebiete durch das Land ziehen. Schwüle Wärme, Gewitter und kühle Abende sind die Folge. Vielleicht hält heuer wenigstens der Altweibersommer, was der eigentliche Sommer nicht versprechen wollte.

Immerhin sollte es ab Montag weitgehend trocken bleiben. das freut uns insbesondere für die Schweizer, die heute ihren Bundesfeiertag begehen. Vor 725 Jahren, im August 1291 unterzeichneten die Eidgenossen den Bundesbrief, ob das wirklich am 1. des Monats geschah, ist ungewiss, die Festlegung erfolgte erst später.

Der erste eines Monats ist ja meist ein Stichtag, an dem neue Regelungen oder Gesetze in Kraft treten, und wenn auch die jeweils ersten eines neuen Quartals dafür weit häufiger dienen, stehen auch an diesem 1. August die Jahrestage einiger Neuerungen im Kalender. Die Reform der deutschen Rechtschreibung beispielsweise trat vor exakt 20 Jahren in Kraft, für das höchst strittige Regelwerk kamen in den Jahren 2001, 2004 und 2006 noch Änderungen, die auch jeweils am 1. August wirksam wurden - der Tag liegt schließlich sehr praktisch überall im Bundesgebiet in den Schulferien. Mittlerweile dürften sich die meisten Schreiber daran gewöhnt haben und nicht mehr meinen, es gelte allein und ausnahmslos die Regel „aus ß mache ss“.  Mittlerweile schreiben wir ohnehin alle so, wie es uns die automatische Textkorrektur vorschreibt. Und da kommen selbst bei Worten, die so, wie wir sie getippt haben, tatsächlich auch in der aktuellen Auflage des Duden stehen, abenteuerliche Geschichten raus.

Künstliche Intelligenz ist eben doch nur so schlau, wie es deren Programmierer waren. Immerhin, Apple verspricht ab Herbst mit macOS Sierra und iOS 10 weitere Fortschritte und eine individuell verbesserte Rechtschreibkorrektur. Diese sollte zum Beispiel dann nicht Worte korrigieren, weil die große Masse diese eher anhand von Tippfehlern und Tastaturausrutschern so schreibt. Wenn wir heute nämlich Pengö schreiben, dann meinen wir auch Pengö und nicht Peng, da kann Autocorrect noch so oft das „ö“ löschen. Warum wir heute Pengö schreiben? Das hat einen einfachen Grund: Die alte ungarische Währung, die auf deutsch etwa „klingende Münze“ bedeutet, wurde heute vor 70 Jahren wieder durch den Forint abgelöst. Notwendig gemacht hat das eine Hyperinflation, gegen die die im Deutschen Reich im Jahr 1923 grassierende auf einmal harmlos erscheint. Ein Forint ersetzte mit dem Stichtag 1. August nicht weniger als 400 Quadrilliarden Pengö ab - das ist eine Zahl, bei der auf die einleitende 4 nicht weniger als 29 Nullen folgen. Der Forint hat seinen Namen übrigens von der florentinischen Goldmünze und war schon vor den Habsburgern (nicht: Hamburgern, liebe Autokorrektur!) Währung in den ungarischen Landen. Der Pengö indes war gerade einmal 21 Jahre vor seinem Ende zum  Zahlungsmittel erklärt worden. Und verabschiedete sich am Stichtag mit einem Peng, den wir auch als Peng meinen. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

West will Fusion: Der Rapper und Musikproduzent Kanye West will, dass Apple den Streamingservice seines Kollegen Jay-Z übernimmt und in Apple Music eingliedert. Der Streit um Marktanteile und Einfluss zwischen den beiden Unternehmen sei zum Nachteil der kompletten Musikindustrie, meint West in mehreren Tweets. Daher sollten sich Apple-CEO Tim Cook, der Musik-Vorstand Jimmy Iovine und Jay-Z schnellst möglich treffen, um eine Fusion auszuhandeln. Doch auch Spotify-Gründer Daniel Elk solle mit den anderen Musikgrößen in Verhandlungen treten, fordert der Musiker. Schon im Juni hatte es Gerüchte gegeben, dass Apple Interesse an einer Übernahme des kleineren Konkurrenten haben könnte, um an exklusive Musik-Veröffentlichungen zu kommen. Weder Apple noch Tidal haben sich bisher zu Wests Vorschlägen geäußert.

Wer bin ich: Apple legt viel Wert auf die Datensicherheit seiner Kunden. Die Authentifikation ist daher dreifaltig: Man identifiziert sich bei Apples Services mit etwas, das man weiß (Passwort), das man hat (Schlüssel) und das man ist (Biometrik wie Fingerabdruck). Dan Moren erkärt die Einzelheiten.

Weg damit: Insbesondere ehemalige Windows-Anwender, die auf den Mac gewechselt sind, finden es irritierend, dass das Löschen von Apps aus dem Ordner "Programme" nicht immer komplett hilft, alle Daten einer Anwendung los zu werden. Kirk McElhearn erklärt die Methoden des teilweise mühseligen Deinstallierens und schlägt schließlich vor, dass Apple so etwas wie einen Deinstaller für das System weite Löschen von Programmen und ihrer Zusatzbestandteile anbieten sollte.

Wenn Sekunden zählen : Apple hat im letzten Quartal über 40 Milliarden US-Dollar eingenommen und dabei fast 8 Milliarden US-Dollar an Gewinn behalten. Große Zahlen, die man sich kaum vorstellen kann. Eine nette Visualisierung bietet nun die Website Everysecond.io/apple/, die in diveresen Animationen zeigt, wie viele iPhones Apple pro Sekunde verkauft oder was das Unternehmen in jeder Sekunde für Marketing ausgibt.

Unterbezahlt: Entgegen der ursprünglichen Plane bezahlt Apple Music den Künstlern pro Stream auch in der Probezeit Geld für ihre Songs, ein öffentliche ausgetragener Disput mit der Sängerin Taylor Swift im Vorfeld des Starts im letzten Juni hatte Apple zum Umdenken bewogen. Wie nun aber laut Tech Times herausgekommen ist, bezahlt Apple in den drei Monaten, in denen die Kunden für den Musikgenuss noch nichts bezahlen müssen, keineswegs den vollen Preis, sondern nur etwa ein Drittel oder gar ein Viertel. Im Schnitt überweist Apple in der Probezeit pro Stream gerade ein 0,2 Cent.

Telekom streicht Spotify-Traffic für Neukunden

Die Deutsche Telekom ändert ab 2. August den Umfang ihrer Mobilfunkverträge mit dem Musik-Streaming-Dienst Spotify. Bislang wurde das verbrauchte Datenvolumen, das bei gebuchter Spotify-Option anfiel, nicht auf das im Vertrag enthaltene Datenvolumen angerechnet. Diese Möglichkeit wird die Deutsche Telekom künftig nicht mehr anbieten.

Mobilfunkverträge mit Spotify sind zwar immer noch verfügbar, sie tragen jedoch andere Namen und bieten neue Konditionen. Der Tarif „Music Plus powered bei Spotify“ beinhaltet eine kostenlose Spotify-Testphase für 30 Tage. Das für den Musikdienst verbrauchte Datenvolumen wird jedoch auf das im Vertrag vereinbarte Datenvolumen angerechnet. Der Tarif ist täglich kündbar, eine Mindestvertragslaufzeit gibt es nicht.

Ist die 30-Tage-Testphase abgelaufen, rutschen Kunden automatisch in den Tarif Music powered bei Spotify, der außer der Testphase die selben Konditionen beinhaltet. Die alte Vertragsoption mit Zero-Rating für Spotify-Traffic kann noch bis 1. August gebucht werden. Für Bestandskunden ändert sich ab 2. August nichts.

Apple Pay dominiert den Markt der mobilen Zahlungen

Auf der Quartalskonferenz diese Woche wurden die Apple-Verantwortlichen nicht müde zu betonen, dass die Service-Sparte die Zukunft der Firma darstellt. Zu diesen "Services" gehört unter anderem auch Apple Pay, das bereits 2014 gestartet ist.

Während der Markt der mobilen Zahlungen auch in den USA nach wie vor noch in den Kinderschuhen steckt, kann Apple dort dennoch seinen Einfluss ausbauen. Das hat Business Insider in seinem letzten Bericht festgestellt. Demnach wuchs die Anzahl der aktiven Nutzer von Apple Pay um 450 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Man muss jedoch hinzufügen, dass dieser Zuwachs durch die internationale Ausweitung, vor allem in China Anfang März, bedingt ist. Aber auch in den USA baut Apple Pay den Vorsprung aus. Laut Business Insider finden 75 Prozent aller mobilen Zahlungen über Apples Bezahldienst statt. Noch im Januar 2015 hat Apple berichtet , dass Apple Pay für zwei Drittel des mobilen Umsatzes verantwortlich ist.

Zwar sind diese beiden Werte nicht direkt vergleichbar, extrapoliert man jedoch anhand der bekannten Relation der App-Downloads ( Hälfte der Downloads, doppelt so viel Umsatz wie im Google Play Store ), kann man davon ausgehen, dass sich der Anteil von Apple (Pay) bei den mobilen Umsätzen tendenziell vergrößert hat.

Sparen im Sommerurlaub: im Ausland günstig online

Sommerzeit bedeutet für viele auch Verreisen, nicht zuletzt ins Ausland. Wer in Ländern der Europäischen Union unterwegs ist und dort Internet nicht nur über WLAN, sondern auch per Mobilfunk nutzen möchte, sollte die neuen Roaming-Gebühren im Blick haben. Seit Ende April ist innerhalb der EU eine neue Regulierungsstufe in Kraft, die in den meisten Fällen zu weiter sinkenden Kosten führt – aber eben nur in den meisten.

Bisher nämlich galten bei Anrufen, SMS und mobilem Datenvolumen absolute Höchstpreise pro Minute, SMS beziehungsweise MByte, treten nun maximale Aufschläge zu den Inlandsgebühren in Kraft. So darf der Mehrpreis für abgehende Anrufe gegenüber dem Deutschlandtarif seit April maximal fünf Cent pro Minute betragen, bei ankommenden Anrufen höchstens ein Cent. Verschickte SMS dürfen zwei Cent mehr kosten, ein MByte mobile Daten bis zu fünf Cent. Inzwischen haben zwar einige Provider ihre Auslandstarife gesenkt. Es kann aber trotzdem passieren, dass, wenn der eigene Telefonanbieter vergleichsweise teuer ist, die Neuregelung der EU-Tarife sogar einen Aufschlag gegenüber den bisher geltenden Maximaltarifen bedeutet. Aufpassen muss insbesondere auch, wer im Inland eine Flatrate benutzt, bei der die Gesprächsminuten und das Datenvolumen nicht einzeln abgerechnet werden.

Im Einzelfall macht es deshalb durchaus Sinn, sich gezielt für den Auslandsurlaub einen günstigen Prepaid-Anbieter zu suchen. Achten Sie hier auch darauf, welche Nicht-EU-Länder im jeweiligen Europatarif trotzdem enthalten sind. Denn für Länder wie Liechtenstein, Island, Norwegen, die Schweiz und die Türkei differieren die Regelungen von Anbieter zu Anbieter. Steckt man die vorhandene SIM-Karte in ein altes Handy oder Smartphone, bleibt man unter der angestammten Telefonnummer auch während des Urlaubs erreichbar.

Zum Schluss noch zwei Tipps: Mit 4,99 Euro pro Woche und 150 MByte Inklusivvolumen für mobiles Internet ist Aldi-Talk vergleichsweise günstig. Und ab Mitte 2017 fallen die derzeit geltenden Roaming-Gebühren in der EU ganz weg. Von da an sind für die Handynutzung im EU-Ausland nur noch im Ausnahmefall Extrakosten zu zahlen.

Apple will wasserdichten Lautsprecher patentieren

Hier und da erscheinen immer wieder Gerüchte, dass das nächste (oder übernächste) Smartphone von Apple wasserdicht sein soll. Bereits nach dem Verkaufsstart des iPhone 6S hat man einige Videos mit dem neuen Modell unter Wasser gesehen. Da aber bis jetzt die Frage nicht beantwortet ist, wie sich die Testgeräte zwei bis drei Wochen nach dem Tauchgang verhalten haben, muss man wohl doch noch auf den Nachfolger des iPhone 6S warten.

Dass Apple an einem wasserdichten iPhone arbeitet, zeigen jedoch die auf der Seite des US-Patentamtes USPTO aufgelisteten neuen Patente. So kam letzte Woche ein neues Patent in die Datenbank, das einen wasserfesten Lautsprecher beschreibt. Die Erfinder beschreiben darin einen Lautsprecher, der selbstständig funktionieren können, aber auch in einer abgeänderten Variante in ein elektronisches Gerät eingebaut werden könnte. Eine Besonderheit an dem patentierten Lautsprecher ist wohl der Schutz gegen erhöhten Druck, wie er zum Beispiel ab einer bestimmten Wassertiefe herrscht. Der Lautsprecher kann an sich hermetisch abgeriegelt sein, der mechanische Druck kann jedoch die Membran im Lautsprecher beschädigen. Damit das dem so beschriebenen Lautsprecher nicht passiert, ist die Membran mit einer zusätzlichen Biegung an ihrem Rand befestigt. Steigt der Druck, gibt die Membran etwas nach, reißt  aber nicht, da sie auf eine stützende Oberfläche stabilisiert wird. Die Biegung verleiht dabei eine gewisse Flexibilität. Funktioniert alles wie beschrieben, kann das so konzipierte Gerät mit der höchsten Schutzartklasse (zumindest beim Schutz gegen Wasser) zertifiziert werden. Laut DIN-Richtlinien ist das Schutzartklasse 7 (Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen) oder Schutzartklasse 8 (Schutz gegen dauerndes Untertauchen).

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