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Morgenmagazin vom 5. Februar 2016

05.02.2016 | 06:56 Uhr | Peter Müller

Updates für Final Cut Pro X, Motion und Compressor +++ Apple Pay in 2 Millionen Läden akzeptiert +++ Valentinskarten selbst gemacht +++ Astro Pi: Raspberry Pi umkreist die Erde im All +++ Mausbewegung verrät Gemütszustand +++ Hololens-Clip: Wohnzimmer wird zum Football-Stadion +++ Kaputte Apple Watch: Brite gewinnt Klage gegen Apple +++ Watch Drive: Autorennen mit der Apple Watch +++

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Niemals sollten Sie auf Links klicken, von denen Sie nicht sicher sind, wo sie hinführen. Werde das doch mal alles sicherer! Ich bin da aber skeptisch. Dich kriegen wir, will man wütend all den Hackern und Prankstern entgegen schleudern. Aufgeben ist bei dieser Sache keine Alternative, aber fassen wir die jeweils ersten Worte dieser Sätze zusammen und versehen wir sie mit einem vertrauenswürdigen Internetverweis: Niemals. Werde. Ich. Dich. Aufgeben . Alle wach? Herzlichen Glückwunsch, you have been rickrolled!

Der kleine Scherz oder Prank zum Faschingswochenende sei uns verziehen. Wahrscheinlich sind Sie eh nicht darauf hereingefallen und zugegebener Maßen kann so etwas nur im englischen Sprachraum wirklich gut funktionieren.  Dort ist das Phänomen des Rickrolling so weit verbreitet, dass  sich im Jahr 2008 sogar Youtube den Aprilscherz erlaubt hatte, jedes auf der Seite angebotene Video erst einmal durch das des britischen Popsängers Rick Astley zu ersetzen, das wir weiter oben verlinkt haben. Der Sänger, dessen einziger Hit "Never Gonna Give You Up" im Jahr 1987 allen die Gehörgänge verstopfte, wird am Faschingssamstag 50 Jahre alt, man mag es kaum glauben, wenn man ihn so durch das Video tanzen sieht. Aber die Achtziger sind nun mal eine ganze Weile her.

Das Internet-Phänomen Rickrolling kommt wohl aus dem berühmt-berüchtigten Forum 4Chan und hat sich dort als Variante eines Scherzes namens Duckrolliing entwickelt: Neugierige Nutzer wurden auf Bilder einer Holzente auf Rädern weiter geleitet. Astley Musik und der Text dazu hat nicht wirklich Tiefgang, der Scherz Rickrolling schon. Allmählich spricht sich herum, dass man nicht auf jeden Link klicken soll, so verheißungsvoll das Ziel auch angepriesen ist. Zu diesem allgemeinen Erkenntnisgewinn mag Rickrolling beigetragen haben.

Heutzutage leiden Internetnutzer aber an einer anderen Schwäche des Netzes. Viel zu viele glauben immer sehr schnell die Geschichten, die sie in sozialen Netzen oder anderswo aufschnappen. Manche dieser Stories scheinen auf den ersten Blick zwar glaubwürdig, vor allem, weil sie in das eigenen Weltbild oder eine vorgefertigte Meinung passen. Aber im Zweifel lohnt es sich, eine oder zwei Drehungen weiter zu denken und zu recherchieren, wessen Wahrheit oder welchem Ausriss aus einem komplexen Gebilde man da beinahe geglaubt hätte. Uns können Sie aber grundsätzlich vertrauen. Wir rickrollen Sie nur zum Fasching oder am 1. April. Der Rest ist nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und sortiert. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag und das Wochenende:

Kein Boden in Sicht: In zehn der letzten elf Quartale hat Apple weniger iPads verkauft als jeweils im Jahr zuvor. Ein Ende des Abschwungs ist nicht in Sicht und über die Gründe wird man sich nicht nur in Cupertino den Kopf zerbrechen. Apple hatte vor Weihachten das iPad Air nicht mehr aktualisiert und muss dies nun dringend nachholen, das könnte ein wesentlicher Punkt sein. Oder sind iPads einfach so robust, dass kaum jemand nach einem zeitigen Upgrade verlangt oder haben gar die immer größer werdenden Phablets die Nische zwischen iPhone und Macbook geschlossen? Das iPad ist zudem Opfer seines eigenen Erfolges, das Wachstum war in den ersten Jahren exorbitant, erinnert unser Macworld-Kollege Jason Snell. Wo denn genau der Boden ist, auf dem sich die iPad-Verkäufe stabilisieren könnten, weiß aber auch er nicht. Die Zukunft des iPad ist ungewisser denn je.

Updates: Apple hat gestern Abend seine Software für Video-Profis aktualisiert, Final Cut Pro X, Compressor und Motion bekommen neue Funktionen. Final Cut Pro X 10.2.3 kann nun etwa 4K-Videos für Apple-Geräte exportieren und mehrere Youtube-Accounts gleichzeitig befüllen. Neben diversen Fehlerbehebungen kommt auch die Unterstützung neuer Formate, so kann die Software nun das XF-AVC der Canon C300 Mark II lesen. Das Update ist 2,83 GB groß. Motion 5.2.3 unterstützt ebenso Apples neueste Hardware und bringt weitere Verbesserungen, auch Compressor ist besser an den 4K-Export angepasst.

Kein Bargeld mehr nötig: Apple Pay expandiert weiter. Laut Bloomberg gibt es weltweit bereits 2 Millionen Geschäfte, in denen das Zahlen mit dem iPhone oder der Apple Watch möglich ist. Seit Beginn des Jahres kommt Apple Pay auch nach China, immer mehr Einzelhandelsketten rüsten ihre Filialen mit NFC-Terminals aus. Auch Starbucks, KFC und Best Buy haben angekündigt, Zahlungen via Apple Pay noch im Verlaufes des Jahres anzukündigen. Über den Zeitpunkt des Start von Apple Pay in der Eurozone ist bisher nichts bekannt.

Mit Liebe selbst gemacht: Am Sonntag kommender Woche ist der Valentinstag. Der US-Brauch, den Liebsten oder die Liebste an diesem Tag mit einer Grußkarte zu überraschen, schwappt anders als andere Bräuche (Halloween!) nur langsam über den Atlantik . schade eigentlich. Umso nützlicher daher der Workshop der Photoshop-Expertin Lesa Snider, die auf Macworld erklärt, wie man mit Photoshop und Photoshop Elements hübsche Valentinskarten selbst bastelt. Denn hierzulande sucht man solche Karten in den Läden oft vergeblich.

Spotify mit Echo: Amazons umstrittener Lautsprecher Echo bekommt eine Neuerung, die das Angebot ein wenig attraktiver machen könnte. Der Streamingdienst Spotify erlaubt es ab sofort, Musik auf das Gerät drahtlos zu streamen. Haken dabei: Das gilt nur für die Premium-Abonnenten und nicht für die Gratisnutzer des Dienstes. Anderer Haken: Der Echo ist nach wie vor nur in den USA zu haben.

Weitere Nachrichten

Astro Pi: Raspberry Pi umkreist die Erde im All

In Zusammenarbeit mit dem britischen Astronaut Tim Peake, der gerade auf der ISS eingesetzt ist, bietet die Raspberry Pi Foundation britischen Schülern eine ganz besondere Testumgebung für selbst programmierte Programme. Bei der Astro Pi getauften Hardware, die zusammen mit Peake die Erde umrundet, handelt es sich um modifizierte Versionen des Raspberry Pi mit einem Add-on namens Sense Hat. Damit lassen sich in der ISS Messungen zur Temperatur, Feuchtigkeit, zum Erdmagnetfeld und zur Bewegung im Raum anstoßen.

Mit einer Infrarotkamera sowie einer normalen Linse können sich die Kinder auf der Raumstation umschauen. Die von den Schülern in einem Wettbewerb erstellten sieben Programme wurden in Python geschrieben und sollen auf der ISS ausgeführt werden.

Die Projekte sind vielseitig. So zeigt ein Programm beispielsweise die jeweilige Flagge des Landes, welches die Raumstation gerade überfliegt. Ein anderes Python-Programm kann die Reaktionsgeschwindigkeit des Astronauten messen. Die Auswertung der Ergebnisse sollen die Schüler übernehmen, nachdem die Daten zur Erde gefunkt wurden.

Bislang hatte es der Raspberry Pi immer nur an den Rand der Erdatmosphäre geschafft, wenn er an einen Ballon gebunden so hoch wie möglich aufstieg. Dass der Einplatinenrechner nun auf der ISS zum Einsatz kommt, freut Eben Upton, Gründer der Raspberry Pi Foundation, besonders.

Die besten Verwendungsmöglichkeiten für Raspberry Pi

Upton erhofft sich sogar, dass der Pi langfristig auch für andere Forschungsprojekte im Weltraum genutzt werden kann. Bislang kommt für solche Aufgaben meist teure Spezialhardware zum Einsatz. Von der Rechenleistung unterscheiden sich der Pi und die im Mars-Rover Curiosity verwendete CPU kaum. Die Recheneinheit des Roboters ist jedoch gegen Strahlung geschützt, hier muss der Pi noch passen.

Mausbewegung verrät Gemütszustand

Die Bewegungen der Maus verrät viel über die Gefühlslage des Nutzers, so das Ergebnis von Experimenten eines internationalen Forscherteams. Die fünf Wissenschaftler, darunter auch BWL-Professor Dr. Martin Thomas Hibbeln von der Universität Duisburg-Essen, haben dafür Teilnehmer mit Tests konfrontiert, deren Aufgaben kaum lösbar waren.

»Wir haben die Teilnehmer gezielt frustriert und verärgert. Unter anderem waren die Webseiten so manipuliert, dass sie sich nur langsam aufbauten; den Probanden lief die Zeit davon. Nach dem Test bekamen sie gleich das Ergebnis: nämlich, dass sie unterdurchschnittlich intelligent sind, weil sie weniger Aufgaben korrekt beantwortet hatten«, so Hibbeln. Nachdem die Probanden auf diese Weise vorbereitet wurden, sollten sie einen weiteren Test lösen.

Die Mausbewegungen verrieten dann, wie verärgert oder genervt die Teilnehmer inzwischen waren. Während gelassene Teilnehmer den Mauscursor in geraden oder leicht gekrümmten Bahnen bewegen, führten die verärgerten Personen eckige und abrupte Bewegungen aus, die außerdem auch noch langsamer waren als die einer nicht verärgerten Vergleichsgruppe. Für die Forscher haben diese Ergebnisse auch in der Praxis Bedeutung. So könnten Betreiber von Webseiten oder Online-Shops durch Analyse der Mausbewegungen von Besuchern erkennen, ob die Steuerung der Seite die Nutzer vielleicht frustriert und an welchen Stellen das geschieht.

Versicherungen könnten so analysieren, ob ein Nutzer ein Formular zu einem Schadensfall online vielleicht nicht wahrheitsgemäß ausfüllt, da laut den Forschern dabei meistens verräterische und unbewusste Mausbewegungen auftreten. Bedenken über solche Analysen versteht auch Professor Hibbeln und weist darauf hin, dass viele solcher Daten bereits jetzt ohne Wissen der Nutzer erhoben werden. Es sei aber wichtig, dass vorher eine Einwilligung eingeholt wird.

Dann gäbe es auch positive Effekte. »Jeder ärgert sich zuweilen über schlechte Webseiten. Mousetracking ist ein Mittel, sie zu verbessern. In einem Laden findet man es als Kunde doch auch unmöglich, wenn der Verkäufer sein Standardprogramm herunterspult, obwohl man unzufrieden ist.«

Quelle: Universität Duisburg-Essen

Hololens-Clip: Wohnzimmer wird zum Football-Stadion

In der Nacht zum Montag (deutscher Zeit) findet der Super Bowl 50 statt. Die Carolina Panthers treten gegen die Denver Broncos in dem Finale der NFL an. Microsoft ist der Technologie-Partner der NFL, und nur wenige Tage vor dem Super Bowl 50 hat Microsoft nun mit einem Konzeptvideo seine Vision von der Übertragung von wichtigen Sportereignissen vorgestellt.

Wer nicht im Stadion sitzt, der schaut aktuell die Spiele allein oder in der Gruppe im Fernsehen an. Ein "Mittendrin"-Gefühl will da nicht aufkommen. Das könnte sich aber in Zukunft beispielsweise mit Hilfe der Hololens ändern, wie Microsoft in dem Konzept-Video zeigt. Hololens soll dabei unter anderem das beschränkte Sichtfeld, welches ein Fernseher bietet, sprengen. Stattdessen fühlt man sich im Wohnzimmer, als würde man mitten im Stadion oder gar auf dem Spielfeld hocken. Zusatzinformationen über das Spielgeschehen oder einzelne Spieler lassen sich per Gesten jederzeit einblenden. Football-Spielzüge werden auf einem virtuellen Spielfeld auf dem Wohnzimmertisch visualisiert.

In dem Konzept-Video ist außerdem zu sehen, wie eine virtuelle Variante des Football-Spielers Russell Wilson die Wand des Wohnzimmers durchbricht und dann vor den Personen auf der Couch steht.

Das vollständige Konzept-Video können Sie hier sehen:

Lesetipp: Wir haben Microsoft Hololens bereits ausprobiert!

Kaputte Apple Watch: Brite gewinnt Klage gegen Apple

Wie so oft bewirbt Apple seine Produkte mit Superlativen, da spricht das Image für sich: das Beste vom Besten. Zukünftig sollte Apple womöglich mehr Vorsicht bei der Produktbeschreibung walten lassen, zumindest im englischen Sprachraum. Ein 32-jähriger Brite namens Gareth Cross hatte den Apple Konzern verklagt, weil schon nach zehn Tagen das Display seiner Apple Watch gebrochen war. Da Apple keinen Garantie-Fall anerkannte, zog Cross in Großbritannien vor Gericht. Ganze sechs Monate dauerte das Verfahren, doch das Warten hat sich für Cross gelohnt.
 
Wie das Gericht entschieden hat , muss Apple den Preis für die Apple Watch sowie weitere 429 britische Pfund erstatten. Grundlage für die Entscheidung war der Ausdruck, den Apple verwendet, um die Apple Watch zu bewerben. So heißt es im englischen Apple Store, dass die Smartwatch „impact resistant“ sei – also stoß- oder einschlaggeschützt. Dahingegen heißt es im deutschen Apple Store „unempfindlich gegenüber Stößen“. Die englische Ausdrucksweise lässt da nur sehr wenig Spielraum und klingt beinahe schon so, als sei die Apple Watch unzerstörbar.
 
Bis auf die Tatsache, dass das Display gebrochen war, schien Cross aber sehr zufrieden zu sein, sodass er sich nun ein neues Exemplar zulegen möchte.

Watch Drive: Autorennen mit der Apple Watch

Der deutsche Entwickler 21TORR Mobile hat die Apple Watch etwas genauer untersucht und wollte herausfinden, „wozu die Apple Watch wirklich in der Lage ist“. Der Großteil der Entwickler ist schließlich beim Entwickeln ihrer Apps auf das WatchKit angewiesen und kann so nicht alle Funktionen der Apple Watch nutzen. Diesen Einschränkungen wollte sich 21TORR aber nicht unterziehen.
 
„Wir haben – was von Apple so nicht vorgesehen ist – die Layer unterhalb des WatchKits zugänglich gemacht: Dort leistet unter anderem eine Variante des UIKits Frondienste. Durch unsere Arbeit konnten wir auf verschiedene in der Watch verfügbare Technologien zugreifen, die Apple im WatchKit Entwicklern bislang noch nicht zugänglich macht.“ Die Entwickler konnten dadurch beispielsweise Bluetooth LE und Multitouch-Verarbeitung in WatchDrive einbauen, sodass man nun mit der Apple Watch ferngesteuerte Autos kontrollieren kann.

 
Mit WatchDrive lassen sich Autos auf einer Carrera-Bahn beschleunigen und abbremsen – und natürlich lässt sich auch ein Turbo-Booster aktivieren. Obwohl die Steuerung sehr intuitiv und leicht zu bedienen ist, steckt dahinter sehr viel Aufwand seitens der Entwickler.

 
„Mit WatchDrive wollten wir herausfinden, wozu die Apple Watch wirklich in der Lage ist – aber wir wollten uns auch selbst herausfordern – und dabei sogar Spaß haben. [...] Die erste Generation der Apple Watch bot zunächst nicht die Möglichkeit, die wir erwartet hatten. Das aber inspirierte unsere Entwickler erst recht. Um das volle Potential der Watch nutzbar zu machen, mussten wir allerdings einige verschlungene Wege gehen.“
 
Und genau da liegt das Problem. Da die Entwickler – um es mal freundlich auszudrücken -  „verschlungene Wege“ gegangen sind, wird die App wohl auf absehbare Zeit nicht im App Store verfügbar sein. Falls man dennoch mal das Potential der Apple Watch sehen möchte, kann man 21TORR in Stuttgart besuchen und sich selbst ein Bild machen. Doch auch, wenn die App bald nicht mehr zur Verfügung steht, ist eins jedoch sicher: In Zukunft dürfen wir uns von dem vorhandenen Potential der Apple Watch überraschen lassen.

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